Frage Benötige Hilfe

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Sven23
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Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo an alle

Ich habe mich neu angemeldet und habe noch nicht alle Funktionen des Forums durchschaut und habe noch nicht verstanden, wo ich meine Frage plazieren sollte, daher schreibe ich hier nochmal erneut rein. Hatte schon Klaus angeschrieben und bin mir nicht sicher ob das korrekt war.

Nach vielen Jahren mit Rückenschmerzen bin ich auf dieses Forum gestossen
und bitte um Hilfe.
Seit 2010 ständig HWS Blockaden (steifer Hals etc.) wurde ständig mit Ibuprofen,
Novalgin, Ortoton, Katadolon behandelt. Zusätzlich Immer wieder Schmerzen in der LWS
mit starken Verspannungen im Piriformis und Gluteus maximus. Jahrelang immer mal wieder Medikation und
Physio. Beides hat aber nur bedingt geholfen. Immer wieder Blockaden und Schmerzen.

Dann ab 2015 ständige Blockaden der BWS, ebenfalls mit Medikamenten und
Physiotherapie behandelt. Danach Rückenaufbau-Programm (FPZ). Zeitweise hat
es geholfen und mir ging es besser.
2017 BSV C6/7 ebenfalls sehr lange Physiotherapie und entsprechende Medikation. Dabei wurde eine Steilstellung
der HWS festgestellt.

Seit 2017 Schmerzen und ziehen der rechten Körperhälfte von der HWS über
die BWs und die LWs. Ich konnte nur noch 25 h pro Woche arbeiten, weil ich
durch das Training immer völlig fertig war. Seit 2017 KG am Gerät dadurch
etwas Linderung, aber nie Schmerzfrei. Nach 30 min Stunden Autofahrt massive
Schmerzen in der rechten Seite, eine Art brennen und massiver Muskelschmerz am Übergang BWS-LWS rechts)
Ich kann mich im Auto kaum aufrecht erhalten, sitzen am Schreibtisch für
längere Zeit fast nicht möglich. Ich schlafe maximal 6 Stunden und auch
schlecht. So dass ich Anfang 2020 erneut einen Orthopäden aufsuchte. MRT
der kompletten Wirbelsäule mit dem Ergebnis "Kyphose der gesamten
Wirbelsäule und Skoliose im BWS-Bereich". Die Behandlung besteht
überwiegend aus Schmerzmedikation und Physio. Er meinte er könne nichts für
mich weiter tun. Ich solle zur Schmerztherapie.

Nach langem Suchen habe ich einen alternativen Weg gefunden: KG nach
Schroth (Medikation konnte etwas reduziert werden). Die Physiotherapeutin meinte
meine Verspannungen lägen hauptsächlich an meiner Skoliose und der Kyphose bzw. der Steilstellung der HWS;
Vorstellung bei Frau Dr. von Richthofen erfolgt nächste Woche zwecks
genauerer Diagnose, Gradzahlen etc.. Beantragung einer Schroth-Reha ist erfolgt. Wenn es mir
irgendetwas bringt würde ich sofort ein Korsett tragen. Mein Wunsch besteht
darin, weniger Schmerzen zu haben und arbeitsfähig zu werden.

Was habt ihr für Ideen und Tipps?

Viele Grüße
Sven23
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Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Hatte schon Klaus angeschrieben und bin mir nicht sicher ob das korrekt war.
Auch in Beantwortung Deiner PN:
Hilfe in Form von Tipps und entsprechenden Diskussionen sollte grundsätzlich nur im Forum stattfinden.
So dass ich Anfang 2020 erneut einen Orthopäden aufsuchte. MRT
der kompletten Wirbelsäule mit dem Ergebnis "Kyphose der gesamten
Wirbelsäule und Skoliose im BWS-Bereich"......Die Physiotherapeutin meinte
meine Verspannungen lägen hauptsächlich an meiner Skoliose und der Kyphose bzw. der Steilstellung der HWS
Zunächst mal ist das ziemlich unklar.
Tatsächlich ein MRT der kompletten Wirbelsäule? (HWS, BWS und LWS). Im Liegen oder im offenen MRT im Stehen (Privatleistung)?
1. Zu einer Diagnose gehört ein Röntgenbild im Stehen und zwar eine Gesamt-Aufnahme von vorn und eine von der Seite.

