Heutiger Arztbesuch

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Gast

Heutiger Arztbesuch

Beitrag von Gast »

Hallo allerseits. Heute war ich mit meiner Tochter nun endlich bei Frau Dr. Ekkernkamp in Lübeck. Nachdem mir so oft geraten wurde, mich an diese Spezialistin zu wenden, bin ich nun einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht. Erleichtert bin ich, weil uns nun der vierte Arzt bestätigt hat, dass die 17°-Skoliose nichts Welt bewegendes ist und meiner Tochter geraten wurde, unbesorgt in ihren Auslandsaufenthalt zu gehen, weil aufgrund von Alter, Reife und Austarierung der WS keine Verschlechterung mehr zu erwarten ist. Ein bisschen enttäuscht bin ich, weil sie einem Kuraufenhalt nicht positiv gegenüber stand. Sie hielt ihn für unnötig. Nun habe ich hier so oft gehört, wie wichtig diese Kur ist, sodass ich mich natürlich frage, ob ich nicht etwas versäume, wenn ich mich nun mit diesem Urteil zufrieden gebe. Die Ärztin hielt übrigens auch die KG für relativ unnötig und meinte, wichtig sei vor allem eine intensive sportliche Betätigung, die die Wirbelsäule nicht stauchen oder einseitig belasten würde. Ehrlich gesagt gebe ich ihr innerlich Recht. Ich wollte aber trotzdem eure Meinung dazu noch einmal hören. Übrigens muss ich noch sagen, dass die Ärztin supernett ist.
LG Lopi
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Erleichtert bin ich, weil uns nun der vierte Arzt bestätigt hat, dass die 17°-Skoliose nichts Welt bewegendes ist
Bis 20 Grad muss man nicht mit einer Verschlimmerung der Skoliose mit dem Alter rechnen.
Eine Kyphose ist nicht vorhanden??

Deshalb ist hier eine Schroth REHA eine Ermessensfrage.
Du könntest Dich natürlich auch mal per E-Mail an Dr. Steffan in Bad Salzungen wenden und nachfragen, ob er in einer solchen Situation eine REHA befürworten würde und ob der Antrag Aussicht auf Erfolg hätte.

Ansonsten kann man natürlich bei Auftreten von Beschwerden eine verordnete KG immer als Schroth KG nutzen.

Gruss
Klaus
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Klaus, ja, ich werde versuchen Dr. Hoffmann wegen der Kur eine Mail zu schicken. Denn selbst wenn eine 17°/12°/13°-Skoliose (ohne Kyphose) vielleicht für viele Forenteilnehmer hier, vor allem für die Mädels, die sich so tapfer mit ihrem Korsett arrangieren müssen, eher harmlos und beneidenswert klingt, möchte ich mir später nicht den Vorwurf machen, irgendetwas bei meiner Tochter versäumt zu haben; denn eine "normale" Wirbelsäule sieht anders aus.

Eine Sache allerdings fand ich am Gespräch mit Frau Dr. Ekkernkamp sehr interessant und deshalb möchte ich es hier wiedergeben. Sie meinte, eine Skoliose verursache selten Schmerzen (ist meiner Meinung nach aber gradabhängig). Die meisten Menschen, die mit Kopf- oder Rückenschmerzen beim Orthopäden mit der Zufallsdiagnose Skoliose konfrontiert werden, denken dann, es liege daran. Und Skoliose ist offenbar wesentlich häufiger, als man gemeinhin annimmt, was in Bezug auf die Vererbbarkeit interessant ist. Rückenschmerzen sind in den meisten Fällen - auch bei minderschwerer Skoliose- auf Haltungsfehler und Bewegungsmangel, also falsche Lebensweise zurückzuführen (meine Interpretation!)

