Frage Benötige Hilfe

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

korsettuli hat geschrieben: Di, 01.09.2020 - 19:42 Mir, mit 61 Grad Hyperkyphose, mit Schmerzen und Korsett-Dauerträger hat man daher 60 %, jedoch kein Merkzeichen G zugebilligt.
Hallo Uli,

das ist aber nicht der Normalfall. Die meisten Korsettträger hier haben nur einen GdB von maximal 40 zugesprochen bekommen, trotz Einspruch. Mit Deinem GdB von 60 kannst Du Dich glücklich schätzen.

Ich habe zwar auch einen GdB von 60, bei mir kommen aber noch andere Grunderkrankungen dazu.

Gruß Thomas
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aktueller Thread: Neuroforamenstenose und Korsett mit Halsteil
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eric
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von eric »

Hallo,
ich habe einen GdB von 70 und das Merkzeichen "G". Bei mir kommen aber auch mehrer Dinge zusammen.
Gruß Eric
korsettuli
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von korsettuli »

Hallo Thomas,

ja, es stimmt, bei mir kamen auch noch ein paar andere Faktoren hinzu.

Hallo Sven23,
mittlerweile habe ich aus Altersgründen meine berufliche Tätigkeit aufgegeben. Hab jetzt viel zu tun. Keine Zeit viel zu schreiben.
Stöber mal hier im Forum, such nach meinen Posts. Dabei wirst Du natürlich auch viele Berichte und Erfahrungen von anderen Korsettträgerinnen und Korsettträgern finden.
Hab ich auch gemacht, bevor ich mich für die Korsetttherapie entschieden hab.
Mein Rahmouni-Korsett habe und trage ich seit Ende Juni 2018.
Schwere Körperliche und mittelschwere körperliche Arbeit kann man im Korsett nicht mehr machen. Ich habe einen handwerklichen Beruf. Wenn bei mir mittelschwere bis schwere körperliche Arbeit anstand hab ich das Korsett halt nicht getragen. Gefährliche Tätigkeiten bei denen volle Beweglichkeit erforderlich ist z.B. auf einem Gerüst kann man im Korsett nicht ausführen. Aufgrund meiner Selbständigkeit konnte ich es etwas einteilen.
Im Korsett kann ich nicht lange gehen oder stehen. Beim Treppensteigen über 2 Etagen bin ich außer Atem. In so einem steifen und festen Korsett IST man behindert. Deshalb habe ich die Schwerbehinderung auch beantragt und bekommen. Auf Veranlassung des Amtes musste ich auch zum Pneumologen. Als die Ärztin mich im Korsett sah, stellte sie mit leichtem Entsetzen fest, so ein Korsett sei ja eine richtige Restriktion. Ja und das ist es wirklich. Ich nehme an, dass sie dies und das Ergebnis der Lungenvolumenmessung auch dem Amt für Menschen mit Behinderung mitgeteilt hat. Das Amt heißt hier in NRW so.
Ich meine dennoch, dass meine Entscheidung zur Korsetttherapie für mich die Richtige war und ist.
Die Entscheidung auf einen kurzen Satz gebracht lautet:
Lieber Korsett tragen als Schmerzen ERtragen.
M.E. sollte bei einer Diagnose wie Rundrücken o.ä. ein Korsett auch korrigierende Wirkung haben, weil Fehlhaltungen bzw. Fehlstellungen meist auch am Schmerzaufkommen beteiligt sind. Diesen Zusammenhang möchte die eine oder andere Krankenkasse nicht so richtig verstehen.
Wenn der Körper sich nach einiger Zeit an das Korsett gewöhnt hat und das Korsett gut nachgebessert wurde, Schmerzen nachlassen, kann es vorkommen, dass Du das Korsett als durchaus angenehm empfindest und Du Dich darin wohl fühlst.
Solche angenehmen Gefühle klingen jedoch alsbald wieder ab.
Nun hab ich doch viel geschrieben.

