Neue Heilmittelverordnung - Kahlschlag für Patienten?

Ärzte, Therapieformen, Physiotherapeuten, ...
Eva
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 221
Registriert: Do, 29.04.2004 - 15:40
Wohnort: Lippstadt

Beitrag von Eva »

Hallo an Alle,

ich weiß, es ist müßig, sich mit Ärzten rumzuschlagen.

Ich weiß zwar nicht ob es hilft, aber man kann seinen Unmut ja auch mal bei der Patientenbeauftragten loswerden, dafür ist sie ja schließlich da.

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/ministe ... a/5083.cfm

Schönen Abend noch
Evi
Malchus
Newbie
Newbie
Beiträge: 22
Registriert: Do, 29.07.2004 - 15:11
Wohnort: Köln

Beitrag von Malchus »

Also, für mich ist es kein Kahlschlag, da ich endlich einen wirklich guten Orthopäden gefunden habe. Obwohl meine Skoliose nur in Fallgruppe eins paßt, ist er der Ansicht, daß mehr als nur 6 Mal im Monat therapiert werden muß. Ich erhalte nun auch Rezepte für andere Beschwerden (die übrigens wirklich da sind, nur damit hier keine Mißverständnisse aufkommen; mein bisheriger Arzt hat sie nur ignoriert), z.B. meine andauernden Schulterschmerzen.
Es ist bestimmt nicht falsch, wenn ich mal einige Behandlungen von der 'reinen' Skoliosetherapie weggehe und gezielt das behandelt wird. Dabei wird die Skoliose ja nicht ignoriert, ich erwarte eher positive Rückkopplungen innerhalb meines Körpers. Das hätte ich mir auch unter dem alten Heilmittelkatalog schon gewünscht, aber mir wurde ja eingeredet, daß ich mich mit den Schmerzen in der Schulter abzufinden habe. Die Schmerzen sind allein durch die Aussicht auf Therapie schon besser geworden (zusammen mit meiner Stimmung - welch Wunder)
Findus

Beitrag von Findus »

Hallo Eva,

ich hatte schon mal mit einer Patientenbeauftragten über die neuen Heilmittelrichtlinien bezüglich der Skoliose telefoniert. Das hat am Ende aber nicht viel geholfen. Sie sagte mir, das sie lediglich in einem Ausschuß, der sich in damals zwei Wochen wieder traf das Thema ansprechen kann. Die neuen Heilmittelrichtlinien sind da und daran kann auch sie nicht rütteln, lediglich Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Dies ist zumindest ein kleiner Ansatz, der bei vielen Anrufen vielleicht gehört wird und nicht gleich wieder untergeht. Also, ruft bei der Frau Helga-Kühn-Mengel (von der Bundesregierung berufene Patientenbeauftragte) an und sagt ihr, das Skoliose im neuen Heilmittelkatalog völlig falsch berücksichtigt wird, was die Anzahl der verordnungsfähigen KG anbelangt.
Die Tel.-Nr.: 01888/ 441-0
oder stellvertretend Fr. Dr. Fleisch 01888/ 441-2272
oder stellvertretend Fr. Eisch 01888/ 441-3912

Aber konkrete Ratschläge, wie Skoliosekranke KG-Behandlungen, wie vor den neuen Richtlinien noch für meinen Orthopäden als dringend nötig erschienen, zu kommen sei, gab es keine. Darauf wußte sie keine Antwort.
Seinen Unmut kann man durchaus loswerden, was ich aber nicht gemacht habe, da dies meiner Ansicht nach sinnlose Kraftverschwendung ist. Ich habe versucht ihr zu erklären, das ich meine Probleme bei Skoliose mit einer so geringen Anzahl an KG und dem Eigenübungsprgramm nicht in den Griff bekomme.
Viele Grüße Matthias
Eva
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 221
Registriert: Do, 29.04.2004 - 15:40
Wohnort: Lippstadt

Beitrag von Eva »

Hallo Ihr Alle, die keine adäquate Behandlung mehr bekommen,

unser Berufsverband (VDB Physiotherapieverband) sucht Patienten, welchen aufgrund der neuen Heilmittelrichtlinien, notwendige Physiotherapieverordnungen verweigert werden, für eine Sammelklage.

Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, wäre gut, anderenfalls würde der Verband auch die Kosten übernehmen.

Wenn jemand da Interesse hat, kann mir ja eine mail schicken, ich werde dann weiter informieren.

Gruß Evi
Findus

Beitrag von Findus »

Hallo Eva,

das klingt sehr interessant. Ich bekam über zweieinhalb Jahre regelmäßig 2x/Wo KG verschreiben. Zur Begründung hieß es in der Landfristverordnung "Dauerschmerzen". Jetzt bekomm ich theoretisch nach WS1 noch 6xKG und muß dann 12 Wo Pause machen. Dies ist eine Reduzierung um 75 Prozent nur aufgrund der neuen Heilmittelrichtlinien und nicht aus der Sicht meines Orthopäden sinnvoll. Mein Orthopäde hat schon sehr viel versucht: mehrmals mit meiner Krankenkasse telefoniert (ich auch), mit der kassenärztlichen Vereinigung meinen Fall angesprochen, aber immer mit dem Erfolg, das er mir nur WS1 verschreiben darf. Auch hat er meinen Fall auf einem Symposium, wo es um die neuen Richtlinien ging speziell angesprochen, aber ohne Erfolg.

Jetzt versuchen wir andere Wege zu finden. Ich werde nächste Woche einen anderen Orthopäden aufsuchen, um evtl. über eine andere Diagnose noch KG zu bekommen. Mein jetziger Orthopäde weiß über diesen Schritt Bescheid. Auch habe ich Anfang November 04 einen ambulanten Termin bei Dr. Steffan. Darüber ist mein Orthopäde auch informiert und hat mir auch zu diesem Schritt geraten. Momentan verschreibt er mir 12xKG in 12 Wochen, aber es ist alles sehr unübersichtlich. Er verschreibt manches auf eigenes Risiko und ich finde, das kann nicht die Lösung sein. Er soll nicht für mich haftbar gemacht werden.
Am 23. September bin ich nochmal bei meinem Orthopäden, der mich wegen meiner Skoliose zu meiner vollsten Zufriedenheit behandelt. Da nehme ich einen Bericht von meiner Therapeutin mit, in dem die konsequente Fortführung der Therapie unbedingt empfohlen wird. Ich muß meinen Orthopäden nicht um KG bitten, er will es mir verschreiben, aber er darf es aufgrund seiner , wie oben geschriebenen, Erkundigungen nicht. Aber dieser Bericht ist für ihn wahrscheinlich ein wichtiges Mittel, um mir weiter KG im notwendigem Rahmen verscheiben zu können. Mal sehen, was bei meinem Arztbesuch nun rauskommt. Hauptgrund für KG sind Schmerzen, trotz 2-3x/Wo Schroth selber, 2-3x/Wo Gerätetraining, 1x/Wo Osteopathie, 1x/Wo Muskelentspannun in Gruppe.
Ich weiß nicht, ob ich momentan den Schritt zu einer Sammelklage vage, da mir auch gerade eine erneute Reha nach zwei Jahren sehr merkwürdig von der LVA verweigert wurde (siehe eigenen Bericht im Forum). Damit habe ich möglicherweise auch noch viel zu tun, um die Reha noch durchzusetzen und ich kann glaub ich nicht auf zwei Bühnen gleichzeitig tanzen. Wie ich an KG komm, ist auch noch ein Fragezeichen, aber das wird sich vielleicht doch bald positiv regeln lassen, aber nur mit immensen Druck meines Orthopäden. Naja, vielleicht kannst du mir ja mal ein paar Info schicken, damit ich weiß, was da auf mich zukommen würde. Ich bin übrigens 34 Jahre, habe knapp 40Grad nach Cobb, wohne im Süden von Deutschland und schreib dir mal meine Mailadresse:
matthias_fuhrmann@hotmail.com
Werde wahrscheinlich in den nächsten Wochen meine Mitgliedschaft im VdK beantragen. Ich glaube, dann bin ich auch rechtsschutzversichert?
Schaue am nächsten Wochenende wieder rein, muß leider viel arbeiten (Busfahrer) und habe unter der Woche keine Zeit für Computer, muß nach Feierabend abschalten.

