Hyperkyphose nach Spondylodesen

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Klaus
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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Fr, 21.06.2019 - 20:52

Hallo Offdroddler,
Ich habe nächste Woche einen Termin bei Dr. Odak, um die Diagnose überprüfen zu lassen und mich über meine Möglichkeiten zu informieren.
Du hattest geschrieben:
ich habe Anfang Juli einen Termin bei Dr. Trobisch
Hast Du den jetzt zusätzlich?
Könnte man mit einem Rezept vom MVZ auch von Cctec in einer der Niederlassungen gut versorgt werden oder wäre das unglücklich, weil die Rückkopplung mit dem behandelnden Arzt fehlt?
In der Liste der Spezlalisten steht:
Dr. Steffan behandelt dort sowohl Privat- als auch Kassenpatienten und arbeitet überwiegend mit dem Korsettbauer Sanomed (aber auch anderen) zusammen oder je nach persönlichem Wunsch bzw. Wohnortnähe.
Das trifft mit Sicherheit auch für Dr. Odak zu und Dein Wunsch sollte zunächst kein Problem sein. Allerdings ist es tatsächlich unglücklich, wenn es dann keine Rückkopplung bzw. keine ärztliche Begleitung durch Dr. Odak gibt, weil die Entfernung für Dich zu groß ist. Evtl. kennt er einen Arzt (oder sogar Korsettbauer) mehr in Wohnortnähe, der für eine solche Begleitung bei Deiner Situation auch in Frage kommen könnte.

Nun ist es so, dass man bei CCtec aufgrund der Erfahrungsberichte den Eindruck gewinnen kann, dass hier auch eine kompetente Begleitung der Korsett-Therapie stattfinden kann, ohne dass ein Arzt dies in gewissen Abständen überprüfen muss. Ich denke, Du solltest bei CCtec in Berlin anrufen und anhand Deiner gewünschten Niederlassung nachfragen, ob dort auch eine ärztliche Begleitung möglich ist.
Ich würde auch Dr. Odak ganz offen ansprechen, ob Du aufgrund Deiner speziellen Situation (Reisefähigkeit und besondere Fehlstellung), u.U. ganz auf CCtec vertrauen könntest.

Vielleicht können Korsett-Trager mit CCtec-Erfahrungen etwas dazu sagen. Bedenke aber, dass eine Korsett-Therapie immer etwas sehr indivduelles ist.

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Fr, 21.06.2019 - 23:43

Hallo Klaus,

ich habe den Termin bei Dr. Odak zusätzlich gemacht, um eine weitere Meinung einzuholen. Da das MVZ eher zu einer konservativen Therapie tendiert, hoffe ich auf unabhängige Beurteilung meiner Situation. Letztlich muss ja überhaupt geklärt werden, ob meine Probleme überhaupt von der Hyperkyphose kommen und ob diese wirklich besteht.

Ob für mich eine Korsettbehandlung überhaupt in Frage kommt, bleibt abzuwarten. Ich bin für alle Vorschläge offen, mache mir aber auch Gedanken, wie ich mit der praktischen Umsetzung umgehen könnte.
Vielleicht hat ja ein Forenmitglied praktische Erfahrungen.

Die schon mal vielen Dank!
Offdroddler

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Klaus
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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Sa, 22.06.2019 - 14:35

Hallo Offdroddler,
Ob für mich eine Korsettbehandlung überhaupt in Frage kommt, bleibt abzuwarten. Ich bin für alle Vorschläge offen, mache mir aber auch Gedanken, wie ich mit der praktischen Umsetzung umgehen könnte.
Ich würde vorher möglichst viel klären, denn es ist immer besser, auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein.
Der telefonische Kontakt mit CCtec bezüglich Abklärung einer möglichen Korsett-Therapie in der praktischen Umsetzung kann sicherlich hilfreich sein. Die kennen ja die Situation in den Niederlassungen.
Welche Niederlassung würdest Du denn bevorzugen?
Grundsätzlich geht es in der Regel bei einer Therapie aber nicht um eine Maßnahme, die vom Arzt einmal verordnet wird und dann braucht man ihn nicht mehr. Hier wäre dann ein kooperierender Orthopäde am Wohnort von Vorteil.

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Sa, 22.06.2019 - 18:29

[. Hier wäre dann ein kooperierender Orthopäde am Wohnort von Vorteil.]

Hahaha....Ich gehe freiwillig zu keinem Orthopäden im näheren Umkreis. Hier läuft alles über meine Hausärztin.
Sollte ein Therapieansatz für mich in Frage kommen, müsste ich dann für die entsprechenden Kontrolltermine die Fahrt in Kauf nehmen. Vielleicht ginge es mir ja besser und ich könnte sogar selbst fahren oder die Bahn nehmen

Ich werde den Termin abwarten, wenn ich ein Rezept bekommen sollte, kann ich immer noch Details klären.Hamburg wäre näher, aber nicht wirklich nah.

