Rundhohlrücken - Besuch beim Orthopäden

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Antworten
mousecat

Rundhohlrücken - Besuch beim Orthopäden

Beitrag von mousecat »

Hallo liebes Forum,

ich bin durch Zufall auf eure Seite gestoßen und habe mich bereits ein bißchen eingelesen.

Ich bin jetzt 23 und habe seit vielen Jahren einen Rundhohlrücken. bereits mit 13, 14 hat mich meine Familie zu mehreren Orthopäden geschleift, weil der Buckel einfach nicht schön anzusehen war. Ich habe schon unzählige Durchläufe Krankengymnastik, Rückenschule, Massage... hinter mir. Die Orthopäden haben mich immer mit der Bemerkung entlassen: Machen sie Sport für den Rücken, dann werden sie wieder gerade. Aber nichts da. Ich kann so viel Sport machen wie ich will, der Buckel bleibt. Ich habe keinen Einfluss auf die Wirbelsäule. Egal wie sehr ich mich strecke, sie wird nicht gerade. Jetzt bin ich seit geraumer Zeit im Fitnesscenter, habe einen speziellen Rückenplan, aber der bringt mir auch nichts.
Soweit hat sich das jetzt erstmal nur nach einem optischen Störfaktor angehört. Ich habe aber auch Schmerzen im Rücken, zumal ich neben dem Studium im Büro arbeite. Am schlimmsten empfinde ich die Schmerzen im Lendenbereich und im Nacken.
Mir wurde auch schon von mehreren Physiotherapeuten gesagt, dass mein becken nicht richtig steht, wahrscheinlich als Folge des Hohlkreuzes.

Als wären die Schmerzen und Probleme im Rückenbereich nicht genug, haben sich seit ein paar Jahren auch meine Knie und meine Hüfte bemerkbar gemacht. Ich habe X-Beine bekommen und starke Schmerzen im Knie und im Hüftbereich. Dann kann ich nicht laufen oder liegen.
Mir ist es auch schon passiert, dass ich aufgestanden bin, und dann einfach zur Seite weggebrochen und hingefallen bin, weil das Hüftgelenk nicht richtig gegriffen hat.
Ich habe jetzt wirklich versucht, in Eigenregie meinen Teil dazu beizutragen und intensiv Sport zu machen. Das bringt aber einfach nichts.
In meiner Familie haben alle Probleme mit dem Rücken, meine Schwester befindet sich ebenfalls seit Jahren in physiotherapeutischer Behandlung.
Mein Opa hat einen extremen Rundrücken.

Ich habe mir jetzt zum x-ten Mal einen termin bei einem Orthopäden geben lassen. ich bin mir sehr sicher, dass ich dort wieder nur abgewimmelt werden. Aber ich möchte erstmal eine richtige Diagnose haben. Die eine Orthopäden hat mir als ich 14 war gesagt, dass sich meine Wirbel durch den Rundrücken noch nicht beschädigt sind. Aber das ist fast 10 Jahre her.

Ich würde jetzt gerne wissen, was ich beim Orthopäden einfordern soll und wie ich dort auftreten soll. Da ich noch keine richtige Diagnose habe, kann ich mich zu keiner Krankheit belesen. Ich möchte nicht wieder nur Physiotherapie verschrieben kriegen, das bringt mir nichts.

Ich möchte unbedingt etwas an meiner Situation ändern!

Vielen Dank, dass ihr meinen Beitrag gelesen habt.

mousecat
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Re: Rundhohlrücken - Besuch beim Orthopäden

Beitrag von Toni »

