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BeitragVerfasst: Do, 05.10.2017 - 18:11 
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Therapie: 2 mal Schroth Reha BaSa
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Schroth KG und Home-Gym
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Rückenschule
Hallo, ich bin vor 5 Jahren auf dieses Forum gestoßen und bin wirklich froh darüber. Dank euch habe ich gelernt , besser mit meinen Schmerzen umzugehen und bin bis heute Anwender von Schroth, war 2 Mal in Salzungen, mache Krankengymnastik und Rückenschule. Seit diesem Jahr jedoch sind die Schmerzen kaum noch auszuhalten, ich bin nur noch früh bis 11 schmerzfrei, dann muss ich immer 1h liegen und dann geht es wieder eine halbe Stunde, bis wieder die Muskelkrämpfe zwischen den Schulterblättern auftreten und gegen Abend wird es unerträglich. Ich gehe um 20 Uhr zu Bett, nix geht mehr. Meine Frage wäre: Welches Medikament könnte ich nehmen ? Jeden Tag Muskelentspanner Ortodon ist auch nicht gut. Diclac und Co vertrage ich nicht, Gastritis im Magen. Ich bin 44, Osteochondrose, Hyperkyphose und 2 BS Vorfälle L5 LWS und C5 HWS. Jedes Jahr bin ich zur Facettendenervierung , da ich ausstrahlen de Nervenschmerzen bis zum Brustbein habe. Das hilft etwas. Mein Hauptproblem sind aber die Schmerzen zwischen den Schulterblättern, ein Gefühl mich nicht mehr aufrecht halten zu können, durchzubrechen, Verspannungen und Blockaden. Ich kann weder stehen noch sitzen. Das Wirbelsäulenzentrum meint Korsett ist sinnlos, da von Th 3-Th7 alles verknöchert ist. Was meint ihr dazu? Mein Rhamouni ziehe ich abends an, damit ich der Familie was zu essen machen kann, da ich mich nicht mehr aufrecht halten kann. Wieso krampfen die Muskeln so???? Laut Physio habe ich 40 Prozent Muskelmasse , der Rücken ist gut trainiert, ich übe an meiner Sprossenwand. Habt ihr noch einen Rat? Korsett kontraproduktiv? Weil es schon fixiert ist? Versteifung ist der letzte Schritt, ich bin 4- bogig und müsste eine Komplettaufrichtung machen in Neustadt. Vielen Dank!


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BeitragVerfasst: Fr, 06.10.2017 - 13:49 
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Hallo lindda,

Zitat:
Das Wirbelsäulenzentrum meint Korsett ist sinnlos, da von Th 3-Th7 alles verknöchert ist.

Da Dir Dr. Hoffmann ein Korsett verordnet hat, gehe ich davon aus, dass es sich bei "verknöchert" nicht um Knochenspangen (wie durch OP versteift) handelt, sondern um fixierte Strukturen. Normalerweise trägt man ein Korsett nicht nur abends, sondern so oft wie möglich. Insbesondere wenn man Schmerzen hat.

Warum fragst Du nicht Dr. Hoffmann oder zumindest einen Spezialisten:
viewtopic.php?f=25&t=6472

Ein "Wirbelsäulenzentrum", wo immer das auch ist, ist leider keine Garantie für eine optimale Versorgung bei Fehlstellungen.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Fr, 06.10.2017 - 15:07 
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Vielen Dank, Klaus, für die Antwort, ja es handelt sich um fixierte Strukturen. Ich werde nach Leonberg fahren, du hast schon Recht. Man ist bloß so verunsichert, wenn meine hiesigen 3 Orthopäden sagen, auf keinen Fall mit Korsett die Strukturen aufbiegen. Danke!


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BeitragVerfasst: Fr, 06.10.2017 - 15:39 
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1.Korsett 5/12, Rahmouni
2.Kors. 8/13, Rahmouni
3.Kors. 12/14, mit Halsteil
4.Kors. 3/16, 2-Schaliges Rahmouni mit Halsteil
Pfeif auf das, was dir so ein Orthopäde sagt, der keine Ahnung von Korsett-Therapie hat! Von der Sorte gibt es leider viel zu viele.

Du hast ein Korsett von einem hervorragenden OT, um nicht zu sagen vom Besten in ganz Deutschland! Trag es! Sonst hilft es nicht!