Liebe Grüße
Offdroddler

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von kuddelmuddel123 » So, 23.06.2019 - 12:33

Hallo Offdroddler,

Klaus meinte mit dem kooperierenden Orthopäden vor Ort denke ich die Variante, über die ich auch nachdenke:
- MVZ in Sobernheim als qualifizierte Ärzte, die mir mir die Therapie beschließen und die Wirkung kontrollieren
- der Arzt vor Ort, der für eine Krankengymnastik die Rezepte ausstellt und auf die Meinung aus dem MVZ hört

Generell haben Ärzte abhängig von der Fachrichtung ein Budget für Krankengymnastik.
Hausärzte haben im Vergleich zu Orthopäden ein kleines Budget.
Sollte sich der Wert von 75 Grad für die Hyperkyphose bestätigen, dann liegt bei Dir ein "Besonderer Verordnungsbedarf für Heilmittel nach § 106b Abs. 2 Satz 4 SGB V" gemäß dieser Liste vor: https://www.kbv.de/media/sp/Diagnoselis ... f_2019.pdf
Damit sind glaube ich die Rezepte nach dem einmaligen Durchlauf durch einen Regelfall (3x6 Einheiten) außerhalb des Budgets.
Du müsstest halt mit Deiner Hausärztin klären, ob sie das vorordnen kann.

Viele Grüße, Kuddelmuddel

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » So, 23.06.2019 - 18:50

Hallo Kuddelmuddel,

die Rezepte für Physiotherapie sind kein Problem, ich habe die Verordnung außerhalb des Regelfalles bereits vor der neuen Diagnose beantragt und letztlich auch bewilligt bekommen. Dadurch kann meine Hausärztin großzügig verordnen und ist auch generell in der Schmerztherapie als Palliativmedizinerin eine große Hilfe.

Trotzdem vielen Dank für die Informationen!

Liebe Grüße
Offdroddler

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Mo, 24.06.2019 - 20:37

kuddelmuddel hat geschrieben:Klaus meinte mit dem kooperierenden Orthopäden vor Ort denke ich die Variante, über die ich auch nachdenke:
- MVZ in Sobernheim als qualifizierte Ärzte, die mir mir die Therapie beschließen und die Wirkung kontrollieren
- der Arzt vor Ort, der für eine Krankengymnastik die Rezepte ausstellt und auf die Meinung aus dem MVZ hört
Na ja, in diesem Fall dachte ich tatsächlich an einen Orthopäden, der die Diagnose bzw. die Vorgehensweise aus dem MVZ mit Überzeugung übernimmt und im Idealfall auch einfache Kontrollen durchführen kann. Aber Offdroddler hat ja schon angedeutet, dass Fahrten zu Kontrollterminen evtl. kein Problem sind.

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Di, 25.06.2019 - 11:49

..kein Problem sein dürfen, weil ich so einen Arzt hier nicht habe.
Für die generellen Dinge ist meine Hausärztin ein guter Ansprechpartner.
Ich werde berichten.

Liebe Grüße
Offdroddler

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Di, 09.07.2019 - 18:10

Ich möchte eine Rückmeldung geben und meine Eindrücke von meinen Besuchen in Bad Sobernheim und Simmerath schildern.

Dr. Odak hat sich Zeit genommen, auf Nachfrage erklärt und wirkte sympathisch. Sein Therapievorschlag ist ein Rahmenstützkorsett zur Schmerztherapie, welches mich aufrichten soll und dadurch meine Probleme verringern.
Bei Sanomed würde ich anschließend gescannt und vermessen und habe einen Termin zur Anprobe bzw. Endfertigung. Ich finde es sehr patientenfreundlich, dass diese Maßnahmen in die Wege geleitet werden, auch wenn der Patient, wie ich, ausdrücklich betont, dass er noch Bedenkzeit braucht.
Dr. Trobisch hat sich sehr gründlich mit meinen EOS-Aufnahmen beschäftigt. Er misst einen Kyphosewinkel von 80°.Meine Beschwerden werden durch die starke Krümmung verursacht, bei einer operativen Lösung besteht aber ein recht hohes Risiko, dass der Bereich oberhalb der neuen Strecke wiederum abkippt, was fatale Folgen durch die neurologischen Strukturen haben könnte. Von einer Operation rät er derzeit deshalb ab, ich bin da völlig seiner Meinung. Eine Korsettbehandlung steht er positiv gegenüber.

