Ich habe die Kyphose (vorerst) besiegt.
Verfasst: Fr, 08.03.2013 - 15:37
Hallo alle,
sehr sehr lang ist es her, dass sich meine aktive Seite hier auf diesem Forum austobte. But I'm back. Es gibt gute Neuigkeiten. Ich will euch nicht mit unwichtige Details nerven, jedoch kurz mein Werdegang als kleine Einführung und Spannungsbogenaufbau präsentieren.
Alles begann vor 7 Jahren (im Alter von 21 Jahren). Ich wurde bei Dr. Steffan (damals noch in Bad Salzungen praktizierend) auf Hyperlordose und -kyphose mit Scheuermann und begleitenden Deckplatteneinbrüchen diagnostiziert.
Es musste eine 4-wöchige Kur in Bad Salzungen her. Hier lernte ich Schroth und viele andere interessante Leute kennen. Danach direkt zu Dr. Hoffmann und Herrn Rahmouni auf zum ersten Korsett. Diese trug ich dann auch fleißig Sommer wie Winter, 16-20h pro Tag. Zusätzlich machte ich 3 mal wöchentlich Schroth. Ich habe mir meine Ausrüstung nach der Kur komplett selbst gebaut; Sprossenwand im Zimmer, fahrbare Spiegelhalterung aus Holz, eigene Kopfstützen kreiert, Stühle in jeder Höhe und Stützenvarianz. Ich konnte ziemlich gut mit der BaSa-Ausrüstung mithalten. (alles aber Low-Budget)
Irgendwann nach 2 Jahren gab es dann das 2. Korsett vom Master of Pain aka Rahmouni.
Der Winkel beim ersten Röntgen vor dem Korsett war 58° nach Cobb. Einige Zeit nach dem 2. Korsett wurde nach 1-wöchiger Korsettfreiheit wieder bei Dr. Hoffmann geröntgt. Es waren dann auf einmal nur noch 44° nach Cobb. Nicht schlecht, aber die Woche war echt hart. Die ersten Tage ging es, aber die letzte Hälfte kamen die Instabilitätsgefühle im Lordose-Bereich. Freudestrahlend nahm ich mein aufpelotiertes Korsett wieder entgegen. Leider schaffte ich es jeweils nur 2 mal pro Jahr zu Rahmouni zu fahren, aufgrund der Entfernung (400 km).
Im Oktober 2012 war der letzte Termin beim Meister. Hier wollte ich es noch einmal richtig krachen lassen. Rahmouni pelotierte also auf. Ich schaute ihn mit fragenden Blicken an, er möchte doch bitte die Männerpelotten holen! (Es muss drücken!) Er wollte nicht so recht, doch ich blieb hartnäckig. Bei halbjährlichenTerminen und 16-20 h Tragezeit täglich "schmelzen" die Pelotten schnell. (Ich trag das Ding überall, besonders bei der täglichen Radfahrt zur Arbeit und zurück.)
Ich probierte also bei Rahmouni im Patientenzimmer diese Monster an und es fühlte sich immer noch nicht richtig masochistisch an. (Die Pelotten waren aber so dick, man hätte wie die chinesiche Mauer diese vom Weltall aus sehen können=D.)
Noch konnte ich Grinsen. Aber dann kam die Zugfahrt. Es war die Fahrt ohne Licht am Ende des Tunnels. Ich saß 4 geschlagene Stunden aufrecht. Es war einfach nur Schmerz. Die nächsten Tage waren auch nicht einfacher. Ich konnte ganze 5 Tage das "Ding" (ich gebe Plaste keinen Namen) nur maximal 4 Stunden täglich tragen (jedoch nicht am Stück), alles andere hätte mich umgebracht. Doch irgendwann lief es. Umso trauriger war ich, als schon 2 Monate später nichts mehr durch die Pelotten zu spüren war. (No pain no gain lautet da mein Kredo.)
Leider ist die letzten Monate meine Bereitschaft zu Schroth stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl ich doch 5 mal die Woche Sport mache.
