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Rundrücken / Was ist Schroth-Therapie genau?

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 01:18
von Nil-18
Hi

Bin neu hier (Grüsse aus der Schweiz!) und freue mich, dass es diese Plattform gibt :).

Ich bin auch nicht so recht glücklich mit meinem Rücken und auch schon 27 Jahre alt. Besonders auf Fotos macht er sich nicht so, ich bin jedes Mal von neuem enttäuscht. Seit 1996 gehe ich (auf Anraten des Hausarztes) in ein medizinisches Fitness-Training (MTT, Hirslanden-Klinik) - dies hat auf alle Fälle deutliche Verbesserungen gebracht im Vergleich zu vorher. Aber zufrieden bin ich irgendwie noch nicht. Man sieht den Buckel schon deutlich. Zudem bereitet er mir Verspannungs-Schmerzen, z.B. wenn ich einen Tag lang auf den Beinen bin.

Leider hätte man früher schauen müssen, was schlichtweg versäumt wurde - damals hörte ich lediglich Sprüche wie "mach keinen so krummen Rücken". Wirklich griffige Massnahmen, die mir geholfen hätten, blieben jedoch aus. Vor allem, wenn ich höre, dass ich als Kind mal einen "kerzengeraden" Rücken gehabt haben soll, wurmt mich das ganze schon. Ich bin überzeugt, man hätte ganz sicher etwas dagegen tun können. Quasi analog zur Zahnspange - meinen lädierten Rücken trage ich nun vollkommen unnötig für den Rest meines Lebens mit mir herum.

Eines ist sicher: wenn ich mal Kinder haben sollte, mache ich sicher auch vieles falsch. Aber ich werde bei denen jegliche Rückenprobleme SEHR ernst nehmen.

Nun, den Kopf lasse ich nicht hängen. Wirklich beeinträchtigt ist mein Leben dadurch nicht, da bin ich auch froh. Ich möchte vielmehr das beste daraus machen: in Form von griffigen Massnahmen.

- Diese Schroth-Therapie hat mich neugierig gemacht. Wie läuft die genau ab? Gibts da Erfahrungsberichte? Sind das Übungen, die ich daheim machen kann? Sind die irgendwo im Netz abrufbar? Und wie lange dauert so eine Therapie?

- Schreibtisch-Ergonomie anpassen, denn ich bin halt oft am PC (Beruf, aber auch Hobby). Wichtig wäre mir v.a. ein Stuhl, der den Rücken _fordert_. Ich glaube, das würde mir viel helfen. Gibts spezielle Scheuermannstühle? ;)

- Stützkorsett wäre evtl. auch interessant. Aber das sieht man wohl z.B. durch ein T-Shirt hindurch. Es wäre also eher was für im Winter. Doch dem misstraue ich eher, ich bin der Meinung, die Begradigung müsse v.a. mit Muskeln erfolgen, einfaches Stützen bringt vielleicht nicht so viel.

Grüsse! :)
Nil-18

Re: Rundrücken / Was ist Schroth-Therapie genau?

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 04:34
von BZebra
Nil-18 hat geschrieben:- Diese Schroth-Therapie hat mich neugierig gemacht. Wie läuft die genau ab? Gibts da Erfahrungsberichte? Sind das Übungen, die ich daheim machen kann? Sind die irgendwo im Netz abrufbar? Und wie lange dauert so eine Therapie?
Geh mal in unseren Glossar http://skoliose-info-forum.de/glossar.php?lettre=S und da gibt es ein paar Links zur Schroth-Therapie.
Und hier noch was zum anschauen http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=3768.

Kurz beschrieben: Bei Schroth handelt es sich um isometrisches Krafttraining, mit dem man die tiefe wirbelsäulenstabilisierende und aufrichtende Muskulatur am besten erreicht. Was Du auf den Bildern siehst sind nur die Ausgangstellungen. Großartige Bewegungen gibt es bei Schroth nicht (isometrisch eben). Es wird sich voll darauf konzentriert, die Verkrümmung durch bewußte kleine Muskelanspannungsänderungen zu korrigieren, was sehr schwierig ist, aber wenn man es richtig kann, auch sehr intensiv und was die Muskelpartien betrifft, die für die Aufrichtung Deiner Wirbelsäule verantwortlich sind, wesentlich effektiver als das übliche Krafttraining in Fitnesstudios.

