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Nachsorge am Ort nach der OP - wie läuft das?

Verfasst: Mo, 24.10.2005 - 22:27
von Papiertigerlein
Also, wenn ich mich wirklich operieren lassen sollte in Neustadt, so ist das ja um die 800 km von München entfernt. Und ca. 200 km von München ist Leonberg - also auch nicht der nächste Weg. Ich denke aber, dass nach einer OP doch eine gewisse Zeit der Nachbetreuung sein wird. Wie funktioniert das, wenn man an seinem Wohnort keinen Arzt hat der kompetent ist? Muss ich dann jedes Mal nach Leonberg? Oder gar nach Neustadt, wo die OP ja dann stattfindet?

Ihr seht, ich beschäftige mich schon langsam mit den praktischen Fragen ...

Mich würden mal eure Erfahrungen interessieren - oder reicht es wenn der Hausarzt die Anweisungen von Neustadt "befolgt"?

Verfasst: Mo, 24.10.2005 - 23:01
von Toni
Das ist schon ein Riesen Problem!
Es zeigt sich, daß lokale Ärzte mit Spondylodese-Operierten schnell überfordert sind, sie haben Null Erfahrung, fallen fast hintüber wenn sie ein RöBi sehen, haben keine Ahnung von dem Schmerzpotential das dahinter stecken kann und entwickeln falsche Vorstellungen oder interpretieren da was rein.
Andere niedergelassene Orthopäden regieren herzlos und unglaublich fies: "Sind sind doch schon operiert, was wollen Sie denn noch bei mir?"
Ander glauben einen Operierten möglichst schnell vom Oxygesic wegbringen zu wollen und versuchen die einzige noch wirksame Schmerzmitteldosis zu entziehen.

Die wenigsten können beurteilen ob das Implantat noch richtig sitzt, in einigen Fällen offensichtlich nicht mal Prof. Dr. Halm selber!
Wenn man ein postoperatives Korsett zur Hilfe und Stabilisierung von Neustadt mitbekommt, dann ist es von derart erbärmlicher Qualität, daß selbst Laien die Haare zu Berge stehen.
Wenn man zu einer anderen Klink geht die auch zu den Schön-Kliniken gehört (z.B. BHZ Vogtareuth) und WS-OP-kompetent ist, wird man wie das 5. Rad am Wagen behandelt: " Warum gehen Sie denn nicht nach Neustadt, zur OP haben sie es ja auch dorthin geschafft!"

Ja die Nachsorge ist ein echtes Problem!
Einziger Lichtblick: Die Tage, wenn Henry zu Dieter geflogen kommt!
Die Nachsorge ist noch ein ganz großer Knackpunkt, besonders für die älteren Operierten. Die Jugendlichen stecken das super weg und brauchen fast keine Nachsoge mehr. Aber ich kenne einige Operierte, bei denen hat sich die Nachsorge als Problem erwiesen und die angebliche "Primärstabilität" ihrer Implantate erwies sich leider als Legende!

Schwere Entscheidung!
Gruß Toni

Verfasst: Mo, 24.10.2005 - 23:11
von as
Hallo Papiertigerlein!

Also, bei mir ist die OP nun 10 Wochen her und mir geht es blendend.

Ich gehöre nicht zu der Gruppe "Jugendlich" sondern bin mittlerweile schon 34 Jahre alt und habe 2 Kinder mit 4 und 2 1/2 Jahren.

Führe meinen Haushalt auch schon seit 3 Wochen etwa "fast" alleine, d.h. meine "Perle" die ich hatte, war ein wenig mit unserem Haushalt überfordert und so habe ich mit angepackt und habe eigentlich alles gemacht (Wäsche waschen und aufhängen, kochen, bügeln, Spülmaschine ein- und ausräumen, usw.). Seit heute bin ich wieder auf mich alleine gestellt und mir geht es trotzdem gut!

Ich bin zur Nachsorge zum ganz normalen Hausarzt gegangen. Der konnte mir Schmerzmittel die von Neustadt verordnet wurden weiter verschreiben und er schreibt mir auch KG und Bewegungsbad auf!

Wenn was mit dem Implantat sein sollte würde ich dann in die nächste Klinik fahren, die werden Dir auf jeden Fall helfen und Dich evtl. auch weiter überweisen.

Liebe Grüße Anke

Verfasst: Mo, 24.10.2005 - 23:12
von Dalia
Hallo Papiertigerlein,

ich würde sagen, die Gesundheit sollte es einem wert sein, dass man Geld darin investiert (aber deine Gedanken sind sehr berechtigt!), in der Anfangszeit sollte nur Neustadt ran, später kann es vielleicht auch dein Hausarzt übernehmen.

Dalia

Verfasst: Mo, 24.10.2005 - 23:36
von Toni
Dalia hat geschrieben:Hallo Papiertigerlein,

ich würde sagen, die Gesundheit sollte es einem wert sein, dass man Geld darin investiert (aber deine Gedanken sind sehr berechtigt!), in der Anfangszeit sollte nur Neustadt ran, später kann es vielleicht auch dein Hausarzt übernehmen.