Viele Grüße Matthias
Findus

Beitrag von Findus »

Meine Mailadresse wird so geschrieben:

matthias_fuh...
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Findus,

[equote]Auch habe ich Anfang November 04 einen ambulanten Termin bei Dr. Steffan.[/equote]

Ich bin gestern bei ihm gewesen. Da bist Du wirklich in guten Händen, medizinisch und menschlich. So etwa 30 Minuten hat er Zeit für Dich.
Er kann Dir auch ein Rezept ausstellen, allerdings nur 6x im Quartal. Da unterliegt er anderen Vorschriften. Ich denke aber für eine Übergangszeit ist das sicher ok.

Im nächsten Post werde ich mal versuchen, das Formular für die Verschreibung zu veröffentlichen.
Dieses Formular habe ich aus dem Netz (Physio.de) geladen und mittels Acrobat (nicht Acrobat Reader) mit Textfeldern versehen, damit man es am Computer ausfüllen kann. Dr. Steffan hat das von mir per E-Mail bekommen, weil es noch kleiner Korrekturen beim Rezept bedurfte. Er findet es auch gut, wenn ich das hier veröffentliche (keine persönliche Daten). Damit kann man seinem Arzt zur Hand gehen :)

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Rezeptvorlage nach neuer Heilmittelverordnung

Beitrag von Klaus »

Hallo zusammen,

nach einigen technischen Problemen hier nun die Rezeptvorlage.

Sie ist nach meinem Besuch bei Dr. Steffan entstanden und stellt nach meiner Meinung die optimale Versorgung dar, gerade am Anfang, wo die bedarfsgerechte Behandlung ermittelt werden muss.

Bei Skoliose/Kyphose ist die sogenannte Diagnosegruppe WS 2 !
Dabei steht der Untertitel "mit prognostisch längerdauerndem Behandlungsbedarf" im Vordergrund und sollte die im Heilmittelkatalog erwähnte Skoliose/Kyphose mit oder ohne Korsettversorgung (da wäre es nur WS1) nicht berücksichtigen!

WS 2 g ist die Leitsymptomatik und steht für die standardisierte Heilmittelkombination D1.
Diese lässt KG + KG Gerät + MT + Massage + usw. zu.

Dies ist die optimale und sicherlich auch teuerste Möglichkeit. Die normale Versorgung wäre aufgegliedert in a-f und je nach je nach Funktionstörung zu verschreiben.

Wichtig:
Es gibt bei WS2 die Möglichkeit von 3 Rezepten zu je 6 Behandlungen= 18 Behandlungen!
Danach tritt die übliche Pause von 12 Wochen ein.

Diese kann ausgefüllt werden mit Verordnungen ausserhalb des Regelfalls. Also 12 Behandlungen (1x pro Woche) oder 24 Behandlungen (2x pro Woche) usw.
Diese Verordnung (und nur diese) muss je nach Krankenkasse genehmigt werden oder nicht. Die VDAK Krankenkassen haben auf die Genehmigung verzichtet. Das bedeutet übrigens nicht, dass der Arzt dabei sein Budget nicht mehr beachten muss. Leider!!!


Update 7.10.
Nach der Verordnung ausserhalb des Regelfalls muss entweder eine neue Verordnung ausserhalb des Regelfalls geschrieben werden oder die Leitsymptomatik (a-g) wird geändert, dann ist das ein neuer Regelfall. Und das ganze geht von vorne los.


Näheres dazu im Heilmittelkatalog.
Kann man hier als pdf-Datei herunterladen (rechte Maustaste, Ziel speichern unter)

http://www.physio.de/hmr/hmr-2004-physio.pdf

Die Rezeptvorlage kann man als pdf-Datei hier herunterladen:

http://www.klaus1.privat.t-online.de/Fi ... mittel.pdf

Diese Vorlage ist von mir so bearbeitet worden, dass mit dem Acrobat Reader die wichtigsten Felder ausgefüllt werden können und ausgedruckt werden kann. Ein Abspeichern ist nur mit Acrobat (Standard oder Professionell) möglich.