Autodidaktisch (ohne stationäre Reha) ist das aber nicht zu erlernen. Auch nicht ambulant bei einem Physiotherapeuten der nach Schroth ausgebildet ist. Man braucht in jedem Falle eine Reha.
Nil-18 hat geschrieben:- Stützkorsett wäre evtl. auch interessant. Aber das sieht man wohl z.B. durch ein T-Shirt hindurch. Es wäre also eher was für im Winter. Doch dem misstraue ich eher, ich bin der Meinung, die Begradigung müsse v.a. mit Muskeln erfolgen, einfaches Stützen bringt vielleicht nicht so viel.
Stützkorsette sind nicht sinnvoll, weil sie wirklich nur das tun, was ihr Name schon sagt. Solche Korsette führen dann zu Muskelabbau.

Wovon hier in diesem Forum in aller Regel die Rede ist, sind Korrekturkorsette. In denen trainiert man die Muskulatur sogar eher. Der Muskeltonus in einem solchen Korrekturkorsett ist auch erhöht.

Ihr Schweizer empfehlt dafür die Orthopädietechnik Rahmouni: http://www.skoliose-selbsthilfe.ch/de/links.html

Gruß,
BZebra

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 09:35
von Nil-18
Danke für die Infos, BZebra!

Hmm also wenn das so ist, ist Schroth nichts für mich. Blöd, dass es nur stationär geht... sind ja letzten Endes auch nur Übungen. Aber die verlinkten Übungen werde ich auf alle Fälle mal studieren, danke!

Möchte also eher meinen Alltag rückengerechter gestalten. So dass ich mich quasi zwingen muss, eine bessere Haltung einzunehmen.

grüsse!
Nil-18

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 09:54
von Klaus
Hallo Nil18,
Hmm also wenn das so ist, ist Schroth nichts für mich. Blöd, dass es nur stationär geht... sind ja letzten Endes auch nur Übungen. Aber die verlinkten Übungen werde ich auf alle Fälle mal studieren, danke!
Das solltest Du Dir aber nochmal gründlich überlegen!
Schroth ist wirklich die einzige Möglichkeit, über die gezielte und an Deine Situation angepasste Arbeit an Deinen Muskeln eine positive Veränderung zu erreichen.
Wenn Du schon in einem medizinischen Fitnesstraining bist, wundert mich ein bischen Deine Abneigung.

BZebra hat Dir zwar LINKS zum Anschauen genannt, aber bitte fange nicht an, daraus nun einen praktischen Tipp herzuleiten, mit dem Du sofort die richtige Übung machen kannst.

Schroth ist eine Kombination aus
1. isometrischem Muskelaufbau (grundsätzlich wie ein Fitnesstraining)
2. Muskeldehnung
3. gezielte Atmung
Dass kann man nicht einfach so lernen!
Möchte also eher meinen Alltag rückengerechter gestalten. So dass ich mich quasi zwingen muss, eine bessere Haltung einzunehmen.
Das wirst Du automatisch tun, wenn Du Schroth verinnerlicht hast.

Alles andere ist nach meiner Meinung Zeitverschwendung!

Gruss
Klaus

Re: Rundrücken / Was ist Schroth-Therapie genau?

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 12:07
von Dalia
Nil-18 hat geschrieben:Eines ist sicher: wenn ich mal Kinder haben sollte, mache ich sicher auch vieles falsch. Aber ich werde bei denen jegliche Rückenprobleme SEHR ernst nehmen.
Dazu gehört dann allerdings, mit gutem Beispiel voranzugehen, und die Augen vor einer Schroth-Reha nicht zu verschließen. ;) So eine Reha dauert zwischen 4 und 6 Wochen.

Schroth ist

ganz, ganz, ganz wichtig

bei Skoliose-/Kyphose-Problemen!

Die Übungen von BZebras Links kann nicht ohne Vorkenntnisse machen! Und wenn du es doch ausprobierst, wirst du es falsch machen.