Gruß aus dem Rheinland
Korsettuli
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Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Hallo Uli,

ein paar Anmerkungen zu Deinen Aussagen zum Korsett:
korsettuli hat geschrieben: Do, 03.09.2020 - 00:28 Schwere Körperliche und mittelschwere körperliche Arbeit kann man im Korsett nicht mehr machen. Ich habe einen handwerklichen Beruf. Wenn bei mir mittelschwere bis schwere körperliche Arbeit anstand hab ich das Korsett halt nicht getragen. Gefährliche Tätigkeiten bei denen volle Beweglichkeit erforderlich ist z.B. auf einem Gerüst kann man im Korsett nicht ausführen.
Einverstanden. Schwere körperliche Arbeit geht im Korsett nicht. Und Tätigkeiten, bei denen volle Beweglichkeit erforderlich sind gehen auch nicht. Wobei hier die Gewöhnung an das Korsett schon vieles leistet. Die allermeisten Tätigkeiten, die ich tagsüber verrichte, gehen auch im Korsett, wie z.B. Küche machen, Spülmaschine aus- und einräumen, Wohnung aufräumen, und natürlich jeden Tag 6 bis 8 Stunden am Schreibtisch verbringen.
korsettuli hat geschrieben: Do, 03.09.2020 - 00:28 Im Korsett kann ich nicht lange gehen oder stehen. Beim Treppensteigen über 2 Etagen bin ich außer Atem.
Beim Gehen und Stehen hab ich kein Problem. Ich mache sogar meine regtelmäßigen Gehübungen (3,5 km outdoors) im Korsett. Wo ich Dir Recht gebe ist, dass das Atemvolumen im Korsett etwas eingeschränkt ist. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit.
korsettuli hat geschrieben: Do, 03.09.2020 - 00:28 In so einem steifen und festen Korsett IST man behindert.
Ich fühle mich im Korsett nicht behindert. Eingeschränkt ja, aber nicht behindert. Behindert fühle ich mich, wenn ich mich vor Schmerzen kaum bewegen kann oder gar im Bett bleiben muss. Dem gegenüber ist ein Korsett richtiggehend angenehm.

Viele Grüße

Thomas
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aktueller Thread: Neuroforamenstenose und Korsett mit Halsteil
korsettuli
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von korsettuli »

Hi Sven23,
mir ist so das Eine oder Andere noch eingefallen was zu bedenken Dir nützlich sein könnte.
Dass Du hier im Forum viel fragst ist gut und richtig. Denn in Deinem Alter und bei Deinem Krankheitsbild liegt die Entscheidung ob Du Dich auf eine Korsetttherapie einlassen willst, weitgehend bei Dir.

In Bezug auf Schmerzen kann ein Korsett schon nach einigen Tagen wirken.
Bei Fehlhaltungen und Fehlstellungen solltest Du Dich auf viele Monate bis Jahre Dauertragen einstellen. Dauertragen heißt 7 Tage und 16 bis 20 und mehr Stunden.
Natürlich bestimmst Du selbst die Tragzeiten. In der „korsettfreien Zeit“ solltest unbedingt Muskelstärkung und Dehnübungen machen.
Den Antrag auf Schwerbehinderung solltest Du allerdings erst stellen wenn Du ein paar Monate Erfahrung im Korsetttragen hast.
Gruß von der Ostsee
Korsettuli
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Korsetulli,
danke für die Hinweise,
mein Ziel ist eine stabile Situation aus Schmerzfreiheit und vor allem Arbeitsfähigkeit und ich möchte nachts schlafen können und morgens halbwegs erholt aufwachen. Schön wäre eine Reduktion der Schmerzmittel, am besten natürlich ein Absetzen der Schmerzmedikation. Wenn das erreichbar ist, bin ich bereit das Korsett bis zum Lebensende zu tragen und in der Korsettfreien Zeit Schroth und Dehnungsübungen zu machen.