2. Eine Kyphose der gesamten Wirbelsäule kann ich mir nicht so richtig vorstellen.
In der Regel geht es um eine BWS Hyperkyphose (Rundrücken) und eine LWS Hyperlordose (Hohlkreuz). Allerdings sind da jede Menge Variationen möglich !!
Eine einbogige BWS Skoliose ist nicht die Regel, meistens gibt es eine zweiten Bogen in der LWS.
Ausserdem ist auch ganz wichtig, wie groß die Gradzahl(en) der Skoliose ist. Oft handelt es sich um eine relativ geringe Begleitskoliose (bis ca. 20 Grad) und das Problem ist dann nicht unbedingt die Skoliose, sondern die Hyperkyphose / Hyperlordose.

3. Eine Steilstellung der HWS kann häufig bei solchen Fehlstellungen auftreten
Vorstellung bei Frau Dr. von Richthofen erfolgt nächste Woche zwecks
genauerer Diagnose, Gradzahlen etc.. Beantragung einer Schroth-Reha ist erfolgt. Wenn es mir
irgendetwas bringt würde ich sofort ein Korsett tragen. Mein Wunsch besteht
darin, weniger Schmerzen zu haben und arbeitsfähig zu werden.
Das ist eine gute Idee, weil vor jeglicher Behandlung erst einmal eine wirklich konkrete Diagnose mit entsprechenden Winkeln erstellt werden muss. Und das trifft auch für entsprechende konkrete Tipps zu.
Wie ich sehe, hast Du Dich schon über Behandlungsmöglichkeiten informiert. Allerdings macht es auch Sinn, über seine mögliche eigene Situation informiert zu sein. Und da ist mir nach Deiner Darstellung einiges rätselhaft. Vielleicht können wir das vor dem Termin noch einigermaßen klären.

Gruß
Klaus
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Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Hallo Sven,

Was Klaus geschrieben hat kann ich insgesamt voll unterstützen!

Mit Deinem jetzigen Vorgehen bist Du aber auf dem richtigen Weg! Der Termin bei Frau Dr. von Richthofen wird Dir sicherlich mehr Klarheit bringen. Mit Schroth und einer speziellen Schroth-Reha tust Du auf jeden Fall das Richtige, und Deine Bereitschaft, auch ein Korsett zu tragen kann Dir ziemlich sicher gegen Deine Schmerzen helfen.

Darf ich fragen, wie alt Du bist?

Gruß Thomas
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aktueller Thread: Neuroforamenstenose und Korsett mit Halsteil
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus,
vielen Dank, auf genau solche qualifizierte Nachfragen von dir hatte ich gehofft :) Ich habe nämlich schon einiges sehr positives von dir gelesen. Danke das DU mir antwortest.

Also:
1. Zunächst mal ist das ziemlich unklar.
Tatsächlich ein MRT der kompletten Wirbelsäule? (HWS, BWS und LWS). Im Liegen oder im offenen MRT im Stehen (Privatleistung)?

Es wurden zwei MRTs im Liegen angefertigt. Das erste besteht aus HWS und BWS. Das zweite MRT aus der LWS.

Im Befund zur HWS steht:
Abgeflachte Lordose der HWS mit umschriebener kypothischer Fehlhaltung im Bewegungssegment HW 5/6 und linkskonvexe Skoliose des thorakolumabeln Übergangs. Unauffällige Abbildung der basalen Hirnabschnitte repejktive des kraniozervikalen Überganges. Rest (Hinterkantenaligment, Knochenmarksignal, Myelons) unauffällig.
H2/3 bis H 475 Leichte Chondorosen, diskrete Protusionen, keine neuroforaminale oder spinale Enge. Kleine Wurzeltaschenzyste HW 475
HW 576 Dehydrierte etwas höhengeminderte Bandscheibe mit diskreter median betonter Protusion. In Folge der Fehlhaltung wird der ventrale SAR aufgebrauch. Bei kräftigem dorsalen SAR liegt mit etw 12 mm keine relevante spinale Enge vor.
HW 6/7: Dehydrierte leicht höhengeminderte 'Bandscheibe mit initialen aktivierten erosiven Veränderungen der dorsalen Randleisten (Typ Modic 1)

Im Befund zur BWS steht:
Abgeflachte Brustkyphose. Leichte rechtskonvexe Skoliose.
Initiale Chrondrosen ohne Nachweis einer relevanten (aktivierten) erosiven Osteochondrose. Diskrete Protusionen, kein Prolaps. Leichte Spondylosen sowie beginnende degenrative Veränderungen der Facettengelenke punctum maximum im Verlauf der unteren BWS ( BW 8,9,10,11, eher linksbetont mit beginnender, primär osteodegenaritiver Einengung der Neuroformina. Keine spinale Enge.

