Z. n. Scheuermann ... was nun?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Heisenberg
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Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Heisenberg » Do, 08.10.2015 - 23:02

Ich habe meine bisherige Geschichte hier schon beschrieben.

Meine derzeitigen Fragen:

Wie gehe ich jetzt am besten weiter vor?

Meine aktuelle Reha ohne Schroth KG, aber zumindest mit einer "Z. n. Scheuermann" Diagnose ist im Grunde zu Ende und ich bin bald wieder zu Hause.

Ich habe ich schon mehrfach gelesen, dass zunächst eine präzise Diagnose der erste Schritt sei. Allerdings, wenn ich das richtig rausgelesen habe, ist diese deutlich schwerer zu bekommen als ich gedacht hätte.

Ich lebe in Schleswig-Holstein im Großraum Kiel. In der "näheren" Umgebung (Lübeck, Hamburg) scheint es nur Spezialisten für Jugendliche zu geben. Die Kieler Lubinus Klinik scheint sich zwar auch irgendwie einen auf http://www.skoliose.de präsentierten spezialisierten Bereich zu haben, aber hier im Forum finden sich kaum (und wenn eher negative) Berichte zur Lubinus Klinik.

1. Sollte ich gleich als nächsten Schritt den Weg nach Berlin, Stuttgart etc. auf mich nehmen oder zunächst versuchen vor Ort zumindest an die passenden Ganzkörperaufnahmen zu kommen?

2. Gibt es in dem Forum so etwas wie einen Einsteigerleitfaden?

Ich habe bisher keinen solchen Thread/Artikel gefunden, der einen im Einstieg ein wenig an die Hand nimmt.

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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Namor » Fr, 09.10.2015 - 08:37

Guten Morgen Heisenberg :)
1. Sollte ich gleich als nächsten Schritt den Weg nach Berlin, Stuttgart etc. auf mich nehmen oder zunächst versuchen vor Ort zumindest an die passenden Ganzkörperaufnahmen zu kommen?
Nicht nur wegen der Aufnahme. Die kann in jedem Krankenhaus angefertigt werden, weil die i.d.R so einen Röntgenapparat besitzen.
Mir wäre eine WIRKLICH fachkompetente Meinung, über meine Rückensituation, wichtig. Wie du selber festgestellt hast, mangelt es da sehr an flächendenkener Kompetenz ! Ich gebe dem Bildungssystem und der normalen menschlichen Arroganz die Schuld.

Also Ja, auf jeden Fall WENIGSTENS einen Skoliose/Verformungen Spezialisten aufsuchen.
Die kennen sich auch im REHA-Krankenkasse Prozedere aus und wissen um die richtigen Formulierungen dabei, die, bei einer KK Bewilligung, immer maßgeblich sind.
Normalerweise müssen immer erst 4 Jahre vergehen, bevor die Kasse eine weitere Reha bewilligt. Bei besonderen Umständen muss diese Regelung allerdings umgangen werden. Dafür muss dann auch die richtige Formulierung und Begründung abgeschickt werden.
Ich habe mich jetzt zwar nicht über deine Reha-Form informiert, es klingt jedoch so, als sein dies mehr eine (entschuldige bitte diesen Ausdruck) "Entspannungs Reha", ähnlich dem Zweck, die die Massagen erfüllen = Bekämpfung der Symptome.
Das sagt mir zumindest das Wort "Thermalbad"
Eine Reha nach Schroth wäre vermutlich sinnvoller, wie du bereits ebenfalls festgestellt hast !

:?: Nebenbei gefragt: Was bedeutet das "Z.n." ?
2. Gibt es in dem Forum so etwas wie einen Einsteigerleitfaden?
Ich verstehe nicht ganz was du meinst !
Du meinst so etwas wie einen Leitfaden für den allgemeinen Umgang mit der Diagnose Scheuermann ?
Ich denke nicht, dass es das gibt, da jede Situation einfach zu individuell ist, um dies verallgemeinert zu erörtern.
Wenn du deine Problematiken und Fragen hier genau schilderst, wirst du schon Antworten erhalten ^_^

Mir ergeht es ähnlich, mit der Vielfalt hier.
Soooo viele Beiträge, mit zum Teil sooo "irreführenden" Überschriften .. da verliert man schnell die Lust zum Suchen. Trotz geordneter Kategorien.
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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Klaus » Fr, 09.10.2015 - 12:09