Du solltest erst mal eine Ganzröntgenaufnahme von deiner Wirbelsäule (im Stehen!) machen und die Grade der Krümmungswinkel nach Cobb. vermessen lassen. Dann kann man dir besser sagen, inwieweit das ganze behandlungsbedürftig ist.

Erste Anhaltspunkte findest du dort:

http://skoliose.net/datei/skoliose_erke ... nweise.pdf

Wenn du magst, kannst du Fotos von deinem Rücken (in unbekleidetem Zustand) hier reinstellen, und zwar so wie in dem PDF-Dokument oben dargestellt. Gesicht und Beine brauchen wir nicht (aber die Hüften schon).

Hast du Beschwerden?

Ein Stützkorsett hilft langfristig nicht, waru, nicht gleich ein richtiges Korsett, das du nur stundenweise oder nur nachts trägst?

Worum geht es dir eigentlich - Verbesserung der Optik oder Schmerzlinderung? Denn bei Erwachsenen lassen sich Skoliosen nicht mehr korrigieren, höchstens die äußere Optik etwas, je nach Gradzahl und Beweglichkeit.

Dalia

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 12:12
von Toni
Hallo Nil-18
Nil-18 hat geschrieben:Danke für die Infos, BZebra!

Hmm also wenn das so ist, ist Schroth nichts für mich.
Das siehst Du völlig FALSCH!
Schroth wäre das EINZIG WAHRE für Dich!
Es gibt bei Rundrücken (ebenso wie bei Skoliose) KEINE bessere Methode als SCHROTH!
Aber es ist SEHR komplex!
Nil-18 hat geschrieben:Blöd, dass es nur stationär geht...
Das seh ich ganz anders!
GUT daß es NUR stationär geht!
Niedergelassene Schroth-Therapeuten haben zu wenig Erfahrung und zuwenig Zeit.
Bei niedergelassenen Therapeuten kannst Du höchstens 5% von dem Erreichen, was Du in einer richtigen REHA erreichen könntest.
Es ist wie 2 mal die Woche 1 Stunde trainieren oder 3-4 Wochen Hochleistungssport-Trainingslager!
Rate mal wo und wie Du weiterkommst und wo Du für DEINE Wirbelsäule mehr erreichst?
Nil-18 hat geschrieben:sind ja letzten Endes auch nur Übungen.
Das ist aber falsch, SCHROTH auf NUR Übungen zu reduzieren.
Schroth ist VIEL MEHR.
Es ist ein komplexes System zum Umstellen
der inneren und äußeren Haltung,
der Wirbelsäulenstatik,
der Atmung,
des Körperbewusstseins,
des tiefen Muskeltonus
und es ist sogar noch eine Art " SpezialYoga" für WS-Deformationen
OHNE esoterischen und exotischen "Schnickschnack".
Nil-18 hat geschrieben: Aber die verlinkten Übungen werde ich auf alle Fälle mal studieren, danke!
Dann versuchs mal. Das hab ich auch schon versucht. Es wird die ohne Einstudieren durch Profis nix nutzen.
Es wäre etwa genauso wie wenn man jemand Mozart-Noten und ein Klavier hinstellt, der nicht Klavier spielen und nicht Noten lesen kann und dann sagt:
"Lies das, lern das und spiels mal!"
Nil-18 hat geschrieben: Möchte also eher meinen Alltag rückengerechter gestalten. So dass ich mich quasi zwingen muss, eine bessere Haltung einzunehmen.
Dazu gibt es überhaupt KEIN besseres Mittel als ein stark aufrichtendes Anti-Kyphose-Reklinations-Korsett!
Darin kannst Du kein Hohlkreuz und keine falsche Beckenkippung mehr machen, kannst nur noch in gerader Haltung sitzen, essen, computern, autofahren, liegen, schlafen, usw...
Du kannst nicht mehr buckeln und Dich falsch bücken....
Du kannst nur noch dahin atmen, wo Du auch beim Schrothen hinatmen sollst,
Deine engen und verkürzten Stellen werden aufgedehnt und bei jedem tieferen Atmzug intensiv gestreckt und gedehnt.
Die ventralen Wirbelkörperkanten werden entlastet und die ganze WS vor ungewollter Torsionsbelastung und Bandscheibenverschleiß geschützt.