Der Heilmittelkatalog deckt alles ab!
Das Problem ist der Arzt mit seinem Budget!


Viel Erfolg trotzdem damit beim Arzt. Ich empfehle vorher auch mit der KG Praxis zu sprechen.

Gruss
Klaus


Bild
Zuletzt geändert von Klaus am Do, 07.10.2004 - 17:31, insgesamt 2-mal geändert.
Sascha&Dani

Beitrag von Sascha&Dani »

Hallo,wir haben so ein ähnliches Problem .Meine Tochter(Korsett versorgt ) war die ganze Zeit WS1 jetzt hat uns unsere Kinderärztin auf WS2 umgeschrieben .Mit dem neuen Rezept gingen wir dan zur Kg nach fünf Anwendungen gab mir meine Therapeutin das Rezept wieder mit damit müßte ich zur KK gehen das Genehmigen lassen, ansonsten könne sie es nicht Abrechnen .Sorry das versteh ich jetz gar nicht mehr.Bin mal gespannt was die sagen geh Morgen zur KK was die sagen
lg Daniela
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Also ich muss ergänzen:
Bei WS2 sind 3x6 =18 Behandlungen möglich. Dann erst kommt eine Pause von 12 Wochen, die mit der Verordnung ausserhalb des Regelfalles gefüllt werden kann. Dies, aber nur dies, ist je nach Krankenkasse genehmigungspflichtig oder nicht.
Also in Eurem Fall kann der Kinderarzt wieder 6 Behandlungen aufschreiben und wenn die zu Ende sind, nochmal 6. Erst dann kommt die Verordnung ausserhalb des Regelfalls zum Zuge.

Ich nehme mal an, dass nach 5 Behandlungen die Therapeutin nur aufmerksam machen wollte, dass ein neues Rezept für die nächsten 6 besorgt werden muss.

Ich werde das in meinem Post noch ergänzen, hatte das schon mal drin, aber der Computer ist abgestürzt und ich musste alles nochmal schreiben.
Dabei habe ich diese Dinge vergessen.

Gruss
Klaus
MHD 2222

was tun wenn Ws 2 ausgereizt ist???

Beitrag von MHD 2222 »

Hallo Leidensgefährten,

mein Prob ist, dass ich keine Kg, MT etc. mehr Verordnet bekomme bin WS 2 . ich bin bei dr. H.... in Leon... in Behandlung und habe ein Korsi trotz meiner 38 Lenze.
Der Heilmittelkatalog ist nur Sch........

Viele grüße aus Wü


Toni I
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,
Der Heilmittelkatalog ist nur Sch........
Das ist er mit Sicherheit nicht!

Deswegen habe ich das hier in aller Ausführlichkeit gepostet.
Die Ärzte sind sauer, weil sie sich mit etwas neuem auseinandersetzen müssen und dazu keine Lust haben. Hinzu kommt natürlich die Angst vor Regressen, was aber schon seit Jahren ein Thema ist und absolut nichts mit dem neuen Heilmittelkatalog zu tun hat!!!

Es ist natürlich von besonderer Brisanz, wenn so ein bekannter Arzt sich auch von solchen Dingen leiten lässt. Ein Arztwechsel ist da ja wohl kaum möglich oder? Den Mann bei der kassenärztlichen Vereinigung zu melden, bringt in so einer Situation ohne Alternative garnichts.

Guck mal hier im Thema nach der Patientenbeauftragten, die man in solchen Fällen kontaktieren soll.
Vielleicht melden sich hier auch andere, die in Behandlung bei Dr. H :) :)
in Behandlung sind.

Gruss
Klaus
MHD 2222

Heilmittelkatalog

Beitrag von MHD 2222 »

Hallo Klaus,

der Doc hat weit mehr als das was WS 2 hergibt Verordnet !!

Was Dann ? Kur ? ( meine letzte im Jahr 1o/ 2002) ??

viele Grüße

Toni I
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Toni,

entschuldige bitte, aber ich verstehe das nicht!