LG, Gaby


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BeitragVerfasst: Sa, 07.10.2017 - 08:21 
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Das Korsett mehr zu tragen ist sicher eine Möglichkeit, gegen die Schmerzen vorzugehen. Das wird aber sicher einige Zeit brauchen, bis Du Dich ausreichend an das Korsett gewöhnt hast damit Du es auch tagsüber länger tragen kannst. Ich denke schon, dass Du Schmerzmittel brauchst damit die die Schmerzen besser aushalten kannst, sozusagen als Sofortmaßname denn starke Schmerzen können einen zermürben wenn sie längere Zeit bestehen und man deswegen z. B. nicht mehr schlafen kann. Es gibt 3 Stufen von Schmerzmitteln. In der 1 Stufe sind die Antirheumatika wie Ibuprofen, in der 2. Stufe die Opioide wie Tramal und Tildin und in der letzten Stufe Opiate wie Buprenorphin und Fentanyl. Am besten wäre, Du gehst zu einem guten Schmerztherapeuten, der Dich auf das für Dich passende Schmerzmittel einstellt. Leider sind solche Schmerztherapeuten schwer zu finden und wenn Du einen gefunden hast gibt es monate- bzw- jahrelange Wartezeiten. Jameda (http://www.jameda.de) könnte beim finden eines guten Schmerztherapeuten eine Hilfe sein. Vielleicht hilft Dir auch Dein Hausarzt. Die 1. Stufe der Schmerzmittel gehen Dir auf den Magen, war bei mir genauso. Deshalb rate ich Dir, es mit der 2. Stufe zu probieren, z. B. mit Tilidin, das bei mir eine Weile ganz gut gewirkt hat. Zusätzlich könntest Du Antidepressiva, z. B. Amytriptilin einnehmen, das wirkt schmerzdistanzierend, d.h. man nimmt Schmerzen damit nicht mehr so intensiv war. Gesund sind solche Mittel bestimmt nicht aber allzu viel Angst vor Folgeschäden braucht man nicht haben. Ich nehme z. B. wegen ähnlicher Beschwerden wie bei Dir seit >1 Jahr regelmässig Schmerzmittel und meine Blutwerte sind in Ordnung. Eine Schmerztherapeutin meinte mal zu mir, Tildin könnte ich ohne Bedenken die nächsten Jahre nehmen, das würde mir nichts machen. Ganz so sehe ich das nicht aber besser als Ibuprofen habe ich Tilidin auf jeden Fall vertragen (keine Magenprobleme etc.). Konkret rate ich Dir, zu Deinem Hausarzt zu gehen und ihm vorzuschlagen, dass er Dir Tilidin oder Tramadol und ein Antidepressiva verordnet. Ich hoffe, er geht auf Deinen Vorschlag ein. Bei meinem alten Hausarzt war bei Ibuprofen die Schmerzmittelwelt zuende.


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BeitragVerfasst: Sa, 07.10.2017 - 09:28 
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Hallo Lindda,

meinen Scheuermann kann man auch als ausgewachsen bezeichnen, obwohl ich atypischerweise einen Flachrücken habe. Meines Erachtens packst du das Übel besser an der Wurzel, anstatt Tramal und co zu nehmen. Ich habe das auch schon hinter mir und ich kann nur davor warnen, dass man sich mit Schmerzmitteln über längere Zeit zunebelt. Du merkst nicht mehr wie es dir geht, was dir gut tut. Aber genau das mußt du unbedingt herausfinden! Das ist der Schlüssel zu der Tür raus aus dem Schmerzkreislauf!

Als ich deinen Bericht gelesen habe mit den Symptomen, die du beschreibst, ist es mir kalt den Rücken runter gelaufen. Genau so ging es mir vor 6 Jahren, bevor ich zu Dr. Hoffmann kam.
Er hat mir das Korsett verschrieben und Muskelentspannungsmittel. Und ganz ganz wichtig: Manuelle Therapie, um die Blockaden regelmäßig zu beseitigen. Die mit Abstand schlimmsten Schmerzen kommen von den Blockaden in der BWS mit Rippenbeteiligung. Die musst du dringend angehen!

Die Muskelentspannungsmittel habe ich immer mal wieder probiert, auch unterschiedliche, aber sie haben immer nur kurz eine Erleichterung gebracht und danach wurde ich eher noch instabiler, das heißt, die Blockaden wurden mehr. Vielleicht ist das bei dir auch so.