Ein gutes Korsett animiert auch ständig dazu sich selbst von den Pelottendrücken aktiv wegzureklinieren und sich selbst aktiv aufzurichten, da es sonst sehr sehr unbequem bis schmerzhaft wird, wenn Du da passiv drinnhängst.
Bei jeder bewussten oder unbewussten Rumpfbewegung bietet es isometrischen Gegenhalt in fast jeder Richtung außer in der gewollten Korrekturrichtung. Dahin sollst und kannst Du Dich bewegen.

Das kann soweit gehen, daß Du Anfangs sogar gewaltigen Muselkater vom Korsett-Tragen bekommst!
Im Korsett ist nur noch optimal rückengerechtes Verhalten möglich, egal was Du tust und worauf du sitzt!
Es gibt keinen optimalen "Scheuermann-Stuhl" oder sowas. Was ein gutes Korsett leistet kann eine Stuhllehne NIEMALS leisten, egal wie "intelligent" sie geformt ist.

Ein echtes Power-Korsett musst Du nicht wie ein "Krücke" ansehen sondern wie ein hochwertiges sportliches Hochleistungs-Trainingsgerät zur aktiven Körperformung, das auch die Konsequenz und Disziplin eines Hochleistungssportlers von seinem Träger abverlangt.

Es wird die die Schmerzen, Mühen und Strapazen mit einem vorher nicht für möglich gehaltenen Erfolg belohnen.

Korsett und Schroth zusammen ergänzen sich super-optimal und sind das Wirksamste und Intensivste was Du überhaupt konservativ gegen eine Wirbelsäulenverkrümmung machen kannst. Dagegen ist alles andere einschließlich Sportstudio usw.... nur Pipifax.
Glaub mir, ich hab das schon durch.
Gruß Toni

Verfasst: Fr, 09.09.2005 - 22:46
von Karlson vom Dach
Hallo Nil-18,

ich kann Dir nur empfehlen, die erhaltenen Ratschläge ernst zu nehmen, ganz besonders Tonis detaillierte Ausführungen. Ich habe mich mit 37, Hyperkyphose und Morbus Bechterew auch auf ein Rahmouni-Korsett und eine Schrothreha eingelassen: Ich bin alle Muskelschmerzen los und konnte mich sogar um einige Grad aufrichten. Aktuelle Werte gibt es am Mittwoch, dann bin ich wieder bei Dr. Hoffmann.

Viel Erfolg, mach was draus,

Karlson

Verfasst: Sa, 10.09.2005 - 10:43
von BZebra
Nil-18 hat geschrieben:Hmm also wenn das so ist, ist Schroth nichts für mich. Blöd, dass es nur stationär geht... sind ja letzten Endes auch nur Übungen.
Es sind nicht NUR Übungen, Ziel der Übungen ist es, diese in Deinen Altag zu integrieren. Es ist allerdings gängiges Prozedere, daß man es stationär lernt, weil das ganze so kompliziert ist.

Dein Problem wird allerdings die Bezahlung sein. In der Schweiz sind für Erwachsene (über 18 Jahren) keine Rehas und kein Korsett mehr vorgesehen weshalb hier in der Regel nicht mehr die Kosten übernommen werden.

War mit einer Schweizerin zur gleichen Zeit in Bad Sobernheim. Die war jetzt zum 4. mal da und hat alle ihre 4 Aufenthalte selbst finanzieren müssen. Sehr gut möglich daß Deine Versicherung Dir weder eine Reha noch ein Korsett erstatten würde. Aber genaueres weiß ich hierzu nicht, es gibt vielleicht Unterschiede in den einzelnen Kantonen und Versicherungsformen.

