Sohn (14) hat starke Hyperkyphose und geringe Compliance
Verfasst: Fr, 11.08.2023 - 22:14
Hallo in die Runde,
ich bin neu hier. Ich wollte eigentlich im Elternforum posten, habe aber nun gesehen, dass es zulassungsbeschränkt ist.
Mein Sohn (14) hat leider eine starke Hyperkyphose (Cobb-Winkel 75°) entwickelt. Er war schon seit seiner Geburt immer eher "muskelschwach", hatte nie viel Ausdauer und Durchhaltevermögen. Wir haben im Wechsel Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie gemacht, waren auch bei diversen Ärzten, ob er evtl. autistisch ist oder unter ADS leidet. Es war sehr schwierig, ihn für häusliche Übungen zu motivieren und irgendwann war bei uns Eltern einfach die Energie erschöpft. Wir haben auch verschiedene Sportarten ausprobiert (Schwimmen, Bouldern, Rückengymnastik), aber immer hatte er nach einer Weile keine Lust mehr, war müde, hatte tausend Ausreden.
So, nun ist er also 14 und hat eine starke Kyphose entwickelt. Wir waren beim Arzt in der Uniklinik (halbes Jahr Wartezeit), dieser hat ihn geröntgt und ihm ein Korsett verschrieben. Und uns gesagt, dass das Wachstum in ca. einem Jahr abgeschlossen sein wird. Dass wir den Zustand nicht mehr vollständig beseitigen, höchstens noch ein bisschen verbessern können. Außerdem konnten wir noch ein Rezept für Krankengymnastik ergattern.
Der Physiotherapeut (war ein "normaler", habe jetzt erst gelesen, dass es auch spezielle Schroth-Therapeuten gibt) hat meinem Sohn gesagt, er soll seinen PC in die Ecke schmeißen und täglich 8 Stunden Sport machen. Außerdem hätte er auch eine Verbiegung im Lendenwirbelbereich (sorry, weiß gerade den Fachbegriff nicht) und könnte dann irgendwann nicht mehr laufen, wenn der Wirbelkanal zu sehr eingeklemmt wird.
Mein Sohn ist komplett fertig mit den Nerven und wir Eltern stehen natürlich auch unter Schock. Zu allererst bin ich natürlich wütend auf uns selber, dass wir ihn nicht zu mehr Bewegung gezwungen haben. Ich hätte ich nie damit gerechnet, dass so etwas passiert. Mein Mann und ich waren beide eher Stubenhockerkinder und keiner von uns hat solche gravierenden Probleme entwickelt (oder wir wissen es nicht).
Zum zweiten ist die Frage: Was machen wir jetzt am besten? Ich hänge komplett in der Luft und habe das Gefühl, wir bräuchten erstmal psychologische Unterstützung, einfach mal jemanden, mit dem man in Ruhe alles besprechen kann. Unser Sohn versucht nun, sich an das Korsett zu gewöhnen. Da er aber seit ein paar Monaten unter einem starken Juckreiz leidet (per Hautbiopsie wurde eine entsprechende Krankheit diagnostiziert) und keine Creme/Tablette so richtig anschlägt, ist die Situation richtig besch***en.
Gestern kam er heulend zu mir und sagte, er möchte lieber sofort operiert werden. Er leidet psychisch sehr unter der Kyphose. (Aber uns Eltern ist überhaupt nicht klar, was eine Operation genau bedeuten würde. Der Arzt hat eine Operation auch gar nicht erwähnt.)
Ich habe nun viel hier im Forum gelesen und gesehen, dass es die Möglichkeit gibt, eine 4-wöchige Intensiv-Behandlung in einer Schroth-Klinik zu machen. Die Frage ist halt nur, wie sinnvoll das bei seiner Compliance ist. Ein täglich 4-stündiges Trainingsprogramm würde mein Sohn nie durchhalten.
Außerdem habe ich hier im Forum gelesen, dass es spezielle Korsettfirmen gibt und einige Korsette "Plastikschrott" sind. Sein Korsett wurde im Sanitätshaus angepasst, es handelt sich um ein Korsett MKS Lumbo forte plus.
Ich bin gerade so komplett ratlos, was wir nun am besten tun können. Wie wir Eltern ihn unterstützen können. (Er schlägt vor, dass wir gemeinsam Sport machen.) Was wir tun können, damit er ein kleines Erfolgserlebnis hat und die Compliance steigt. Mit wem wir einfach mal reden können, um ein bisschen mehr Klarheit zu bekommen. Ob wir uns hinter eine stationäre Therapie klemmen sollen oder ob das bei einem 14-jährigen Totalverweigerer eh keinen Sinn macht. Ob wir ein anderes Korsett brauchen. Die Tatsache, dass sich das Wachstumsfenster schließt und wir dadurch natürlich auch Zeitdruck haben, macht die ganze Situation nicht einfacher.
