Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Bordi
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Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Bordi » Mo, 03.06.2019 - 16:06

Hallo alle zusammen,

seit etwa 5 Wochen habe ich nun mein neues Boxspringbett und seitdem leider morgens immer Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Kurz zu mir: ich bin 25 Jahre alt, hatte in meiner Jugend Morbus Scheuermann und dementsprechend eine recht ausgeprägte Hyperlordose und Hyperkyphose. Zudem wurde von etwa 2-3 Jahren mal eine Bandscheibenvorwölbung im Lendenwirbelbereich diagnostiziert, die zuleitetet aber zumindest beim schlafen keine Probleme mehr gemacht hat. Bevor ich das Boxspringbett bekam habe ich meist in eher ungünstigen Schlafpositionen (zwischen Seiten- und Bauchlage) auf meiner alten Wohncouch geschlafen. Merkwürdiger Weise hatte ich dabei kaum bis keine Rückenschmerzen. Die ersten Nächte auf meiner H3-Matratze mit Viskotopper waren sehr schmerzhaft, irgendwann blieb der morgendliche Schmerz im Lendenwirbelbereich dann auf gleichem Level und verbesserte sich nicht mehr. Anzumerken ist, dass ich seitdem ich das neue Bett habe, versuche konsequent in Rückenlage zu schlafen. Vielleicht ist auch das der Ursprung allen Übels. Soll aber eigentlich ja am gesündesten sein. Hinzu kommt, dass ich seitdem ich das neue Bett habe ununterbrochen eine ISG-Blockade habe, sodass morgens mitunter schwer zu differenzieren ist, ob der Schmerz im Lendenwirbelbereich sitzt oder daneben am ISG-Gelenk. Ob ISG-Blockade und neues Bett wirklich in einem Zusammenhang stehen weiß ich nicht. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass das Bett eher zu weich ist, sodass ich statt einem Viskotopper noch einen Kaltschaumtopper auf der H3-Matratze getestet habe. Die Schmerzen wurden ein wenig weniger. Komischerweise hatte ich kaum Schmerzen, als ich nun zum ersten Mal die H2-Seite meiner Freundin mit Viskotopper getestet habe (vielleicht ein Zufall? Werde ich die nächsten Tage weiter testen), obwohl mir diese subjektiv viel zu weich vorkommt. Ich hätte auch noch die Gelegenheit, meine H3-Seite gegen eine H4-Seite zu tauschen, was meiner subjektiven Meinung entsprechen würde. Dies deckt sich auch mit meiner Bemerkung, dass ich auf der sehr harten Matratze im Gästebett meiner Großeltern, auf dem ich die letzten 4 Tage geschlafen habe, weniger Probleme im Lendenwirbelbereich hatte, dafür aber im BWS-Bereich, da die Schulter wirklich gar nicht einsinkt. Das steht aber wieder im Gegensatz zu meiner Erfahrung mit der H2-Seite meiner Freundin. Habt ihr noch Ideen, woran meine Probleme liegen könnten und wie ich diese minimieren könnte? Das teure Boxspringbett im Schlafzimmer leer stehen zu lassen und stattdessen zurück auf die alte Couch zu gehen, finde ich nur bedingt sinnvoll . Weiterhin habe ich vier Bilder angehängt, auf denen ich in Seitenlage auf H2-/H-3 Matratze mit Visko- bzw. Kaltschaumtopper liege, mit der Bitte um objektive Bewertung. Die Bilder mit Bezug auf dem Topper ist der Kaltschaumtopper, diejenigen ohne Bezug der Viskotopper.

Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus
Bordi
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Kaltschaumtopper, Matratze H3
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Viskotopper, Matratze H2
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Viskotopper Matratze H3
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Kaltschaumtopper Matratze H2
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Saphira
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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Saphira » Di, 04.06.2019 - 08:48

Hallo Bordi,

wie schläfst du denn in Rückenlage: mit erhöhtem Kopf- und/oder Fußteil oder völlig flach? Hast du ein Kopfkissen, wenn ja wie dick ist dieses? Also komplett flach auf dem Rücken könnte ich nicht liegen. Da bekäme ich auch umgehend heftige Rückenschmerzen. Wer sagt denn, dass reine Rückenlage am gesündesten sei? Ich kenne niemanden, der rein auf dem Rücken schlafen kann. Ich musste es für einige Zeit mal nach einer größeren orthopädischen Operation. Das ging aber nur mit erhöhtem Kopfteil und Kissen unter den Beinen. Ich war allerdings froh, wieder auf der Seite schlafen zu können.

Also variiere mit deiner Schlafposition und schlafe so, wie es für dich am bequemsten ist und versuche nicht zwanghaft konsequent nur auf dem Rücken zu schlafen. Das führt nur zu Schlafstörungen. Meist dreht man sich nachts ohnehin mehrmals um und schläft nie die ganze Nacht in ein und derselben Position.