Jede Form von aktiver Therapie war in dem Stadium Gift für mich. Alles, was meine Beschwerden viele Jahre in Schach gehalten hatte, half nicht mehr. Sowohl die Schroth-Reha, als auch Rückenschule, Muskelaufbau und was ich sonst noch so getrieben habe, weil ich dachte ich muss aktiv etwas tun. Ich wollte es Dr. Hoffmann lange nicht glauben, dass das in meinem Fall nicht das Richtige ist.
Erst seit ich mich strikt daran halte, geht es bergauf. Und inzwischen ist mir auch sonnenklar, dass man mit einem Haufen von Blockaden nicht aktiv Muskelaufbau betreiben kann. Das geht voll nach hinten los! Speziell in Salzungen hat man die Bedeutung der multiplen Blockaden völlig unterschätzt, um nicht zu sagen negiert. Mit fatalen Folgen für mich. Leider...

Mein Tipp: (Falls noch nicht geschehen) Du brauchst dringend regelmäßige Physiotherapie. Einen Therapeuten, der viel Erfahrung damit hat, auf sanfte Art Wirbelblockaden zu lösen. Aber bitte ganz ohne Krach und Rums und sonstige Effekte! Das ist ganz wichtig, denn damit richtet man Schaden an! Es gibt etliche Techniken in der Manuellen Therapie, um Blockaden zu lösen, und auch Dorn Therapie hilf mir sehr gut. Begleitend wird bei mir jede Woche die gesamte Rücken- und Beinmuskulatur gedehnt und gelockert. Und ich arbeite sehr viel mit Wärme, fast egal in welcher Form.

Und das Beste: Das alles hat KEINE Nebenwirkungen! Weder das Korsett, noch die Physio noch die Wärme!!!
Nichts davon schaltet den Schmerz leichterhand ab, so von heute auf morgen. Aber es wird langsam und stetig immer besser.

LG, Gaby


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BeitragVerfasst: Sa, 07.10.2017 - 10:29 
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Diagnose: Habe selber Skoliose thorakolumbal 67°;
meine Tochter (13J.) hat Skoliose 23° und 26° trägt ein Korsett und macht Schroth KG sowie Manuelle Therapie
Therapie: ich: Schroth, Schmerzkorsett, Manuelle Therapie, Spiraldynamik
Tochter: Schroth, Korsett, Manuelle Therapie
Hallo,
mir geht es ähnlich wie Gaby. Muskeltraining /Muskelaufbau ist kontraproduktiv (ist übrigens bei meiner Tochter ähnlich). Bei mir hilft v.a. Dehnen (aber auch das muss richtig gemacht werden) und Wärme sowie bei körperlicher Aktivität (Haushalt, Gartenarbeit, Einkauf ins Haus tragen...) das Korsett.
Schroth gelernt zu haben ist wichtig, um sich im Alltag immer wieder aufzurichten. Aber "stundenlanges" Schrothtraining verursacht bei mir Schmerzen und ich kann sicher sein, dass ich am nächsten Tag eine Blockade habe.
Das gilt aber für mich und soll nicht heißen, dass Schroth schlecht ist. Im Gegenteil, gerade für Jugendliche sehr, sehr wichtig. Man muss auf alle Fälle lernen, wie man sich richtig aufrichtet!

Da man in den meisten Fällen ja nicht weiß, woher die Skoliose oder Kyphose kommt, wird bei Schroth ja unabhängig von der Ursache immer gleich behandelt. Mit Sicherheit gibt es Fälle (z.B. bei Muskelerkrankungen), wo ein zu intensives Training zu Problemen führt.
Man muss selber herausfinden, was einem gut tut und was nicht. Auch ein noch so guter Orthopäde kann dir das abnehmen. Sie können bei der Diagnose helfen und Verordnungen/Rezepte ausstellen. Aber in deinen Körper und dein Körpergefühl können sie nicht schauen.

Ich an deiner Stelle würde bevor ich bei all den Schmerzen Muskelaufbau betreibe, erst einmal dehnen, dehnen, dehnen plus Manuelle Therapie und viel Wärme. Anstelle weiterer Schmerzmittel lieber hochdosiert Magnesium und bei körperlicher Aktivität das Korsett tragen. Probiere es doch aus, ob du mit Korsettt länger als bis 11:00 Uhr schmerzfrei bist. Aber ein bisschen dauern wird es, bis du Verbesserung verspürst.

Gute Besserung!


