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kyphose - behandlungsoptionen abklären (in at...)

Verfasst: Fr, 27.08.2010 - 14:52
von hiasl
liebe ungerade gemeinde,

ich habe meine jugend hinter dem pc verbracht - was mit zwar nachher einiges an geld gebracht hat aber leider auch einen brauchbaren haltungsschaden. auch dürften die ärzte damals wohl nicht die besten gewesen sein - jedenfalls habe ich ab und an ein paar übungen bekommen und das wars dann aber schon wieder.

jedenfalls bin ich mittlerweile mitte 30. und mein letzter besuch bei einem orthopäden in der sache ist schon einige zeit her. der meinte da könne man nichts machen und ich sollte halt bewegung machen - am besten eher sowas wie schwimmen und das wars dann auch schon. das hat mich frustriert. eh typisch fürchte ich. mich hätte wohl interessiert wie hoch da risko ist dass das schlechter wird etc. seither lebe ich mit der unbestimmten angst eines tages wirkliche probleme zu haben und ich habe seit meiner jugend ein psychisches problem mit meiner haltung (und das drückt natürlich weiter etc...).

jedenfalls habe ich mittlerweile durchaus zeitweise brauchbare schmerzen. das hat wohl auch damit zu tun das meine arbeit - so wie halt leider meistens heutzutage - vorwiegend im sitzen vor dem pc statt findet. kennt eigentlich jemand mit ähnlichen problemen diese hocker (s. etwa http://www.das-stuhlhaus.de/img/swopster.png). Ich kenne jemanden der ist davon für pc-arbeit sehr begeistert.

beim gehen - das mir ja an sich gut tun - ist es oft so, dass ich die erste stunde leichte schmerzen habe und dann wird es wieder. so ging es mir etwa gestern. nach 5 stunden gehen alles wunderbar (bis auf meine füße weil die schuhe zu weich waren...) aber am anfang ziemlich mühsam.

ich habe mal ein paar bilder gemacht damit sich ungefähr erkennen lässt wie das ganze aussieht:

<img src="http://img832.imageshack.us/img832/9826/45010014.jpg">

<img src="http://img841.imageshack.us/img841/797/23397941.jpg">

<img src="http://img840.imageshack.us/img840/251/80882193.jpg">

was mich interessieren würde:
  • wie schätzt ihr das nach dem optischen eindruck ein?
  • was denkt ihr gibt es an konservierenden oder gar verbessernden möglichkeiten?
  • kennt jemand einen orthopäden (am besten natürlich hier in der nähe) der da helfen könnte?
  • oder wenn kein orthopäde - es gibt scheinbar in wien zumindest mittlerweile physiotherapeutInnen die schroth-ausgebildet sind. denkt ihr die könnten mit weiterhelfen?
danke dass es diese plattform gibt - ich habe das gefühl dass es der qualität in der medizin sehr hilft. und danke für eure antworten!

lg
hiasl

Verfasst: Fr, 27.08.2010 - 22:23
von minimine
Hallo hiasl,

magst du dich nicht registrieren hier im Forum? :)

Deine Geschichte ist leider total typisch. Entweder raten Ärzte zu Sport oder erzählen, man könne nichts weiter tun. :<
Im Übrigen glaube ich nicht, dass deine krumme Wirbelsäule alleine davon kommt, dass du in der Jugend vorm PC gesessen hast. Wurde denn Morb. Scheuermann ausgeschlossen?

