3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

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Flavius
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3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Flavius »

Hallo,

nachdem ich nun einen Termin beim Orthopäden beim bekommen habe, und ich weiß, dass dieser standardmäßig 3D-Messungen mit Hilfe eines Gerätes der Firma Diers erstellt (habe selber noch ein über ein Jahr alte), wollte ich hier mal fragen, ob diese zur Diagnostik ausreichen oder ich auf einem Wirbelsäulenröntgen bestehen sollte. Ich hatte bei der 3D-Messung das Gefühl, dass das Ergebnis im Wesentlichen von meiner derzeitigen Haltung abhing.

Wie ich im Vorstellungsthread schrieb, ist es für mich nicht einfach, zu Dr. Hoffmann zu gelangen, könnte dieser denn mit den extern erstellten Röntgenaufnahmen etwas anfangen und mit mir telefonisch Maßnahmen besprechen?
Mein Plan wäre, die Röntgenbilder hier machen zu lassen, die Therapiemaßnahmen aber mit einem "wahren" Experten zu besprechen.

PS: Ich weiß, es ist Off-Topic, aber ist die private KV der Allianz eher knauserig oder würden die eine Reha ohne langen Streit bezahlen?

Vielen Gruß und Danke schonmal! :)
Dr. Steffan
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Dr. Steffan »

3D reicht definitiv zur Diagnostik nicht aus. Eine WS-Ganzaufnahme ist unumgänglich.

Meine persönliche Meinung zur 3D-Untersuchung ist, dass es nicht das Papier taugt auf das es gedruckt wird. Ich nutze es nur als Ersatz für ein Foto des Rückens. Die Daten selbst sind hoch meßfehlerbehaftet und nicht reproduzierbar...wie gesagt meine persönliche Meinung und Erfahrung.
Dr. K. Steffan
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Klaus
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Klaus »

DrSteffan hat geschrieben:Ich nutze es nur als Ersatz für ein Foto des Rückens.
Auch noch als Vergleichsmöglichkeit bei einer REHA oder nicht mehr?

Gruss
Klaus
minimine
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von minimine »

Hallo Flavius,
nachdem ich nun einen Termin beim Orthopäden beim bekommen habe, und ich weiß, dass dieser standardmäßig 3D-Messungen mit Hilfe eines Gerätes der Firma Diers erstellt (habe selber noch ein über ein Jahr alte), wollte ich hier mal fragen, ob diese zur Diagnostik ausreichen oder ich auf einem Wirbelsäulenröntgen bestehen sollte.
du solltest auf ein Röntgenbild bestehen, besser gesagt solltest du dir gleich einen Arzt suchen, der Wirbelsäulen-Ganzaufnahmen machen kann und dich nicht in Teilaufnahmen röntgen lassen.
Wie ich im Vorstellungsthread schrieb, ist es für mich nicht einfach, zu Dr. Hoffmann zu gelangen, könnte dieser denn mit den extern erstellten Röntgenaufnahmen etwas anfangen und mit mir telefonisch Maßnahmen besprechen?
Mit extern angefertigten Röntgenbildern kann er sicherlich was anfangen, vorausgesetzt es sind richtige Aufnahmen. Dass er aber bei dir übers Telefon eine Diagnose stellt, inkl. Behandlungsvorschlag halte ich für ausgeschlossen. Ich denke auch, dass dies rechtlich gar nicht möglich ist.
Wenn Dr. Hoffmann für dich nicht zu erreichen ist, dann mach dir doch mal einen Termin in einer Wirbelsäulen-Sprechstunde einer Uni-Klinik.
Ich weiß, es ist Off-Topic, aber ist die private KV der Allianz eher knauserig oder würden die eine Reha ohne langen Streit bezahlen?

