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 Betreff des Beitrags: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: So, 26.03.2017 - 16:32 
Mein Sohn (14) hat seit einem Jahr ein Korsett und immer gibt es Schwierigkeiten mit dem Sitzen. Nun möchte er einen Gamingstuhl von DXRacer. Hat jemand schon Erfahrungen gebmacht, ob solch ein Stuhl fürs Korsett geeignet ist? Ist ja nicht ganz billig das Teil. Man kann da ja so einiges verstellen. Worauf sitzt ihr, wenn ihr Fernsehen wollt oder worauf sitzt ihr generell?

Danke schonmal für eure Anworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 00:03 
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hallo Anja,

was ich an dem Stuhl - ich habe mir online Bilder angesehen - ungeeignet finde: Er hat sehr viele (wohl feste) Polster, die Rückenlehne gibt stark eine bestimmte Körperhaltung vor. In solchen Stühlen sitzt man mit Skoliose und einem Korsett meist schlecht, weil einen der Stuhl in unbequeme Positionen drückt bzw. die Position, die man mit Korsett halten muss, schlecht einzunehmen ist.
Gut sitze ich - zwar mittlerweile mit operativer Wirbelsäulenversteifung, wäre mit Korsett wohl auch gut gewesen - auf einem Kniestuhl. Vorteil: Die Beine sind relativ zum Oberkörper in einem großen Winkel, wie auf einem Keilkissen, und im Rücken drückt keine unpassende Lehne, weil gar keine da ist. Sowas ist mein Stuhl zum Computern (habe einen IT-Beruf, sitze auch ansonsten viel am PC), lesen, zeichnen, fernsehen...
Manche sind teuer, manche eher günstig wie dieser hier, den habe ich: https://www.amazon.de/Kniestuhl-Hocker- ... 9R51M1009N

Generell rate ich zum Probesitzen von Stühlen, egal welcher es dann werden soll. Z.b. mal in einem großen (Büro-)Möbelgeschäft sich durchtesten. Wenn ein Stuhl bestellt werden soll, ohne ihn vorher probezusitzen, weil es ihn in keinem Geschäft gibt: unbedingt auf einen unproblematischen Rückversand achten.

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 10:44 
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Diagnose: mein 16 jähriger Sohn hat eine Skoliose (am Ende fast 90° in der BWS, 70° in der LWS) und ist jetzt seit dem 23.3.17 operiert und hat jetzt 54° thorakal und 30° lumbal
Therapie: wir hatten ein Korsett von CCTec, haben Spiraldynamik, Vojta, Osteopathie, Schroth gemacht und machen mit Spiraldynamik auch nach der OP weiter
cool, den Tipp werde ich gleich mal für meinen Sohn auch nutzen, wenn er dann nach Hause kommt, denn der sitzt ja auch viel am Computer


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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 11:35 
Hallo Raven!
Danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde mit meinem Sohn auf jeden Fall zum Probesitzen fahren. Ihm fällt das Tragen des Korsetts so schwer und ich hoffe, wir finden wenigstens schon einmal eine Lösung was das Sitzen anbetrifft. Zuhause ist auch das Sofa und jeder Sessel zu tief. Ist schon echt blöd für Ihn, aber hilft ja nix ...

Liebe Grüße!

Anja


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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 17:22 
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Hallo Anja,
AnjaZausL hat geschrieben:
Zuhause ist auch das Sofa und jeder Sessel zu tief. Ist schon echt blöd für Ihn, aber hilft ja nix ...

das kenne ich sehr gut. Sessel und Sofa sind fies: so niedrig, weich, und man fällt nach hinten und hat null Halt. Für mich ist es das unbequemste Sitzmöbel der Welt :| Habe mir oft bei Freunden einen normalen Stuhl dazugestellt, wenn DVD geguckt etc. wurde.

Ich persönlich finde den Kniestuhl richtig "chillig" (auch wenn er etwas "gesund" ;) aussieht, ich finde den ultrabequem).
Falls es so einer werden soll: Nicht wundern, anfangs kann das mächtig Muskelkater in den Beinen geben.

Hallo Sängerin,

AnjaZausL hat geschrieben:
cool, den Tipp werde ich gleich mal für meinen Sohn auch nutzen, wenn er dann nach Hause kommt, denn der sitzt ja auch viel am Computer

müsste gut klappen, da die Neigung sogar noch stärker als beim Keilkissen ist. Gerade bei LWS-Versteifung ist (insbesondere anfangs, aber auch später noch wenn realisierbar) ein Winkel größer als 90 Grad zwischen Oberschenkeln und Rumpf wichtig. Das entlastet enorm.