Vor 2 Tage dann der Termin bei Rahmouni und Dr. Hoffmann zum Röntgen. Ich sollte das Korsett also wieder eine Woche vorher ablegen.
Und was soll ich sagen, die Woche war einfach traumhaft. Mein Rücken war entspannt. Ich schrothete 3 mal die Woche und keine Schmerzen oder Verspannungen. Am Ende der Woche doch leichtes Zwicken im Lordose-Bereich.
Also dann auf nach Stuttgart bzw. Leonberg zum Röntgen. Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl. Nach dem Röntgen wieder bei Rahmouni angekommen, ging es in die Kabine mit den Röntgen-Aufnahmen. Dort hingen also beide (die Aufnahmen=D). Ich schaute auf das linke und war etwas enttäuscht. 44° nach einer Woche korsettfrei. Doch halt, da steht 2011. Die Augen wanderten erwartungsvoll gen Osten, also zum rechten Röntgenbild.
Doch was stand da? 36°!!!
Dann kam auch gleich Rahmouni hinzu und beglückwünschte mich. Na gut Meister, dann bitte einmal Vollpelotieren und weiter geht die Fahrt! Doch er wollte nicht. Es würde ja noch in einen Flachrücken ausarten. Ich wollte ihn wirklich umstimmen, aber ich bekam nur ein Lächeln und die Maßgabe, das "Ding" 6 Monate zu verbahnen. Er wollte es auch gleich entsorgen. Irgendwie ist es mir dann doch ans Herz gewachsen. Ich konnte nicht. Ich wollte es mitnehmen, sicher ist sicher.
Also gut, nun heißt es aufrecht durch's Leben gehen, ohne Stütze und das 24/7. Es ist schon ein wenig komisch ohne diese emotionale Stütze. Aber es hat sich gelohnt. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen mir dann irgendwie die Tränen, es waren freudige, aber ich konnte es nicht fassen. Am liebsten würde ich gern weiter machen, darf aber nicht. Es fühlte sich so an, wenn das eigene Kind sagt, es zieht morgen aus und man sieht sich bald wieder oder auch nicht.
sehr sehr lang ist es her, dass sich meine aktive Seite hier auf diesem Forum austobte. But I'm back. Es gibt gute Neuigkeiten. Ich will euch nicht mit unwichtige Details nerven, jedoch kurz mein Werdegang als kleine Einführung und Spannungsbogenaufbau präsentieren.
Alles begann vor 7 Jahren (im Alter von 21 Jahren). Ich wurde bei Dr. Steffan (damals noch in Bad Salzungen praktizierend) auf Hyperlordose und -kyphose mit Scheuermann und begleitenden Deckplatteneinbrüchen diagnostiziert.
Es musste eine 4-wöchige Kur in Bad Salzungen her. Hier lernte ich Schroth und viele andere interessante Leute kennen. Danach direkt zu Dr. Hoffmann und Herrn Rahmouni auf zum ersten Korsett. Diese trug ich dann auch fleißig Sommer wie Winter, 16-20h pro Tag. Zusätzlich machte ich 3 mal wöchentlich Schroth. Ich habe mir meine Ausrüstung nach der Kur komplett selbst gebaut; Sprossenwand im Zimmer, fahrbare Spiegelhalterung aus Holz, eigene Kopfstützen kreiert, Stühle in jeder Höhe und Stützenvarianz. Ich konnte ziemlich gut mit der BaSa-Ausrüstung mithalten. (alles aber Low-Budget)
Irgendwann nach 2 Jahren gab es dann das 2. Korsett vom Master of Pain aka Rahmouni.
Der Winkel beim ersten Röntgen vor dem Korsett war 58° nach Cobb. Einige Zeit nach dem 2. Korsett wurde nach 1-wöchiger Korsettfreiheit wieder bei Dr. Hoffmann geröntgt. Es waren dann auf einmal nur noch 44° nach Cobb. Nicht schlecht, aber die Woche war echt hart. Die ersten Tage ging es, aber die letzte Hälfte kamen die Instabilitätsgefühle im Lordose-Bereich. Freudestrahlend nahm ich mein aufpelotiertes Korsett wieder entgegen. Leider schaffte ich es jeweils nur 2 mal pro Jahr zu Rahmouni zu fahren, aufgrund der Entfernung (400 km).