Ich habe jahrelang (etwa 8 Jahre) diesen Leidensweg (wie viele hier) und diese Kreisläufe aus, Schmerzen, Schmerzmedikation, Physio, KG, Muskelaufbau FPZ, dann wieder Verspannung und aufhören müssen mit dem Training dann wieder erneut Schmerzen und Medikation usw. hinter mir bevor ich durch dieses Forum eine "vernünftige" Diagnose und einen Therapieplan aufgezeigt bekommen habe. Fr. Dr. Richthofen war die erste die meine Probleme (BSV HWS, Schmerzen rechte Seite etc.) in einem Zusammenhang gesehen und auf die Hyperkyphose zurückgeführt hat.

Von daher habe ich mich mental auf ein Dauertragen meines Korsettes längst eingestellt. Alles was darüber hinaus erreichbar wäre sehe ich dann und die Möglichkeit eines Abschulen wäre eine absolute Zugabe.

Viele Grüße
Sven
korsettuli
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von korsettuli »

Hi Sven,
Bei Deinem Leidensweg und bei Deiner Einstellung kannst Du mit einer Korsetttherapie nicht viel falsch machen.
Eine „Abhängigkeit“ vom Korsett, wenn es denn sowas überhaupt gibt, ist einer Abhängigkeit von Medikamenten und deren Nebenwirkungen vorzuziehen.
Grüße von der Ostsee
Korsettuli
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Guten morgen Korsettulli,
so sehe ich das auch und bin jetzt erstmal guter Dinge, wenngleich, wie ich hier lese, die Eingewöhnungszeit hart sein kann. Ich hoffe allerdings, dass es bei der Eingewöhnung nochmal Unterschiede gibt, wie stark ein Korsett korrigiert oder ob man erstmal mit einem Korsett das weniger korrigiert aber die Schmerzen reduziert beginnt. Morgen geht es zum Gibstermin und ich werde Rahmouni auf alle Fälle darauf ansprechen: Lieber erstmal weniger Korrektur dafür aber das ich es schnell tragen kann und die Schmerzmittel reduzieren kann, zumal mir das Ortoton und Arcoxia so langsam auf den Magen schlägt.

Viele Grüße an die Ostsee:)
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo zusammen,
heute habe ich das erlebt wovon alle schon berichteten. Eingibsen von den drei Rahmouni's. Top. Ich hätte, laut Rahmouni Senior, eine tief sitzende Kyphose (bei Th11/12 Scheitelpunkt), was ja auch mit den Schmerzen und der Höhen- geminderten Bandscheiben Problematik von 2015 zu tun haben sollte. Aufgrund des Bandscheibenvorfalls C6/7 und der tief sitzenden Hyperkyphose gibt es keine Reklinationsbügel, Stabilität sollte, so Aussage von Herrn Harzer mit einem Korsett und entsprechenden Druckpunkten inkl. entsprechender Beckenstellung auch so möglich sein. Zumal die HWS ebenfalls steil gestellt ist und durch die Bügel eine zusätzliche Belastung auf die HWS entstünde. Darüber hinaus würde (hat er im sitzen gesehen und dann getestet) ich kaum im oberen Rücken rund werden, daher bräuchte man die Bügel nicht.

Korsett soll ich nach Gefühl tragen, auf meinen Körper hören und langsam machen und langsam steigern. Nebenbei Mt und Physio, Schroth sei nicht so wichtig lieber Korsett tragen, dann bewegen, laufen, schwimmen und gut ist...Jeder hat da wohl eine eigene Sichtweise:)
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Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Ich hätte, laut Rahmouni Senior, eine tief sitzende Kyphose (bei Th11/12 Scheitelpunkt)
Ach, dann guck Dir mal mein avatare an, fällt Dir etwas auf?

Ja, wir haben die gleiche Situation bezüglich Scheitelpunkt und sogar der Gradzahl von 62, die nicht eingetragen ist.
Ebenso ein Flachrücken ( "ich kaum im oberen Rücken rund werden") und eine steilgestellte HWS.
Die Beschreibung ist nicht einfach, weil man trotz einer Hyperkyphose (Rundrücken), einen Flachrücken hat.

