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Erfahrungen mit dem Arbeitsamt

Verfasst: Mi, 06.06.2007 - 11:25
von NicoleLeipzig
Nachdem ich 9 Jahre lang einen stehenden Beruf ausgeübt habe, und meine Skoliose sich seit ich 20 bin, stetig verschlechtert (bei 32 Grad bin ich jetzt), kann ich einen achtstündigen Arbeitstag nicht mehr bewältigen. Vielleicht, wenn ich mich an meine TriacOrthese, die ich ganz neu hab, gewöhnt habe, aber zur Zeit gehts gar nicht.
Kurzum , das Arbeitsamt hat mich zur Untersuchung beim dortigen Amtsarzt geladen und der war echt total grob. Eine Teilzeitstelle in meinem Beruf solle ich mir gefälligst selbst suchen,ansonsten halt Behindertenwerkstatt in Vollzeit. Ah ja. Na dann bin ich ja mal gesapnnt, was denen noch so einfällt. Ich suche und suche nach einem Job, den ich schaffe und was kriegt man da zu hören? Unglaublich.

Verfasst: Mi, 06.06.2007 - 13:06
von Papiertigerlein
Na prima, so was baut doch unheimlich auf - oder???

Warst du schon mal beim Integrationsamt für Behinderte? Die können dich gut unterstützen bzw. erst mal Ratschläge geben.

Lg

Verfasst: Mi, 06.06.2007 - 15:09
von Rex
Hallo Nicole,

wieso bietet man Dir keine Umschulung an, frage mal auf diesem Gebiet nach. Wäre ein anderer Beruf für Dich möglich ?

Ich habe z.B. nach meiner Skoliose OP auf Büro umgeschult, zustehen würde es Dir. Erkundige Dich genau weil freiwillig sagt Dir das Arbeitsamt bestimmt nichts, ich habe mit dem Arbeitsamt nach meiner Operation und den Amtsärzten auch lange Zeit gekämpft.

Du brauchst einen dicken Pelz, leg ihn Dir zu für Arbeitsamt und lass Dich nicht unterkrieben !!!

Gruß Petra

Re: Erfahrungen mit dem Arbeitsamt

Verfasst: Do, 07.06.2007 - 13:43
von Räkelkönigin
[equote]Eine Teilzeitstelle in meinem Beruf solle ich mir gefälligst selbst suchen,ansonsten halt Behindertenwerkstatt in Vollzeit[/equote] :eek: :eek: :eek:

Hallo Nicole,
das oben zitierte ist absoluter Blödsinn! Der Arzt hat keine Ahnung!

Es gilt immer der Grundsatz: "Reha vor Rente" und unter Reha sind auch Umschulungen zu verstehen.REnte meint auch Erwerbsminderungrente, die man z.B bekommen kann wenn man nicht mehr VOllzeit, sondern nur noch in Teilzeit tätig sein kann. Bevor man die bekommt werden normalerweise alle anderen Massnahmen ausgeschöpft um die möglichst vollschichtig arbeitsfähig zu halten, z. b. mit Umshculung, Zahlung von stationärer Reha etc.... Die Frage ist ob dafür das Arbeitsamt zuständig ist oder die Rentenstelle.
Niemand kommt in eine "Behindertenwerkstatt" weil er keine 8 sTunden mehr stehend arbeiten kann! Du brauchst einen ORthopäden !! der dir bescheinigt welche körperlichen Tätigkeiten für dich in Frage kommen und welche nicht. Diese Amtsärzte sind oft keine Orthopäden ....
Wenn Du eine Reha machst (was ich sehr empfehle!! aber nur in Sobernheim oder Salzungen!) steh das auch am Ende des REhaberichtes.

Du kannst dich bei der deutschen Rentenversicherung bezüglich REHA beraten lassen. Wenn man allerdings zuwenige Jahre gearbeitet hat , ist anstellle der RV die Rehaabteilung der Arbeitsagentur für Rehamassmahmen jedwelcher Art zuständig. :/ War bei mir auch so.
(Da sich dort die Rehafälle stapeln hat z.B, meine damalige Sachbearbeiterin aus der Vermittlung die Info bekommen , man solle nicht zuviele Rehafälle produzieren..... aha!)
Das braucht dich aber nicht zu interessieren, denn es stehen dir "MAssnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben" zu , wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in Deinem alten beruf arbeiten kannst.

