Ich war fast 3 Tage und Nächte dabei, als eine gute Bekannte von mir nach einer solchen Scheuermann BWS-Begradigungs-OP auf der Intensivstation in Neustadt gelegen ist und ich weiß, wie es Ihr HEUTE fast 19 Monate nach der OP gesundheitlich geht: besch***en!
Diese OP ist alles andere als eine kleine Schönheits-OP. Deine Schmerzen können sogar NACH der OP eskalieren. Das Komplikationsrisiko ist bei Kyphose-Operationen ca. 7 mal höher als bei Skoliose-Operationen.
Bei meiner Bekannten haben sie in Neustadt eine sehr scharfkantig-spitze Schraube so schief in den Wirbelkörper gebohrt, daß die Spitze auf der Gegenseite diagonal wieder herausgeschaut hat und die pulsierende Aorta berührt hat, die irgendwann geplatzt wäre und zu schweren innerlichen Blutungen oder zum Tod geführt hätte.
Obwohl bei ihr 14 Wirbel miteinander versteift wurden, hätte sie schon nach einem jahr eine weitere Verlängerungs-OP mit noch mehr versteifung über sich ergehen lassen sollen, obwohl sie die erste OP bisher verkraftet hatte. Die Schmerzen im unversteiften Bereich haben sogar zugenommen, da die Wirbelkörper und Bandscheiben in diesem bereich noch viel höheren komensatorischen belastungen und den fast unerträglichen Spannungen eines so schnell korrigierten Körpers nicht gewachsen sind.
Vor 2 Jahren ist an der Uniklinik Münster ein 19-jähriger junger Mann an den Folgen einer Skoliose-OP verstorben.
Wer eine solche OP also als relativ harmlos hinstellt ist in meinen Augen seiner ärztlichen Aufklärungspflicht nicht ausreichend nachgekommen und verletzt das Primat der freien und informierten Entscheidung des gut aufgeklärten Patienten.
Keine OP ist "harmlos"
Laut Prof. Dr. Daschner (Klinik-Hygieniker Uniklinik Freiburg)sterben in Deutschland etwa 4 mal soviel Menschen an den in Kliniken mit den dortigen multiresistenten keimen zugezogenen Infektionen wie im Straßenverkehr. Allein das ist für mich als Biologe schon mehr als genügend Grund eine eventuell vermeidbare OP WIRKLICH ZU VERMEIDEN!
Und wenn sie sagen Du hättest konservativ schon alles versucht, dann ist das in meinen Augen auch eine glatte LÜGE!
Deine SCHOBER- Und OTT-Werte sagen, daß Du noch NICHT völlig versteift bist! Dein FBA sagt, daß bei Dir vermutlich eine extreme Beinrückseitenverkürzung vorliegt.
Das bedeutet aber im Klartext auch, daß Du mit Schroth und Korsett noch therapierbar bist!
Laut dem Doc einer Spezialklinik in der ich im Januar 2Wochen war, ist der M.Scheuermann in der BWS Therapieresistent.
In welcher "Spezialklinik war denn das??? Ich kenne keine einzige "Scheuermann-Spezialklinik" die würde mich ehrlich gewaltig interessieren.
Alles was sie dort mit Dir gemacht haben klingt für mich NICHT nach wirksamer SCHEUERMANN- SpezialTherapie!
Das war vermutlich keine SCHROTH Klinik?
Anderen als Schroth-Klinik spreche ich bis zum Beweis des Gegenteils jegliche Kompetenz zur Behandlung von Schmerz-Scheuermann ab!
Du hast meiner Ansicht nach nur eine reelle Chance die OP zu vermeiden und halbwegs schmerzarm oder sogar wie ich schmerzfrei zu werden:
Ein sehr hochwirksames Erwachsenen-Anti-Kyphose-Korsett von RAHMOUNI (oder eventuell eine Tübinger Kyphosen-Orthese nach Zielke/Nusser von Herrn Lukas aus Tübingen)
UND
eine mehrwöchige statinöre Wirbelsäulen-Intensiv-Rehabilitation in einer Schroth-Klinik.
Das würde ich an Deiner Stelle aber erst dann machen, wenn Du ein sehr gutes Korsett hast und schon einigermaßen daran gewöhnt bist.
Korsett und Schroth potenzieren sich in der Wirkung hervorragend.
Die Ruhigstellung und Entlastung Deiner Wirbelsäule in optimaler Korrekturposition ist die ideale Ergänzung zum Aufbau der für die gezielte Haltungskorrektur erforderlichen autochtonen Muskulatur.
Ein gutes Korsett und Schroth-Therapie stimmen vom Konzept (Korrekturdruck und Atemlenkung) sogar völlig überein.
Das würde ich anDeiner Stelle so schnell und konsequent wie möglich anpacken!
Ich will Dir vor dieser OP wirklich nicht unbedingt Angst machen. Es kann durchaus sein, daß Du diese OP irgendwann tatsächlich doch brauchst, und dann solltest Du so zuversichtlich wie möglich in den OP-Bereich gerollt werden.
Aber ich würde an mir nach meinem derzeitigen Wissen und meiner bisherigen Erfahrung DIESER OP keinesfalls zustimmen, ohne vorher WIRKLICH die besten verfügbaren konservativen Alternativen voll ausgeschöpft zu haben.
Ich bin wirklich nicht OP-feige.
ich hab bisher 9 z.T schwere OP´s hinter mir, teilweise weil mein Leben in akuter Gefahr war.
Aber eine Kyphose-Korrektur-Versteifung würde ich mir sehr sehr genau und 125 mal überlegen.
Bitte mach bald (noch vor den Sommerferien!) einen termin bei Dr. Hoffmann in Leonberg aus und hol Dir dort eine 2. Meinung.
Das ist Dein gutes Recht!
Du hast vielleicht noch eine ebenso große und gute Chance auf Begradigung und Schmerzfreiheit wie ich, besonders weil Du viel jünger bist als ich.
Ich bitte Dich nimm das ernst!
Gruß Toni