Hier muss man sich bildlich vorstellen, was passiert, wenn bei einer "normalen" BWS Hyperkyphose (Therapeuten sprechen von Rundrücken) der Scheitelpunkt nach unten wandert. Dabei sollte man vereinfacht davon ausgehen, dass der Körper immer versucht, insgesamt im Lot zu stehen. Ist das nicht der Fall, wird es sehr schwierig.
Ich weiß nicht, ob Frau Dr. von Richthofen diese besondere Situation betont hat. Hier im Forum ist (und auch bei meiner REHA war) das eine absolute Rarität.

Der Unterschied zu meiner Situation ist sehr wahrscheinlich, dass Du keine Knochenspangen hast, die eine Korrektur durch das Korsett verhindert. Es ist ja eher das Gegenteil und leider hast Du nichts zu einer Hyper- bzw. Flexibilität und des entsprechenden Druckes gesagt.
Auf jeden Fall muss der Flachrücken beachtet werden, Rahmouni hatte zumindest 2007/2008 offenbar eine Flachrücken Problematik in seinen Korsetten, was damals in einer Podiums-Diskussion in Bad Salzungen hervorgehoben wurde.
Korsett soll ich nach Gefühl tragen, auf meinen Körper hören und langsam machen und langsam steigern.
Die Struktur muss sich langsam verändern, zumal Dir ja die Rumpfmuskulatur fehlt.
Nebenbei Mt und Physio, Schroth sei nicht so wichtig lieber Korsett tragen, dann bewegen, laufen, schwimmen und gut ist...Jeder hat da wohl eine eigene Sichtweise:)
Na ja, würde ich jetzt nur in Deiner besonderen Situation verstehen, wo Schroth erst einmal keinen Sinn macht.

Gruß
Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus,
ja das habe ich in deinem Avatar auch nach dem gibsen gelesen. Passt aber, steile HWS, abgeflachte (obere) Brustkyphose (passt zum MRT Befund und damit oben Flachrücken) und Hyperkyphose der restlichen BWS mit Scheitelpunkt TH 11\12 (daher die höhengeminderte Bandscheibe auf th 11\12 und zwischen 2015-2016 die Schmerzen und Blockaden in der BWS. Die tiefsitzende Hyperkyphose hat auch Fr. Dr. Richthofen "der Scheitel sitzt ganz schön tief, das ist besonders". Ich habe mich nach den ganzen Infos da nicht mehr dran erinnert, aber jetzt fällt es mir wieder ein. Mit der Flexibilität um die Höhe von TH 11\12 herum, dass kann ich nicht abschätzen, da ich keinen Vergleich habe. Fakt ist, ziehe ich das Bauernfeind Korsett auf der Höhe an, bin ich gerader und stabiler und habe recht bald (30min) später deutlich!!! weniger Schmerzen. Von Knochenspangen hat mir noch keiner etwas gesagt, wie lautet der Fachbegriff? Müsste ja eigentlich, wenn ich welche hätte im MRT Befund (Seite 1 des Threads) erwähnt worden sein.

Therapieplanung machen wir wie besprochen (Phase 1+2) oder sollte ich speziell was beachten?

Bei der Gibsvorbesprechung hat Herr Harzer den Flachrücken wahrgenommen, ich denke er möchte von unten nach oben die Korrektur ablaufen lassen? Ich meine Becken einstellen, untere BWS aufrichten und Stabilität mit Korsett rein bringen, dann müsste sich oben auch was tun?

Ich habe ja nach wie vor wenig Erfahrung damit, (ich weiß die Frage.ist jetzt schwer:) wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das ich schmerzfreier werde?