Im Befund zur LWS steht:
L1/2 Zustand nach intraspongiöser Bandscheibenhernation in die ventrale Grundplatte LWK 1 jetzt mit perifokaler Fettmarkkonversion. Im Verlauf zunehmende Signalminderung und leichte Verschmälerung der Bandscheibe sowie flache bilaterale Bandscheibenprotusionen. Keine Wurzelkompression.
L2/§ bis L 4/5 Bei L4/5 flache intraforminale Bandscheibenprotusion leicht rechtsbetont mit Tangierung der L4 Wurzel.
L5/S1 Initiale Chondrose, kein BSV, leichte Spondylarthrose beidseitig.


2. Zu einer Diagnose gehört ein Röntgenbild im Stehen und zwar eine Gesamt-Aufnahme von vorn und eine von der Seite.
Diese Aufnahme (stehend von vorne und seitlich) wurden vor 3 Wochen angefertigt. Allerdings keine Gesamtaufnahme, sondern HWS einzeln und BWS/LWS zusammen. Befund habe ich noch nicht. Ich hoffe man kann was damit anfangen bzw. Fr. Dr. Richthofen überweist mich entsprechend zu jemanden der das kann. Oder macht sie das selber?

3. Eine Kyphose der gesamten Wirbelsäule kann ich mir nicht so richtig vorstellen.
Ich auch nicht (ein anatomisches Grundwissen habe ich auch noch aus dem Studium :) aber laut Befund meines Orthopoäden "Gesichert fkt. Kyphose gesamte WS mit re konvexe BWS Skoliose (M 40.29 G)" (Zitat)

4. Eine einbogige BWS Skoliose ist nicht die Regel, meistens gibt es eine zweiten Bogen in der LWS.
Das ist auch so der Fall. Auch wenn die Röntgenbilder keine Gesamtaufnahme sind, sieht man zusammengesetzt eine Art leichte S-Form der WS wenn man frontal auf die Aufnahme schaut, beginnend bei der LWS über die BWS welche dann in einer steilgestellten HWS mündet. Und seitlich einen deutlichen Rundrücken. Aber die Aussage ohne Gradzahl nützt ja bekanntlich nichts.

5. Gradzahlen habe ich keine, ich denke das wird bei Fr. Dr. Richthofen berechnet? Klaus, aber natürlich auch alle anderen :)

Gibt es etwas worauf ich achten sollte beim Gespräch mit Fr. Dr. von Richthofen? Was wäre wichtig?

Nach meinem Verständnis geht es beim ersten Termin um:
a) Eine vernünftige Diagnostik, Gradzahlen der Skoliose bzw. Hyperkyphose der BWS und der LWS Hyperlordose
b) Beckenschiefstand, Beinlängedifferenz, jahrelanges Zähnenirschen ansprechen, ggf. Einlagen?
c) Schmerzgeschichte ansprechen und aktueller Medikationsplan mitnehmen.
d) alle Vorbefunde und Aufnahmen mitnehmen

6. Ich hoffe es gibt eine alternative zu den Schmerzmittel und den jahrelang sinnlosen KG´s.

Viele Grüße
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Thomas hat geschrieben: Mi, 19.08.2020 - 12:18 Hallo Sven,

Was Klaus geschrieben hat kann ich insgesamt voll unterstützen!

Mit Deinem jetzigen Vorgehen bist Du aber auf dem richtigen Weg! Der Termin bei Frau Dr. von Richthofen wird Dir sicherlich mehr Klarheit bringen. Mit Schroth und einer speziellen Schroth-Reha tust Du auf jeden Fall das Richtige, und Deine Bereitschaft, auch ein Korsett zu tragen kann Dir ziemlich sicher gegen Deine Schmerzen helfen.

Darf ich fragen, wie alt Du bist?