Man braucht tatsächlich -leider- ein dickes Fell wie schon gesagt wurde....
Aber das oben Zitierte ist totaler Unsinn!! :< Wer würde denn da alles in WFBs sein , wenn dem so wäre....

Gruss
Räkelkönigin :juggle:

BLoss nicht unterkriegen lassen!

Verfasst: So, 24.06.2007 - 13:06
von NicoleLeipzig
Ich warte und warte auf den Entscheid des Arbeitsamtes und gucke mich selbst natürlich nach Jobs um. Wenn ich was erfahre lasse ich es euch wissen!

Arbeitsamt

Verfasst: So, 24.06.2007 - 20:18
von Skoli
Hallo Nicole!
Ich empfehle Dir Kontakt zu einer Skoliose-Selbsthilfegruppe im Raum Leipzig aufzunehmen. Die können Dir mit ihren Erfahrungen vermutlich weiterhelfen. -
Ich bekräftige den Vorschlag, den schon andere vor mir gemacht haben, dass Du Dich an einen der Sozialverbände wenden solltest (Vdk, SoVD, Volkssolidarität ...), oder an eine Gewerkschaft, die Dich beraten und vertreten können.
Du hast das Recht, zu allen Behördengängen eine Begleitperson mitzunehmen. Zu zweit kann man sich besser vorbereiten, im Gespräch besser behaupten und im Nachhinein das Gehörte und Erlebte besser reflektieren. Schließlich ist die Begleitperson ein potentieller Zeuge über das, was wie gesagt worden ist. -
Wichtig ist immer, dass man nicht allein vor solchen Problemen steht.
Guten Erfolg wünscht Dir Skoli.

Verfasst: So, 24.06.2007 - 22:47
von Agrimon
Hallo Nicole,

das mit der Behinderteneinrichtung ist totaler Schwachsinn. Ich habe dort selbst 12 Jahre gearbeitet, ehe ich die Umschulung zur Bürokauffrau bekommen habe. in den Werkstätten arbeiten vorwiegend geistig behinderte Menschen, die nicht ins Arbeitsleben integriert werden können. Ich habe darin gearbeitet, da ich neben der Skoliose auch psychich nicht so stabil bin, aber da hat sich im laufe der Jahre schon stabilisert. Eine meiner letzten Betreuerinnen hat mich dann wieder raus geholfen. Sie hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und ich hatte durch Zufall auch einen Reha- Berater, der das ganze befürwortet hat. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Ich bin froh, dort nicht mehr zu arbeiten.

Gruß Agrimon

Verfasst: Mi, 11.07.2007 - 14:21
von NicoleLeipzig
Oh mann...da war ich heute auf dem Arbeitsamt, das Gutachten lag aber noch nicht vor. Ich war also quasi umsonst da, nur um mich frustrieren zu lassen.
Die Amtsärztin war ja mehr als unsympathisch und ich erwarte mir kein Gutachten, dass mir zu einer Reha verhilft. Meine Arbeitsvermittlerin meinte heute, eine Reha bekäme ich eh nicht, das bekämen nur ganz wenige.Ich solle mich doch selbstständig machen (aha, womit denn? Aussendienstler mit dem Fahrrad..ich besitze kein Auto...).
Und ich solle doch einen 40 Stundenjob in meinem alten Beruf wieder ausprobieren. Aha. bevor ich zum Hartz4Fall würde. Wenn ich den Job mit dem Rücken nicht schaffen würde, bekäme ich ja eh gleich wieder die Kündigung. Aha. Ich hab den Job 9 Jahre gemacht, ich brauch nix ausprobieren. Ham die ne Ahnung welche Schmerzen eine Skoliose bereien kann ?

Arbeitsamt

Verfasst: Mi, 11.07.2007 - 15:24
von Skoli
Hallo Nicole,
das, was Du berichtest, klingt nicht so, als hättest Du Dir die Unterstützung einer Selbsthilfegruppe oder eines Sozialverbandes geholt. Die geschilderte Enttäuschung hättest Du Dir ersparen können.
Gruß, Skoli.

Verfasst: Mi, 11.07.2007 - 18:03
von NicoleLeipzig
recht hast du.aber es ist ncoh nicht zu spät.
Von einer guten Bekannten weiss ich jedoch, dass auf dem Arbeitsamt Leipzig eine Begleitung unerwünscht ist und die vor der Tür warten muss.
Na ja, beim nächsten Termin nehme ich jemanden mit. Eine Selbsthifegruppe gibts bei uns noch nicht...