Hallo Heisenberg,

zunächst mal wird es Dich vielleicht ein bischen beruhigen, dass Du wie sehr viele andere offensichtlich auch die gleiche Odyssee von Inkompetenz durchgemacht hast.
2. Gibt es in dem Forum so etwas wie einen Einsteigerleitfaden?
Grundsätzlich ist dieses Forum ein einziger Leitfaden, wo man schon etwas Zeit braucht, sich intensiv durchzulesen. Man braucht sozusagen Eigenkompetenz, um wirklich weiterzukommen.
Für Einsteiger ergibt sich hier immer in den Antworten bzw. Kommentaren das was Du suchst:
Ich habe bisher keinen solchen Thread/Artikel gefunden, der einen im Einstieg ein wenig an die Hand nimmt.
1. Sollte ich gleich als nächsten Schritt den Weg nach Berlin, Stuttgart etc. auf mich nehmen oder zunächst versuchen vor Ort zumindest an die passenden Ganzkörperaufnahmen zu kommen?
Seit ich ab ca. 2005 dieses Forum intensiv verfolgt habe, hat sich im Fazit immer ergeben, dass die Suche nach kompetenter Behandlung vor Ort oder in der Region in der Regel erfolgslos und frustrierend war. Ich würde das nicht unbedingt, wie Namor, dem "Bildungssystem oder der Arroganz" anlasten, sondern eher der Tatsache, dass Fehlstellungen der Wirbelsäule in der konservativen Behandlung eine sehr anspruchsvolle Sache ist. Das kann der "normale" Orthopäde nicht leisten, denn dazu braucht man sehr viel praktische Erfahrung mit sehr vielen unterschiedlichen Fehlstellungs-Patienten und verlängerte Beratungszeiten.

Insofern würde ich tatsächlich gleich die Spezialisten aufsuchen, wobei für Dich wohl eher Dr. Wilke in Berlin Frage kommen würde. (Vermutlich läuft erst ab November dort alles nach Plan). Was nützt Dir eine Ganz-Aufnahme der Wirbelsäule, wenn die entsprechenden Behandlungsvorschläge nicht optimal sind. Und bei einem Spezialisten sind nicht nur die Röntgenbilder Grundlage für die weitere Vorgehensweise.
Eine Ganzkörper-Aufnahme (EOS Röntgen-Privatleistung) ist nur an wenigen Standorten möglich, wie z. Bsp. in Bad Sobernheim oder in Dortmund.
Sollte ein Korsett in Frage kommen, wäre CCtec (auch in Hamburg) eine Möglichkeit. Das Korsett ist aber ein besonderes Thema. Je nach Diagnose gehen viele Erwachsene erst den Weg über die spezielle stationäre REHA nach Katharina Schroth, um zu gucken, wie weit sie damit kommen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die konservative Behandlung insbesondere bei Erwachsenen immer nur ein Versuch ist, der ganz unterschiedlich ausfallen kann.

Übrigens das Z.n. Scheuermann (Zustand nach Scheuermann ;) ) muss natürlich in Hyperkyphose (Rundrücken), Hyperlordose (Hohkreuz) und durchaus auch begleitende Skoliose aufgegliedert und mit entsprechenden Winkeln versehen werden. Auch wenn es nicht so sehr auf ganz genaue Grade ankommt, muss man zur Orientierung schon Werte haben.

Gruß
Klaus

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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Namor » Fr, 09.10.2015 - 17:38

Ach, naja. ... ich gehe schon noch soweit, es dem Bildungsinhalt anzulasten.
Das sich jeder Orthopäde sachkompetent mit Skoliose-und-Co. und allen (auch unerwarteten) Begleiterscheinungen auskennt, erwarte ich nicht.
Allerdings weisst du selber, wie selten Deformationen überhaupt erkannt werden, obwohl ein trainierter Schimpanse sie oft erkennen könnte ! :/
Dürfte eigentlich nicht unrealistisch sein, wenn Orthopäden STANDARTGEMÄß nach den bisherigen Rötgenaufnahmen fragen und, bei Auffälligkeiten in der Haltung, ggf. im Krankenhaus röntgen lässen.
Bei festgestelltem Fehlwuchs/Einbrüchen etc., ließe sich immer noch ein spezialisierter Arzt aufsuchen.

