Vernünftige Diagnose !?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Marquis
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Vernünftige Diagnose !?

Beitrag von Marquis »

Hallo liebe Mitleidenden,

ich, 25 aus Hamburg möchte jetzt auch dank dieses Forums was gegen mein Post-Scheuermann-Syndrom machen.

Mit 13 war ich das erstemal bei einem Arzt deswegen, es wurde ein bischen Krankengymnastik verschrieben. Danach mehrmals bei verschiedenen Arzten gewesen aber wirklich was passiert ist nie etwas.
Habe selbst mehr oder weniger etwas Gymnastik für meinen Rücken getan aber ob die Übungen, teils Yoga immer so gut für meinen Rücken waren habe ich mich natürlich immer gefragt.

Jetzt jedenfalls will ich auch Schroth lernen. Ich dachte da erstmal an Physiotherapie und dann weiter sehen, obwohl Reha natürlich der bessere Weg ist aber momentan sehe ich da keine Möglichkeit.

Also als erstes mal eine vernünftige Diagnose.
Ich war dann auch beim Orthopäden hier in Hamburg um die Ecke.
Der hat mich natürlich erstmal schief angeguckt mit was für Forderungen (Ganz-Wirbelsäulenröntgenaufnahme, Vermessung, Schroth) ich da ankahm, schließlich ist er der Experte :ja: .
Er schickte mich zum Röntgen und nu meine Frage an euch:
die können nur die BWS und die LWS einzeln röntgen in 2 Ebenen, also keine komplette Ganz-WS-Aufahme. Reicht das aus für eine vernünftige Vermessung?

Die meinen ja aber die können mir viel erzählen. Ich will nicht im nachhinein noch mal einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt werden.

Was ich bisher hier gelesen habe zum Thema gute Diagnostik war, mittels sagittaler Ganz-WS-Aufnahme:

- Cobb-Vemessung
- Keilwirbelwinkel ermitteln

Was ist mit Schober & Ott-Vermessung?

Ich danke Euch für eure Antworten.
Gruß an euch Alle... :)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Marquis,

erst mal herzlich willkommen hier im Forum.
Offenbar hast Du schon umfangreich hier im Forum recherchiert und sicherlich auch schon in der Rubrik Gesucht/Gefunden in die Sammlung Hamburg geguckt.
Du solltest mal Kontakt mit @Tomma aufnehmen und gezielt nach den Praxen fragen, die Ganz-Aufnahmen machen können.
Ansonsten kannst Du dort ja nachlesen, dass es am besten ist, den Spezialisten Dr. Hoffmann in Stuttgart aufzusuchen.

Es ist wirklich so, dass es mehr Zeit und Nerven kostet, von einem zum anderen Orthopäden zu rennen, als einmal die weite Reise zu machen.
Alternativ kannst Du auch Dr. Steffan aufsuchen, so habe ich das wegen der Entfernung und der "komfortablen REHA Einleitung" :) gemacht, die man unbedingt durchführen sollte.
Gerade bei Kyphose sind die Vor-Ort-Schroth-Therapeuten oft überfordert und bringen Dir u.U. etwas falsches bei. Ich habe da meine Erfahrungen!!

Die Priorität sollte immer auf die Gesundheit gelegt werden, später rächt sich das ganz gewaltig.

Gruss
Klaus
Marquis
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Beitrag von Marquis »

Hallo Klaus,

danke für deine Antwort. Konnte mich erst leider jetzt wieder melden.
Ich lass also nicht die BWS und LWS einzeln röntgen sondern bestehe auf die Ganz-WS-Aufnahme.
Was für Werte außer Cobb und Keilwirbelwinkel sind denn noch wichtig?
Gibt´s da keine weiteren Standardanforderungen für eine ausreichend gute Diagnose?

Gruss Marquis
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Marquis,

Du brauchst eine frontale und sagitale Ganz-Aufnahme, damit alle Abweichungen eingeschätzt werden können.
Bei einer Hyper-Kyphose ist oft noch eine mehr oder weniger starke Skoliose beteiligt.
Man sollte immer von Hyperkyphose (oder lax ausgedrückt Kyphose) sprechen, um das von Skoliose zu unterscheiden. Scheuermann ist ein Unterbegriff, weil es auch Kyphose ohne Scheuermann-Merkmale gibt. Dann ist es noch wichtig zu wissen, dass die Mehrzahl eine BWS Kyphose hat, aber es gibt auch BWS/LWS Kyphosen, so wie ich eine habe.
Die Lage ist schon entscheidend, weil daraus auch andere Begriffe resultieren, die Physiotherapeuten benutzen. BWS Kyphose ist für die ein Rundrücken. Ich habe zum Beispiel einen Flachrücken, weil die tiefe Kyphose diesen ausgebildet hat.

Der Schober-Ott-Wert sollte ebenfalls ermittelt werden, das ist die Beweglichkeit der WS, was mit einem Maßband gemacht werden kann.
Notfalls muss der Orthopäde in sein Handbuch gucken, da steht drin, wie man das macht :)

Die Diagnose muss nicht exakt bezüglich Winkel sein, weil es sowieso Meß-Toleranzen von 5 Grad gibt.
Entscheidend ist, dass hieraus eine REHA beantragt wird, in der sowieso die Therapeuten die Art der Übungen bestimmen. Der Grad spielt dabei keine Rolle, es denn, Du bist bereits eindeutig in der OP Indikation, wenn die Winkel zu gross sind. Das vermute ich aber nicht.

Gruss
Klaus
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