Liebe Grüße Sven
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus,
der Unterschied zu dir ist wahracheinlich, dass meine degenerativen Prozesse wahrscheinlich erst beginnen vgl. MRT Befund der BWS:
Initiale Chondrosen ohne Nachweis einer relevanten aktivierten erosiven Osteochondrose. Diskrete Protusionen, kein Prolaps Achtung jetzt: Leichte Spondylosen sowie beginnende degenerative Veränderungen der Facettengelenke, punctum maximum im Verlauf der unteren BWS 8,9,10,11, eher links betont mit beginnender primär Osterode generativen Einengung der Neuroformina. Keine spinale Enge. Ist ja logisch in dem Bereich liegt der Scheitel...
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Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Hallo Sven,
Sven23 hat geschrieben: Mi, 09.09.2020 - 16:04 Aufgrund des Bandscheibenvorfalls C6/7 und der tief sitzenden Hyperkyphose gibt es keine Reklinationsbügel,...
interessant! Kommt wohl recht selten vor, dass Rahmouni auf die Reklinationsbügel verzichtet.

Das einzige Rahmouni-Korsett, das ich kenne, das keine Reklinationsbügel hatte, war das zweite Korsett von Toni. Das war allerdings schon 2004, und bei ihm hatte es einen anderen Grund, dass Rahmouni die Reklinationsbügel weggelassen hat. Hier findest Du den ensprechenden Post, das angehängte Bild vom Korsett ist allerdings recht klein. Aber heute wird das Korsett sicher anders aussehen.

Bin gespannt, was Du über Dein Korsett berichten wirst.

Gruß Thomas
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aktueller Thread: Neuroforamenstenose und Korsett mit Halsteil
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Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Die tiefsitzende Hyperkyphose hat auch Fr. Dr. Richthofen "der Scheitel sitzt ganz schön tief, das ist besonders".
Man muss das auch unter einem anderen Gesichtspunkt sehen.
Bei einer "normalen" BWS-Hyperkyphose ist in der Regel ein Ausgleichsbogen in Form einer LWS- Hyperlordose vorhanden. Es kann sein, dass dieser Ausgleich nicht ganz gelingt, dann wird aus der HWS Lordose eine entsprechende Abschwächung, auch Steilstellung genannt, bei der es auch unterschiedliche Ausprägungen geben kann. Aber meistens noch mit einer gewissen Symmetrie aller Bögen. Alles unter der Voraussetzung, dass man im Lot steht.

Bei unserer Situation ist diese Symmetrie nicht mehr vorhanden. Zusätzlich zu Deiner beschriebenen Situation müsstest Du auch eine verkürzte LWS Lordose habe, die zumindest bei mir auch eine Hyperlordose ist.
Dr. Trobisch (Forumsmitglied) hat vor längerer Zeit in einer Studie festgestellt, dass die Beschwerdeanfälligkeit mit der Zunahme der Asymmetrie größer wird. Anders ausgedrückt, je mehr der Scheitelpunkt der BWS Kyphose mit jedem Wirbel abweicht, desto größer können die Beschwerden werden. Dazu kommt, dass die 62 Grad nicht mit den 62 Grad einer normalen Hyperkyphose vergleichbar sind. Allein die Tatsache, das die LWS im oberen Bereich eigentlich um 180 Grad geklappt ist, spricht für sich.
Mit der Flexibilität um die Höhe von TH 11\12 herum, dass kann ich nicht abschätzen, da ich keinen Vergleich habe. Fakt ist, ziehe ich das Bauernfeind Korsett auf der Höhe an, bin ich gerader und stabiler und habe recht bald (30min) später deutlich!!! weniger Schmerzen.
Wie schon früher (auch im Rahmen der festgestellten Hypokyphose im MRT) angesprochen, das sagt doch alles über die Funktion eines Korsetts bei Deiner Situation aus, wenn bereits eine Stützorthese ausreicht, um zu einer Schmerzreduktion von ca. 90 % zu kommen. Natürlich ist es sehr wahrscheinlich, dass "bin ich gerader" nur eine Teilkorrektur ist, die in einem solchen Korsett auch nur temporär bleibt. Dein korrigierendes Korsett wirkt durch die Ausgleichsbewegungen ja anders, insbesondere bei den notwendigen Bewegungen, die auch die Rumpfmuskulatur aufbauen muss. Übrigens "fehlende" Muskeln kann es nicht geben, eher zu schwache. ;)
wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das ich schmerzfreier werde?
Die Frage hast Du schon selbst mit der Bauernfeind Orthese beantwortet und das korrigierende Korsett wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die restlichen 10 % beseitigen.
Therapieplanung machen wir wie besprochen (Phase 1+2) oder sollte ich speziell was beachten?
Insofern genauso machen und sich auch vorstellen, wie was korrigiert werden muss. Phase 3 später, um das alles auch zu stabilisieren.
ich denke er möchte von unten nach oben die Korrektur ablaufen lassen? Ich meine Becken einstellen, untere BWS aufrichten und Stabilität mit Korsett rein bringen, dann müsste sich oben auch was tun?
Genau das ist die richtige Strategie, von unten nach oben. Wobei die HWS wohl immer etwas schwierig ist.
(Manchmal gibt/gab es auch den Ansatz von oben nach unten, wenn z. Bsp. die Kiefergelenke ein großes Problem sind und manche Zahnärzte der Meinung sind, damit auch eine Skoliose zu beeinflussen. Da herrscht aber ziemliche Skepsis)
Von Knochenspangen hat mir noch keiner etwas gesagt, wie lautet der Fachbegriff? Müsste ja eigentlich, wenn ich welche hätte im MRT Befund (Seite 1 des Threads) erwähnt worden sein.
Knochenspangen oder Spangen zwischen den Wirbeln sieht man im MRT, aber auch im Röntgebild. Die sind eine Selbsthilfe des Körpers, um weitere Verschlimmerung aufzuhalten. Das ist aber wohl auch Alters-abhängig.