Das dies jedoch, in der Realität, nicht gegeben ist, verschuldet das diesbezügliche Bildungssystem (Als ursprünglicher Lehrer), die "Arroganz" der Menschen/Ärzte (Betriebsblindheit) .. und ja, natürlich auch der Aufbau des gesetzlich gesundheitlichen Finanzierungssystems.
So sehe ich das zumindest, in groben Zügen.
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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Namor » Do, 15.10.2015 - 21:44

Da würde ich jetzt nochmal gerne genauer nachfragen.
Z.n. Scheuermann und post Scheuermann sind doch das Selbe, oder ? ... Sonst müsste ich dies, in meinem Profil, ändern.

Die p.m.S "Diagnose" stammt eigentlich von mir selbst, die ich mir telefonisch nochmal bestätigen lassen habe.
Bzw, dass in der Scheuermann Erkrankung die ursrüngliche Ursache für meine Deformation zu finden ist .
Meine abgenutzten Bandscheiben finden ihren Ursprung in der Fehlhaltung, einem unzureichendem Muskelkorsett und hohen körperlichen Belastungen in der Jugend.
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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Klaus » Fr, 16.10.2015 - 11:09

Hallo Namor,
Z.n. Scheuermann und post Scheuermann sind doch das Selbe, oder ?
Ja.
Die p.m.S "Diagnose" stammt eigentlich von mir selbst, die ich mir telefonisch nochmal bestätigen lassen habe.
Bzw, dass in der Scheuermann Erkrankung die ursrüngliche Ursache für meine Deformation zu finden ist .
Warum eigentlich immer so umständlich?

Seit Jahren schreibe ich immer dasselbe, wenn User über ihren Scheuermann berichten. Es kommt immer auf die Auswirkungen an, die im Detail beschrieben werden müssen. Alles andere ist für die Behandlung nicht relevant und das ist das Entscheidende für den weiteren Umgang mit dieser Erkrankung!
Bei mir hat sich nachträglich herausgestellt, dass ich keinen Scheuermann hatte, weil die typischen Schmorlschen Knötchen fehlen, aber Keilwirbel vorhanden sind. Trotzdem ändert sich deswegen an der Vorgehensweise überhaupt nichts.

Gruß
Klaus

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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Namor » Fr, 16.10.2015 - 14:36

Für mich persönlich ist dies wichtig, da ich wissen möchte woher meine Probleme resultieren.
Auch wenn mir ohne dieses Wissen die gleiche Behandlung wiederfahren würde, hilft mir dieses Wissen mit meiner Situation umzugehen.
Ich habe bemerkt, dass ungekläre und negative Lebensumstände mich deutlich mehr belasten, als aufgeklärte. Zudem finde ich, dass ich bestehende und kommende Rückenproblematiken besser einschätzen kann, wenn ich ihren Ursprung kenne. Mich da rein auf den Arzt zu verlassen, ist bekanntlich zu wenig.
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Re: Z. n. Scheuermann ... was nun?

Beitrag von Klaus » Sa, 17.10.2015 - 20:21

Hallo Namor,
Ich habe bemerkt, dass ungekläre und negative Lebensumstände mich deutlich mehr belasten, als aufgeklärte.
Es lässt sich aber nicht aufklären, warum der Scheuermann Deine ganz individelle Situation hervorgerufen hat. Schon gar nicht einfach durch Definitionen wie "p.m.S Diagnose".
Zudem finde ich, dass ich bestehende und kommende Rückenproblematiken besser einschätzen kann, wenn ich ihren Ursprung kenne.
Insofern geht es nicht um den Ursprung, sondern um die reale Situation mit den Möglichkeiten der Verbesserung. Alles andere ist Selbstblockade.
Etwas anderes wäre z. Bsp. ein Morbus Bechterew, der ständig weiterläuft und deswegen einer komplexen Behandlung bedarf, wo es u.a. auch um viel Bewegung geht.

Wenn man, wie ich, keinen Scheuermann hatte und deswegen nach den anderen möglichen Ursachen sucht, kommt z. Bsp. auf eine evtl. Rachitis (verordnete Höhensonne) im Kindesalter. Das hat mich vor einiger Zeit mal veranlasst, meinem Vit D Spiegel zu kontrollieren und entsprechend zu substituieren. Das ändert an meiner Rückensituation aber gar nichts.

Gruß
Klaus

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