Gruß Thomas
Hallo Thomas,
vielen Dank auch für deine Antwort. Ich freue mich sehr, dass du auch entsprechend antwortest und mir schreibst. Wie auch Klaus, meine ich hier rausgelesen zu haben (ich lese seit 1 Woche quer durchs ganze Forum, bin ja krankgeschrieben :), dass ihr "alte Hasen"bei der Rückenthematik seit .
Die Unterstützung kann ich gerade brauchen! Also vielen Dank!

Also zurück zu deiner FrageThomas, ich bin 39 Jahre alt, Psychologe und arbeite eigentlich für mein Leben gern. Es geht nur kaum noch, weil ich ständig Schmerzen habe, ich trotz (harter Schmerzmittel) mich manchmal kaum auf den Beinen halten kann, ich sacke im Auto regelrecht zur Seite weg und fühle mich instabil. Ich habe eigentlich trotz Medi´s und KG und diverser Rückenaufbautrainings der letzten 8 Jahre, seit 3 Jahren täglich Schmerzen und fühle mich nicht mehr so belastbar. Mein Rücken knackt seit Jahren.

Eine Freundin von mir hatte vor einen Jahr ein Bandscheibenvorfall und trug ein Bauerfeindkorsett. Ich habe es zum Spaß 1-2 Stunden angehabt, ich habe mich lange nicht mehr so stabilisert gefühlt. Da habe ich gedacht, ob das nicht auch etwas für mich seien könnte und habe das Thema Korsett weiter verfolgt (viel Internetrecherche) und bin so auf euer Forum gelandet :)
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Und ich hätte noch eine weitere Frage:
Was macht ihr gegen die Schmerzen? Aktuell fühle ich mich nur müde und schlapp, kann aber nachts nicht durch schlafen. Sauna und Wärme hilft ganz gut, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag in der Wanne liegen :)
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von general-rammstein »

Muede und schlapp aufgrund von Schlafmangel oder..?
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Ja aufgrund von Schlafmangel. Ich wache nachst ständig auf, wenn ich mich drehe und habe Schmerzen im Rücken, bin dann wach und kann schlecht wieder einschlafen.
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Hallo Sven,
Sven23 hat geschrieben: Mi, 19.08.2020 - 12:48 Eine Freundin von mir hatte vor einen Jahr ein Bandscheibenvorfall und trug ein Bauerfeindkorsett. Ich habe es zum Spaß 1-2 Stunden angehabt, ich habe mich lange nicht mehr so stabilisert gefühlt. Da habe ich gedacht, ob das nicht auch etwas für mich seien könnte und habe das Thema Korsett weiter verfolgt (viel Internetrecherche) und bin so auf euer Forum gelandet
Wir haben hier viele Patienten, denen ein Korsett sehr gut gegen ihre Schmerzen hilft bzw. geholfen hat. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür.

Allerdings tragen die meisten Korsettträger kein Konfektions-Korsett wie die Bauerfeind Rückenorthesen oder das Spinomed von Medi, sondern ein spezielles, nach der individuellen Körperform gefertigtes korrigierendes Hartschalenkorsett. Das ist zwar auf den ersten Blick etwas unbequemer, hilft aber nach unserer Erfahrung besser gegen die Beschwerden, die meist durch eine verstärkte Hyperkyphose oder Hyperlordose ausgelöst werden. Die Softetc Dorsos und Spinomeds sind eher bei Osteoporose und im Rahmen einer Rekonvaleszenz z.B. nach Wirbelbrüchen oder Bandscheibenvorfällen angesagt. Sie haben aber nicht die Stabilität, die Wirbelsäule aufzubiegen und in dieser Position zu stabilisieren, wie es bei einem Hyperkyphosepatienten erforderlich ist. Daher sind sie unserer Erfahrung nach für eine langfristige Schmerzbehandlung nicht so angesagt.

Wichtig ist allerdings bei einem solchen Hartschalenkorsett, dass der, der es anfertigt sich damit auch wirklich auskennt. Gerade bei Erwachsenen fehlt dabei den meisten Orthopädiemechanikern die Erfahrung, und ein falsch gebautes korrigierendes Korsett kann mehr kaputtmachen als es gutes bewirkt. Gute Adressen für Korsette sind unserer Erfahrung nach z.B. Rahmouni in Stuttgart bzw. CCtec in Berlin mit Filialen in Offenburg und Hamburg. Das sind übrigens die gleichen Korsettbauer, die auch gute Skoliosekorsette für Jugendliche und Erwachsene anbieten.