Gruss
Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus,
danke dir. Du sagst ja, dass ein Korsett bei dir wegen der Knochenspangen nicht wirkt, hast du mal eines ausprobiert? Oder bist du schmerzfrei?

Viele Grüße Sven
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Thomas,
danke dir für die Info, ich hoffe meines wird nicht so intensic wie Toni es in seinem Thread beschrieben hat:) Hauptsache die Schmerzen werden weniger. Bei Rahmouni sind alle wirklich sehr nett und eingegibst werden ist ein Erlebnis! Farbtechnisch hat es mich in dem Raum gepackt, viele Männer hatten weiß oder Carbon, so sagte man mir, da dachte ich, wenn ich das schon trage soll es was besonders sein und ich mach mal was mit Überraschung fürs Freibad: Wassertropfen Look himmelblau :) Das brauchte ich nach den Strapazen einfach!!!
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Du sagst ja, dass ein Korsett bei dir wegen der Knochenspangen nicht wirkt, hast du mal eines ausprobiert?
Vor langer Zeit hatte ich mal ein Korsett von der Fa. Püttmann in Essen ausprobiert, als die noch in der Diskussion bezüglich Erwachsenenkorsette waren. Der Chef war dienstlich in Hannover und wir waren uns einig, dass das keine optimale Möglichkeit ist.
Ferner hatte ich eine Kubin Orthese (ungefähr meiner Situation angepasst) während einer Info Veranstaltung in Bad Salzungen probiert, die keinerlei Wirkung (bezüglich Extraktion) hatte.
Oder bist du schmerzfrei?
Ja, das ist der Punkt. Ich bin nicht schmerzfrei, sondern habe mich im Laufe der Zeit langsam an die Schmerzen gewöhnt. Hintergrund ist mein Fitness-Training seit über 30 Jahren und seit 2005 durch die Schroth Kenntnisse angepasst. Da hat sich gottseidank eine gewisse Sucht entwickelt, weil ich mich damit einfach wohl fühle. Insofern ist meine muskuläre Situation sicherlich anders als Deine.
Ein Korsett würde mich grundsätzlich mehr belasten, als diese ständige aktive Muskelpflege, die 1x in der Woche durch eine physikalische Therapie (Friktion der Myogelosen) ergänzt wird. Das ist durch einen Arzt für Schmerztherapie und dem entsprechenden "langfristigen Heilmittelbedarf" gewährleistet.
Und 2 Knochenspangen unterhalb des Scheitelpunktes verhindern eine relevante Korrektur durch ein Korsett.
ich hoffe meines wird nicht so intensic wie Toni es in seinem Thread beschrieben hat :)
Das Smilie habe ich in Deinem Zitat richtig formatiert, ich denke, Du hast das auch so verstanden.