mousecat hat geschrieben: Ich bin jetzt 23 und habe seit vielen Jahren einen Rundhohlrücken. bereits mit 13, 14 hat mich meine Familie zu mehreren Orthopäden geschleift, weil der Buckel einfach nicht schön anzusehen war.
Hallo Mousecat, erst mal herzlich willkommen!
Deine Anamnese beginnt schon mal wie die der meisten von uns.
mousecat hat geschrieben:Ich habe schon unzählige Durchläufe Krankengymnastik, Rückenschule, Massage... hinter mir. Die Orthopäden haben mich immer mit der Bemerkung entlassen: Machen sie Sport für den Rücken, dann werden sie wieder gerade. Aber nichts da. Ich kann so viel Sport machen wie ich will, der Buckel bleibt.
Genau das ist es ja, was viele und leider auch Orthopädie-Ärtze ("Sport-Ärzte") nicht begreifen wollen und können.
Glaub mir, es ist soooo ein Unterschied in der Korrektur-Effiziens zwischen SCHROTH-KG und "Sport". Erst wenn Du Schroth kannst, weist Du auch worauf es ankommt. Erst in einer Schroth-Reha lernst Du Schroth richtig und trainierst Du Dir in der WS die richtigen Muskeln an um Dich selbst zu begradigen.
mousecat hat geschrieben:Ich habe keinen Einfluss auf die Wirbelsäule. Egal wie sehr ich mich strecke, sie wird nicht gerade.
Es ist ein Riesen-Unterschied zwischen sich irgend wie strecken, oder einer systematischen, gezielten Aufrichtung nach Schroth.
Das besteht aus:
Lockerungs-Schwunggymnastik,
Dehnübungen gezielt auf das was bei Dir stark verkürzt und verspannt ist, Der richtigen Fußstellung,
der richtigen Beckenkorrektur ( Bei Rundrücken und Hohlkreuz nur 2 Beckenkorrekturen, Skoliosen haben bis zu 5 (!!!) Beckenkorrekturen, bei denen Du lernst auf die Stellung des Beckens ( Kippwinkel, usw...) selbst Einfluß zu nehmen,
Der Bauchmuskelspannung im Gegensatz zur Brustmuskeldehnung,
der gezielten Atmung,
der Haltung der LWS,
der Kopfhaltung mit Hals und Nacken,
der Stellung der Schultern
das Raffen hervorstehender Teile des Brustkorbes (Glockenthorax-untere Rippen, usw....
das ist teilweise bewegungslos aber noch anstrengender als Krafttraining.

Es wird dir niemals etwas nutzen, wenn Dir eine Nicht-Schroth-Terapeutin oder sonst wer sagt: Streck Dich, Richte Dich auf....!
Du wirst dich immer falsch und damit wirkungslos aufrichten und Dich immer schlimmer dabei verkrampfen und verspannen. Dann nehmen die Schmerzen zu und Du gehst in Schonhaltung, was es noch schlimmer machen wird.
Glaub mir, Du MUSST Schroth lernen, wenn Du Erfolg haben willst!

mousecat hat geschrieben: Jetzt bin ich seit geraumer Zeit im Fitnesscenter, habe einen speziellen Rückenplan, aber der bringt mir auch nichts.
Krafttraining erst NACH- Schroth-Reha! Erst dann kannst Du halbwegs sicher sein, daß Du dabei keine Fehler machst.
mousecat hat geschrieben: Soweit hat sich das jetzt erstmal nur nach einem optischen Störfaktor angehört. Ich habe aber auch Schmerzen im Rücken, zumal ich neben dem Studium im Büro arbeite. Am schlimmsten empfinde ich die Schmerzen im Lendenbereich und im Nacken.
Klaro, diese eile der WS müssen die Fehlstatik des Hohlkreuzes und des BWS-Buckels kompensieren und überanstrengen und verkrampfen sich dadurch ständig.
mousecat hat geschrieben: Mir wurde auch schon von mehreren Physiotherapeuten gesagt, dass mein becken nicht richtig steht, wahrscheinlich als Folge des Hohlkreuzes.
Aber die richtigen "Schroth-schen Beckenkorrekturen haben sie Dir natürlich nicht beigebracht das unfähige ignorante Pack!
mousecat hat geschrieben:
Als wären die Schmerzen und Probleme im Rückenbereich nicht genug, haben sich seit ein paar Jahren auch meine Knie und meine Hüfte bemerkbar gemacht.
Klar, Fehlstatik des Zentralachsenorgans führt im ganzen Körper zu Fehlstellungen, Verkürzungen und Verspannungen. Vielleicht liegt bei Dir auch schwaches Bindegewebe, schlechte Knorpel, (Osteochondrosis?) usw... vor?
mousecat hat geschrieben:Ich habe X-Beine bekommen und starke Schmerzen im Knie und im Hüftbereich. Dann kann ich nicht laufen oder liegen.
Mir ist es auch schon passiert, dass ich aufgestanden bin, und dann einfach zur Seite weggebrochen und hingefallen bin, weil das Hüftgelenk nicht richtig gegriffen hat.
Das klingt ernst und erfordert eine sehr sorgfältige Diagnose. Eventuell nicht nur beim Orthopäden sondern eventuell auch beim Neurologen.
mousecat hat geschrieben: Ich habe jetzt wirklich versucht, in Eigenregie meinen Teil dazu beizutragen und intensiv Sport zu machen. Das bringt aber einfach nichts.
In meiner Familie haben alle Probleme mit dem Rücken, meine Schwester befindet sich ebenfalls seit Jahren in physiotherapeutischer Behandlung.
Mein Opa hat einen extremen Rundrücken.
Dann hast Du eindeutig eine genetische familiäre Disposition.
mousecat hat geschrieben:
Ich habe mir jetzt zum x-ten Mal einen termin bei einem Orthopäden geben lassen. ich bin mir sehr sicher, dass ich dort wieder nur abgewimmelt werden. Aber ich möchte erstmal eine richtige Diagnose haben. Die eine Orthopäden hat mir als ich 14 war gesagt, dass sich meine Wirbel durch den Rundrücken noch nicht beschädigt sind. Aber das ist fast 10 Jahre her.
Du brauchst wirklich zuerst eine genaue Diagnose!
mousecat hat geschrieben:
Ich würde jetzt gerne wissen, was ich beim Orthopäden einfordern soll und wie ich dort auftreten soll. Da ich noch keine richtige Diagnose habe, kann ich mich zu keiner Krankheit belesen. Ich möchte nicht wieder nur Physiotherapie verschrieben kriegen, das bringt mir nichts.

