Hallo Dwarf
Du und Deine Tochter seid auf einem guten Weg!
Man kann mit und trotz Scheuermann ein gutes, erfülltes, liebevolles und erfolgreiches Leben führen. Vieleicht sogar ein besseres als die meisten "Gesunden" die gar nicht wissen, wie wertvoll das kostbarste Gut das Leben selbst ist.
Das was man für eine Erfolgreiche WS-Therapie (gleich ob Scheuermann/Skoliose oder Ähnl.) an Disziplin, Compliance, Kraft und Durchhaltevermögen trotz Schmerzen lernt, kommt einem ein Leben lang zu Gute! Man sollte es insofern sogar ein wenig positiv sehen!
Früher sind die Kinder einfach buckelig geworden. Heute kann man sehr gut helfen und heilen- wenn man bei den richtigen Ärzten landet. Versuch es mit Charite. Aber dränge darauf, daß Du so bald wie möglich mal einen Termin in Bad salzugen bekommst. Dr. Steffan soll abklären ob Deine Tochter noch zu jung für eine Schroth-Kur ist und was bis dahin zu tun ist um Fehler und unnötige Schmerzen zu vermeiden. Ich würde mich da nicht zu 100% auf Euren Berliner Orthopäden oder die Charite-Orthopäden verlassen.
Zur Ernährung. Ich weiß wie schwierig eine "Gesund-Fütterung" von 10-järigen Mädchen (von meinen Nichten und Patenkindern) ist. Das grenzt teilweise an Psychoterror! Anderseits sind/können Kinder in diesem Alter auch schon sehr verständig und einsichtig sein und nehmen auch Argumente sehr gut an, wenn sie das warum und wieso kapieren und verstehen wollen.
Die Menschheit konnte in ihrer Entwickungsgeschichte die Lust auf Süßes jahrhunderttausende ausschlieslich nur durch das Essen von Früchten stillen! (einzige Ausnahme: Wilder Honig nach einem Kampf mit wilden Mörderbienen) Zucker in heutiger Form gibts seit etwas um 100 Jahre. Inzwischen ist eine extrem aufgebauschte Süßigkeiten-Industrie rund um diesen industriellen Raffineriezucker entstanden. Was dieser von Ballaststoffen, Pflanzenfasern, Vitaminen und Mineralstoffen vollständig entleerte reine "Brennstoff" besonders an Kindern anrichtet, überblicken nicht einmal die meisten Ärzte! Eigentlich gehöhren auf Zucker und alle hochzuckerigen Produkte ( z. Ketschup, Cola, Limo, sogar manche Essiggurken!, Bonbons, Eis usw....) ähnliche Warnhinweise drauf wie auf Zigaretten!!!
Versuch Deiner Tochter das möglichst vernünftig klar zumachen. Immer wenn Sie lust auf Süß hat sich bewusst für Obst zu entscheiden und nicht auf die verlogene Süßigkeitenindustrie hereinzufallen!
Ansonsten viele Milchprodukte, Gemüse, Samen und Nüsse, z.B. Hafer ist sehr wertvoll- besser als Weizenprodukte. Wenn Weizenprodukte, dann Vollkorn- z.B. Nudeln. Für weises Mehl gilt fast das selbe wie für weißen Zucker!
Ich bin Agrarbiologe und meine Frau ist Dipl.Ökothrophologin univ. Gemeinsam verstehen wir ein klein bischen von Ernährung. Meine Frau hat ihre Diplomarbeit (suma cum laude) über Zucker, Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe geschrieben. Wenn ich das Zeug (den weissen Rübendreck) als "Vitaminräuber" bezeichnet habe, dann hat das seinen sehr guten Grund!
Gegen Fleisch ist weniger zu sagen. Wenn sie mal lust auf Buletten(wie Ihr Berliner zu Fleichküchle sagt) oder auf ein Pasta ascuta im Hackfleischsauce usw... da spricht weniger dagegen. Nur fette Wurst vermeiden!