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BeitragVerfasst: Sa, 07.10.2017 - 14:25 
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Vielen Dank an Euch, für die kompetenten Antworten! Ich werde mir einen guten Physio suchen und jede Woche manuelle Therapie machen. Wärme und Tens- Gerät mache ich schon lange. Auch meine Fazien-Rolle und Tennisbälle helfen mir. Es knackt jeden Tag, wenn ich auf der Rolle liege. Es ist unterhalb und oberhalb von der fixierten WS blockiert , obwohl mir das Einrenken/Knacken überhaupt keine Erleichterung bringt. Ich werde mehr auf meinen Körper hören und mein Sportprogramm überdenken, Dehnen, Mobilisieren, Wassergymnastik und bisserl Schroth reicht vielleicht auch. Ich werde zu einem Schmerztherapeut gehen , damit ich von den Entzündungshemmer wegkomme. Magnesium nehme ich 600 mg pro Tag. Manuelle Therapie bekommt man nur 6 Mal und dann wieder betteln beim Arzt??? Dankeschön und ein schönes Wochenende!!


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BeitragVerfasst: Sa, 07.10.2017 - 19:16 
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Hallo Lindda,

Zitat:
Mein Rhamouni ziehe ich abends an, damit ich der Familie was zu essen machen kann, da ich mich nicht mehr aufrecht halten kann.

Und was ist dann mit den Schmerzen? Werden die mehr oder warum trägst Du Dein Korsett nicht öfter?
Oder ist es nur dies hier:
Zitat:
Man ist bloß so verunsichert, wenn meine hiesigen 3 Orthopäden sagen, auf keinen Fall mit Korsett die Strukturen aufbiegen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es ja auch diese fehlgestellten und damit überlasteten Strukturen, die Dir Schmerzen bereiten. Die notwendige Korrektur mit einem Korsett kann anfangs andere Beschwerden auslösen, die nach meinem Verständnis aber geringer sein sollten, als die ursprünglichen.

"Strukturen aufbiegen" macht allerdings keinen Sinn, wenn man das Korsett immer nur zeitweise trägt und keine ausreichende Stabilisierung mit aktiver gezielter Muskelpflege (z. Bsp. Schroth / Spiraldynamik u.a.) betreibt. Das Korsett korrigiert Dich immer wieder neu und Du fällst immer wieder neu zusammen. Das kann langfristig zu einer kritischen Instabilität führen.

Zitat:
Ich werde nach Leonberg fahren, du hast schon Recht.

Das solltest Du sehr schnell terminieren. Möglicherweise muss das Korsett angepasst werden.
Bei einer normalen LWS Lordose von 42 Grad und einer BWS Hyperkyphose von 58 Grad ist allein schon durch die Unsymmetrie der Bögen eine höhere Beschwerdeanfälligkeit zu erwarten. Es ist auch zu vermuten, dass im HWS Bereich eine Veränderung zu finden ist.
Hast Du tatsächlich eine vierbogige, wenngleich auch sehr geringgradige Begleit-Skoliose?

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: So, 08.10.2017 - 14:44 
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Hallo Klaus, danke für die Antwort. Ja, das Korsett hilft, nach 20 min. lassen die Muskelkrämpfe nach, ich bin froh das ich es habe, aber: als ich 2008 zu Doc Hoffmann kam, Röntgen Bild gemacht wurde, hieß es: 74 Grad BWS, Keilwirbel fixiert,OP in Neustadt, Komplettaufrichtung von L3- TH 3 wäre eine Option. Ich war geschockt und entschied mich für das Korsett, das ich 23 h tragen sollte und Schroth in Salzungen lernen. Gut. Da ich zu der Zeit ein Kleinkind hatte und viel Zeit des Tages auf dem Fußboden mit Spielen verbracht habe, entschied ich mich das Korsett nur 2 h abends zu tragen, als der Kleine schlief. Mit Schroth, Wassergymnastik und Rückenschule bin ich die letzten Jahre ganz gut ausgekommen.Nach 1 Jahr wieder Kontroll-Röntgen in Leonberg. Da hieß es: Wunderbar, nur noch 53 Grad, das Korsett hat funktioniert. Ich habe es aber gar nicht getragen, nur abends. Ich bin dadurch verunsichert, weil unser Skoliose Zentrum, die auch Korsetts nach Cheneau herstellt gesagt hat, 74 Grad kann niemals stimmen, ich habe doch nur Haltungsschwäche und die Schmerzen sind nicht erklärbar. Auf keinen Fall Korsett! Und schon gar nicht OP, die Lunge ist völlig okay. Was macht man nun richtig? Ich werde nach Leonberg fahren und ein neues Bild machen lassen und Klartext reden. In Salzungen sagte man mir, 4- bogige Hyperkyphose. Tatsächlich habe ich einen massiven BSV in der HWS, der seit einem Jahr Schmerzen im Arm macht, ich mache isometrische Übungen gegen den Schwanenhals. In der Sportklinik bei uns wollen die nur meine 5 Wirbel BWS versteifen , damit die Facettenarthrose ruhiggestellt wird. Bloß die HWS muss das dann doch ausgleichen, ich denke das geht schief. Danke sehr für eure guten Ratschläge.


