heute möchte ich einmal eine Thematik ansprechen, die sehr wichtig für viele Patienten ist und sicherlich auch sehr interessant sein wird. Es geht um die Alltagsbewältigung mit der Erkrankung Skoliose bzw. M. Scheuermann - hier insbesondere im Berufsleben.
- Welche Berufe sind für Skoliose- / M. Scheuermann-Patienten geeignet bzw. ungeeignet?
- Welche Einschränkungen bestehen bei bestimmten Berufen mit Korsett?
- Welche Berufe können nach einer Spondylodese überhaupt nicht mehr ausgeübt werden?
- Gibt es Mitglieder, die einen Schwerbehindertenausweis beantragt haben oder laut 9. Sozialgesetzbuch unter die Rubrik der "Gleichstellung" fallen?
- Welche Möglichkeiten bietet der Staat für soziale Zuschüsse aufgrund von Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Rente ...)
Ich für meinen Teil musste den Beruf als Elektroniker f. Betriebstechnik in der schweren Instandhaltung aufgeben, da er einfach mit Korsett nicht ausführbar ist. Würde ich das Korsett weglassen, so hätte ich den ganzen Tag über Schmerzen ohne Ende - wie soll man sich da auf die Arbeit konzentrieren? Und diverse Schmerztabletten beeinträchtigen auch gewisse Tätigkeiten (z. B. an sicherheitsrelevanten Bauteilen).
Mein Antrag auf Schwerbehinderung wurde vor einem Jahr leider abgelehnt und auch eine Gleichstellung würde mir angeblich nicht zustehen - eine absolute Frechheit von den Sozialverwaltungsämtern!!! Mein Arbeitgeber hatte überhaupt kein Verständnis mit meiner Erkrankung ... trotz Betriebsrat!!!
Somit bin ich in die Selbstständigkeit gewechselt, da mir hier niemand vorschreiben kann, wie, wo und wann ich zu arbeiten habe. Natürlich muss man auch hier seinen Pflichten nachgehen ... Man kann aber diesbezüglich seine eigenen "Körperpausen" einlegen, wenn es halt mal nicht weitergeht. Um es anders auszudrücken: Mir blieb gar keine andere Wahl als die Selbstständigkeit! Aber was ist mit all jenen Patienten, die nun einmal nicht die Möglichkeit haben, selbstständig zu arbeiten, egal aus welchem Grund auch immer?
Ich für meinen Teil finde, dass sehr große Unterschiede in Konzernen und Großbetrieben gemacht werden, auch wenn immer von "Gleichbehandlung" gesprochen wird - DER GRÖSSTE BLÖDSINN, DEN ICH KENNE! Das nutzen Arbeitgeber nur, um an Zuschüsse für Schwerbehinderte zu kommen. Leider erlebte ich immer wieder, dass Schwerbehinderte nix davon haben. Da war nicht einmal Geld für einen neuen Bürostuhl da. In der Praxis sieht es leider immer ganz anders aus!!! Hier wird man nämlich als M.-Scheuermann-Arbeitnehmer ABGESCHOBEN!
So, genug aufgeregt.
Jetzt seid ihr gefragt: Welche Berufe führt ihr aus und wie kommt ihr im Alltag damit klar?
Liebe Grüße.
Marco