Viel Milch-Quark-Käse usw... Produkte ist gut. Calzium, Eiweiß und Mineralien.
Trinken: Mineralwasser gerne mitstark verdünnten Fruchtsäften.
Ein Trick: Statt Apfelsaft einen ganzen frischen Apfel oder jede andere frucht in einem Mixer /Püriere ganz zerkleiern und mit viel Wasser zu einem trinkbaren Shake verschütteln. Das ist Durststillend, aber es sind nicht nur die wasserlöslichen Fruchzucker, Fruchtsäuren enthalten wie in filtriertem Apfelsaft sondern alle Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe, Fasern usw... Was sonst als wertvoller Obsttrester in die Tierernährung geht! Das selbe gilt für alle Früchte.
Versuche ergänzend zu Vitamin E auch ein noch wertvolleres Öl für deine Tochter zu bekommen: Nachtkerzenöl (Prostaglandol).
Man weis heute noch nicht genau, was M. Scheuermann auslöst oder veruracht und inwieweit es doch eventuell eine Autoimmunerkrankung ist. Wenn es so ist, so hat Nachtkerzenöl und ähnliche Öle der selben Gruppe hier einen sehr positiven Einfluss. Leider sehr teuer und nicht von KK übernommen!
Geht so oft wie möglich schwimmen- das ist sicher gut!
Halte uns auf dem laufenden. Eure Erfahrungen können wiederum anderen ebenfalls so jung betroffenen sehr helfen. gemeinsam zeigen wir dem bescheuerten Scheuermann die "Rote Karte"
Liebe Grüße in die Hauptstadt aus dem wilden Süden.
Euer Toni
Hallo Dwarf ( hast Du keinen schöneren Namen gefunden?)
Hier noch eine ergänzung zu vorher:
M.Scheuemann gilt zwar nicht offiziell als rheumatische Erkrankung, aber viele Symptome und die Schmerzen sind weitgehend identisch! Ich denke deshalb daß es kein fehler ist, sich an diese Diät-Empfehlungen der medical tribune zu halten:
http://www.medical-tribune.de/GMS/praxi ... umaschmerz
Auch hier wird wieder linolensäurehaltige Öle für den Prostaglandin-Stoffwechsel ( Fischöl, aber auch die pflanzlichen Öle von Nachtkerzensamen, Borretschsamen, Hanfsamen, Samen der schwarzen Johannisbeere usw... und viel Vitamin E empfohlen.
Hier noch ein Text:
Nachtkerzenöl wird aus dem Samen der Nachtkerze gewonnen, einem reichhaltigen Lieferanten für die essentiellen Fettsäuren Linolsäure (LA) und Gamma-Linolensäure (GLA). Die Indianer verwendeten sie bereits als Heilpflanze, u.a.zur Wundheilung und bei Hauterkrankungen. GLA ist eine spezielle ungesättigte Fettsäure, die außerhalb des menschlichen Organismus nur selten anzutreffen ist. GLA ist eine unerlässliche Zwischenstufe in der Prostaglandin-Biosynthese. Prostaglandine sind hormonartige Stoffe. Sie können in vielen Geweben und Organen gebildet werden und in äußerst geringen Mengen diverse physiologische Funktionen ausüben. Sie sind aktiv in der Zellteilung, Blutgerinnung, Blutdruckregulation, bei Entzündungsprozessen (!!!) und der Funktion der glatten Muskulatur.
Die Wirksamkeit von GLA bei einigen Erkrankungen konnte klinisch nachgewiesen werden, wie z.B. bei prämenstruellen Spannungsbeschwerden, Hautproblemen, erhöhtem Cholesterinspiegel und Alkoholismus. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen in unserer Nahrung nur in geringen Mengen vor. Zur Vermeidung von Defiziten müssen 3% der Nahrungsenergie durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren abgedeckt werden. [OPI]
Gruß Toni