Ich möchte unbedingt etwas an meiner Situation ändern!
Zuerst such Dir einen Orthopäden der in der Lage ist WS-Ganz-Röntgen-Aufnahmen im low-dose-Verfahren im Stehen zu machen.
Alle Orthopäden die nur Teil-Aufnahmen der WS machen können sind nicht auf Skoliose-Kyphose spezialisiert und haben keine Ahnung und können Dich nicht mal vermessen.
Teilaufnahmen ist ein absolutes KO- und "Auf dem Absatz kehrt-Kriterium"
Dann muss sich der Orthopäde für Dich Zeit nehmen, was ihm Deine gesetzliche KK NICHT bezahlt. Darum will Dich (fast) jeder Orthopäde nach spätestens 3 Minuten wieder los werden.
Der gute Orthopäde wird Dich vermutlich frontal und sagittal Ganz-WS röntgen, Dich in allen Gelenken ( Füße, Knie, Hüfte, Schultzern auf Beweglichkeitswinkel vermessen, er wird feststellen wo welche Muskeln und Sehnenstränge verspannt und verkürzt sind, wie Dein Bindegewebs.- und Muskeltonus ist, er wird die Restbeweglichkeit Deiner WS nach SCHOBER & OTT mit Finger-Fußboden-Abstand vermessen,
er wird das Röntgenbild nach Cobb in den Krümmungswinkeln vermessen und das Röntgenbild auf kleine Details wie Scheuermannzeichen und /oder Spangenbildung (Osteophythen) absuchen,
er wird Dich von hinten wie in einem Ringkampf umarmen und versuchen dich zu korrigieren und aufzurichten.
Dann wird er mit Dir reden und Dir edie Dioagnose erklären, die er gestellt hat.
Dann unterbreitet er Dir seine Therapievorschläge.
Das ist in erster Linie ein REHA-Antrag in eine Wirbelsäulen-Intensiv Reha.
Das kann auch ein Korsett sein.
Das können auch sofort einige Einheiten KG sein.
Eventuell müssen bei Dir auch einige Muskelverspannungen und Verhärtungen (Myogelosen) mit Massagen, Fango , Wärmebehandlung und Medikamenten behandelt werden. Es muss auch differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden, ob eventuell eine rheumatische Erkrankung (z.B. Morbus Bechterew) oder sonst was entzündliches vorliegt.
Das alles was ich beschriben habe muss DU vom Orthopäden einfordern.
Aber ACHTUNG: der "normale" Orthopäde hat für Dich max. 5 Minuten Sprechzeit eingeplant und wird Dich gar nicht erst zu Wort kommen lassen und Dich wieder zum Sport schicken.

