Kiri hat geschrieben:Hallo,
die Ursache warum sich bei mir die Kyphose gebildet hat, kenn ich nicht und die Ärzte konnten auch nur die Diagnose feststellen.
Bei mir haben sich sog. Keilwirbel gebildet und einen Buckel.
Wenn Du nicht schon mit dem Buckel (besser gesagt: RUNDRÜCKEN auf die Welt gekommen bist und keine andere Erkrankung (z.B. M.Scheuermann, M.Bechterew, Osteoporose (können auch 20-Jährige bekommen, z.B. wenn sie Cortison einnehmen müssen!) dann ist der Rundrücken eventuell durch Fehlhaltung, zulanges, falsches Sitzen, verkürzte Brustmuskulatur usw.. entstanden.
Wenn Du definitiv KEINEN M. Scheuermann hast, dann sind Deine Bandscheiben im BWS-Bereich vermutlich noch völlig in Ordnung!
Aber genau diese völlig intakten Bandscheiben werden Dir bei dieser OP herausgefräst, wobei die Wirbelkörper dabei sehr stark bluten. Aus einer entnommen Rippe werden Scheibchen und Bruchstücke geschnitten und diese anstatt der entfernten Bandscheiben eingesetzt. Dann wird alles mit einem Implantat aus Edelstahl oder besser Titan verschraubt. Weist Du denn welches Implantat in Heidelberg zur KyphosenKorrektur eingesetzt wird?
Kiri hat geschrieben:Ja, einer der zwei Ärzte war Doktor Carsten, der wie mir gesagt wurde ein guter Arzt ist ! ?? und Erfahrung mit solchen Operationen hat.
Ja er hat Erfahrung mit solchen OP´s, aber er gilt nicht als die "Elite" der WS-Chirurgie.
Kiri hat geschrieben:Konservative Versuche habe ich schon unternommen.. Mit 16 ging ich zur Krankengymnastik
Was war das für eine KG? Hattest Du jemals eine Wirbelsäulen Intensiv Reha nach SCHROTH gemacht? Ich habe über Jahrzehnte normale KG, Bobath, Brügger und Krafttraining im Sportstudio und KG an geräten gemacht und es hat NICHTS gebracht.
Kiri hat geschrieben: und war bei einem Orthopäden. Damals hieß es ich muss ausgewachsen sein, bis man operiert.
Ich weis Das Prof. Carstens auch 15-Jährige Skoliosen operiert.
Kiri hat geschrieben:Und im letzen Jahr habe ich in einem Fitness-Studio trainiert um die Rückenmuskeln aufzubauen und um die Haltung zu verbessern. Doch ich bin mit dem Ergebniss nicht zu frieden.
Du kannst im Sportstudio trainieren bis Du aussiehst wie Arnold Schwarzenegger mit 70° Kyphose. Du baust kräftige Muskeln auf, aber wenn Du falsch instruiert und trainiert wirst, dann sogar solche Muskeln die Deine Kyphose verstärken. Studiotraining OHNE gute SCHROTH-Kenntnisse halte ich rückblickend sogar für kontraproduktiv!
Kiri hat geschrieben:Ein Korsett hatte ich nie.
Dann hattest Du auch noch NIE die wirksamste konservative Möglichkeit gegen die Kyphose. Ein Korsett wirkt bei Kyphose auch bei Erwachsenen noch sehr gut. Auch ich hatte eine Kyphose mit ca., 65° und habe es als 50-Jähriger fixierter Scheuermann geschafft mich gerade zu bekommen.
Kiri hat geschrieben:Starke Schmerzen habe ich nicht.
Du hast keinen Scheuermann und kaum Schmerzen und bist gerade mal an der unteren Grenze der OP-Indikation und willst Dich einer lebensgefährlichen OP unterziehen, die extreme Folgeschmerzen und eine lebenslang versteifte Wirbelsäule zur Folge hat??? Und das OHNE JEMALS die wirksamsten "unblutigen" Therapiemöglichkeiten Korsett und Schroth-Reha auch nur ausprobioert zu haben???
Kiri hat geschrieben:
Aber optisch gesehen leider ich sehr darunter.
Eine Wirbelsäulenversteifung ist weit mehr als eine"Schönheits-OP".
Kiri hat geschrieben:Da ich jetzt fast 22 bin habe ich vor mich Operieren zu lassen und dachte eigentlich ich bin in Schlierbach in guten Händen.
Chirurgen wollen (und müssen) operieren. Das ist der Job mit dem sie ihr Geld verdienen und die Professoren-Titel erwerben.
Aber DU musst dann ein Leben lang mit der versteiften WS klarkommen.
Von den ca. 20 operierten Skoliosen die ich in Bad Salzungen in der Reha kennengelernt hatte waren 18 unglücklich. 2 uralte Harringtons waren als einzige zufrieden und relativ schmerzfrei. Das hat mir sehr zu denken gegeben!
Bitte überdenke das mit der OP nochmals. Nimm unsere OP-Checkliste und arbeite sie mit Prof. Carsten durch. Ich bezweifle, ob Du dort über die tatsächlichen OP- Risiken und möglichen Langzeit-Folgen wirklich gut aufgeklärt wurdest. Nimm Kontakt zu den operierten Kyphosen in unserem Forum ( Dave "Seemannskiste" und Petra "Lurchi") auf und lass Dir berichten.
Lies diese Berichte mal durch:
viewtopic.php?t=2874
http://www.rideo.de/cgi-bin/forenserver ... thread=196
und sieh Dir die Bilder an:
http://www.skoliose-op.info/skoliose_bilder.html
Dabei gilt Neustadt ( und nicht Schlierbach) derzeit als DIE WS-OP Spitzenklinik!
Bitte geh zuerst mal zu Dr. Hoffmann nach Leonberg und lass Dich dort untersuchen und beraten. Da Deine Bandscheiben ohne Scheuermann noch relativ gesund sein müssten hast Du eine realistische Chance Deinen "Buckel" ohne OP los zu werden und eine bewegliche gesunde WS zu bewahren. Ein Korsett kannst Du JEDERZEIT in die Ecke werfen, Die Stäbe in Deiner WS nicht.
Ich würde eine solche OP bei mir nur dann durchführen lassen, wenn ich unerträgliche Schmerzen hätte und konservativ alle Möglichkeiten und chancen ausgeschöpft sind. Das ist aber bei mit nicht mehr nötig. Ich bin mit meiner Haltung sehr zufrieden, mein Buckel ist weg!
Aber Du hast ja noch nicht einmal begonnen mit den wirklich wirksamen Therapiemöglichkeiten.
Bitte überleg es Dir noch mal. Operieren lassen kannst Du Dich immer noch. Aber NUTZE die Wartezeit!!!
Gruß Toni