Nun mal zu deinen Fragen:
wie schätzt ihr das nach dem optischen eindruck ein?
Sieht nach Rundrücken mit Hohlkreuz aus. Den Schweregrad muss ein Arzt diagnostizieren. Dafür brauchst du zur Erst-Diagnose eine Wirbelsäulen-Ganzaufnahme von vorne und von der Seite.
was denkt ihr gibt es an konservierenden oder gar verbessernden möglichkeiten?
Vor einer Therapie steht immer erst die Diagnose, aber tun kann man immer was und sei es nur, um eine weitere Verschlechterung aufzuhalten oder Schmerzen vorzubeugen.
Ob sich bei dir noch was verbessern lässt oder eben nur der aktuelle Stand zu halten ist muss ein guter!! Arzt feststellen. Hierbei spielt es z.B. eine Rolle, wie beweglich und aufrichtbar du bist, ob verkürzte Strukturen vorliegen, ob Keilwirbel vorliegen etc.
Als Behandlungsmöglichkeiten kommt KG nach Schroth, bestenfalls während einer Reha erlernt, sowie ein korrigierendes Korsett in Frage (sofern du dir das vorstellen könntest).
kennt jemand einen orthopäden (am besten natürlich hier in der nähe) der da helfen könnte?
Aus Österreich haben wir bisher noch von keinem Arzt gehört, der dir alle Möglichkeiten, d.h. sowohl aus diagnostischer Sicht, als auch die Therapien, anbietet. Nur jede Menge Ärzte, die verfrüht zur OP geraten haben. Dafür gibt es aber etliche Österreicher hier im Forum, die nach Leonberg zu Dr. Hoffmann fahren. Überlege es dir halt und v.a. lies dich hier im Forum ein wenig ein, fang am Besten beim Basiswissen an.
oder wenn kein orthopäde - es gibt scheinbar in wien zumindest mittlerweile physiotherapeutInnen die schroth-ausgebildet sind. denkt ihr die könnten mit weiterhelfen?

In Österreich gibt es mehrere ausgebildete Schroth-Therapeuten. Aber Schroth kann man richtig nur während einer Reha lernen. Zudem brauchst du dennoch erstmal eine ärztliche Diagnose und dann einen verordnungswilligen Orthopäden. Aber du könntest dich mal an Schroth-Praxen wenden, ob man dir nicht einen Orthopäden empfehlen könnte. Wie gesagt, achte darauf, dass dieser auch Ganzaufnahmen machen kann!!

Halte uns doch auf dem Laufenden, wie es bei dir weitergeht. :)

Ach, wegen diesem Hocker:
Ich persönlich würde davon eher die Finger lassen und lieber einen Stuhl nehmen, bei dem du dich auch anlehnen kannst. Ansonsten wirst du erstens nach kürzester Zeit noch mehr in der Kyphose drin hängen, denn für längere Zeit kann sich kein Mensch aufgerichtet hinsetzen. Und zweitens wirst du dich total verspannen, wenn du dich krampfhaft versuchst, ständig aufgerichtet zu sitzen. ;)

LG
Minimine

Verfasst: Sa, 28.08.2010 - 00:57
von hiasl
minimine hat geschrieben:Hallo hiasl,
magst du dich nicht registrieren hier im Forum? :)
hab ich - ist nur noch nicht freigeschaltet
minimine hat geschrieben: Deine Geschichte ist leider total typisch. Entweder raten Ärzte zu Sport oder erzählen, man könne nichts weiter tun. :<
Im Übrigen glaube ich nicht, dass deine krumme Wirbelsäule alleine davon kommt, dass du in der Jugend vorm PC gesessen hast. Wurde denn Morb. Scheuermann ausgeschlossen?
ich hab keine ahnung - ich werd mal meine eltern fragen ob es aus meiner jugend noch befunde gibt. danach gab es wie gesagt jedenfalls keine fundierte untersuchung mehr.
minimine hat geschrieben: Sieht nach Rundrücken mit Hohlkreuz aus. Den Schweregrad muss ein Arzt diagnostizieren. Dafür brauchst du zur Erst-Diagnose eine Wirbelsäulen-Ganzaufnahme von vorne und von der Seite.
ja klar - ich denke das müsste ja auch in wien möglich sein. nach leonbaerg zu fahren hab ich auch schon überlegt. aber das ist halt verdammt weit weg. aber ich werde mal die schroth-leute in wien kontaktieren und fragen ob sie eine empfehlung haben. die aufnahme müsste ja jedenfalls hier möglich sein auch wenn hier nicht die besten expertInnen für therapie sitzen.