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BeitragVerfasst: So, 08.10.2017 - 18:32 
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1.Korsett 5/12, Rahmouni
2.Kors. 8/13, Rahmouni
3.Kors. 12/14, mit Halsteil
4.Kors. 3/16, 2-Schaliges Rahmouni mit Halsteil
lindda hat geschrieben:
In der Sportklinik bei uns wollen die nur meine 5 Wirbel BWS versteifen , damit die Facettenarthrose ruhiggestellt wird. Bloß die HWS muss das dann doch ausgleichen, ich denke das geht schief.

Das kann doch niemals gut gehen, das sehe ich auch so.
Du kriegst das auch anders hin, wenn du dein Korsett mal richtig trägst, wirst du bestimmt bald Erfolg haben.

Es wundert mich, dass Dr. Hoffmann da nicht zwischen Fehlhaltung und Fehlstellung unterschieden hat. Das sieht ihm eigentlich nicht ähnlich...
Wie dem auch sei: Ein neues RöBi macht sicher Sinn und ein ernsthafter Neustart der Korsett-Therapie sicher auch.

Kopf hoch! Du schaffst den Weg raus aus dieser Schmerzspirale. Das haben schon sehr viele andere vor dir geschafft! Und zwar ohne OP!!!

LG, Gaby


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 10:03 
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Hallo lindda,

Zitat:
Ja, das Korsett hilft, nach 20 min. lassen die Muskelkrämpfe nach, ich bin froh das ich es habe

Da Du in diesem Thread nach Schmerzmitteln fragst, würde ich doch eher auf die ursprünglich empfohlene (und auch übliche) Tragezeit von 23 h ausdehnen. Und zwar ersteinmal bis zum Besuch bei Dr. Hoffmann. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass in dieser Situation das Korsett schädlicher sein sollte, als Schmerzmittel mit erheblichen Nebenwirkungen!

Wenn Schroth (wie intensiv auch immer) und das 2 stündige Tragen des Korsetts eine Korrektur von 74 Grad auf 53 Grad erreicht hat, spricht vieles dafür, dass es einen hohen Anteil von Fehlhaltung gibt, was man auch als Haltungsschwäche bezeichnen kann. Selbst wenn es nur 100% Haltungsschwäche geben würde, könnte ein Korsett schon hilfreich bei der Aufdehnung von Verkürzungen in den Strukturen sein.
Das Entscheidende ist die Stabilisation, sozusagen der Aufbau eines körpereigenen Korsetts! Wie gut das gelingt ist individuell sehr unterschiedlich. Und bei Erwachsenen ist der Erfolg meistens damit verbunden, dass die Schmerzen verringert bzw. abgeschaltet werden.
Zitat:
Das Wirbelsäulenzentrum meint....unser Skoliose Zentrum.....In der Sportklinik bei uns

Sprichst Du eigentlich immer von derselben Einrichtung?
Zitat:
In Salzungen sagte man mir, 4- bogige Hyperkyphose.

Du meinst sicherlich 4 bogige Skoliose.
Zitat:
ich mache isometrische Übungen gegen den Schwanenhals.

Also war meine Vermutung mit der Veränderung in der HWS richtig. Allerdings sind gezielte Übungen dagegen schwierig.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 11:24 
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1.Korsett 5/12, Rahmouni
2.Kors. 8/13, Rahmouni
3.Kors. 12/14, mit Halsteil
4.Kors. 3/16, 2-Schaliges Rahmouni mit Halsteil
Ach so, ja, das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen: Ich habe in dem Moment, als ich mein erstes Korsett hatte, praktisch von heute auf morgen keine Schmerzmittel mehr genommen. Und davor war ich definitiv auf Diclo-Dauerkonsum...

Allerdings habe ich das Korsett auch sehr schnell sehr viel getragen, sprich nach kurzer Zeit schon 14-18 Stunden. Das wurde ganz von alleine sehr schnell mehr, weil ich gemerkt habe, dass es gegen die Schmerzen hilft. Und das merkt man ja auch nur wirklich, wenn man keine Schmerzmittel mehr nimmt!