Für die Indikationsgruppe WS2 habe ich alle Möglichkeiten aufgelistet.
Mindestens 18 Behandlungen sind grundsätzlich möglich.
Dann kommt die Pause von 12 Wochen, in der die Verordnung ausserhalb des Regelfalles angewendet werden kann.
Nur hier kann es Probleme geben, wenn Deine Krankenkasse das nicht genehmigt.

Ist das der Fall?

Gruss
Klaus
Gruseline
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 593
Registriert: Di, 03.12.2002 - 00:00
Wohnort: Oberhausen/Rheinland

Beitrag von Gruseline »

Hallo Klaus

alle Rahmouni -Korsettträger hier im Forum ,sind bei Dr.Hoffmann in Leonberg in Behandlung.

Und zudem auch einige hier, die kein Korsett tragen.

Ich weiß nicht, ob alle auch ihre KG von ihm verordnet bekommen.

Er hat eben viele Patienten ,die aus der ganzen Welt anreisen,die sein Buget belasten..
Und ich glaube nicht das der richtige Weg, in diesem Fall ist,den Patientenbeauftragten ins Spiel zu bringen oder ihn (Dr.Hoffmann) ,der kassenärztlichen Vereinigung zu melden.
Hat eben viel um die Ohren.
Viele Ärtze kennen sich mit dem neuen Katalog überhaupt nicht aus.

Es gibt auch woanders solche Probleme.
Ich habe von einer Mutter gehört ,die ihr Kind ende Sept.röntgen lassen wollte ,zur Korsettkontrolle.
Der Arzt weigerte sich erst,mit der Begründung :
Er müsse das selbst bezahlen,weil sein Buget ausgeschöpft wäre, ende des Quartals.
Und das bisschen was er noch übrig hat,bräuchte er für Notfälle.
Da die Mutter nicht nachgegeben hat ,hat sie das Röntgenbild dann doch noch bekommen.
Viele wären einfach gegangen.

Wenn jemand Schroth KG kann,kommt er ja mit der normalen Verordung gut über den Zeitraum.
Sollen ja nur Kontrollen sein.
Und lernen kannst Du die KG ,eh nur in der Reha.
Es geht also auch mit weniger ,in der Regel.
Es soll ja von den Patienten so gehandhabt werden,das sie diese erlenten Übungen zu Hause weiter machen.
Hilfe zur Selbsthilfe.Das gilt soweit ich weiß für alle KG -Verordnungen.

LG
Grusline
Gaby
Gutes Holz wächst nicht einfach so.
Je stärker der Wind,desto stärker der Baum
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Gaby,

es ist natürlich richtig, dass man Schroth Übungen zu Hause selber machen soll.

Aber
1. bis zur erforderlichen REHA muss die Zeit überbrückt und während der eigenen Übungen muss eine Kontrolle gemacht werden.
Beides erfordert den Einsatz von Verschreibungen. Und ich weiss nicht, ob man dabei mit einer 12 wöchigen Pause zurecht kommen kann. Da fehlen mir die Erfahrungen.

2. die KG nach Schroth ist möglicherweise nicht immer die einzige optimale Versorgung. Bei stark verspannter Muskulatur, intensiver Myogelosen und entsprechenden rezidivierenden Gelenkblockaden muss man sicherlich noch eine Menge anderer Dinge tun um dann irgendwann nur mit Schroth allein auszukommen.
Das ist im Augenblick auch mein persönliches Thema.
Was meinte Toni, "wie soll man denn in so einer Situation schrothen?"

Michael schildert in einem anderen Post seine Erfahrung mit Dr. Hoffmann, der ihm KG und Schlingentisch verschrieben hat.
Ob KG nach Schroth versuche ich gerade herauszufinden.

Also insgesamt ist schon ein höherer Aufwand an Physiotherapie notwendig.
Viele Ärzte kennen sich mit dem neuen Katalog überhaupt nicht aus.
Ich denke, dass kann man 3 Monate nach Einführung der neuen Verordnung nicht akzeptieren. Von Seiten der Physiotherapeuten wird verstärkt an die Ärzte zugeliefert und wenn das nun auch Patienten versuchen, dann sollte die Unkenntnis kein Problem sein.