Ich merke einen deutlichen Unterschied bzgl. möglicher Sitzdauer und Schmerzen/Schmerzfreiheit hinsichtlich der Art des Stuhls. Auf stark geschwungenen, die möglicherweise noch nach hinten abfallen (also: Gesäß niedriger als Knie) bekomme ich sehr schnell Schmerzen und es kribbelt sogar. Auf einem, bei dem die Knie auf gleicher Höhe wie das Gesäß sind, besser die Knie niedriger, und keine Lehne stört (es darf eine Lehne vorhanden sein, aber bitte nicht so eine, wie sie für Leute mit normalem Rücken als ergonomisch empfohlen wird) kann ich lange sitzen. Ich stehe zwar immer wieder zwischendurch auf, bin aber beruflich 10 Std. täglich am PC, privat kommt nochmal dazu.
Den Unterschied zwischen vernünftigen Stühlen zu Hause und im Büro, und "unvernünftigen" wenn ich mal woanders bin (Praktikum, Kongress... da muss man natürlich nehmen, was da steht) ist enorm.

Meiner Erfahrung nach, aber man muss es echt für sich ausprobieren:
gut: Kniestuhl, oder solche Modelle http://ballendat.com/fileadmin/img/prod ... 1_1000.jpg (Hülsta Spot, ggf. nicht mehr hergestellt), https://i.otto.de/i/otto/15234956?$responsive_ft2$ (ohne Kopfstütze)
unangenehm: solche Formen http://www.buerostuhl24.com/dokumente/a ... 200__1.jpg https://images-eu.ssl-images-amazon.com ... US218_.jpg http://www.bueromoebel-hannover.de/imag ... dition.jpg
(kurz und gut: die simplen funktionieren bei mir am besten, üppig ausgestattete die dann auch noch wippen etc. sind eher lästig)

Probesitzen muss man sowieso, aber nach obigem treffe ich die Vorauswahl, was sich überhaupt lohnt, probezusitzen.

Hohe Rückenlehnen, die sich an den Rücken drücken, finde ich persönlich auch lästig, da sie mir den Rest an Beweglichkeit rauben. Manche scheinen trotz Korsett oder langer Versteifung die Stütze einer Rückenlehne brauchen, manche - wie ich - kommen aber auch gut ohne aus und kommen am besten mit einer kurzen Lehne zurecht, an die man sich bei Bedarf mal anlehnen kann, die aber nicht ständig im Weg ist.

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 21:32 
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Ich kann Raven nur zustimmen:
Unbedingt probesitzen!!!
Und Küchenstühle und sogar Schulstühle sind ein Traum.

Sowohl an meinem dienstlichen Schreibtisch als auch an meinem privaten habe ich jeweils einen Bürostuhl mit gerader, fester, steiler, gepolster Rückenlehne ohne Lordose-Stütze und sonstigem Schnickschnack.

Mein Chef hat schon zweimal an Anlauf genommen, um die inzwischen 10 Jahre alten Stühle zu tauschen.
Versuch 1 im Sekretariat: mit Netzlehne und irgendwie schiefer Sitzfläche => bringt nur Rückenschmerzen
Versuch 2 in der Konstruktion: mit Lordosestütze => geht nicht, da versteift und unförmig und mit Korsett stelle ich mir das analog vor.
Bisher konnte ich meinen Stuhl verteidigen. :top:

Mein Verein hat neue Stühle gesponsort bekommen - alle begeistert über Schwinger, mit Rückenwölbung, nach hinten abfallener Sitzfläche. Alle begeistert - außer eine, denn die hatte ruckizucki langanhaltende Rückenschmerzen.
Seitdem steht auf meinem "Platz" ein ausrangiertes Vorgängermodell (= Küchenstuhl-ähnlich), eigentlich sind die nur für Großveranstaltungen gedacht und daher auf dem Dachboden geparkt - denkste!!!

Einen Kniehocker gab es in meiner Ausbildungsfirma, weil der so gut unter der Schreibtischlandschaft verschwinden konnte.
Meins war es nicht, da ich durch die lange Versteifungsstrecke ziemlich weit nach vorne rüberkam.
Aber auch hier hilft nur eins: Ausprobieren!!!

@Raven: Ja, diese neumodischen Wohn-Sofa-Lümmel-Landschaften sind oberfies.


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 Betreff des Beitrags: Re: Worauf kann man Sitzen
BeitragVerfasst: Mo, 27.03.2017 - 22:46 
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Hallo uhu,
uhu hat geschrieben:
Und Küchenstühle und sogar Schulstühle sind ein Traum.

meine Zustimmung - außer zu den Schulstühlen, siehe unten. Einen Küchenstuhl lasse ich mir bei Besuch auch üblicherweise geben, wenn man sich eigentlich auf der Couch niederlässt.
Habe mir teilweise bei Praktika einen der festen Besucherstühle geben lassen, war besser als einer der üblichen Bürostühle war (zwar auch nicht optimal mangels Rollen, aber brauchbar, wenn man irgendwo nur kurz ist und garantiert nichts für einen angeschafft wird).
uhu hat geschrieben:
Sowohl an meinem dienstlichen Schreibtisch als auch an meinem privaten habe ich jeweils einen Bürostuhl mit gerader, fester, steiler, gepolster Rückenlehne ohne Lordose-Stütze und sonstigem Schnickschnack.