minimine hat geschrieben: Ob sich bei dir noch was verbessern lässt oder eben nur der aktuelle Stand zu halten ist muss ein guter!! Arzt feststellen. Hierbei spielt es z.B. eine Rolle, wie beweglich und aufrichtbar du bist, ob verkürzte Strukturen vorliegen, ob Keilwirbel vorliegen etc.
Als Behandlungsmöglichkeiten kommt KG nach Schroth, bestenfalls während einer Reha erlernt, sowie ein korrigierendes Korsett in Frage (sofern du dir das vorstellen könntest).
Kann ich eben nicht beurteilen. An und für sich habe ich keine Bewegungseinschränkungen allerdings bekomme ich den Rücken einfach so nicht gerade. Es ist aber eben so, dass er zunehmend Beschwerden macht und ich will da nicht mehr zusehen. Aber das kann wohl wirklich nur ein guter Arzt feststellen.
minimine hat geschrieben: Aus Österreich haben wir bisher noch von keinem Arzt gehört, der dir alle Möglichkeiten, d.h. sowohl aus diagnostischer Sicht, als auch die Therapien, anbietet. Nur jede Menge Ärzte, die verfrüht zur OP geraten haben. Dafür gibt es aber etliche Österreicher hier im Forum, die nach Leonberg zu Dr. Hoffmann fahren. Überlege es dir halt und v.a. lies dich hier im Forum ein wenig ein, fang am Besten beim Basiswissen an.
Da bin ich dabei - und deshalb ist mir die schlechte Situation hierzulande auch schon bekannt. Daneben werde ich wohl ein wenig Fachliteratur bemühen. Selbst ist der Wissenschaftler - wenn die Ärzte versagen muss man sich halt selber ein wenig bilden. Die Erfahrung eines guten Praktikers kann das aber leider niemals ersetzen.
minimine hat geschrieben:In Österreich gibt es mehrere ausgebildete Schroth-Therapeuten. Aber Schroth kann man richtig nur während einer Reha lernen. Zudem brauchst du dennoch erstmal eine ärztliche Diagnose und dann einen verordnungswilligen Orthopäden. Aber du könntest dich mal an Schroth-Praxen wenden, ob man dir nicht einen Orthopäden empfehlen könnte. Wie gesagt, achte darauf, dass dieser auch Ganzaufnahmen machen kann!!
Ja das werde ich - wie oben erwähnt - versuchen. Was die Reha betrifft so wird es wohl irgendwann darauf hinauslaufen es sei denn es begegnet mir ein besseres Konzept. Aber nach dem was die Erfahrungen der hier im Forum aktiven betrifft, dürfte das eher ausgeschlossen sein. Das ist halt leider eine Zeitfrage. Und die Mühe die Kasse zur Erstattung zu zwingen - aber das sollte nicht so ein Problem sein denke ich da ich für österreichische Verhältnisse recht gut versichert bin.
minimine hat geschrieben: Ach, wegen diesem Hocker:
Ich persönlich würde davon eher die Finger lassen und lieber einen Stuhl nehmen, bei dem du dich auch anlehnen kannst. Ansonsten wirst du erstens nach kürzester Zeit noch mehr in der Kyphose drin hängen, denn für längere Zeit kann sich kein Mensch aufgerichtet hinsetzen. Und zweitens wirst du dich total verspannen, wenn du dich krampfhaft versuchst, ständig aufgerichtet zu sitzen. ;)
Nun der Schmäh von den Dingern ist, dass man sich bewegen kann - es ist vom Sitzgefühl eher wie ein Gymnastikball. Und meiner Beobachtung nach lehnt man sich beim Arbeit am PC eher nicht an - ausser beim Lesen. Und da bin ich Papierverschwender und hab dafür ein Sofa im Büro. Das hilft meinem Rücken...
Aber es kann gut sein, dass du völlig Recht hast und es keine gute Idee ist. Es hätte mich interessiert ob jemand mit ähnlicher Haltung das mal getestet hat.