Das Problem ist eindeutig die Angst um das Budget. Und da kann man tatsächlich nur die Patientenbeauftragte bzw. die Kassenärtzliche Vereinigung ins Spiel bringen. Es gibt nämlich durchaus Möglichkeiten das Budget zu erweitern. Das sind aber zusätzliche Arbeiten, die die Ärzte ablehnen.

Was Dr. Hoffmann angeht, so scheint es auch unterschiedliche Aussagen über seine Verschreibung von KG usw. zu geben. Aber wenn Toni I von WS2 ausgeschöpft und auch noch darüber hinaus spricht, dann müssen wir hier erst mal die Details dazu klären. Alles andere wäre sicherlich ihm gegenüber unfair.

Gruss
Klaus
Chaney
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 376
Registriert: Di, 20.01.2004 - 19:43
Wohnort: Darmstadt

Beitrag von Chaney »

Hallo Klaus,

ich bin auch ein bißchen irritiert. Auf meinem letzten Rezept für 6x MT (Mitte September) stand WS2a (ich bin mir sicher, daß es kein g war) und wohl auch, daß es kein Nachfolgerezept geben wird. Zumindest meinte die Physiotherapeutin am letzten Tag ziemlich beglückt, daß sie keinen Bericht schreiben müßte. Vielleicht bringe ich hier was durcheinander. Ich mein, ich hab genug Übungen gezeigt bekommen, daß ich jeden Tag mindestens eine Stunde turnen kann (die Übungen gegen die Skoli, die ich vor einem Dreivierteljahr gezeigt bekam, noch nicht eingerechnet; ich mache meist eine Kombination aus beidem), insofern war die Äußerung "Du kommst jetzt ja auch erstmal eine Weile ohne uns aus" schon berechtigt. Trotzdem ärgert mich das ganze, bei den ersten 6x MT Ende Juni/Anfang Juli hatte ich gegenüber der Physiotherapeutin erwähnt, daß Klausuren anstünden, woraufhin sie meinte, sie muß jetzt unbedingt in den Bericht schreiben, daß noch einmal MT verschrieben werden soll, wegen der Lernphase ... die keine wirkliche Lernphase war, ich habe es nicht die von ihr geschätzten 8 Stunden pro Tag am Schreibtisch ausgehalten, sondern max. 3 am Stück, dann mußte ich aufstehen, aber ohne Schmerzen zu haben. Ich habe auch bisher nicht wirklich den optimalen Tagesablauf gefunden. Insofern bin ich ein bißchen enttäuscht, so hab ich mir das nicht vorgestellt. Mein Reha-Antrag, bzw. der Widerspruch gegen die Ablehnung liegt bei der BfA und wird erst am 21.10. verhandelt. Ich nehme an, es wird noch ein Jahr dauern, bis ich auf eine Reha fahren kann. In die KG-Praxis möchte ich aber eigentlich auch nicht so bald wieder, da ich mir schon ein bißchen wie eine Simulantin vorkomme. Und einmal im Monat nach Leonberg fahren kann ich nicht (aus finanziellen Gründen).

Gruß
chaney
Halte an Deinem Stolz fest. (japan. Sprichwort)
MHD 2222

Heilmittelkatalog

Beitrag von MHD 2222 »

Hallo Klaus+Gabi,

Über das KG- Verordnen von Dr. H. aus L. kann und darf mann echt nicht "Meckern" . Es liegt halt an meiner Super Skoli dass es etwas mehr an WS Pflege bedarf! Er ist der erste Doc. der mich ohne Tabletten halbweges Schmerzfrei bekommen hat!!!! ( Zeitweise hatte ich 2 Doppeleinheiten pro Woche KG).....

Nur bei einer Skoli von 54/90/45 gibt es schnell mal eine kleine Blokade.


lg aus Wü

Toni I
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Chaney,

WS2 a bedeutet Gelenkfunktionstörungen,Gelenkblockierung
Therapie mit KG oder MT, falls erforderlich kann auch zusätzlich eine Traktion durchgeführt werden.