Dito. Wobei ich mich selten anlehne, ich sitze gut und bequem frei. Wenn anlehnen, soll sie gerade sein und etwas gepolstert (fest gestopfter Stoff, aber keine harten Streben o.ä., die drücken). Und ansonsten nicht im Weg sein (deshalb bevorzuge ich kurze Lehnen; mit Korsett oder einer langstreckigen Versteifung ist eine kurze Lehne kein Nachteil).
Wackelmechanismus ist mit Korsett oder Versteifung meist unbrauchbar und lästig, da der Wackelmechanismus eigentlich Ausgleichbewegungen der Wirbelsäule anregen soll - wenn die Wirbelsäule das aber nicht kann...

uhu hat geschrieben:
Mein Chef hat schon zweimal an Anlauf genommen, um die inzwischen 10 Jahre alten Stühle zu tauschen.
Versuch 1 im Sekretariat: mit Netzlehne und irgendwie schiefer Sitzfläche => bringt nur Rückenschmerzen
Versuch 2 in der Konstruktion: mit Lordosestütze => geht nicht, da versteift und unförmig und mit Korsett stelle ich mir das analog vor.
Bisher konnte ich meinen Stuhl verteidigen. :top:

Bei mir war das meist auch ein Stuhl aus dem älteren/simplen Sortiment.
Lordosestütze führt bei mir dazu, dass ich permanent einen Druck auf den Rücken bekomme und irgendwie "in der Luft hänge" (schlechter, als sitze ich ohne Lehne). Mit Korsett war das ebenso.
uhu hat geschrieben:
Mein Verein hat neue Stühle gesponsort bekommen - alle begeistert über Schwinger, mit Rückenwölbung, nach hinten abfallener Sitzfläche. Alle begeistert - außer eine, denn die hatte ruckizucki langanhaltende Rückenschmerzen.

*autsch*
Solche kenne ich aus der Schule (aus verschiedenen Stühlen), da waren die für die Mittel- bis Oberstufe. Darauf konnte ich nicht vernünftig sitzen, schob ihn immer ganz nach hinten bis er an der Tischreihe hinter mir anstieß, und saß auf der Vorderkante des Stuhls, um die Rückenwölbung und das Abfallen der Sitzfläche zu vermeiden.
Heutzutage würde ich zum Klassenlehrer gehen, Problem schildern und ggf. einen brauchbaren Stuhl vorschlagen.

uhu hat geschrieben:
Einen Kniehocker gab es in meiner Ausbildungsfirma, weil der so gut unter der Schreibtischlandschaft verschwinden konnte.
Meins war es nicht, da ich durch die lange Versteifungsstrecke ziemlich weit nach vorne rüberkam.
Aber auch hier hilft nur eins: Ausprobieren!!!

Genau, ausprobieren ist wichtig. Wenn ich da hier schonmal deine eher schlechte und meine sehr gute Erfahrung mit dem Kniestuhl vergleiche, trotz gleicher Versteifungsstrecke (oder meine sogar um ein, zwei Wirbel länger):
Zu "ziemlich weit nach vorne rüberkam": Ich sitze auf dem Kniestuhl, wenn ich das möchte, ohne Anstrengung perfekt senkrecht - kann mich aber auch nach Wunsch gut aus der Hüfte nach vorne beugen und die Position halten. Das ist wesentlich weniger anstrengend, als würde ich mich auf einem Stuhl mit normaler Sitzfläche aus der Hüfte nach vorne beugen. Und manchmal ist das nach vorne gebeugte Sitzen nötig, etwa, wenn ich (Hobby) beim Zeichnen oder Modellbau unbedingt mal näher mit dem Kopf an die Tischfläche muss, oder bei anderen Arbeiten zu Hause wie Nähen.
uhu hat geschrieben:
@Raven: Ja, diese neumodischen Wohn-Sofa-Lümmel-Landschaften sind oberfies.

Wobei ich die gar nicht so neumodisch finde; schon als Korsettträger ab Anfang der 90er Jahre hatte ich meine Mühe mit der (80er-Jahre)-Couch und dem zugehörigen niedrigen Tisch :rolleyes:
Gemeiner ist nur das jugendtypische Sitzen am Boden oder auf Treppen :/


Viele Grüße
Raven

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