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Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Di, 19.11.2013 - 10:05
von Gugelhopf
Hallo Liebe Gemeinde

Ich melde mich nach langer Zeit auch wieder mal :-) Ich brauche bitte euren erfahrenen Rat. Ich war vor einiger Zeit beim Orthopäden dieser legte mir dann die Schroth Therapie ans Herz die ich seit einiger Zeit mache. Ich habe vor einigen Usern gelesen das sie bei einer Kyphose sehr gute Erfahrungen mit einem Korsett gemacht haben. Ich habe übrigens eine Beinlängen Differenz die ich laut Orthopäde mit einer Einlage nicht verbessern kann da ansonsten die Skoliose noch mehr "verschoben" wird. Er sagte mir auch das die Skoliose nicht das eigentliche Problem wäre sondern die Kyphose. Ich habe für euch mal zwei Bilder hochgeladen. Die eigentliche Frage ist: Was denkt ihr könnte ich mit einem Korsett einiges verbessern? Und wenn ja wieso hat mich der Orthopäde nicht darauf hingewiesen? Bin ich kein geeiegneter Kandidat? Ich weiss ihr könnt keine Ferndiagnose stellen aber eure Meinung würde mich sehr interessieren! Ich habe mir jedenfalls heute Morgen nochmals einen Termin beim Arzt machen lassen weil mir das Thema einfach keine Ruhe lässt - Ich will einfach das beste aus meiner Situation (Kyphoskoliose) rausholen.

Hier die Bilder: http://s7.directupload.net/file/d/3446/9a94bxiy_jpg.htm
http://s7.directupload.net/file/d/3446/wai4cx3i_jpg.htm

Vielen Dank für eure Antworten!

Ganze liebe Grüsse aus der Schweiz
Gugelhopf

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Di, 19.11.2013 - 10:58
von Klaus
Hallo Gugelhopf,
Er sagte mir auch das die Skoliose nicht das eigentliche Problem wäre sondern die Kyphose. Ich habe für euch mal zwei Bilder hochgeladen
Das kann auch bei einer 24 Grad Skoliose schon sein. Das er Dir Schroth KG empfohlen hat und offenbar auch die Beinlängendifferenz richtig eingeschätzt hat, spricht für diesen Arzt. Welcher Schweizer Arzt war das denn? Dr. Klöckner?
Die eigentliche Frage ist: Was denkt ihr könnte ich mit einem Korsett einiges verbessern? Und wenn ja wieso hat mich der Orthopäde nicht darauf hingewiesen? Bin ich kein geeiegneter Kandidat?
Ein Erwachsenen Korsett ist auch in Deutschland nur bei den wirklichen Spezialisten zu bekommen. Selbst Dr. Steffan in Bad Sobernheim (Schroth Klinik) ist da nur bei Erwachsenen bis 29 Jahre optimistisch.
Natürlich kann man mit so einem Korsett noch einiges herausholen, sprich, es ist immer ein Versuch wert. Man sollte sich aber über die Konsequenzen einer solchen Behandlung klar sein. Das ist hier im Forum eine ganz besondere Diskussion, die Du unbedingt in den verschiedensten Threads nachlesen solltest. Wenn Du überzeugt bist, solltest Du das gegenüber dem Arzt auch mit sehr guten Argumenten vertreten können. Häufigster Einwand ist ja der angebliche Muskelabbau.
Sollte das erfolgreich sein, musst Du einen guten Korsettbauer finden. Das könnte in der Schweiz schwierig werden, weil die sicherlich keinerlei Erfahrungen bei Erwachsenen haben. Also evtl. bei Rahmouni in Stuttgart. Dann kannst Du gleich Dr. Hoffmann /Rahmouni wählen.

Gruß
Klaus

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Di, 19.11.2013 - 11:29
von Gugelhopf
Hallo Klaus

Herzlichen Dank für deine Antwort! Ja, ich war bei Dr. Klöckner und habe soweit einen recht guten Eindruck von ihm. Ich werde mich gleich hier im Forum nach ähnlichen Diskussionen umsehen. Ich wusste nicht das es so schwierig ist einen guten Korsettbauer zufinden. Ich dachte die Behandlung mit dem korsett wäre eine weitverbreitete Methode - auch bei Erwachsenen. Kannst du mir bitte sagen wieviel Grad meine Kyphose beträgt? Ich weiss nämlich nicht wie ich das messen muss. Wie gesagt ich werde mich gleich umsehen nach ähnlichen Beiträgen doch wenn ich nochmals zu Dr. Klöckner gehe was wären die Besten Argumente für ein Korsett?