Grüßle,

Saphira
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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Klaus » Di, 04.06.2019 - 11:00

Hallo Bordi,

grundsätzlich ist eine Matratze keine Therapieoption bei Fehlstellungen der Wirbelsäule. Insofern sollte der möglichst schmerzfreie Schlaf die Priorität haben!
und dementsprechend eine recht ausgeprägte Hyperlordose und Hyperkyphose.
In Deiner dargestellten Seitenlage kann man schlecht etwas zur Auswirkung auf Rundrücken/Hohlkreuz sagen. In dem Bild "Viskotopper, Matratze H2" könnte man sogar vermuten, dass das Hohlkreuz ins Gegenteil umschlägt. Hier müsste man von oben gucken.
Wichtig ist natürlich bei der Situation, ob es eine begleitende Skoliose gibt, was häufig die Regel ist. Hier wäre eine möglichst gerade gelagerte Wirbelsäule (incl. HWS) von Vorteil, wenn nicht der Schmerz dagegen steht. Das Bild "Kaltschaumtopper Matratze H2" ist ein Beispiel dafür, was man aber vermeiden sollte.

Bei Hyperkyphose/Hyperlordose als eigentliches Problem ist die Rückenlage wirklich vorzuziehen. Hier muss man persönlich testen, wie weit man mit der eigentlich erforderlichen stützenden Wirkung der Matratze gehen kann, ohne schlafbehindernde Beschwerden zu haben.
In der Seitenlage kann es von Vorteil sein, jeweils ein Bein anzuwinkeln.

Da dies Dein erster Post ist, stellt sich auch die Frage, was Du bislang an Behandlung durchgeführt hast. Eine zielgerichtete konservative Therapie kann schon Auswirkungen auf die Auswahl einer Matratze haben.

Gruß
Klaus

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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Bordi » Di, 04.06.2019 - 13:27

Hallo zusammen und vielen Dank für eure Antworten!
Saphira hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 08:48
wie schläfst du denn in Rückenlage: mit erhöhtem Kopf- und/oder Fußteil oder völlig flach? Hast du ein Kopfkissen, wenn ja wie dick ist dieses?
Da ich gelesen habe, dass es eigentlich ohne Kissen am gesündesten sein soll, habe ich dies eine zeitlang ausprobiert. Gelegentlich lege ich mir ein kleines Kissen unter die Knie, die Matratze ist völlig flach. Ohne ein Kopfkissen kann ich jedoch nur schlecht einschlafen, sodass ich aktuell entweder ein normales Kopfkissen unter den Kopf lege oder wahlweise ein Nackenkissen von Tempur.
Saphira hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 08:48
Wer sagt denn, dass reine Rückenlage am gesündesten sei?
Das habe ich so häufig gelesen. Gerade beim Schlafen auf der Seite winkel ich die Beine meist an, sodass die hintere Oberschenkelmuskulatur ja noch mehr verkürzt. Bei der Rückenlage soll sich nachts quasi alles "aufdehnen", so habe ich es jedenfalls gelesen.
Saphira hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 08:48
Also variiere mit deiner Schlafposition und schlafe so, wie es für dich am bequemsten ist und versuche nicht zwanghaft konsequent nur auf dem Rücken zu schlafen.
Inzwischen habe ich mir so antrainiert, auf dem Rücken zu schlafen, dass ich mich wohl spätestens nachts unbewusst immer wieder auf den Rücken lege. Früher habe ich eher in einer Mischung aus Seitenlage und Bauchlage geschlafen.
Klaus hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 11:00
Wichtig ist natürlich bei der Situation, ob es eine begleitende Skoliose gibt, was häufig die Regel ist. Hier wäre eine möglichst gerade gelagerte Wirbelsäule (incl. HWS) von Vorteil, wenn nicht der Schmerz dagegen steht. Das Bild "Kaltschaumtopper Matratze H2" ist ein Beispiel dafür, was man aber vermeiden sollte.
Eine geringe Begleitskoliose ist vorhanden.
Klaus hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 11:00
Bei Hyperkyphose/Hyperlordose als eigentliches Problem ist die Rückenlage wirklich vorzuziehen. Hier muss man persönlich testen, wie weit man mit der eigentlich erforderlichen stützenden Wirkung der Matratze gehen kann, ohne schlafbehindernde Beschwerden zu haben.
So habe ich es auch gelesen, nur leider schlafe ich bisher nicht schmerzfrei auf dem Rücken. Vielleicht liegt es am Ende auch gar nicht an der Matratzenwahl. Ich hatte schonmal eine Phase, wo ich jeden morgen mit Schmerzen im LWS aufgewacht bin, die dann irgendwann mehr oder weniger vorbei ging. Es wäre nur merkwürdig, dass die Probleme sofort nach dem Bettwechsel nicht auf das Bett zurückzuführen sind.
Klaus hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 11:00
In der Seitenlage kann es von Vorteil sein, jeweils ein Bein anzuwinkeln.
Das mache ich auch immer und es entlastet auch die LWS. Nur Schlafen tue ich in dieser Position vermutlich nicht sonderlich lange, sondern bewege mich dann im Schlaf in eine ungünstigere Position.
Klaus hat geschrieben:
Di, 04.06.2019 - 11:00
Da dies Dein erster Post ist, stellt sich auch die Frage, was Du bislang an Behandlung durchgeführt hast. Eine zielgerichtete konservative Therapie kann schon Auswirkungen auf die Auswahl einer Matratze haben.
Ich habe bisher keine Behandlung in dem Sinne durchgeführt. Hin und wieder mal Physiotherapie, die ich allerdings zu Hause nie konsequent weitergeführt habe. Ich gehe seit geraumer Zeit wieder regelmäßig Badminton spielen, das hilft schon ein wenig. Seitdem die Probleme wieder akut sind, versuche ich selber ein wenig zu Hause zu machen (Stufenlagerung, ein paar Dehn- und Halteübungen und seit gestern auch ein wenig Blackroll).