Einen meiner Meinung nach ungemein wichtigen Ansatz hat Rainer hier im Forum gebracht. Er schrieb irgendwann dem Sinne nach, wenn bei einem Kind ein bekanntes Skoliose-Risiko in der Pubertät besteht, dann ab in den Schwimmverein mit ihm! Nun mag nicht jedes Kind schwimmen (meine sind Frostbeulen), aber ganz früh den "Schrothschen Muskelzylinder" trainieren durch symmetrische(!), den Körper streckende Sportarten, um so ein zweites Endoskelett aufzubauen, das das schwächelnde erste unterstützt, ist, glaube ich, das A und O der Skolioseprävention und (in leichteren Fällen) -Therapie. Ich denke, im Fall meiner Tochter werde ich versuchen, ihr diesen Weg nahezulegen.

LG Lopi (ich habe es aufgegeben, dem Einloggen zu vertrauen)
Lopi
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Beitrag von Lopi »

Ich meine natürlich Dr. Steffan, nicht Dr. Hoffmann;-)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Lopi hat geschrieben:Rückenschmerzen sind in den meisten Fällen - auch bei minderschwerer Skoliose- auf Haltungsfehler und Bewegungsmangel, also falsche Lebensweise zurückzuführen (meine Interpretation!)
Das ist jetzt so ein bischen die Diskussion um "Huhn oder Ei" :)

Ich halte es für unverantwortlich, offenbar eine Behandlung erst dann in Gang zu setzen, wenn Beschwerden auftreten, weil Skoliose/Kyphose auch beschwerdefrei sein kann.
Wenn die Schmerzen nur auf Haltungsfehler und Bewegungsmangel zurückzuführen sein sollten, müsste ich die Schmerzen ja wieder schnell abstellen können, in dem ich die Haltung ändere und mich mehr bewege.

Das soll die Orthopädin mal den vielen Erwachsenen hier im Forum erzählen, aber sie ist ja nur für Kinder zuständig. :)

Gruss
Klaus
Gast

Beitrag von Gast »

Stimmt schon! Ich glaube auch nicht, dass es hier um richtig starke Verkrümmungen ging, die ja z.T. Organe eindrücken oder die Atmung einschränken, ganz zu schweigen von Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben durch die permanente Abweichung von der physiologisch vorgesehenen statischen Belastung. Diese Skoliosen sind dann ja auch klinisch so auffällig, dass es kaum zu den erwähnten Zufallsdiagnosen kommen wird.

Aber andererseits wäre Krankengymnastik keine Therapieform, wenn Haltungsänderungen und Bewegung keine positive Wirkung auf die Schmerzen hätte.

Für einen Behandlungsverzicht hat sich die Ärztin auch nicht ausgesprochen. Sie hielt zumindest im Falle meiner Tochter eine intensive sportliche Betätigung für die beste Therapie. Dass sie eine Reha nicht befürwortet hat, hat mich wie gesagt auch nicht zufrieden gestellt und ich werde mich damit auch nicht so schnell abfinden. Schließlich ist eine Schroth-Reha nicht nur Rehabilitationsmaßnahme (Name), sondern auch Prophylaxe gegen Verschlimmerung und vor allem Haltungskorrektur und Wahrnehmungsschulung, also die Grundlage dafür, dass die eigene Beurteilung von gesundheitsfördernden Bewegungen überhaupt erst möglich wird. Die Krankengymnastik - so jedenfalls die Beurteilung meiner Tochter - reicht dazu nicht aus.

Übrigens bin ich nicht sicher, ob die Ärztin nur Kinder und Jugendliche behandelt (??), obwohl das Wartezimmer voll von Müttern mit (kleinen) Kindern war;-).

LG, Lopi
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Beitrag von Klaus »

Lopi hat geschrieben:Schließlich ist eine Schroth-Reha nicht nur Rehabilitationsmaßnahme (Name), sondern auch Prophylaxe gegen Verschlimmerung und vor allem Haltungskorrektur und Wahrnehmungsschulung, also die Grundlage dafür, dass die eigene Beurteilung von gesundheitsfördernden Bewegungen überhaupt erst möglich wird. Die Krankengymnastik - so jedenfalls die Beurteilung meiner Tochter - reicht dazu nicht aus.
Besser kann man es nicht ausdrücken!
Und wenn auch Deine Tochter erkennt, dass die normale KG nicht ausreicht, dann ist das die optimale Voraussetzung für das Erlangen der eigenen Kompetenz.

Gruss
Klaus
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