Mein Weg führt mich also in zwei Wochen wieder nach Bad Sobernheim. Wir planen ein paar Tage Urlaub, somit könnten auch kleine Korrekturen in der Zeit erledigt werden.
Der Kostenvoranschlag ist bereits bewilligt. Ich hatte nach einer Operation bereits eine Rumpforthese, ahne also, was auf mich zukommt und organisiere schon gedanklich meinen Kleiderschrank und informiere mich über Korsetthemden. Ich bin sehr froh, dass ich den OT, eigentlich mehr spaßeshalber, nach mehr Luftlöchern gefragt habe. Daraufhin wurde mir die Karbonvariante vorgeschlagen, für die ich ~85€ zuzahlen muss, aber hoffentlich nicht ganz so schwitze.

Ich bin froh, dass ich mir beide Meinungen eingeholt habe. Jetzt werde ich das Beste aus der Situation machen und hoffe, dass das Korsett mir Lebensqualität zurückbringt.

Vielen Dank an Alle, die mir hier (und auch sonst 👋🏻) geholfen haben!

Offdroddler

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Mi, 10.07.2019 - 21:22

Hallo Offdroddler,

es freut mich, dass es jetzt zu dieser eindeutigen Vorgehensweise gekommen ist.
Trotzdem würde ich gern wissen, wieviel Grad Deine von Dir angesprochene anoperierte Hyperlordose hat? Oder ist das kein Thema?

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Mi, 10.07.2019 - 21:41

Das war kein Thema, Dr. Trobisch sprach lediglich davon, dass Neustadt es vielleicht etwas zu gut gemeint hat. Generell ist er aber mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden. Es scheint ein prinzipiell schlechter Zustand meiner BWS vorzuliegen, der die Kyphose begünstigt hat.
Einen Bericht aus Bad Sobernheim habe ich noch nicht.

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Ungerader » Do, 11.07.2019 - 00:09

Offdroddler hat geschrieben:
Di, 09.07.2019 - 18:10
Daraufhin wurde mir die Karbonvariante vorgeschlagen, für die ich ~85€ zuzahlen muss, aber hoffentlich nicht ganz so schwitze.
Wenn du das Teil hast, berichte doch bitte einmal ob sich der Aufpreis lohnt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es temperaturtechnisch einen Unterschied macht.

LG
Ungerader

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Do, 11.07.2019 - 08:07

[Wenn du das Teil hast, berichte doch bitte einmal ob sich der Aufpreis lohnt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es temperaturtechnisch einen Unterschied macht.]

Ich habe doch keinen Vergleich, deshalb wird das schwierig.
Meine Hoffnung ist einfach, dass weniger Material auch etwas mehr Luft bedeutet und dadurch vielleicht weniger schwitzen. Dafür zahle ich gerne einen Aufpreis. Meine Rumpforthese, die ich nach der zweiten Spondy tragen musste, war sehr kompakt und unterscheidet sich schon mal generell von dem Modell, welches man mir gezeigt hat.
Letztlich ist es schnurz, ich habe keine Wahl. Mir geht es gerade wieder so schlecht (Atmung, Magen, Schmerzen), dass ich auch eine Tupperdose als Therapievorschlag reizend fände ;)

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Do, 11.07.2019 - 17:59

Hallo Offdroddler,
Das war kein Thema, Dr. Trobisch sprach lediglich davon, dass Neustadt es vielleicht etwas zu gut gemeint hat.
Na ja, für das Korsett und auch für Dich wäre es schon wichtig zu wissen, ob in der LWS korrigiert werden soll oder nicht. Eigentlich müsste es doch auch ausgemessene Winkel der LWS in den EOS Aufnahmen geben?

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Do, 11.07.2019 - 19:13

Die LWS kann nicht korrigiert werden, weil alles verknöchert ist.
In der EOS-Aufnahme gibt es keine Maße.

Ich vertraue jetzt darauf, dass alles richtig läuft, wie es es läuft. Ich werde aufgerichtet und habe hoffentlich weniger Probleme. Da es zudem derzeit alternativlos ist, ist mir die Gradzahl der Lordose ehrlich gesagt ziemlich egal.

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Fr, 12.07.2019 - 12:28

Die LWS kann nicht korrigiert werden, weil alles verknöchert ist.
Da hast Du natürlich recht.

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » So, 28.07.2019 - 12:48

Moin,
ich möchte Euch kurz eine Rückmeldung geben und vor allem ein großes Dankeschön dalassen.
Dieses Forum ist vielleicht nicht mehr soooo aktiv, aber durch die Beiträge aus vielen Jahren eine wahre Fundgrube an Wissen und Erfahrungen. Ich wäre sehr naiv in das Abenteuer Korsett geschlittert oder hätte es nicht gewagt.