Im Oktober 2012 war der letzte Termin beim Meister. Hier wollte ich es noch einmal richtig krachen lassen. Rahmouni pelotierte also auf. Ich schaute ihn mit fragenden Blicken an, er möchte doch bitte die Männerpelotten holen! (Es muss drücken!) Er wollte nicht so recht, doch ich blieb hartnäckig. Bei halbjährlichenTerminen und 16-20 h Tragezeit täglich "schmelzen" die Pelotten schnell. (Ich trag das Ding überall, besonders bei der täglichen Radfahrt zur Arbeit und zurück.)
Ich probierte also bei Rahmouni im Patientenzimmer diese Monster an und es fühlte sich immer noch nicht richtig masochistisch an. (Die Pelotten waren aber so dick, man hätte wie die chinesiche Mauer diese vom Weltall aus sehen können=D.)
Noch konnte ich Grinsen. Aber dann kam die Zugfahrt. Es war die Fahrt ohne Licht am Ende des Tunnels. Ich saß 4 geschlagene Stunden aufrecht. Es war einfach nur Schmerz. Die nächsten Tage waren auch nicht einfacher. Ich konnte ganze 5 Tage das "Ding" (ich gebe Plaste keinen Namen) nur maximal 4 Stunden täglich tragen (jedoch nicht am Stück), alles andere hätte mich umgebracht. Doch irgendwann lief es. Umso trauriger war ich, als schon 2 Monate später nichts mehr durch die Pelotten zu spüren war. (No pain no gain lautet da mein Kredo.)
Leider ist die letzten Monate meine Bereitschaft zu Schroth stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl ich doch 5 mal die Woche Sport mache.
Vor 2 Tage dann der Termin bei Rahmouni und Dr. Hoffmann zum Röntgen. Ich sollte das Korsett also wieder eine Woche vorher ablegen.
Und was soll ich sagen, die Woche war einfach traumhaft. Mein Rücken war entspannt. Ich schrothete 3 mal die Woche und keine Schmerzen oder Verspannungen. Am Ende der Woche doch leichtes Zwicken im Lordose-Bereich.
Also dann auf nach Stuttgart bzw. Leonberg zum Röntgen. Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl. Nach dem Röntgen wieder bei Rahmouni angekommen, ging es in die Kabine mit den Röntgen-Aufnahmen. Dort hingen also beide (die Aufnahmen=D). Ich schaute auf das linke und war etwas enttäuscht. 44° nach einer Woche korsettfrei. Doch halt, da steht 2011. Die Augen wanderten erwartungsvoll gen Osten, also zum rechten Röntgenbild.
Doch was stand da? 36°!!!
Dann kam auch gleich Rahmouni hinzu und beglückwünschte mich. Na gut Meister, dann bitte einmal Vollpelotieren und weiter geht die Fahrt! Doch er wollte nicht. Es würde ja noch in einen Flachrücken ausarten. Ich wollte ihn wirklich umstimmen, aber ich bekam nur ein Lächeln und die Maßgabe, das "Ding" 6 Monate zu verbahnen. Er wollte es auch gleich entsorgen. Irgendwie ist es mir dann doch ans Herz gewachsen. Ich konnte nicht. Ich wollte es mitnehmen, sicher ist sicher.
Also gut, nun heißt es aufrecht durch's Leben gehen, ohne Stütze und das 24/7. Es ist schon ein wenig komisch ohne diese emotionale Stütze. Aber es hat sich gelohnt. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen mir dann irgendwie die Tränen, es waren freudige, aber ich konnte es nicht fassen. Am liebsten würde ich gern weiter machen, darf aber nicht. Es fühlte sich so an, wenn das eigene Kind sagt, es zieht morgen aus und man sieht sich bald wieder oder auch nicht.