Es ist nicht mein Beispiel WS 2 g , dass eine Kombination erlaubt!

Es gibt, wie ich gepostet habe, noch b, c, d und f. Je nachdem was für eine Schädigung vorliegt.

Mit Deiner WS2 a kann Dir der Arzt 3x 6 Behandlungen ohne weiteres aufschreiben.
Nun ist am 1. Juli die neue Heilmittelverordnung in Kraft getreten, mit den neuen Bezeichnungen. WS 2 a ist das bei Dir. Das heisst konkret, dass die Behandlung vor dem 1.Juli miteingerechnet wird, wenn es diesselbe Diagnose ist. Also wenn da stand Gelenkblockierung o.ä..
Dann hast Du noch Anspruch auf 2 Folgeordnungen. Wenn die Diagnose vor dem 1.Juli eine andere war, hast Du Anspruch auf insgesamt 3 Verordnungen zu je 6 Behandlungen.

Ich gehe jetzt davon aus, dass diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind!?
Und Du eigentlich weitere Behandlungen brauchst? Habe ich das richtig verstanden?

Dann solltest Du dich auch nicht davon abhalten lassen.
Das Entscheidende ist nur, ob Dein Arzt da mit macht und ob die Krankenkasse diese sogenannte Verordnung ausserhalb des Regelfalls, die jetzt folgen muss, genehmigen muss.

Bis zur REHA solltest Du schon dafür sorgen, dass eine optimale Versorgung stattfindet.
Machst Du Übungen nach Schroth?


Gruss
Klaus
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15254
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Toni I,

ich glaube, wir haben ein bischen Kommunikationsschwierigkeiten.

Du hast Dich hier damit zu Wort gemeldet, dass der Heilmittelkatalog Sch... sei.
Daraufhin habe ich versucht, das zu widerlegen.

Nochmal mit anderen Worten:

Die Diagnosegruppe WS2 hat als Untertitel
"mit prognostisch längerdauerndem Behandlungsbedarf"Die Behandlungsmöglichkeiten sind so, dass eine ständige Therapie aufgeschrieben werden kann. Früher war das die Langfristverordnung.

3x 6 Behandlungen + 12 Wochen Behandlung ausserhalb des Regelfalls + 3x 6 Behandlungen + 12 Wochen Behandlung ausserhalb des Regelfalls +
usw. usw.
Konkret: ausserhalb des Regelfalls muss vom Arzt begründet und von einigen Krankenkassen genehmigt werden. Das ist Schreibarbeit, die bezüglich Formulierung sich in einer Arztpraxis ständig wiederholen sollte.
--> Computer

Das eigentliche Problem ist die allgemeine Einsparung im Gesundheitswesen und damit auch das Budget des Arztes. Hier gibt es scheinbar viele Versuche von aussen, den Arzt zu verunsichern.

Die Frage ist nämlich, warum sollte die neue Möglichkeit der Dauerverordnung teurer sein, als die alte Langfristverordnung.
Es ist sicherlich ok, wenn man gewisse Hürden aufbaut, um den tatsächlich Bedürftigen zu helfen. Und da ist es natürlich auch mit Schreibarbeit verbunden, z.Bsp. das Budget durch spezielle Praxisgegebenheiten zu erweitern.

Insofern kann ich die Ärzte sogar verstehen, wenn sie da blocken und ihre Aufgabe in der reinen medizinischen Versorgung sehen.
Im Grunde müsste es mehr neutrale Gutachter geben, die bei chronisch Kranken (und hier muss man sicherlich den schon anerkannten Kreis erweitern) eindeutige Vorgaben machen können.

Es sollte auch kein Angriff auf Dr. Hoffmann sein, dazu frage ich dann ja auch konkret weiter nach. Vieles entkräftigt sich wieder, weil viele persönliche Filter dazwischen liegen.
Wenn Dr. Hoffmann viele Korsett-Versorgte hat, dann ist ja zu vermuten, dass hier der Schwerpunkt seines sicherlich schon erweiterten Budgets liegt.

Anders ist es bestimmt bei nicht niedergelassenen Klinikärzten :)

Gruss
Klaus
Antworten