Was mich aber noch interessiert, ist die angesprochene Situation in Deiner LWS.

Gruß
Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Hallo Sven,
Sven23 hat geschrieben: Do, 10.09.2020 - 18:54 ich hoffe meines wird nicht so intensic wie Toni es in seinem Thread beschrieben hat :)
Toni neigt(e) einerseits zu sehr ausschmückenden, gerne auch mit kraftvollen Ausdrücken gespickten Beiträgen, die dabei auch gerne mal ein paar gut gemeinte Übertreibungen enthalten durften, andererseits war er (und ist möglicherweise auch heute noch, man hört ja nichts mehr von ihm) ein ausgesprochener Power-User. Und die Fa. Rahmouni, neben Herrn Rahmouni ja auch vertreten durch Herrn Harzer und Frau Rahmouni-Harzer, baut ihre Korsette heute auch lange nicht mehr so brutal wie noch vor 16 Jahren.

Ich würde mir also keine Sorgen machen, lass es langsam angehen, in der Eingewöhnungsphase am Anfang musst Du das Korsett auch nicht bis zu den Strichen zumachen, sondern nur soweit, wie Du es gut darin aushälst, und auch nur so lange am Stück tragen, wie es Dir keine zusätzlichen Schmerzen verursacht.
Sven23 hat geschrieben: Do, 10.09.2020 - 18:54 Wassertropfen Look himmelblau :) Das brauchte ich nach den Strapazen einfach!!!
Ist mal was Anderes! Bin echt gespannt, wie das aussieht! Ich hoffe, Du zeigst uns dann einige Bilder von dem fertigen Korsett!

Viele Grüße

Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus,
danke für deine Offenheit!
Ich finde es bemerkenswert wie du mit deiner Situation einen Weg gefunden hast, ich wünsche dir weiterhin dafür viel Kraft!

Zu meiner LWS: Ich warte noch auf den schriftlichen Befund von Frau Dr. Richthofen, dann wird es genauer. Sie sagte aber im Gespräch, dass die LWS auch eine Hyperlordose sei. Dasselbe meint auch meine Physiotherapeutin. Diese war heute der Meinung das sie die Hyperlordose als nicht sehr stark einschätzt. Aber genauere Gradzahlen dann aus dem Befund.

Als ich meine Physio heute den "Bau" meiner Wirbelsäule (Steilstellung HWS, Flachrücken und Hyperkyphose) mitteilte, war sie ebenfalls der Meinung, auch das sie dies bisher selten hatte. Vor auf sie meinte zusätzlich Wert zur Legen ist der Bogen durch die Skoliose, insbesondere im LWS und Übergangsbereich zur BWS. Den dürften wir nicht vernachlässen. Dies ist auch die Stelle die mir aktuell mit am meisten Schmerzen bereitet. Also es gibt mehrere Baustellen die später bei der Schroth Therapie zu beachten sind. Aber ich denke spezifische Übungen werde ich dann in der 2.Phase lernen.
Schön wäre wenn ich später mal wieder ein wenig Krafttraining an Geräten, vielleicht in der korrigierten Haltung machen könnte...

Viele Grüße Sven
Viele Grüße Sven
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Guten morgen Thomas,
danke für deine Infos!

Betrifft alle die hier mitlesen und mitschreiben, besonders natürlich besonders Thomas und Klaus:
Wollen wir nicht mal ein Treffen veranstalten und uns persönlich kennenlernen? Ich nutze normalerweise keine medialen Foren und bin sehr überrascht und begeistert welche Nähe und welcher guter Austausch über das Internet möglich ist und welche tollen und engagierten Menschen ich hier treffen konnte. Ich hätte Lust auf ein persönliches Treffen, vielleicht mit einer Hotel Übernachtung mit Wellnessbereich und gutem Essen. Habt ihr Lust?

Viele Grüße Sven
Antworten