Lg

Gugelhopf

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Mi, 20.11.2013 - 12:16
von Klaus
Hallo Gugelhopf,
Kannst du mir bitte sagen wieviel Grad meine Kyphose beträgt? Ich weiss nämlich nicht wie ich das messen muss.
Ich tue mich da auch schwer, frag doch beim nächsten Mal Dr. Klöckner. Auf jeden Fall kann man schon von einer ausgeprägten Hyperkyphose sprechen, die auch eine (deutsche) Indikation für ein Korsett ist.
Wie gesagt ich werde mich gleich umsehen nach ähnlichen Beiträgen doch wenn ich nochmals zu Dr. Klöckner gehe was wären die Besten Argumente für ein Korsett?
Auch wenn ich selbst kein Korsett trage, kann ich die Argumente von dem schon genannten Dr. Steffan gut nachvollziehen.
Er geht nämlich in erster Linie davon aus, dass man selbst genügend vom Korsett überzeugt sein muss und das auch in allen Punkten vertreten kann..
Also was das dann im Alltag und auch bezüglich Dauer dieser Behandlung bedeuten kann. Für die meisten Erwachsenen dient das ja zur Schmerzbekämpfung, bei der allerdings auch die Optik mehr oder weniger stark verbessert werden kann. Ingesamt eine Frage der Lebensqualität, die man damit steigern kann oder eben auch nicht. Das ist also eine ganz indivduelle Einschätzung, die jeder selber treffen muss. Deshalb sollte man sich wirklich in die Erfahrungsberichte dazu einlesen, um das allmählich regelrecht zu verinnerlichen. Das braucht schon Zeit.

Das Argument mit dem Muskelabbau im Korsett kommt leider häufiger, stimmt aber so nicht. Durch Korrekturbewegungen im Korsett wird das verhindert, allerdings reicht das allein nicht aus, um die Situation langfristig zu stabilisieren.

Im Gegensatz dazu kommt in der Regel (nicht immer) bei Dr. Hoffmann die Empfehlung von ihm selbst. Und man sollte sich schon vorher darüber klar sein oder sich Bedenkzeit erbeten.
Das ist dann eher die Motivationsschiene für einen vom Arzt angebotenen Versuch, den ein Korsett immer darstellt. Und weniger das Überreden, um ein Korsett zu bekommen.

Gruß
Klaus

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Mi, 27.11.2013 - 00:18
von Scheuermann.M
Ich glaube das ein Korsett nur Sinn macht in der Kombination mit Sport....man braucht idealerweise beides um der Wirbelsäule den rechten Halt zu geben.

mfg Andy

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Mi, 27.11.2013 - 15:27
von Thomas
Scheuermann.M hat geschrieben:Ich glaube das ein Korsett nur Sinn macht in der Kombination mit Sport....man braucht idealerweise beides um der Wirbelsäule den rechten Halt zu geben.
Ich trag seit bald acht Jahren Korsett und treibe keinerlei Sport, das Korsett hilft trotzdem hervorragend gegen die Schmerzen, und eine gewisse Aufrichtung hab ich auch schon erreicht.

Thomas

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Mi, 27.11.2013 - 16:55
von Scheuermann.M
Thomas hat geschrieben:
Scheuermann.M hat geschrieben:Ich glaube das ein Korsett nur Sinn macht in der Kombination mit Sport....man braucht idealerweise beides um der Wirbelsäule den rechten Halt zu geben.
Ich trag seit bald acht Jahren Korsett und treibe keinerlei Sport, das Korsett hilft trotzdem hervorragend gegen die Schmerzen, und eine gewisse Aufrichtung hab ich auch schon erreicht.

Thomas

Oh das überrascht mich jetzt,hätte vermutet dass ohne das Korsett sich schnell wieder die alte Krümmung einstellt....denn ohne die durch Sport entwickelten und stützenden Muskeln fällt die Aufrichtung doch schnell wieder zusammen hätte ich vermutet,denn krumm ist die Wirbelsäule ja nach wie vor... :cool:

Genau aus diesem Grund hab ich mein TLSO Korsett auch stets nur kurz getragen wenn ich mal Schmerzen hatte und es dann wieder beiseite gelegt...weil ich nicht davon abhängig werden will bzw. ich befürchtet habe das es dann ohne nicht mehr geht.