Wenn Du das von mir beschriebene Programm sicher und für "nur" 50 € plus Reisespesen haben möchtest, dann gibt es dafür im Moment in ganz Deutschland derzeit leider nur einen Orthopäden, der das alles so realisiert: Dr. med. Dieter Hoffmann in Leonberg
mousecat hat geschrieben:
Vielen Dank, dass ihr meinen Beitrag gelesen habt.

mousecat
Nichts zu danken, dafür gibt es doch das Forum!
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
mousecat
Newbie
Newbie
Beiträge: 14
Registriert: Di, 01.04.2008 - 23:07
Wohnort: Nordhausen (Thüringen)
Kontaktdaten:

Beitrag von mousecat »

Hallo Toni,

vielen Dank für deine Antwort. Ich habe schon befürchtet, dass mir niemand antwortet, weil ihr euch jeden Tag unzählige Leidensgeschichten und das dazugehörige Rumgejammere anhören könnt.

Ich habe heute den ganzen Tag versucht, bei Dr. Hoffmann telefonisch durchzukommen, aber no way! Es war immerzu besetzt.
Ich hab jetzt aber schon in anderen Beiträgen gelesen, dass das wohl öfters so ist. Nun ja, ich werde mein Glück versuchen, bis ich endlich durchkomme.

Ich glaube, den Termin am Montag bei meinem hiesigen Orthopäden kann ich mir sparen, nachdem was du so geschrieben hast. Er ist Sportmediziner. Da nimmt er mich sicher nicht ernst.

Meine Eltern haben schon gesagt, dass sie mit mir nach Leonberg fahren. ist ein gutes Stück zu fahren. Ich komme ja aus Mittelthüringen. Aber den Weg nehme ich gerne auf mich.

Drückt mir die Daumen, dass das mit einem Termin klappt. Dann kann ich endlich sagen, was ich genau habe.
Obwohl ich das eigentlich gar nicht wissen will. Ängstlich bin ich schon, dass dann eine schlimme Diagnose gestellt wird. Aber die Schmerzen und die Optik mag ich auch nicht mehr haben.


LG mousecat
Benutzeravatar
SchwarzeSchnecke
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 736
Registriert: Sa, 20.01.2007 - 22:40
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Bindegewebsschwäche, Hypermobilität, Hyperkyphose, leichte sek. Skoliose 3b rechts, kissing spine disease (BWS), Bandscheibenprotrusionen; Depressionen
Therapie: Rahmouni-Korsett 2007-2012, Gymnastik/ KG (diverse), Schwimmen
Wohnort: Württemberg

E-mail Dr. Hoffmann

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo,
mousecat hat geschrieben:Ich habe heute den ganzen Tag versucht, bei Dr. Hoffmann telefonisch durchzukommen, aber no way! Es war immerzu besetzt.
Termine kannst Du auch per E-mail machen: skoliose-hoffmann-leonberg@t-online.de
Ich glaube, den Termin am Montag bei meinem hiesigen Orthopäden kann ich mir sparen, nachdem was du so geschrieben hast. Er ist Sportmediziner. Da nimmt er mich sicher nicht ernst.
Ich würde Dir raten, den Vorschlägen von Toni zu folgen. Der hat nämlich wesentlich mehr Ahnung als die meisten Orthopäden! :top: :-)
Auch die Tips von Klaus (der hier öfter schreibt) sind mehr als brauchbar. :-)
Meine Eltern haben schon gesagt, dass sie mit mir nach Leonberg fahren. ist ein gutes Stück zu fahren. Ich komme ja aus Mittelthüringen. Aber den Weg nehme ich gerne auf mich.
Hey, klasse! :-)
Das hätten meine Eltern nie getan und würden es auch jetzt – selbst da sie wissen, daß es mich wirklich weitergebracht hat – nicht. :|
Ich bin 22 und war im Februar 2007 das erste Mal bei Dr. Hoffmann.
Hab im März 2007 das erste Korsett bekommen (und in diesem März das zweite) – und war darin schon nach wenigen Wochen schmerzfrei –, mit Schroth-KG angefangen und im Januar 2008 eine Schroth-Reha in Bad Salzungen gemacht.
Dort kannst Du meine Geschichte nachlesen, wenn Du magst: viewtopic.php?t=6954

VG, Anne
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15227
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo mousecat,
Meine Eltern haben schon gesagt, dass sie mit mir nach Leonberg fahren. ist ein gutes Stück zu fahren. Ich komme ja aus Mittelthüringen. Aber den Weg nehme ich gerne auf mich.
Der Vollständigkeit halber möchte ich sagen, dass der Weg zur ambulanten Sprechstunde von Dr. Steffan in Bad Salzungen sicherlich sehr viel kürzer ist.
Aber, die Wartezeiten liegen aktuell bei ca. 6 Monaten!