Ich schicke erstmal ab. Vielleicht hat jemand ein paar Gedankenanstöße für mich.
ich bin neu hier. Ich wollte eigentlich im Elternforum posten, habe aber nun gesehen, dass es zulassungsbeschränkt ist.
Mein Sohn (14) hat leider eine starke Hyperkyphose (Cobb-Winkel 75°) entwickelt. Er war schon seit seiner Geburt immer eher "muskelschwach", hatte nie viel Ausdauer und Durchhaltevermögen. Wir haben im Wechsel Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie gemacht, waren auch bei diversen Ärzten, ob er evtl. autistisch ist oder unter ADS leidet. Es war sehr schwierig, ihn für häusliche Übungen zu motivieren und irgendwann war bei uns Eltern einfach die Energie erschöpft. Wir haben auch verschiedene Sportarten ausprobiert (Schwimmen, Bouldern, Rückengymnastik), aber immer hatte er nach einer Weile keine Lust mehr, war müde, hatte tausend Ausreden.
So, nun ist er also 14 und hat eine starke Kyphose entwickelt. Wir waren beim Arzt in der Uniklinik (halbes Jahr Wartezeit), dieser hat ihn geröntgt und ihm ein Korsett verschrieben. Und uns gesagt, dass das Wachstum in ca. einem Jahr abgeschlossen sein wird. Dass wir den Zustand nicht mehr vollständig beseitigen, höchstens noch ein bisschen verbessern können. Außerdem konnten wir noch ein Rezept für Krankengymnastik ergattern.
Der Physiotherapeut (war ein "normaler", habe jetzt erst gelesen, dass es auch spezielle Schroth-Therapeuten gibt) hat meinem Sohn gesagt, er soll seinen PC in die Ecke schmeißen und täglich 8 Stunden Sport machen. Außerdem hätte er auch eine Verbiegung im Lendenwirbelbereich (sorry, weiß gerade den Fachbegriff nicht) und könnte dann irgendwann nicht mehr laufen, wenn der Wirbelkanal zu sehr eingeklemmt wird.
Mein Sohn ist komplett fertig mit den Nerven und wir Eltern stehen natürlich auch unter Schock. Zu allererst bin ich natürlich wütend auf uns selber, dass wir ihn nicht zu mehr Bewegung gezwungen haben. Ich hätte ich nie damit gerechnet, dass so etwas passiert. Mein Mann und ich waren beide eher Stubenhockerkinder und keiner von uns hat solche gravierenden Probleme entwickelt (oder wir wissen es nicht).
Zum zweiten ist die Frage: Was machen wir jetzt am besten? Ich hänge komplett in der Luft und habe das Gefühl, wir bräuchten erstmal psychologische Unterstützung, einfach mal jemanden, mit dem man in Ruhe alles besprechen kann. Unser Sohn versucht nun, sich an das Korsett zu gewöhnen. Da er aber seit ein paar Monaten unter einem starken Juckreiz leidet (per Hautbiopsie wurde eine entsprechende Krankheit diagnostiziert) und keine Creme/Tablette so richtig anschlägt, ist die Situation richtig besch***en.
Gestern kam er heulend zu mir und sagte, er möchte lieber sofort operiert werden. Er leidet psychisch sehr unter der Kyphose. (Aber uns Eltern ist überhaupt nicht klar, was eine Operation genau bedeuten würde. Der Arzt hat eine Operation auch gar nicht erwähnt.)
Ich habe nun viel hier im Forum gelesen und gesehen, dass es die Möglichkeit gibt, eine 4-wöchige Intensiv-Behandlung in einer Schroth-Klinik zu machen. Die Frage ist halt nur, wie sinnvoll das bei seiner Compliance ist. Ein täglich 4-stündiges Trainingsprogramm würde mein Sohn nie durchhalten.
Außerdem habe ich hier im Forum gelesen, dass es spezielle Korsettfirmen gibt und einige Korsette "Plastikschrott" sind. Sein Korsett wurde im Sanitätshaus angepasst, es handelt sich um ein Korsett MKS Lumbo forte plus.
Ich bin gerade so komplett ratlos, was wir nun am besten tun können. Wie wir Eltern ihn unterstützen können. (Er schlägt vor, dass wir gemeinsam Sport machen.) Was wir tun können, damit er ein kleines Erfolgserlebnis hat und die Compliance steigt. Mit wem wir einfach mal reden können, um ein bisschen mehr Klarheit zu bekommen. Ob wir uns hinter eine stationäre Therapie klemmen sollen oder ob das bei einem 14-jährigen Totalverweigerer eh keinen Sinn macht. Ob wir ein anderes Korsett brauchen. Die Tatsache, dass sich das Wachstumsfenster schließt und wir dadurch natürlich auch Zeitdruck haben, macht die ganze Situation nicht einfacher.
Ich schicke erstmal ab. Vielleicht hat jemand ein paar Gedankenanstöße für mich.