Ok wieder was gelernt :ja:

Grüße Andy

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Mi, 27.11.2013 - 20:23
von kyphoboy
Hallo Scheuermann,
Ich glaube das ein Korsett nur Sinn macht in der Kombination mit Sport....man braucht idealerweise beides um der Wirbelsäule den rechten Halt zu geben.
Macht es auch, vorallem wenn man den Willen hat die Krümmung nachhaltig zu verbessern und damit auch die Optik.
Aber dann muss der Sport schon zielgerichtet ausgeführt werden und ein unspezifisches Training im Fitnesstudio sehe ich da ein wenig kritisch.


Grüße
kyphoboy

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Do, 28.11.2013 - 11:32
von Klaus
Hallo Scheuermann,
Ok wieder was gelernt :ja:
Nein, da muss man genau differenzieren!
Thomas hat nur gesagt, dass er das Korsett trägt und kein Sport treibt. Also keine Rede von kompletter Abschulung oder von Zeiteinheiten, wo es keine Probleme ohne Korsett gibt. Und auch keine Rede von Schroth KG, die man auch nicht als Sport bezeichnen kann. In der Regel gibt es schon eine ganz individuelle Abhängigkeit vom Korsett, die auch ganz unterschiedlich empfunden wird.
Genau aus diesem Grund hab ich mein TLSO Korsett auch stets nur kurz getragen wenn ich mal Schmerzen hatte und es dann wieder beiseite gelegt...weil ich nicht davon abhängig werden will bzw. ich befürchtet habe das es dann ohne nicht mehr geht.
Natürlich ist das "körpereigene Korsett" immer vorzuziehen, wenn es irgendwie geht. Dazu sollte man aber, wie kyphoboy schon gesagt hat, zielgerichtet vorgehen. Das gelegentliche Tragen eines Korsetts, um Schmerzen zu bekämpfen, kann dabei auch das Ergebnis einer längerfristigen Korsett-Therapie sein. Nach meiner Meinung wird aber immer die aktive zielgerichtete Muskelpflege einen großen Einfluss auf die Dauer der problemlosen Zeit ohne Korsett haben. Deshalb liegst Du mit dem Vermeiden eines Korsett schon richtig, wenn es Dir gelingt, dies in Deinen Alltag zu integrieren.
Wenn Du so willst, die Abhängigkeit von aktiver Muskelpflege als selbstverständlich wie z. Bsp. Zähneputzen zu sehen. :) Mit dem individuell spezifischen Fitness Training lässt sich das gut hinbekommen, weil die Endorphine dabei helfen. ;)

Gruß
Klaus

Re: Kyphoskoliose - Kein Korsett?

Verfasst: Do, 28.11.2013 - 13:36
von Scheuermann.M
@Klaus,

ich trage das Korsett manchmal sogar ganz gerne bzw. hab kein Problem das mal zu tragen....aber im Alltag ist es natürlich auch schon mal hinderlich (Schuhebinden z.B. ) und deshalb ist mir wichtig es so zu gestalten das es die Ausnahme bleibt es zu tragen und nicht in Abhängigkeit zu geraten weil ich nur damit gerade bin.

Klar die aufgebauten Muskeln helfen dabei Haltung zu bewahren (wobei ich mit dem Korsett noch einen Tick gerader bin) und seit Jahren ein wichtiger Faktor für das eigene Wohlbefinden....wenn es mal Schmerzen gibt dann eigentlich nur eine falsche/unbedachte Bewegung beim Sport oder langes Sitzen/Stehen in einer einseitigen Stellung.....meist zwischen den Schulterblättern.

wobei den heftigsten Schmerz hatte ich mal in den Lendengegend (so eine Art Hexenschuss) da waren die Schmerzen zwischen den Schulterblättern gar nichts gegen.

Ich hab mich lange nicht beschäftigt mit dem Thema was vor 35 Jahren als Diagnose aufgeschrieben wurde und das erfolgreich verdrängt :D

ist ja wirklich interessant hier zu lesen und dabei auch festzustellen....bisher hab ich wohl auch recht viel Glück gehabt mit dem Kram..... :eek:

Das TLSO was ich habe....bekam ich vor Jahren bei einem längeren USA Aufenthalt als ich akut Schmerzen hatte (längere Zeit mit Sport ausgesetzt)...es ist glaub ich ein Boston Brace mit einer Brustpelotte vorne (wegen der Kyphose) und es hat mir damals sehr geholfen....und ich hab es gut verstaut aufgehoben weil ich doch wusste....man weiss nie wann man es noch mal braucht.

es sieht ähnlich aus wie das im Anhang....da hier leider nur so kleine Pics möglich sind hab ich das mal aus dem Netz rausgesucht.


Grüße Andy