Und wenn Du den Besuch bei Dr. Hoffmann mit einer REHA in Bad Salzungen verbindest, hast Du die Chance auch noch eine 2. Meinung durch Dr. Steffan zu bekommen.

Gruss
Klaus
mousecat
Newbie
Newbie
Beiträge: 14
Registriert: Di, 01.04.2008 - 23:07
Wohnort: Nordhausen (Thüringen)
Kontaktdaten:

Re: E-mail Dr. Hoffmann

Beitrag von mousecat »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben:Termine kannst Du auch per E-mail machen
Ich hab den Tipp befolgt, und hab jetzt am 24.04. einen Termin bei Dr. Hoffmann. Ich bin schon voll aufgeregt und auch etwas ängstlich! ;(

Ich lese mich so langsam durch das Forum. Ein Fakt springt mir immer wieder ins Auge: Wieso verschlechtern sich eure Krümmungen, obwohl ihr ein Korsett tragt? Ich verstehe das nicht. Soll das Korsett nicht positiv wirken? Für mich klingt es jetzt so, als würde ich mit einem Korsett krummer werden, als ich jetzt schon bin. Und das macht mir Angst. Ich hatte gehofft, dass ich wieder einigermaßen gerade werde und diese Körperhaltung eventuell dann auch ohne Korsett beibehalten kann. Aber jetzt hört es sich so an, als wenn mich das Korsett hält und ich ohne wie ein nasser Sack rumhänge. Bin ich dann abhängig von dem Korsett?

Irgendwie bin ich gerade sehr zerrissen.

mousecat
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15227
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

mousecat hat geschrieben:Ich hatte gehofft, dass ich wieder einigermaßen gerade werde und diese Körperhaltung eventuell dann auch ohne Korsett beibehalten kann. Aber jetzt hört es sich so an, als wenn mich das Korsett hält und ich ohne wie ein nasser Sack rumhänge. Bin ich dann abhängig von dem Korsett?
Ein korrigierendes Erwachsenen-Korsett ist in erster Linie eine Möglichkeit der Schmerzbekämpfung, insbesondere wenn Schroth allein nicht zum Erfolg führt.
Eine "Begradigung" durch ein Korsett sollte als Experiment verstanden werden, es ist bislang eigentlich noch von keinem berichtet worden, der das ohne Probleme geschafft hätte.
Es ist immer eine aktive Muskelpflege in Form von Schroth (und anderen ergänzenden Formen wie Fitness) nötig, deren Intenstät und Ausdauer ganz entscheidend Einfluss auf die tägliche Tragedauer des Korsetts haben. Ganz ablegen wirst Du es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht können!!

Man sollte sich also vorher sehr genau überlegen, ob man diese Abhängigkeit eingehen will, was natürlich von der ganz persönlichen Lebenssituation abhängig ist.
Wer grosse Schmerzen hat, wird wahrscheinlich nicht ohne Korsett auskommen oder sogar bei entsprechender Indikation an eine OP denken.

Eine Möglichkeit eines korrigierenden Korsetts ist auch die "lenkende" Wirkung bei der Schroth Therapie, wenn bestimmte Übungen erst dann wirklich gemacht werden können. Die Abhängigkeit ist da nur so lange gegeben, bis man problemlos üben kann.

