Hallo skogen,
Wie wird das mit der KG gehandhabt? Ich habe gelesen das man diese Stationär lernt und anwendet, das muss ja irgendwie in den Alltag mit eingebracht werden...stelle ich mir schwierig vor.
Also in einer stationären Schroth REHA (Bad Salzungen oder Bad Sobernheim) lernt man das am besten und macht entsprechende Übungen. Diese Übungen sind dann auch nach der REHA zuhause optimalerweise täglich zu machen!
Gleichzeitig lernt man bei der REHA auch das richtige individuelle Körpergefühl, was oft einfach abhanden gekommen ist, ohne dass man das bemerkt. Dieses Körpergefühl sollte Dich dann befähigen, auch im Alltag die richtige Haltung einzunehmen bzw. Bewegungsabläufe richtig zu machen.
Das muss dann auch die Grundlage für weitere gezielte aktive Muskelpflege sein, wie ein Fitness-Training. Ich unterscheide da ganz grob nochmal zum Bodybuilding, weil das Fitness Training heutzutage in erster Linie geräte-geführtes Training ist. Natürlich je nach Studio mit anderen Variationen. Da ist die Fehlerquote bei Fehlstellung/Fehlhaltung einfach geringer, als beim freien Training, was ich eher dem Bodybuilding zuordnet.
Symmetrische Schroth Elemente sind in die grundsätzlich symmetrisch angelegten Geräte-Übungen gut einzubauen. Deswegen macht das als Ergänzung zu Schroth auch Sinn, aber nur bei Rundrücken/Hohlkreuz. Bei Skoliose kommt man wegen der Asymmetrie schlecht damit zurecht.
Wenn man das gut hinbekommt, kann man auch freies Üben machen, was natürlich den Alltagsanforderungen eher entspricht. Nur man muss da immer gucken, in welcher Fehlstellung-/Haltungs-und auch Lebens-Situation der einzelne ist.
Fazit
Erst richtig Schroth lernen und anwenden, dann gezielt als Ergänzung in das Bodybuilding einbauen. Dabei musst Du Bodybuilding ganz wörtlich nehmen, nämlich den Rücken insgesamt (auch LWS Bereich) ganz gezielt
in die Korrektur formen. Wie ich schon sagte, muss der Rundrücken und das evtl. Hohlkreuz (dazu hast Du noch nichts gesagt)
gleichzeitig korrigiert werden. Ganz abgesehen von der gezielten Dehnung der zahlreichen Muskelverkürzungen, die es bei dieser Situation nicht nur im Rückenbereich gibt, sondern z. Bsp. auch in den Oberschenkeln.
67° sind ja schon recht viel, werde ich langfristig einen annähernd normalen Zustand erreichen können und diesen dann auch halten?
Kypho hat zurecht eingewendet, dass es ja nach Art der Röntgenaufnahme unterschiedliche Ergebnisse geben kann. Wenn man die konservative Therapie anstrebt, spielen solche unterschiedlichen Grade aber keine Rolle bei der eigentlichen Therapie.
Zunächst mal sind Keilwirbel ein Hindernis für die Korrektur, machen das aber nicht unmöglich!
Entscheidend ist, dass es bei der Fehl
stellung Hyperkyphose/Hyperlordose auch einen sehr individuell unterschiedlichen Anteil von Fehl
haltung gibt. Diese Fehlhaltung ist per Definition die Haltung, aus der man mit eigener Kraft herauskommt. (Schreibe ich in letzter Zeit sehr häufig

)
Ein Spezialist kann das aufgrund einer manuellen Untersuchung herausfinden und einschätzen, welche Möglichkeiten bestehen. Wohlgemerkt, Möglichkeiten, also auch nur Chancen ! Aber je höher dieser Fehlhaltungsanteil ist, desto höher sind auch die Chancen einer Korrektur, die sich bezüglich Höhe aber auch nur als eine Chance der vollständigen Korrektur versteht. Es kann Dir keiner konkret sagen, was dabei herauskommt.
Gerade bei Erwachsenen geht es um einen ganz individuellen Erfolg.
Die meisten möchten verständlicherweise eine vollständige Korrektur, die dann auch dauerhaft gehalten werden kann.
Das ist aber bei reinen Fehlstellungen nicht nur eine sehr langfristige Sache, sondern auch sehr unwahrscheinlich.
Bei einer Fehlhaltung sieht das anders aus und für alle Zwischenformen entsprechend.
Es kann also nur um die Höhe der Korrektur gehen, die bei Dir offenbar rein optisch eine Rolle spielt, aber bei den meisten Erwachsenen der Schmerzbekämpfung dient. Da ist entscheidend, ab welchem Korrekturgrad die Beschwerden nachlassen bzw. ganz aufhören. Das wird in der Regel dann aber nicht das Ende der Behandlung sein, aktive gezielte Muskelpflege bzw. Korsett (evtl. nur gelegentlich) sind weiterhin erforderlich, um genau diese Situation abzusichern.
Man braucht dazu die nötige langfristige Motivation, die möglichst nicht erst dann wieder einsetzt, wenn die Schmerzen wiederkommen. Deswegen komme
ich sehr gut mit meinem Fitness Training klar, zu dem ich 3x in der Woche wesentlich mehr Lust habe, als mit reinen Schroth Übungen.
Wahrscheinlich würde es mir aber insgesamt wesentlich besser gehen, wenn ich vor 29 Jahren mit einem gezielten richtigen Fitness Training angefängen hätte. Da gab es weder Internet, noch irgendwelche Informationen zu Schroth.
Gruß
Klaus