Wie es mir seit November 2006 ergangen ist....
Verfasst: Fr, 18.05.2007 - 13:39
Hallo an alle! 
Über das lange Wochenende habe ich ein bisschen Zeit und will Euch nun heute mal wissen lassen, wie es mir seit meinen ersten Berichten hier ergangen ist. Es könnte also ein bisschen länger werden :time: ....
Ich habe zum ersten Mal im November hier im Forum gepostet.... sucht einfach nach meinen Beiträgen (so viele sind es noch nicht) und ihr könnt meine Geschichte nochmal nachlesen.
Nachdem es mir letztes Jahr rückentechnisch immer schlechter ging bin ich auf der Suche nach Infos auf dieses Forum gestoßen. Ich habe seither viel hier gelesen und viel gelernt.
Nach der üblichen Odyssee bei den heimischen Orthopäden habe ich mich dann auf die Suche nach einem kompetenten Arzt gemacht. Und ich muss gestehen, auch ich bin bei Dr. Hoffmann in Stuttgart gelandet. Zu dieser Entscheidung möchte ich noch ein paar Anmerkungen machen, weil ja immer wieder diskutiert wird, dass Dr. Hoffmann hier im Forum hochgelobt wird:
Ich wohne in Wolfsburg und hätte Berlin als Großstadt in der Nähe. Es gibt hier im Forum auch eine Liste von Arzt-Empfehlungen für Berlin, die ich auch durchgegangen bin. Da ihr mir jedoch alle empfohlen habt, dass es dringend notwendig ist, WS-Ganzaufnahmen für eine Diagnose zu haben, sind die Berliner Ärzte für mich alle ausgeschieden, Was hilft es mir, dass der Arzt zwar etwas näher ist, mich aber erst dreimal durch Berlin schicken muss, damit ich alle Unterlagen zusammenbekomme? Letztendlich war es deshalb für mich einfacher nach Stuttgart zu fahren und bei Dr. Hoffmann alles in einer Praxis zu haben.
Ich war nun also im Dezember bei Dr. Hoffmann. Ich hatte versucht, meine Erwartungen gering zu halten, damit ich am Ende nicht enttäuscht sein würde. Und das war gut so. Dr. Hoffmann war von der Umgangsweise her ähnlich wie seine Kollegen: volle Praxis, kurz angebunden, wenig Zeit. Aber es gab einen RIESEN Unterschied: Er hat sich meine Geschichte vollständig angehört und mir nicht erklärt, dass ich mehr Sport treiben soll. Er hat wenige, aber effektive Untersuchungen gemacht (WS-Ganzaufnahme, 3D-Vermessung, Testen auf verkürzte Muskeln). Am Ende stand folgende Diagnose: Skoliose lumbal 38° mit thorakalem Gegenschwung von 22°, Beinverkürzung auf der linken Seite, massive Lendenstrecksteife, stark verkürzte Rückenmuskulatur. Und er hat gesagt, Sport sei zwar gut, würde mir aber bei meinen Beschwerden nicht viel helfen. Da fiel mir ein RIESEN Stein vom Herzen.
Er hat mir dann zunächst KG zur Lockerung und Dehnung verschrieben, da er meinte, dass ich aktuell so verspannt bin, dass eine Reha im Moment gar nicht greifen würde.
Was soll ich sagen? 38° waren deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Haben mir doch die meisten Orthopäden bisher gesagt: "Was, Sie haben eine Skoliose? Naja, wenn man genau hinsieht, kann man ein bisschen was erkennen!" Und was eine Lendenstrecksteife ist wusste ich bis dahin gar nicht. Es stellt sich nun heraus, dass meine Schmerzen und Verspannungen von der Skoliose zwar verschärft werden, aber das Hauptproblem die Lendenstrecksteife ist: Ich habe ein enormes Hohlkreuz, das die Physiotherapeutin selbst bei manueller Dehnung maximal in einen Flachrücken bewegen kann. Das in der Kombination mit den verkürzten Rückenmuskeln führt eben zu Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich, was wiederum zu chronischen Kopfschmerzen führt.