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
SchwarzeSchnecke
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 736
Registriert: Sa, 20.01.2007 - 22:40
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Bindegewebsschwäche, Hypermobilität, Hyperkyphose, leichte sek. Skoliose 3b rechts, kissing spine disease (BWS), Bandscheibenprotrusionen; Depressionen
Therapie: Rahmouni-Korsett 2007-2012, Gymnastik/ KG (diverse), Schwimmen
Wohnort: Württemberg

Abhängigkeit

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

mousecat hat geschrieben:Ich hab den Tipp befolgt, und hab jetzt am 24.04. einen Termin bei Dr. Hoffmann. Ich bin schon voll aufgeregt und auch etwas ängstlich!
:arrow: Ich würde Dir raten, eine Art "Spickzettel" zu machen mit Deinen Fragen drauf, und den zu dem Termin mitzunehmen. Dann ist die Gefahr, in der Aufregung etwas Wichtiges zu vergessen, geringer.
Ich lese mich so langsam durch das Forum. Ein Fakt springt mir immer wieder ins Auge: Wieso verschlechtern sich eure Krümmungen, obwohl ihr ein Korsett tragt? Ich verstehe das nicht. Soll das Korsett nicht positiv wirken? Für mich klingt es jetzt so, als würde ich mit einem Korsett krummer werden, als ich jetzt schon bin.
:arrow: Zu den Krümmungen: Allgemein gilt: Je größer die Zahl, desto schlechter (außer bei Flachrücken). In einem (korrigierenden) Korsett sollte die Krümmung normalerweise geringer sein. Ob die Korrektur auch außerhalb des Korsetts gehalten werden kann, kommt auf verschiedene Umstände an, v.a. auf den Zustand der Muskulatur. Und dieser wiederum hängt davon ab, ob Du KG (vorzugsweise Schroth-KG) machst und rückengerecht Sport treibst.
Und das macht mir Angst. Ich hatte gehofft, dass ich wieder einigermaßen gerade werde und diese Körperhaltung eventuell dann auch ohne Korsett beibehalten kann.
Davon würde ich bei einer ausgewachsenen WS nicht ausgehen.
Aber jetzt hört es sich so an, als wenn mich das Korsett hält und ich ohne wie ein nasser Sack rumhänge. Bin ich dann abhängig von dem Korsett?
:!: Also bloßes Korsettragen ohne KG halte ich allgemein für falsch.

...Und dann kommt es natürlich noch darauf an, wie lange man das Korsett pro Tag trägt. Bei 23 Stunden täglich ist ein Muskelabbau sehr wahrscheinlich, aber die meisten erwachsenen Korsetträger tragen ihres nicht so lange. Manche tragen ihres nur nachts oder ein paar Stunden täglich. Das schränkt die Lebensqualität i.d.R. dann nicht so extrem ein.

Ich persönlich fühle mich von meinem Korsett schon in einer gewissen Weise abhängig, aber diese Art von Abhängigkeit ist mir wesentlich angenehmer als die Schmerzen, die ich davor hatte, und die Schmerzmittel, die ich dagegen täglich einnehmen mußte (und die mir keine 100%-ige Schmerzfreiheit verschafft haben).

:arrow: Du brauchst Dich ja nicht gleich für ein Korsett zu entscheiden; Dr. Hoffmann zwingt niemanden dazu.
Du könntest auch zuerst eine Reha in Bad Salzungen machen und dann dort entscheiden, ob Du ein Korsett möchtest.

VG, Anne
mousecat
Newbie
Newbie
Beiträge: 14
Registriert: Di, 01.04.2008 - 23:07
Wohnort: Nordhausen (Thüringen)
Kontaktdaten:

Beitrag von mousecat »

Hallo

und vielen Dank für eure Antworten.
Ich hab mir prophylaktisch gleich für den 25.04. einen Termin bei Herrn Rahmouni geben lassen. Falls ich wirklich ein Korsett brauche. Eigentlich war es so gedacht, dass ich falls nötig noch am selben Tag von Leonberg nach Stuttgart fahre, aber das passte zeitlich alles nicht so. Wie es ausschaut, übernachten meine Eltern und ich jetzt in Stuttgart.

Momentan machen mir meine Knie und Füße mehr Sorgen als der Rücken. Die tun immer so schrecklich weh.

