Dani-RT83 hat geschrieben:hallo@ all,
habe hier im Forum schonmal mein leiden geschildert. Neuster Stand: Verknöcherte Spangenbildung im BWK 8/9 und M.Scheuermann mit Kyphose , COBB 60 Grad.
Ist es also richtig, daß Du NUR zwischen diesen beiden 8. und 9. thorakalen Wirbelkörpern eine echte Spangenbildung hast, was bedeutet, das die Spondylophythen (Auswüchse des Knochenteils) echt und vollständig überbrückt zusammengewachsen sind?
Dani-RT83 hat geschrieben:habe schon alle Konserativen Mittel ausgeschöpft
Du hast doch erst im Juni berichtet und dort Deine konservativen Therapien geschildert:
Dani-RT83 hat geschrieben:
Therapien bis jetzt:
Akupunktur
Osteopathie
2 mal die Woche Fango und KG und KGG
Aktuell auch Schmerztherapie mit Tabletten:
Ibuprofen 800 ret. 1-0-1
Valoron 200 ret. 1-0-1
Tetrazepam 100 0-0-1
(aber keine schmerzlinderung mehr nehme das seit Januar)
Die ambulante Reha hat mir nichts gebracht , im gegenteil die haben mich behandelt wie im Bootcamp. musste unter höllischen Schmerzen übungen machen.
Das hat logischerweise NICHTS gebracht, aber nun zu glauben Deine Kyphose sei Therapieresistent, glaube ich erst, wenn Du eine mindestens 4-Wochen- Reha in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim und ein Jahr Korsett-Therapie in einem Rahmouni hinter Dir hast und Du dann immer noch Schmerzen und 60° hast. Vorher bist Du auf keinen Fall konservativ austherapiert!
Dani-RT83 hat geschrieben: und war bei 3 verschiedenen Ärzten die alle unabhängig von einander gesagt haben das man eine OP machen muss
3 Ärzte gelten gar nichts, nach dem miner Ansicht nach 95% aller Orthopäden bei M.Scheuermann/Kyphose völlig inkompetent sind oder als WS-Chirurgen ihren Umsatz nur in aufwändigen WS-OP´s sehen. Warst Du denn schon bei Dr. Hoffmann und hat der Der Dir auch nur zur OP geraten?
Dani-RT83 hat geschrieben: da ich auch aus dem Wachstum draussen bin.
das ist Quatsch, das war ich schon mindetstens 35 jahre, als ich eine wirksame konservative Therapie mit Korsett und Schroth angefangen habe.
Dani-RT83 hat geschrieben:
die wollen die Verknöcherungen mit einem art Bohrer weg machen und dann die BWS aufrichten.
Wie aufrichten?
Wie lange Versteifungsstrecke?
Mit welchem Implantat?
Wieviele WK fusionieren?
Mit oder ohne ventrale Spondylodese/Thoraxöffnung?
Mit oder ohne Keilumkehrosteotomie?
Mit oder ohne Eigenblutspende?
Dani-RT83 hat geschrieben:
wie lange ist man nach so einer OP im Krankenhaus
Das kann man so nicht sagen. Heute kann es Dir passieren, daß Du wegen Fallpauschalen aus dem Bett geworfen wirst, OBWOHL Du noch seemeilenweit vom Zustand der selbstständigen Lebens- und Haushaltsführungsfähigkeit entfernt bist.
Hast Du jemand der Dich zu Hause Pflegt und Dich im Haushalt unterstützt?
Der Dir monatelang nach der OP alle Lasten über 3-5 kg trägt die Du selbst nicht heben kannst und darfst?
Hast Du jemand der Dich im Auto chauffiert, wenn Du selbst wegen eventuell Monate langer Morphium-Einnahme nicht mehr Auto fahren darfst?
Dani-RT83 hat geschrieben:und wie lange werde ich in der Reha sein??