Das war aber jetzt meine private Laien-Meinung, abgeleitet aus eigenen Erfahrungen und dem, was ich hier im Forum gelesen habe.

Gruß Thomas
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aktueller Thread: Neuroforamenstenose und Korsett mit Halsteil
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Danke Thomas für die Info, vieles inklusive die Diskussion um Erwachsenenkorsette hatte ich bei euch im Forum schon gelesen. Eine der ersten Wahl ist ja Rahmouni, ich hatte mit denen telefoniert und meinen Fall am Telefon geschildert. Die Beratung war erstklassig, die haben direkt einen Termin bei Fr. Dr. von Richthofen für mich gemacht. Das sie der Meinung waren, dass mir ein Korsett helfen kann, aber natürlich Fr. Dr. draufschauen muss und eine Diagnostik nötig ist.

Wenn das Korsett das Mittel der Wahl ist, um meine Schmerzen zu reduzieren, Schmerzmittel (wir reden von Opiaten) zu reduzieren bzw. in Absprache mit dem Arzt abzusetzen und meine Lebensqualität zu steigern werde ich das machen und voll dahinter stehen. Ebenso meine Frau. Optische Probleme sind mir dabei fremd. Ich bin so froh mich hier austauschen zu können, vielen Dank! Ich fühle mich seit Jahren zumindest von meinen Orthopäden alleine gelassen. Mein Hausarzt steht allerdings voll hinter mir, schreibt mir KG auf ohne Ende und sucht mit mir gemeinsam nach Lösungen!
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Thomas magst du etwas zu deiner Geschichte erzählen? Oder mir den Thread nennen, wo du das dokumentiert hast? Vielleicht kannst du mir auch einen Werdegang von einem Mitglied nennen? Mich würde einfach mal der Weg von anderen, von den Schmerzen, der Diagnose hin zu einer Verbesserung interessieren! Ich brauche was zum Mutmachen....
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Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,

ich beziehe mich nur auf die Angaben bezüglich Fehlstellung:
Im Befund zur HWS steht:
Abgeflachte Lordose der HWS mit umschriebener kypothischer Fehlhaltung
Eine abgeflachte natürliche Lordose ist eine Steilstellung der HWS. Was mit kyphotischer Fehlhaltung gemeint ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass manche Ärzte die Abflachung einer HWS Lordose auch als HWS Kyphose bezeichnen, weil es eben von einer Lordose in Richtung einer Kyphose geht.
Im Befund zur BWS steht:
Abgeflachte Brustkyphose. Leichte rechtskonvexe Skoliose.
Die natürliche BWS Kyphose ist abgeflacht, es gibt einen rechtskonvexen Skoliose Bogen. Gradzahlen fehlen.
Zur LWS gibt es keine Angabe zu diesem Thema.

Aber: !!
Auch wenn die Röntgenbilder keine Gesamtaufnahme sind, sieht man zusammengesetzt eine Art leichte S-Form der WS wenn man frontal auf die Aufnahme schaut, beginnend bei der LWS über die BWS welche dann in einer steilgestellten HWS mündet. Und seitlich einen deutlichen Rundrücken.
Die abgeflachte BWS Kyphose ist hier eine deutliche Hyperkyphose (Rundrücken), also das Gegenteil.
Und die leichte S-Form in der Frontalaufnahme spricht für eine zweibogige (BWS rechtskonvex, LWS linkskonvex) Skoliose, also eine wichtige Ergänzung zum MRT. Sieht man seitlich auch ein Hohlkreuz (Hyperlordose)?
Wenn ja, ist es eine typische Situation, bei der man auch die konkreten Gradzahlen haben sollte. Und vielleicht noch die Anmerkung, dass der Körper bei Fehlstellungen einen Ausgleich im Sinn von "im Lot" stehen versucht. Also zu einer Hyperkyphose ein möglichst gleichgroßer Bogen Hyperlordose. Das gelingt aber nicht immer und der Ausgleich kann zum Teil in der HWS eben durch Steilstellung stattfinden.