3 Wege habe ich nun für mich angepeilt:
1. Ich gehe aktuell zur Physiotherapie zur Lockerung und Dehnung. Außerdem lerne ich schon ein bisschen Schroth. Anfangs war dies alles sehr schwer und ich habe gar keinen Effekt gemerkt. Ich habe aber täglich zu Hause geübt. Mittlerweile bewegt sich wenigstens im BWS-Bereich schon ein bisschen was, so dass ich nach einem langen Tag bei meinen Übungen merke, wie es überall knackt und knirscht und ich mich am Ende tausendmal besser fühle. Seit ein paar Wochen sind die Kopfschmerzen besser geworden und das ist einfach der Himmel auf Erden!
Ich hatte sogar schon überlegt, meine Doktorarbeit hinzuschmeißen, weil mich die Kopfschmerzen einfach in meiner Leistungsfähigkeit extrem eingeschränkt haben und ich einfach fertig mit den Nerven war.
2. Ich bin zum Rolfing gegangen. Ich dachte, diese Behandlung könnte vielleicht die Erfolge der Physiotherapie unterstützen. Die Antwort lautet: JAIN. Die Behandlung war irrsinnig teuer, aber ich habe sie genossen. Der Rolfer hat keine klassische Rolfing-Therapie mit mir gemacht, sondern auch ein bisschen Cranio-Sacral und Migräne-Therapie beigemengt. Ich habe auch hier etliche Übungen gelernt, mit denen ich Verspannungen und Blockacken lösen kann. Außerdem haben wir viel an meinem Körpergefühl gearbeitet. Der Erfolg sieht so aus, dass sich meine Körperstatik verbessert hat: selbst langes Stehen und gehen halte ich ziemlich gut aus. Früher wusste ich schon nach 30 Minuten Stehen nicht mehr, wie ich mich vor LWS-Schmerzen noch auf den Beinen halten soll. Mittlerweile halte ich sogar über 2 Stunden durch. Eine absolut neue Erfahrung für mich
!
3. Ich habe einen Reha-Antrag bei der Bfa gestellt. Dr. Hoffmann hat mich hier stark unterstützt und das Ergebnis ist, dass ich diese Woche die Zusage bekommen habe. Ich werde am 22.08. in Bad Salzungen mit meiner Reha anfangen.
Meine Kopfschmerzen sind viel besser geworden, aber es bleibt noch viel zu tun. Gerade die LWS ist noch sehr instabil. Alle möglichen Muskeln sind verkürzt und verspannt. Bücken geht so gut wie gar nicht. Die BWS ist total steif und die Physiotherapeutin hat alle Hände voll zu tun.
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, was denn nun die Ursachen für eine Lendenstrecksteife sind, Ich habe mich viel geärgert, dass ich 4 Jahre lang ein Korsett getragen habe, das offensichtlich nicht gut korrigiert hat, weil meine Skoliose-Werte schlechter sind als vor 10 Jahren. Alles mögliche wurde an mir rumgedoktort und trotzdem nicht das richtige. Außerdem sollte ich ja bloß keinen Sport treiben, weil das ja so schädlcih für den Rücken ist. Nun hab ich aber einen total schwachen Kreislauf und der Internist sagt: Treiben Sie mehr Sport!!! Das ist eine riesen Umstellung und ich hoffe, dass mir auch die Reha helfen wird, beides richtig zu machen. Außerdem hatte ich 10 Jahre lang wahnsinnige Kopfschmerzen (und ich bin erst 26). Das wäre mir vielleicht erspart geblieben, wenn ich schon vorher die richtige Behandlung bekommen hätte.
Meine Mama macht sich übrigens ziemliche Vorwürfe, dass sie damals nicht noch mehr für mich getan hat. Aber dieses Forum gab es ja damals noch nicht!
So, das soll es für diesen Bericht gewesen sein, Ich muss gestehen, dass ich nicht so oft schreibe, wie ich im Forum mitlese. Ich muss schon im Büro immer so lange sitzen und ich merke, dass ich mich nach Feierabend einfach einer anderen Tätigkeit widmen muss. Heute abend geh ich wieder tanzen!!!