Auch das hängt sehr von Art, Umfang und Ausmaß der OP ab. und wie Du die OP nicht nur physisch sondern auch psychisch verkraftest.
Einige stecken die OP nach wenigen Wochen weg wie eine Blinddarm-OP.
Andere sind danach sehr schwer traumatisiert und noch schmerzmittelabhängiger als vorher.
Auch eventuelle Komplikationen bis zum Tod durch Sepsis lassen sich nicht vorhersagen ( daran sterben nach OP´s in Deutschlandweit mehr Menschen als im Straßenverkehr!)
Dani-RT83 hat geschrieben:
werde ich nach der OP trotzdem Bewegungseinschränkungen haben??
Auch das ist sehr von der Länge und Lage der Versteifungsstrecke abhängig. Wenn nur 3 BWK miteinander fusioniert werden, wirst Du die Versteifung später kaum wahrnehmen. Aber was ist mit deinem BSV in der LWS? Wie wird das Problem gelöst?
Was ist mit dem "Rest" Deiner Körperhaltung?
Du hast dann ein ein schön gerades Stück von 4-5 verschraubten WK in der Brustwirbelsäule und der Rest vom Körper ....Hals, Nacken Kopfhaltung, Hängeschultern, Brustkorb, Beckenkippung, Hohlkreuz, Bauchmuskulatur usw... bleiben in der Fehlstatik und können dann nicht mehr richtig konsequent behandelt werden, da sich kaum jemand etwas mit einer operierten WS zu machen traut und Du als Operierter bei den Orthopäden aus "austherapiert" behandelt und immer nur zu Deinem Operateur "zurücküberwiesen" wirst?
Manchmal und leider nicht selten entwickelt sich aus einer zu kurzen Versteifungsstrecke eine Bogenschluß-Störung die zu sehr starken Spannungen an den Bandscheiben der nächstgelegenen unversteiften Zwischenwirbeln führt. Dann müsste nachoperiert und weiter versteift werden.
Zudem haben bereits vorher chronische Schmerzpatienten eine wesentlich geringere Chance nach der OP schmerzfrei zu werden, da die OP das sog. "Schmerzgedächtnis" NICHT löscht sondern eher aufheizt!
Dani-RT83 hat geschrieben:
Würde mich über eine Antwort freuen.
PS.: Toni weiß das bestimmt!

Ich weis nicht, ob Dich meine Antwort tatsächlich freut? Ich hab eher das Gefühl, Du bist (noch) nicht bereit für wirklich wirksame konservative Therapien und suchst in der OP eine für Dich schnelle und einfache, aber sicher nicht "bequeme" Lösung.
Bitte mach erst mal einen Termin Bei Dr. Hoffmann, dann sehen wir weiter.
Lass Dir auch mal in Ruhe erklären, warum, Dr. Hoffmann "seine" potentiellen OP-Patienten NICHT nach TÜB sondern entweder nach Freiburg oder Neustadt/Holst. schickt, obwohl das für Ihn und viele Patienten aus Bayern und Baden Württemberg viel einfacher und näher wäre (gleiches gilt auch für Langensteinbach, Vogtagreuth, Markgrönigen oder Heidelberg).
Bitte bereite Deine OP-Entscheidung noch viel sorgfältiger vor!!!!
Stelle kritische Fragenund lass Dich vom Operateuranhand DEINES Röntgenbildes genau erklären, was er vorhat zu tun.
Frag nach anderen vergleichbaren operierten Kyphosen die mit dem OP Ergebnis zufreiden sind und schmerzarm leben.
Lass Dich nicht abwimmeln.
Die Klinik die so eine OP durchführt, bekommt zwischen 30.000 bis 80.000 € dafür. Da sollte es schon mal drínn sein, daß der Operateur selbst mit Dir 10 Minuten lang spricht!
Ich hatte übrigens auch schon starke Ansätze der Spangenbildung bei 65 bis 68° BWS-Kyphose, aber sie waren noch nicht ganz zusammengewachsen.
Gruß Toni