LG, Gaby


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 15:34 
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Der Vollständigkeit halber möchte ich nochmal auf folgendes Posting verweisen: viewtopic.php?f=5&t=31688&p=1096804&hilit=Hoffmann+Trend#p1096804

Entscheidend ist der Satz "Er muss aktuell sehr sehr viele Patienten verzeichnen die Ihr Korsett einfach nicht tragen. Problem scheint wohl auch der enorme Druck.". Das heisst, ein Rahmouni-Erwachsenenkorsett hilft leider bei weitem nicht jedem.


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 19:06 
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Hallo Bernd,

Zitat:
Das heisst, ein Rahmouni-Erwachsenenkorsett hilft leider bei weitem nicht jedem.

Beim Korsett sollte man schon wissen, was einem erwarten kann.
Wie auch bei Schroth/Spiraldynamik u.a., jede Therapie kann nur dann helfen, wenn man sie auch konsequent durchführt. ;)

Auch nach den Praxis-Erfahrungen von Dr. Steffan und Frau Dr. Herchet scheint es sehr oft daran zu fehlen.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 19:38 
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> Auch nach den Praxis-Erfahrungen von Dr. Steffan und Frau Dr. Herchet scheint es sehr oft daran zu fehlen.

Sicher ist eine Ursache für das Scheitern einer Erwachsenen-Korsettherapie die Konsequenz des Users. Andererseits ist jede Erwachsenen-Korsett-Therapie etwas, das gutgehen aber auch schiefgehen kann da jede Korsett-Therapie ein Experiment ist (O-Ton Herr Harzer). Auf jeden Fall ist aus meiner Sicht (habe es 2013 und 2016 erfolglos mit einem Erwachsenenkorsett probiert) etwas, dass den Patienten in aller Regel an seine psychischen und physischen Grenzen bringen wird. Ich will damit niemand Angst machen aber ein Erwachsenen-Korsett, besonders ein Rahmouni, ist alles andere als ein Zuckerschlecken und das sollte jeder wissen, der sich auf so eine Therapie einlässt.


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 20:10 
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Bernd hat geschrieben:
Andererseits ist jede Erwachsenen-Korsett-Therapie ein Experiment, das gutgehen aber auch schiefgehen kann da jede Korsett-Therapie ein Experiment ist (O-Ton Herr Harzer).

Jede konservative Therapie ist grundsätzlich nur ein Versuch. Nur hier hast Du ja insbesondere die Motivation angesprochen. Das ist online schon ein schwieriges Thema, wenn Erfahrungsberichte detailliert kommentiert werden sollen.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 20:28 
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> Jede konservative Therapie ist grundsätzlich nur ein Versuch. Nur hier hast Du ja insbesondere die Motivation angesprochen. Das ist online schon ein schwieriges Thema, wenn Erfahrungsberichte detailliert kommentiert werden sollen.

Das lässt sich sogar auf die operativen Therapie ausdehnen, die ist auch "nur" ein Versuch mit unbekanntem Ausgang. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen da ich mich aktuell auch nach operativen Therapien erkundigt habe. Sicher ist das online ein schwieriges Thema wenn man niemand verärgern gleichzeitig aber seine Botschaft "rüberbringen" will.


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 20:33 
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1.Korsett 5/12, Rahmouni
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Hallo Bernd, liebe Lindda,

...also mich hat das Korsett weniger an meine physischen und psychischen Grenzen gebracht als das, was ich davor erlebt habe.
Und das ist wohl der springende Punkt.

Eine Korsett-Eingewöhnung ist kein Spaziergang. Das ist klar.
Aber wenn der Schmerzpegel vor dem Korsett so ist, wie bei Lindda, und sie jetzt schon sagen kann, dass sie eine Besserung im Korsett so schnell spürt, dann würde es mich arg wundern, wenn sie sich nicht durch die Eingewöhnung beißen würde. Auch wenn der nette Mix aus Schmezmitteln und Antidepressiva der auf den ersten Blick leichtere Weg wäre.

Ich habe da bei ihr keine Bedenken.
Du wirst das schaffen, Lindda! ;)

LG, Gaby


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BeitragVerfasst: Mo, 09.10.2017 - 20:48 
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Gaby hat geschrieben:
Aber wenn der Schmerzpegel vor dem Korsett so ist, wie bei Lindda, und sie jetzt schon sagen kann, dass sie eine Besserung im Korsett so schnell spürt, dann würde es mich arg wundern, wenn sie sich nicht durch die Eingewöhnung beißen würde.

So sehe ich das auch.

Gruß
Klaus


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