Hallo Iris, willkommen im Kreis der "bescheuerten" (Scheuermann)-Wirbelsäulen!
Anonymous hat geschrieben:Hallo,
vielen Dank für deine Antwort.
fixiert heißt wie schon das wort sagt fixiert. die wirbelsäule hat sich in diesem abschnitt natürlich versteift ( eine art schutzfunktion ) die wirbel die in der fixierten gegend liegen bewegen sich nicht mehr.
Kannst du mir erklären was dies für mich bedeutet zukünftig und welche Risiken?
Mein Arzt ist nämlich erst einmal in den Urlaub gefahren
Er sagte aber gestern auch etwas von einer Versteifung an der man nichts mehr machen kann, allerdings hat er nicht von Gradzahlen bisher geredet.
Das nächste Problem ist wohl das mein Halswirbel sehr lang ist, das führt wohl dazu das ich den Kopf noch mehr nach vorne neige wie sowieso schon.
Das andere kommt von der Überlastung (behinderten Sohn) und deswegen soll ich KG machen. Allerdings habe ich eine Freundin die Feldenkrais macht, wäre das auch gut?
Grüsse Iris
Das mit der Versteifung ist eine etwas undurchsichtige seltsame Sache.
Bei uns Scheuermann-Kyphosen ist der Zwischenraum (Bandscheibe, bestehend aus knorpeligem Faserring und galertigem Kern) verschlissen, zermürbt und verschmälert. Das führt zusammen mit den typischen Keilwirbeln in diesem Berich dazu daß sich auf der Innenseite (ventral) die Wirbelkörper fast berühren. Das führt zu lokalen Entzündungen die wiederum zu einer Art vernöchernder Spangen von Wirbelkörper zu WK führen KÖNNEN!
Bei mir steht in mehreren Befunden/Gutachten schon vor 15 Jahren: Fixierte Kyphose. Ein Arzt sagte mal: "Seien sie doch froh, daß sie noch solche Schmerzen haben, solange ist ihre BWS noch nicht fixiert. Und wenn es nicht mehr weh tut dann haben sie zwar einen festen, starren Buckel, aber dafür keine Schmerzen mehr. Die Übergangsphase zu dieser Vernöcherung ist sehr schmerzhaft!"
Na toll!
Damit konnnte und wollte ich mich nicht abfinden.
Um zu prüfen ob eine Kyphose tatsächlich fixiert ist, oder ob ses sich die Doktores nur einfach machen, muss eine vermessung der restbeweglichkeit der Wirbelsäule stattfinden. Diese Vermessung ist nach SCHOBER und OTT standartisiert und gehört in jeden sorgfältigen Befund!
Wurde das bei Dir gemacht?
Den Verknöcherungszustand kann man am scharfen Röntgenbild sogar als Laie erkennen. Hast Du Deine Röbis?
Infolge der BWS-Kyphose (Rundrücken) kommt es in der HWS zu einer Hyperlordose und oft auch in der LWS zu einem zu starken Hohlkreuz.
Die darunter und darüber liegenden Wirbelsäulenabschnitte versuchen die BWS Verkrümmung zu kompensieren und verkrümmen sich dadurch auch in die jeweiligen Gegenrichtungen
Dadurch kommt der ganze Körper in einen "Teufelskreis" von Fehlstatik > Verspannung> Verkrampfung > Muskelüberlastung > Verkürzung einiger Bereiche-Überdehnung anderer Gruppen, Schmerzen> Schmerzgedächtnis> Schonhaltung> Bewegungsmangel > Noch mehr Fehlstatik...usw... und der Teufelskreis schliest sich und schaukelt sich auf.
Du musst den teufelskreis durchbrechen mit den effektivsten und für Deine Situation geeignetsten Therapien.
Mir brachte ein Korsett von Rahmouni und eine Reha in Bad Salzungen eine echte Erlösung und eine nie für möglich gehaltene begradigung der angeblich "fixierten" Kyphose.
Andere hatte nich so viel Glück, siehe auch die Beiträge von Lurchi/Petra bei der Korsett und Schroth leider zu spät kam und die deshalb operiert werden musste.
Du brauchst zuerst mal überhaupt eine sorgfältige Diagnose. Den Cobb-Winkel von Kyphose und HWS/LWS Hyperlordose, die Vermessung nach SchoberOtt, die Auswertung eines Ganz-WS Röntgenbildes.
Du solltest auch keine 0-8-15 KG machen sondern gezielt eine SCHROTH Therapie suchen! Wer das bei Dir in der Nähe macht erfährst Du von der Tel Nr. in Bad Sobernheim in unseren Links.
Ansonsten findest Du in diesem älteren Tread von mir viele Tricks gegen die Scheuermann-Schmerzen: Lies das mal bitte:
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic ... 0363#10363
wenn Du noch Fragen hast, wir helfen Dir gerne!
Scheuermann-kollegiale Grüße
Toni