Bis bald,
Antje
Über das lange Wochenende habe ich ein bisschen Zeit und will Euch nun heute mal wissen lassen, wie es mir seit meinen ersten Berichten hier ergangen ist. Es könnte also ein bisschen länger werden :time: ....
Ich habe zum ersten Mal im November hier im Forum gepostet.... sucht einfach nach meinen Beiträgen (so viele sind es noch nicht) und ihr könnt meine Geschichte nochmal nachlesen.
Nachdem es mir letztes Jahr rückentechnisch immer schlechter ging bin ich auf der Suche nach Infos auf dieses Forum gestoßen. Ich habe seither viel hier gelesen und viel gelernt.
Nach der üblichen Odyssee bei den heimischen Orthopäden habe ich mich dann auf die Suche nach einem kompetenten Arzt gemacht. Und ich muss gestehen, auch ich bin bei Dr. Hoffmann in Stuttgart gelandet. Zu dieser Entscheidung möchte ich noch ein paar Anmerkungen machen, weil ja immer wieder diskutiert wird, dass Dr. Hoffmann hier im Forum hochgelobt wird:
Ich wohne in Wolfsburg und hätte Berlin als Großstadt in der Nähe. Es gibt hier im Forum auch eine Liste von Arzt-Empfehlungen für Berlin, die ich auch durchgegangen bin. Da ihr mir jedoch alle empfohlen habt, dass es dringend notwendig ist, WS-Ganzaufnahmen für eine Diagnose zu haben, sind die Berliner Ärzte für mich alle ausgeschieden, Was hilft es mir, dass der Arzt zwar etwas näher ist, mich aber erst dreimal durch Berlin schicken muss, damit ich alle Unterlagen zusammenbekomme? Letztendlich war es deshalb für mich einfacher nach Stuttgart zu fahren und bei Dr. Hoffmann alles in einer Praxis zu haben.
Ich war nun also im Dezember bei Dr. Hoffmann. Ich hatte versucht, meine Erwartungen gering zu halten, damit ich am Ende nicht enttäuscht sein würde. Und das war gut so. Dr. Hoffmann war von der Umgangsweise her ähnlich wie seine Kollegen: volle Praxis, kurz angebunden, wenig Zeit. Aber es gab einen RIESEN Unterschied: Er hat sich meine Geschichte vollständig angehört und mir nicht erklärt, dass ich mehr Sport treiben soll. Er hat wenige, aber effektive Untersuchungen gemacht (WS-Ganzaufnahme, 3D-Vermessung, Testen auf verkürzte Muskeln). Am Ende stand folgende Diagnose: Skoliose lumbal 38° mit thorakalem Gegenschwung von 22°, Beinverkürzung auf der linken Seite, massive Lendenstrecksteife, stark verkürzte Rückenmuskulatur. Und er hat gesagt, Sport sei zwar gut, würde mir aber bei meinen Beschwerden nicht viel helfen. Da fiel mir ein RIESEN Stein vom Herzen.
Er hat mir dann zunächst KG zur Lockerung und Dehnung verschrieben, da er meinte, dass ich aktuell so verspannt bin, dass eine Reha im Moment gar nicht greifen würde.
Was soll ich sagen? 38° waren deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Haben mir doch die meisten Orthopäden bisher gesagt: "Was, Sie haben eine Skoliose? Naja, wenn man genau hinsieht, kann man ein bisschen was erkennen!" Und was eine Lendenstrecksteife ist wusste ich bis dahin gar nicht. Es stellt sich nun heraus, dass meine Schmerzen und Verspannungen von der Skoliose zwar verschärft werden, aber das Hauptproblem die Lendenstrecksteife ist: Ich habe ein enormes Hohlkreuz, das die Physiotherapeutin selbst bei manueller Dehnung maximal in einen Flachrücken bewegen kann. Das in der Kombination mit den verkürzten Rückenmuskeln führt eben zu Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich, was wiederum zu chronischen Kopfschmerzen führt.