Gruß,
BZebra

Verfasst: Sa, 10.09.2005 - 11:22
von Toni
Ja, so ist es leider.
Die Schweiz als eines der allereichsten Länder der Erde leistet sich nur ein Gesundheitssystem auf extremer Sparflamme. Mache Schweizer bekommen je nach Krankenversicherungsvertrag schon arge Probleme, wenn sie nur zu einem Arzt in einem anderen Kanton gehen, geschweige denn ins EU-Ausland! :eek:
Dr.med. Böni und sein orthopädietechnisches Team an der Uniklinik Balgrist/Zürich haben eine ganz hervorragende Anti-Kyphosen-Rekloinations-Orthese entwickelt. die mindestens so gut ist wie ein Rahmouni-Antikyphosen-Korsett, aber es nutzt nix, weil sie niemand genehmigt bekommt.
Das Prinzip einer mehrwöchigen stationären Wirbelsäulen-Intensiv-Rehabilitation in einer spezialisierten Klinik ist als therapeutische Maßnahme für schweizer Krankenkassen und Versicherungsträger völlig unbekannt. Da haben es sogar die Österreicher noch 100 mal besser!
Arme, aber wenigstens neutrale Schweiz!

Verfasst: Sa, 10.09.2005 - 13:26
von Nil-18
Hallo zusammen!

Hab mich sehr gefreut, als ich eure vielen Antworten gsehen habe, vielen Dank :).

Also: das Problem ist mehr die Optik, auch wenn es nicht wirklich schlimm ist. Schmerzen habe ich eher selten, z.B. bei längeren Städteausflügen mit Rucksack oder so (Muskelverspannungen unterhalb des Nackens, aber sehr gut erträglich). Doch behindert mich der Rücken sonst in keiner Weise - bin recht sportlich und die Wirbelsäule ist auch mobil.

Ja, ich kenne die Tücken unseres Gesundheitssystems. Kostprobe (betrifft u.a. homöopathische Heilmittel): http://www.woz.ch/artikel/rss/11918.html und vor allem: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/sc ... 85606.html - vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl an die vielen, welche unser Land für das perfekte Paradies halten ("Vorbild Schweiz").

Zurück zum Thema. An den Kosten dürfte das ganze wohl scheitern, wenn wir da von "SCHROTH" reden. Da wäre wohl mindestens ein fünfstelliger Betrag fällig, womöglich nicht mal ein Tiefer. Nee sorry, ich kann mir zur Zeit nicht mal Vierstelliges leisten - als Student schon gar nicht.

Bei meinem Rücken wäre so eine mordsmässige Massnahme eh mit Kanonen auf Spatzen geschossen, finde ich. Hmm ich denke, ich werde mal mit dem Klinik-Personal des Trainingscenters über sinnvolle Massnahmen sprechen und auch mal sagen, dass ich von "Schroth" gehört habe. Mal schauen was sie dazu sagen werden. Vielen Dank nochmal für alle euren guten Beiträge. Auf jeden Fall werde ich also mal KEINE Übungen hier voreilig nachzumachen versuchen, ohne Hilfen. Ich melde mich dann wieder hier.

editiert:
Ich stehe dem Schroth grundsätzlich nicht abneigend gegenüber. Was mich daran halt einfach prinzipiell stört, ist diese stationäre Komponente. Warum kann ich z.B. nicht daheim übernachten oder abendessen? Auch würde ich gerne ab und zu in den Ausgang abends, im Sportverein teilnehmen und so weiter. Kann man wenigstens über die Wochenenden jeweils heim? 4-6 Wochen ist eine sehr lange Zeit, da wären für mich solche Freiheiten schon entscheidend.

Grüsse und schönes Wochenende!
Nil-18

Verfasst: So, 11.09.2005 - 11:00
von Klaus
Nil 18 hat geschrieben:Also: das Problem ist mehr die Optik, auch wenn es nicht wirklich schlimm ist. Schmerzen habe ich eher selten
Mit 27 war ich auf genau auf dem gleichen Stand, wie Du.
Erst sehr viel später haben sich Schmerzen eingestellt, trotz vom Orthopäden empfohlenen Fitness-Trainings.
Vergleiche ich die Röntgenaufnahmen vom Beginn des Trainings mit denen von heute, so hat sich eine deutliche Verschlechterung meiner Situation ergeben!

Da hat auch ein angepasstes Training aufgrund von Tipps von Physiotherapeuten in verschiedenen KG Praxen nichts gebracht. Erst die Kombination von Schroth und entsprechendem Fitnesstraining wird hoffentlich die "Wende" bringen.