Ich habe am vergangenen Dienstag mein Korsett bei Sanomed abgeholt. Es wurde über Stunden immer wieder geändert und angepasst und ich bin kurz vor Feierabend mit dem Korsett ohne Reklinationshörnchen und mit einem geschenktem Hemd mit V-Ausschnitt und Ärmeln und zwei gekauften Trägerhemden endlich aus dem Gebäude marschiert. Meine Familie hatte ich zwischenzeitlich in die Ferienwohnung geschickt, ich konnte mich in einer Kabine hinlegen, sonst wäre es nicht gegangen.
Am Mittwoch waren wir in Mainz. Ich habe das Korsett brav getragen, um eventuelle Passformprobleme zu bemerken, solange wir in der Nähe von Bad Sobernheim sind. Zu ziemlichen Muskelschmerzen, vor allem beim Sitzen, kamen Scheuerstellen unter den Achseln. Bei fast 40° C war das ein Härtetest für Mensch und Material. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich viel länger laufen konnte, ohne dass mein Bein lahm wurde und dass ich generell belastbarer war.
Am Donnerstag wollte ich nur kurz das Korsett unter den Achseln kürzen lassen. Leider bin ich nicht so glimpflich davongekommen... das Scheuern wurde nicht nur durch zu viel Material verursacht, ich kippte dann doch zu sehr nach vorn und habe jetzt doch Reklinationshörnchen. Die Pelotten wurden etwas entschärft, jetzt ist es auch nicht mehr ganz so schmerzhaft.
Diese Reklinationshörnchen quälen mich derzeit noch sehr. Ich habe sie mittlerweile mit Verbandmaterial etwas abgepolstert, diese Metallarme scheuern ziemlich und ich bin recht blau. Auch Arbeiten vor dem Körper oder oberhalb sind blöd, aber ich gewöhne mich langsam. Hier ist es immer noch sehr warm, außerdem habe ich nur ein vernünftiges Hemd für Hörnchen ( weitere sind bestellt), die Trägerhemden sind für dieses Wetter besser, abgepolstert sind sie auch tragbar.
Generell hilft mir das Korsett sehr. Wir haben gerade unsere übliche Sonntagsrunde absolviert. Ich bin schmerzfrei bis nach Hause gekommen, normalerweise lahme ich irgendwann extrem und brauche meine Stöcke. Die Hörnchen erinnern an die Aufrichtung. Je mehr ich zusätzlich aktiv arbeite, desto besser und schmerzfreier fühle ich mich. Wenn das nicht so wäre, würde sich vermutlich kein normaler Mensch in so eine Plastikschüssel sperren lassen ;)

Ich grüße Euch alle und hoffe auf gemäßigtere Temperaturen!
Offdroddler

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Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Lady S » Mo, 29.07.2019 - 14:07

Das hört sich ja super an! Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!
Offdroddler hat geschrieben:
So, 28.07.2019 - 12:48
Dieses Forum ist vielleicht nicht mehr soooo aktiv, aber durch die Beiträge aus vielen Jahren eine wahre Fundgrube an Wissen und Erfahrungen.
Das finde ich auch! Leider wissen das viele nicht zu nutzen und erwarten eine Einzelberatung, auf dem Silbertablett serviert.
Bitte berichte doch weiter, wie es Dir geht!

Irgendwo in diesem Thread habe ich gelesen, dass Du ein Rahmenstützkorsett bekommen sollst. Das ist jetzt aber keines, oder?
Grüsse, Lady S

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Klaus » Mo, 29.07.2019 - 18:07

Offdroddler hat geschrieben:Dieses Forum ist vielleicht nicht mehr soooo aktiv...
Ich denke nicht, dass die Aktivität ein Qualitätsmerkmal sein muss, wenn es nur um die Anzahl der Antworten in kurzer Zeit auf einen Thread geht. Gerade in Deinem speziellen Fall darfst Du nicht erwarten, dass es viele User in ähnlicher Situation gibt, die dann auch noch regelmässig das Forum besuchen.
Lady S hat geschrieben:... und erwarten eine Einzelberatung, auf dem Silbertablett serviert.
Selbst das Silbertablet wird manchmal nicht gesehen. ;)

Gruß
Klaus

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Re: Hyperkyphose nach Spondylodesen

Beitrag von Offdroddler » Mo, 29.07.2019 - 19:56

@Lady S
Doch, das ist laut Rechnung ein modifiziertes Rahmenstützkorsett mit Reklinationsbügeln. (Ich kann kein Foto anhängen, angeblich ist die Datei zu groß.)

@Klaus
Ich habe das Forum als große Hilfe empfunden. Letztlich ist alles schon mal geschrieben und man findet es problemlos. Im Vergleich zur Aktivität in den diversen Facebookgruppen ist es hier definitiv ruhiger, dafür aber auch netter. Die russischen Freunde verschwinden hoffentlich bald wieder ;)

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