3 Wege habe ich nun für mich angepeilt:
1. Ich gehe aktuell zur Physiotherapie zur Lockerung und Dehnung. Außerdem lerne ich schon ein bisschen Schroth. Anfangs war dies alles sehr schwer und ich habe gar keinen Effekt gemerkt. Ich habe aber täglich zu Hause geübt. Mittlerweile bewegt sich wenigstens im BWS-Bereich schon ein bisschen was, so dass ich nach einem langen Tag bei meinen Übungen merke, wie es überall knackt und knirscht und ich mich am Ende tausendmal besser fühle. Seit ein paar Wochen sind die Kopfschmerzen besser geworden und das ist einfach der Himmel auf Erden!
2. Ich bin zum Rolfing gegangen. Ich dachte, diese Behandlung könnte vielleicht die Erfolge der Physiotherapie unterstützen. Die Antwort lautet: JAIN. Die Behandlung war irrsinnig teuer, aber ich habe sie genossen. Der Rolfer hat keine klassische Rolfing-Therapie mit mir gemacht, sondern auch ein bisschen Cranio-Sacral und Migräne-Therapie beigemengt. Ich habe auch hier etliche Übungen gelernt, mit denen ich Verspannungen und Blockacken lösen kann. Außerdem haben wir viel an meinem Körpergefühl gearbeitet. Der Erfolg sieht so aus, dass sich meine Körperstatik verbessert hat: selbst langes Stehen und gehen halte ich ziemlich gut aus. Früher wusste ich schon nach 30 Minuten Stehen nicht mehr, wie ich mich vor LWS-Schmerzen noch auf den Beinen halten soll. Mittlerweile halte ich sogar über 2 Stunden durch. Eine absolut neue Erfahrung für mich
3. Ich habe einen Reha-Antrag bei der Bfa gestellt. Dr. Hoffmann hat mich hier stark unterstützt und das Ergebnis ist, dass ich diese Woche die Zusage bekommen habe. Ich werde am 22.08. in Bad Salzungen mit meiner Reha anfangen.
Meine Kopfschmerzen sind viel besser geworden, aber es bleibt noch viel zu tun. Gerade die LWS ist noch sehr instabil. Alle möglichen Muskeln sind verkürzt und verspannt. Bücken geht so gut wie gar nicht. Die BWS ist total steif und die Physiotherapeutin hat alle Hände voll zu tun.
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, was denn nun die Ursachen für eine Lendenstrecksteife sind, Ich habe mich viel geärgert, dass ich 4 Jahre lang ein Korsett getragen habe, das offensichtlich nicht gut korrigiert hat, weil meine Skoliose-Werte schlechter sind als vor 10 Jahren. Alles mögliche wurde an mir rumgedoktort und trotzdem nicht das richtige. Außerdem sollte ich ja bloß keinen Sport treiben, weil das ja so schädlcih für den Rücken ist. Nun hab ich aber einen total schwachen Kreislauf und der Internist sagt: Treiben Sie mehr Sport!!! Das ist eine riesen Umstellung und ich hoffe, dass mir auch die Reha helfen wird, beides richtig zu machen. Außerdem hatte ich 10 Jahre lang wahnsinnige Kopfschmerzen (und ich bin erst 26). Das wäre mir vielleicht erspart geblieben, wenn ich schon vorher die richtige Behandlung bekommen hätte.
Meine Mama macht sich übrigens ziemliche Vorwürfe, dass sie damals nicht noch mehr für mich getan hat. Aber dieses Forum gab es ja damals noch nicht!
So, das soll es für diesen Bericht gewesen sein, Ich muss gestehen, dass ich nicht so oft schreibe, wie ich im Forum mitlese. Ich muss schon im Büro immer so lange sitzen und ich merke, dass ich mich nach Feierabend einfach einer anderen Tätigkeit widmen muss. Heute abend geh ich wieder tanzen!!!
Bis bald,
Antje