Aufgrund der Empfehlungen hier war ich im Januar letzten Jahres bei Herrn Hoffmann, der mir manuelle Therapie verschrieb und eine Reha vorschlug. Beides habe ich bisher aufgrund privater Umstände jedoch noch nicht umsetzen können. Zumindest die manuelle Therapie würde ich in diesem Jahr dann doch gerne irgendwann noch einmal beginnen, solange ich dafür ein neues Rezept von Dr. Hoffmann bekomme.

Da die Frist für den Umtausch langsam abläuft, werde ich wohl zunächst einmal die H3-Matraze gegen die H4-Matratze umtauschen und den Kaltschaumtopper behalten, der mir vom Liegegefühl mehr zusagt als der Viskotopper.

Liebe Grüße
Bordi

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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Klaus » Mi, 05.06.2019 - 14:25

Hallo Bordi,
Aufgrund der Empfehlungen hier war ich im Januar letzten Jahres bei Herrn Hoffmann, der mir manuelle Therapie verschrieb und eine Reha vorschlug. Beides habe ich bisher aufgrund privater Umstände jedoch noch nicht umsetzen können. Zumindest die manuelle Therapie würde ich in diesem Jahr dann doch gerne irgendwann noch einmal beginnen, solange ich dafür ein neues Rezept von Dr. Hoffmann bekomme.
Ich weiß nicht, warum Dr. Hoffmann damals manuelle Therapie verordnet hat, das gehört in der Regel eigentlich nicht zur zielgerichteten Behandlung. Wohl aber die Schroth REHA mit den speziellen Übungen, die man dann zuhause ständig weiterführen muss. Ohne so eine aktive Muskelpflege, bei der es auch um gezielte Dehnung geht, wirst Du nicht weiterkommen. Deshalb würde ich an Deiner Stelle einen neuen Anlauf bei der Nachfolgerin Dr. von Richthofen machen.

Um welche Gradzahlen geht es denn bei Deiner Hyperkyphose/Hyperlordose?

Gruß
Klaus

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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Duke » Fr, 07.06.2019 - 07:38

Hallo Bordi,

also wenn ich das so lese dann stellt sich mir wirklich eher die Frage, ob nicht weniger die Matratze das Problem ist, sondern die Fehlstellung/Fehlhaltung des Rückens.

Grundsätzlich kann man sich Klaus nur anschließen. Rückenlage ist grundsätzlich besser. Liegst du auf der Seite beim schlafen, dann ist das für dich eine Position in dem deine Hüftbeuger "verkürzen". Dies kann dein Hohlkreuz/Hyperlordose und die Spannungsmuster in deinem Körper mit der Zeit verstärken.

Bei der Rückenlage hat der Körper die Möglichkeit, Verkürzungen und Spannungsmuster die über den Tag durch z.B. zu langes sitzen entstanden sind, besser auszugleichen.

Es ist Nachts aber natürlich so, dass man nie 100% auf dem Rücken schläft. Man bewegt sich genau wie am Tag, was auch gut ist, da so ein Nährstoffaustausch in den Bandscheiben erfolgt. Daher ist es auch ein Mythos, dass die Matratze sich an den Körper anpassen muss. Um so bequemer es ist, um so weniger bewegt man sich in der Nacht.

Manuelle Therapie ist eine gezielte Therapie deines Rückens.

Du solltest doch noch einmal einen Spezialisten aufsuchen, deine Situation genau abklären und dann dein Problem gezielt angehen (z.B. Schroth).

Grüße Duke

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Re: Matratze und Topper bei Hohlrundrücken und LWS-Problemen

Beitrag von Klaus » Fr, 07.06.2019 - 17:21

Hallo Duke,
Manuelle Therapie ist eine gezielte Therapie deines Rückens.
Du hast Dich vermutlich verschrieben, denn Schroth KG ist als aktive Maßnahme tatsächlich eher anzuraten. Eine manuelle Therapie kann dann möglicherweise in Kombination individuell weiterhelfen.

Gruß
Klaus

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