Der Unterschied zum MRT ist durch das Liegen bedingt, es stellt nicht die Alltagssituation im Stehen dar. Sofern das MRT richtig gedeutet wurde und Du mit Deiner Einschätzung richtig liegst, wäre die Korrektur durch das Liegen auf harter Unterlage schon unglaublich. Also von einer Hyperkyphose auf eine Hypokyphose?? Zumindest scheinst Du demnach noch sehr flexibel zu sein.
Gibt es etwas worauf ich achten sollte beim Gespräch mit Fr. Dr. von Richthofen? Was wäre wichtig?
Du hast schon alles genannt, wobei natürlich wichtig ist, dass Du verstehst, mit welchen Maßnahmen wie was erreicht werden könnte.
Dazu ist noch zu sagen, dass es in der Regel um verkürzte Strukturen geht, die im gesamten Körper auftreten können. Ohne diese gezielt anzugehen, kommt man da nicht weiter. Inwieweit eine übliche Korrektur mit Korsett und Schroth KG bei Deinen Schmerzen helfen können, muss Frau Dr. von Richthofen einschätzen. Vereinfacht gesagt, geht es darum, möglichst eine WS-Situation zu erreichen, in der Du noch keine Beschwerden hattest.
Eine Freundin von mir hatte vor einen Jahr ein Bandscheibenvorfall und trug ein Bauerfeindkorsett. Ich habe es zum Spaß 1-2 Stunden angehabt, ich habe mich lange nicht mehr so stabilisert gefühlt.
Wenn Du dabei auch eine Schmerzreduzierung hattest, sehe ich sehr gute Chancen. Und ein ganz individuelles korrigierendes Korsett ist noch mal was anderes.

Gruß
Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Guten Morgen Klaus,
ja ich denke deine Einschätzung ist korrekt. Die hohe Flexibilität trifft auf alle Fälle auf mich zu. Zumindest was alles im Bereich Thorax und Arme anbelangt. Verkürzt ist die Oberschenkelinnenseite bzw. Rückseite (massiv, ich bekomme morgens die Beine kaum gerade) sowie die ischiacurale Muskulatur, was ja auch mit den Schmerzen im gluteus und piriformis zusammenhängen dürfte. Und ja selbst im Bauernfeind Korsett erfahre ich eine fast 100%ige Schmerzlinderung, weil es mich stabilisiert und ich nicht einfallen kann wenn ich Sitze oder stehe. Ich habe nur Sorge dass Korsett ständig zu tragen, weil es ja ein reines Stützkorsett ist und die Gefahr des Muskelabbaus besteht. Jedenfalls wurde das immer so kommuniziert. Siehst du das anders?
Sven23
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Hallo Klaus, auch deine Hypothese mit der zweibogigen Skoliose deckt sich mit der Zeichnung und der Aussagen meiner Schroth Therapeutin. Ich denke wir liegen richtig. Ich werde heute mal das Experiment starten, meine Bedarfs Medikation wegzulassen und das Bauernfeind Korsett 1 Tag experimentell durchgehend zu tragen. Wenn damit eine Schmerz Reduktion zu erreichen ist würde das ja die Hypothese: Schmerzen sind bedingt durch Hyperflexibilität der Ws von der Hypo zur Hyperkyphose bestätigen und das die Skoliose eher sekundär ist und nicht die eigentliche Ursache der Schmerz Problematik.
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Klaus »