Zahlen deine Eltern Beiträge zur Rentenversicherung? Wenn ja, dann ist diese für dich zuständig. Wenn nein, dann wäre theoretisch die Krankenversicherung zuständig, ABER da kommt es immer auf die individuellen Vertragsbestandteile an. Wenn du also stationäre Reha-Leistungen mit versichert hast, dann wirst du bei entsprechender Indikation sicherlich keine Probleme haben. Wenn nicht, dann werden sie es wahrscheinlich nicht zahlen.
Viele private Versicherungen verzichten auf stationäre Rehamaßnahmen als Leistungen um den Beitragssatz möglichst gering zu halten und weil ein Großteil der privat versicherten sowieso von der Rentenversicherung für diesen Fall abgedeckt sind.
Das musst du erstmal mit deiner Versicherung klären.

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Klaus
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Klaus »

Flavius hat geschrieben:Mein Plan wäre, die Röntgenbilder hier machen zu lassen, die Therapiemaßnahmen aber mit einem "wahren" Experten zu besprechen.
Schwierige Situation, denn Therapiemaßnahmen sind nicht nur allein von der Röntgenaufnahme abhängig. Wenn Dr. Hoffmann keine Beweglichkeitstests machen und z.Bsp. auch nicht feststellen kann, wie stark Verkürzungen der Strukturen die grösste Rolle spielen könnten (bei Hyperkyphose durchaus normal) , ist das wenig erfolgreich. Abgesehen davon, dass er sich vermutlich auf so etwas nicht einlassen würde.

Ich weiß ja nicht, wie weit Du nach Meinung Deiner Eltern fahren darfst, aber in der Uniklinik Essen gäbe es noch eine gute Möglichkeit wenigstens an eine gute Diagnose mit entsprechender körperlicher Untersuchung zu kommen.
Dazu brauchst Du aber einen Orthopäden, der Dich da hin überweist und auch den entsprechenden REHA Antrag unterstützt. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob bei einem 17-jährigen die Uniklinik das machen würde.
siehe auch Rubrik Gesucht/Gefunden Sammlung Essen.

Bei einer Schroth REHA wird dann sowieso die eigentliche individuelle Behandlung durchgeführt.

Gruss
Klaus
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Klaus
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Klaus »

Hallo flavius,

habe gerade in einer anderen Vorstellung von Dir gelesen, dass Du im Fitness Studio mit Hanteln schwingst.
Das würde ich Dir erst einmal nicht empfehlen.
Man kann zwar bei Hyperkyphose(Rundrücken) /Hyperlordose(Hohlkreuz) mit angepassten Fitnesstraining einiges erreichen, aber das erfordert wirklich sehr gute Kenntnisse der eigenen Situation und die bekommt man am besten in der Schroth REHA. Im übrigen ist generell vom nicht geführten Gerätetraining abzuraten, weil die Gefahr der falschen Haltung und der falschen Bewegungsausführung besonders gross ist.

Gruss
Klaus
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von sloopy »

Hallo Flavius,

es muss ja nicht immer Dr. Hoffmann sein. Je nach Wohnort wären die Unikliniken Essen oder Münster evtl. eine Anlaufstelle für die Diagnose oder vielleicht Dr. Colemont in Bochum, ich glaube, er kann auch Ganzaufnahmen machen. Etwas weiter gibt es dann noch die ambulante Sprechstunde der Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim.
Mein Plan wäre, die Röntgenbilder hier machen zu lassen, die Therapiemaßnahmen aber mit einem "wahren" Experten zu besprechen.
Das wird kein Arzt mitmachen. Jeder Körper, jede Wirbelsäule und jede Krümmung ist anders. Ohne körperliche Untersuchung kann kein Arzt dir Therapien empfehlen oder gar verordnen.

Gruß,
sloopy
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Re: 3D-Vermessung zur Diagnostik ausreichend/empfehlenswert?

Beitrag von Klaus »

sloopy hat geschrieben:....oder vielleicht Dr. Colemont in Bochum,
Da kommt man zwar mit normaler Überweisung hin, aber wenn es dann doch um eine Therapieempfehlung geht, wäre ich mir nicht sicher, ob die Schroth REHA dabei herauskommen würde.

Gruss
Klaus
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