Hätte ich das früher gewusst..... :(

Aber es ist sehr verständlich, wenn man die augenblickliche Situation einfach nicht grundsätzlich ändern möchte, sondern eher "hier und da ein bischen" kleine Veränderungen einbaut.
:)
So tue ich mich trotz der vielen Erfahrungen hier im Forum sehr schwer mit einem Erwachsenen Korsett, eben weil die Schmerzen nicht so gross sind, dass ein entsprechender Leidensdruck mich dazu zwingt.
Nun finde ich persönlich ein Korsett wesentlich umwälzender, als eine REHA mit den anschliessenden täglichen Übungen zuhause.
Nil 18 hat geschrieben:Was mich daran halt einfach prinzipiell stört, ist diese stationäre Komponente. Warum kann ich z.B. nicht daheim übernachten oder abendessen? Auch würde ich gerne ab und zu in den Ausgang abends, im Sportverein teilnehmen und so weiter. Kann man wenigstens über die Wochenenden jeweils heim? 4-6 Wochen ist eine sehr lange Zeit, da wären für mich solche Freiheiten schon entscheidend.
So eine REHA wird nur in 2 Kliniken durchgeführt!
Und selbst wer in der Nähe wohnt, hätte am Abend nicht mehr viel Lust, ganz andere Dinge zu machen. Da muss man sich nicht ärgern, dass es Versicherungs-rechtliche Vorschriften gibt, die ein Verbleiben in der Klinik erfordern. Am Wochende kann man sich abmelden, zumindest in Bad Salzungen!! Aber eine Heimfahrt wäre für Dich doch finanziell und erst recht zeitlich garnicht zu machen!?

Gruss
Klaus

Verfasst: Mo, 12.09.2005 - 21:52
von Nil-18
Hmm nur 2 Kliniken? :tot:

Ich hab übrigens noch vergessen zu erwähnen, dass das medizinische Fitnesstraining schon eine wesentliche Besserung gebracht hat. Die Strategie ist da, durch Stärkung der Rückenmuskulatur meine Haltung zu verbessern. Auch habe ich dadurch ein besseres Gefühl dafür bekommen, was meinem Rücken eher gut tut und was nicht.

Aufrichtende Massnahmen dieser Art können bestimmt nicht falsch sein. Damit wirke ich dem bestehenden Übel entgegen und vermindere die Fehlbelastungen der Wirbelsäule.

Ich bin jedenfalls froh um dieses Training und möchte gar nicht dran denken, wie ich heute ohne dieses Training rumlaufen würde...

Verfasst: Mo, 12.09.2005 - 22:51
von Karlson vom Dach
Hallo Nil-18,

normales Training ohne Schroth-Kenntnisse? Es gibt Übungen, die ziehen Dich noch mehr in Deine Kyphose.

Mit Schroht kräftigst Du Deine Rückenmuskulatur ebenfalls, dehnst aber zusätzlich bestimmte Muskeln, die Dich in der Kyphose halten und lernst in bestimmte Stellen zu atmen.

Und die stationäre Komponente sehe ich als Vorteil. Du bist von allen Verpflichtungen befreit und kannst Dich einmal 4 Wochen voll auf Deinen Körper konzentrieren. Im Anschluß kannst bzw. sollst Du zu hause weiterschrothen.

Gruß,

Karlson

Verfasst: Mo, 12.09.2005 - 23:01
von Klaus
Überzeugungsarbeit ist nicht leicht... :)

Gruss
Klaus

Verfasst: Di, 31.10.2006 - 14:31
von Kleiner
was kostet denn nun so eine schroth-reha?
ich bin privatversichert, bin mir aber nicht sicher, ob in meinem falle die kosten für so eine therapie übernommen werden!

ich komme aus stuttgart - gibt es dort in der nähe solch eine klinik?

Verfasst: Di, 31.10.2006 - 18:33
von Klaus
Es gibt nur 2 Kliniken, in denen eine intensive Schroth-REHA angeboten wird:
Bad Sobernheim oder Bad Salzungen

Für Bad Salzungen kannst Du auch in meinem Erfahrungsbericht Teil 3 - Privatzahler gucken
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=4641

Gruss
Klaus