Hallo Sven,
Verkürzt ist die Oberschenkelinnenseite bzw. Rückseite (massiv, ich bekomme morgens die Beine kaum gerade)
Das ist ganz typisch. Hat Dir die Schroth Therapeutin schon Übungen gezeigt, die Du täglich machen sollst?
Und ja selbst im Bauernfeind Korsett erfahre ich eine fast 100%ige Schmerzlinderung, weil es mich stabilisiert und ich nicht einfallen kann wenn ich Sitze oder stehe.
Es stabilisiert Dich nur temporär bzw. es ändert nichts an der Situation. Es zeigt aber gleichzeitig auch, welche Therapie erfolgreich sein kann.
Ich habe nur Sorge dass Korsett ständig zu tragen, weil es ja ein reines Stützkorsett ist und die Gefahr des Muskelabbaus besteht. Jedenfalls wurde das immer so kommuniziert. Siehst du das anders?
Es wird sicherlich nicht um ein Stützkorsett, sondern eher um ein korrigierendes Korsett gehen. So ein Korsett hat einen gewissen Muskel-aufbau bzw. -umbau -Effekt durch die ausgelösten Ausgleichsbewegungen. Dieser Effekt sollte aber unbedingt durch Schroth KG ergänzt werden, um sozusagen ein eigenes richtiges Muskelkorsett zu bilden, was Dich nicht mehr einfallen lässt.
Wenn damit eine Schmerz Reduktion zu erreichen ist würde das ja die Hypothese: Schmerzen sind bedingt durch Hyperflexibilität der Ws von der Hypo zur Hyperkyphose bestätigen und das die Skoliose eher sekundär ist und nicht die eigentliche Ursache der Schmerz Problematik.
In der Regel ist die begleitende Skoliose nicht so relevant, sie wird bei der symmetrischen Schroth Therapie aber auch angegangen.
Ob Deine WS tatsächlich hyperflexibel ist und es schnell eine Hypokyphose geben kann, muss Frau Dr. von Richthofen sagen. Dann nämlich wird ein Korsett etwas anders aussehen müssen, um keine ungewollte dauerhafte Überkorrektur zu erzeugen. Das ist hier im Forum auch schon Thema gewesen.

Gruß
Klaus
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Entschuldigt bitte, eine Frage hätte ich noch:
Hat Fr. Dr. Richthofen in der Praxis einen Röntgenapperat zwecks Erstellung einer Ganzkörperaufnahme, welche ja für die Diagnostik unerlässlich ist? Ich habe ja nur 2 Teilaufnahmen? Sollte ich das dort nochmal anmelden?

Viele Grüße
Sven
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Sven23 hat geschrieben: Do, 20.08.2020 - 09:41 Hat Fr. Dr. Richthofen in der Praxis einen Röntgenapperat zwecks Erstellung einer Ganzkörperaufnahme, welche ja für die Diagnostik unerlässlich ist? Ich habe ja nur 2 Teilaufnahmen? Sollte ich das dort nochmal anmelden?
Ja, ein Röntgengerät für Rücken-Ganzaufnahmen ist vorhanden. Und anmelden musst Du das nicht. Frau Dr. von Richthofen wird Dich von sich aus zum Röntgen schicken, wenn ihr die vorhandenen Bilder nicht ausreichen.

Gruß Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Thomas »

Sven23 hat geschrieben: Mi, 19.08.2020 - 20:07 Thomas magst du etwas zu deiner Geschichte erzählen? Oder mir den Thread nennen, wo du das dokumentiert hast? Vielleicht kannst du mir auch einen Werdegang von einem Mitglied nennen? Mich würde einfach mal der Weg von anderen, von den Schmerzen, der Diagnose hin zu einer Verbesserung interessieren! Ich brauche was zum Mutmachen....
Hallo Sven,

da ich hier inzwischen doch schon über 3000 Beiträge geschrieben habe, kann ich Dir beim besten Willen nicht sagen, wo welche Erfahrungen niedergeschrieben sind. Die Erfahrungen der letzen Jahre findest Du hier. Das sind aber nur die neueren Erfahrungen und beziehen sich im Wesentlichen auf meine Probleme mit der HWS. Ansonsten müsstest Du meine ganz alten Beiträge mal durchsuchen. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob Du hier fündig wirst!

Ein Benutzer, der hier leider nicht mehr aktiv ist, der aber auch sehr viel zu seinen Problemen geschrieben hat, war . Hier findest Du eine Auflistung seiner Beiträge (Achtung: Sind sehr viele). Ansonsten würde ich an Deiner Stelle in den neueren Posts etwas herumwühlen. hat in den letzten Jahren zum Beispiel eine ganze Menge seiner Erfahrungen gepostet, wobei er auch etwas speziellere Probleme hat, aber auch , , , und fallen mir hier ein.

Grundsätzlich ist es auch sinnvoll, die Suchfunktion zu nutzen, wenn Du zu bestimmten Fragen Antworten haben willst.

Gruß Thomas
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von Sven23 »

Thomas vielen Dank für die Infos!
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Re: Frage Benötige Hilfe

Beitrag von general-rammstein »

Hast du nich weitere Wehwehchen, also auch welche die du erstmal nicht mit deinen Rueckenproblemen in Verbindung bringen wuerdest?
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