Danke für die umfassende Antwort!

lg hias

P.S.: Über Empfehlungen für den tiefen Südosten (sofern möglich), Eindrücke zu den Bildern und so weiter von anderen würde ich mich nach wie vor freuen!

Verfasst: Sa, 28.08.2010 - 01:42
von Dalia
OFF TOPIC:
hiasl_ hat geschrieben:
minimine hat geschrieben:Hallo hiasl,
magst du dich nicht registrieren hier im Forum? :)
hab ich - ist nur noch nicht freigeschaltet
Doch, du bist schon längst freigeschaltet.

Verfasst: Sa, 28.08.2010 - 12:21
von Klaus
hiasl hat geschrieben:Aber es kann gut sein, dass du völlig Recht hast und es keine gute Idee ist. Es hätte mich interessiert ob jemand mit ähnlicher Haltung das mal getestet hat
Man muss hier wirklich zwischen den Problemen eines "normalen" Rückens und der Situation bei Hyperkyphose (Rundrücken) deutlich unterscheiden!

Bei normaler Situation ist es natürlich gut, wenn man sich bei langer PC Arbeit auch mal zwischendurch bewegt. Und das wird mit so einem Hocker oder Sitzball o.ä. simmuliert.
Bei Deiner Situation kommt es aber darauf an, aus der Hyperkyphose herauszukommen, also sozusagen eine ständige Korrektur vorzunehmen.
Abgesehen davon, dass man in den meisten Fällen diese korrigierte Haltung (Schroth Prinzip) erst mal richtig lernen muss, wird es sehr anstrengend sein, auch eine optimale Haltung unterhalb der höchstmöglichen Schroth Korrektur auf Dauer einzunehmen.
Deswegen würde ich in erster Linie für einen Stuhl mit Rückenlehne sorgen, der diese Haltung gut und bequem ermöglicht.

Wenn Du Schroth gelernt hast, wirst Du sowieso tägliche Zeit mit den entsprechenden aktiven Übungen zubringen müssen und froh sein, am PC mal entspannen bzw. das positive Schroth Ergebnis passiv absichern zu können. :)

Gruss
Klaus

Re: kyphose - behandlungsoptionen abklären (in at...)

Verfasst: Mi, 15.09.2010 - 08:38
von Beda
hallo,

mir gehts ähnlich, bei mir wurde dann vor 2 Jahren ein abgelaufener Morbus Scheuermann festgestellt.

Schroth Therapeuthin kann ich dir Esther Klissenbauer empfehlen: http://www.skoliose.at/

Quasi im Nebenhaus ist auch ein recht guter Orthopäde, Dr. Kelaridis. Wenn du dort einen Termin ausmachst, dann achte drauf das er auch da ist. Das ist eine Gemeinschaftspraxis und ich hatte schonmal einen Termin bei einer anderen, die mich dann erst wieder auf ihn verwiesen hat.

lg

Re: kyphose - behandlungsoptionen abklären (in at...)

Verfasst: Mo, 25.10.2010 - 14:09
von hiasl
Beda hat geschrieben:hallo,
mir gehts ähnlich, bei mir wurde dann vor 2 Jahren ein abgelaufener Morbus Scheuermann festgestellt.
Schroth Therapeuthin kann ich dir Esther Klissenbauer empfehlen: http://www.skoliose.at/
Quasi im Nebenhaus ist auch ein recht guter Orthopäde, Dr. Kelaridis. Wenn du dort einen Termin ausmachst, dann achte drauf das er auch da ist. Das ist eine Gemeinschaftspraxis und ich hatte schonmal einen Termin bei einer anderen, die mich dann erst wieder auf ihn verwiesen hat.
Dange für die Empfehlungen! Ich werde den Orthopäden mal kontaktieren.

Was hast Du seither getan?

Ich war nun bei Dr. Hoffmann in LEonberg. Er meinte das ganze wäre nicht verhärtet und daher wohl noch recht gut korrigierbar und er hat mir zu einer Kostettbehandlung geraten. Die Frage ist nun die der Erstattung durch die Kasse. Um die muss ich mich nun bemühen (s.viewtopic.php?f=7&t=21498).