Ich habe mir schon einen groben Spickzettel zusammengelegt. Allerdings sieht er rückentechnisch etwas mau aus. Ich habe ja noch nicht mal eine Diagnose, was ich haben könnte. Wenn ich mir die Fotos hier im Forum ansehe, dann sieht mein Rücken weitaus grader aus. Eine (verzeiht mir den Ausdruck!) richtige Kyphose scheine ich nicht zu haben. Eine Orthopädin hat vor vielen Jahren gesagt, dass meine Wirbel noch nicht keilförmig sind. Diagnose: M. Scheuermann???
Aber trotzdem habe ich einen krummen Rücken. Bei mir ist die Krümmung nur nicht ganz oben, sondern eher in der Mitte der WS. Also unterhalb der Schulterblätter. Ist das ein schlechtes Zeichen? Da schaut die WS auch deutlich raus.
Kann ich auf Grund der X-Beine davon ausgehen, dass ich eine Skoliose habe, weil ich schief laufe?

LG mousecat
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15227
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

mousecat hat geschrieben:Ich habe ja noch nicht mal eine Diagnose, was ich haben könnte.
Ja deswegen solltest Du erst mal abwarten, was Dr. Hoffmann sagt.
Eine Orthopädin hat vor vielen Jahren gesagt, dass meine Wirbel noch nicht keilförmig sind. Diagnose: M. Scheuermann???
Aber trotzdem habe ich einen krummen Rücken.
Also Krümmungen gibt es grundsätzlich in alle Richtungen!
Skoliose, Hyperkyphose, Hyperlordose.
Ein Morbus Scheuermann ist oft ein Auslöser für eine Hyperkyphose (Rundrücken), aber nicht die alleinige Ursache!
Entscheidend ist Krümmung selber und die entsprechende Behandlung!

Gruss
Klaus
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo,

ich wollte mich auch mal wieder melden.

Ich war jetzt bei einem normalen Kieferorthopäden, einem ganzheitlichen KFO und beim Physiotherapeuten. Und irgendwie wird man nach jedem Besuch immer verwirrter. Alle erzählen etwas anderes, jeder will nur Geld machen und ich weiß gar nicht mehr, was richtig bzw. gesund ist.

Beide KFO wollen mir eine feste Zahnspange verpassen, obwohl ich gesagt habe, dass diese wohl zu rabiat seien. Das heißt jetzt für mich mindestens 3 Jahre Spange und 5000 € Kosten. Ich habe eine Kieferfehlstellung, und die ist wohl schon ziemlich weit fortgeschritten. Der ganzheitliche KFO meinte, dass meine HWS-Skoliose daraus resultiere. Ja und mit diversen festen und lockeren Spangen (kein Bionator - habe mich extra informiert) soll mein Kiefer ohne OP nach vorn gebracht werden (habe einen Überbiss) und dann gekippt. Mein Kiefer steht jetzt quasi so wie dieses Symbol < (links habe ich einen Aufbiss, da sind auch die Schmerzen und Verspannungen und rechts beiße ich ins Leere)

Der ganzheitliche KFO rät mir zu sensomotorischen Einlagen (die ich auch komplett selbst zahle), weil ich angeblich unterschiedlich lange Beine habe Dr. Hoffmann war ja gegen Einlagen. Der normale KFO ignoriert die Beine komplett.

Mein Physiotherapeut drückt die ganze Zeit an meinen Knien rum, so dass ich kaum noch laufen kann und ziemlich an dieser manuellen Therapie zweifle. Das Beste war, als er mir bauchlings den Rücken durchgedrückt hat und ich dachte, er will mich durchbrechen. Er meinte, mit sechs Behandlungen reichen wir hier aber nicht. Das bedeutet wieder Kosten für mich.

Ich fühle mich jetzt total verar****, weil ich denen allen nicht traue. Die wittern nur die dicke Kohle, wie ich finde.

Und gestern hat Rahmouni angerufen, dass die Zusage fürs Korsett da ist. Ich bin unsicher, ob das der richtige Weg ist. (Hauptgedanke: Verschlechterung der Kniesituation + zukünftig häufiges Sitzen auf Grund meiner Diplomarbeit)

Bitte schreibt jetzt nicht, dass ich mehr im Forum lesen soll. Das verwirrt mich nur immer mehr (und ich lese ja schon viel).
Ich hab gelesen, dass mein Kurantrag ohne die Inanspruchnahme von ambulanten Therapien nicht genehmigt wird. Ich kann da noch nichts vorweisen.

Würde es denn reichen, wenn ich neben dem Korsett Physiotherapie für die Knie mache? Ich ziehe jetzt bald zurück zu meinen Eltern und da gibt es keinen ambulanten Schroth-Therapeuten.

mousecat
Antworten