Dalia
Hallo Dalia, gerade in der Anfangszeit ist Neustadt (fast 800 km) unerreichbar für Operierte! Die wissen zum Teil gar nicht mmehr wie und warum sie die Heimfahrt überstanden haben!
Man kann nur hoffen, daß es so geht wie Anke! GLÜCKWUNSCH!!! So soll es sein! So hat es ihr auch Prof. Halm prophezeit!
Aber es kann auch so gehen wie Lurchi, Sylviale, Netti oder im schlimmsten Fall Fine! Da gibts leider keine Garantien.
Lurchi konnte einige Monate nach ihrer Entlassung aus Neustadt keine 15 Minuten in einem Auto sitzen, wie hätte sie nach Neustadt kommen können? Liegendtransport im Wohnmobil? Sie konnte ja nicht mal schmerzarm liegen.

Eine Chance für Münchner ist das Orthopädiezentrum Harlaching, die auch zu den Schön Kliniken dazugehören. Aber auch die werden vielleicht blocken und nach neustadt zurückdeligieren, wenn sie Verantwortung für die OP-Folgen eines anderen Klinikums übernehmen müssen.
Es ist echt nicht so einfach!

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 08:30
von gästin
Ich finde die heutige Politik, wegen der Fallpauschalen (die unabhängig von der Liegedauer sind) die Patienten nach Hause zu schicken, sobald sie wieder einigermaßen "krauchen können", ziemlich fatal.
Gerade bei komplizierten Op's, die man durch einen Spezialisten machen lassen möchte, befindet sich die Klinik für einen frisch operierten Patienten oft in unerreichbarer Entfernung. Welcher Hausarzt hat jemals eine Skoliose- Op gesehen? Welche "Feld- Wald- und Wiesen- Klinik der Grundversorgung" weiß über Medikation und Komplikationen nach HZI oder MPDS Bescheid?
Solche Fragen müßte man wirklich vorher abklären, damit man nicht im Notfall eine schmerzhafte und therapieverzögernde Odsyssee vor sich hat. Eine Möglichkeit, die ich mir vorstellen könnte, wäre, sich für einige Wochen in Neustadt im Hotel einzumieten (natürlich mit Rundumversorgung durch zusätzlich anwesende Angehörige). Das bezahlt natürlich auch keine Kasse...

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 11:12
von as
Hi,

vielleicht habe ich einfach immer recht viel Glück, mag sein!

Aber ich habe mir halt gedacht, bevor ich 1 Stunde mit der S-Bahn und Bus zu Doc. Hoffmann fahre, dann schaue ich doch vor Ort nach einem Arzt, der mich nach der OP versorgen und verarzten kann! Und siehe da, mein Hausarzt war selber mal als Anästesist im Krankenhaus tätig und hat einfach auch Ahnung, was man nach OP´s machen kann, darf und muß, auch hat er recht viel Ahnung von Schmerzmedikation!

Ich habe mit ihm zusammen, da ich schon einige Wochen keine Schmerzen mehr habe, die Medis langsam abgesetzt. Erst haben wir mit Tramal angefangen (war eh nur noch 50 mg./Tag - habe schon mit absetzen selbst angefangen, davor war´s aber auch nur 100 mg/Tag) und nun habe ich seit dieser Woche Arthotec (also Diclo) ganz abgesetzt und mir geht es super!

Warum soll es Papiertigerlein nicht auch so gehen wie vielen anderen auch! Ihr seid immer so negativ! Jetzt hagelt es sicher wieder super viel Kritik, aber das ist mir egal! Ich denke halt, wenn man positiv an eine Sache rangeht, dann kommt auch was dabei raus!

Liebe Grüße Anke

Gut, es kann so gehen wie denen, die Toni beschrieben hat, aber es muß nicht so sein! Denke halt auch, daß es viel mit der Beschaffenheit des einzelnen zu tun hat. Ich z.B. habe mich auf die OP vorbereitet, habe Muskelaufbau betrieben und habe regelmäßig KG gemacht. Desweiteren habe ich eine sehr hohe Schmerzgrenze, d. h. ich kann mit starken Schmerzen umgehen und liege nicht gleich darnieder! Möchte jetzt nicht sagen, daß die anderen alle "Schmerzempfindlich" sind, nein, daß kommt wirklich immer auf den einzelnen an!

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 11:29
von Toni
Ja Anke, Du hattest Glück un d Du hast es Dir auch verdient! Einen Anästesisten als Hausarzt.... SUPER!

Die Erfahrung der von mir erwähnten Operierten zeigt klar, wie sehr und schnell "normale" Hausärzte überfordert sind!

Normale "Wald- und Wiesen-Orthopäden sind doch schon überfordert eine Ganz-WS-Aufnahme zu machen.
Papiertigerlein hat geschrieben: Am 15. 12. hab ich einen Termin in Leonberg, da ist auch Prof. Halm. Mal sehen ... aber ich tendiere hin und her und mache ein Wechselbad der Gefühle durch. Zumal die ersten beiden OP`s alles an Komplikationen mit sich brachten die man sich ausdenken kann ...
Bei Papiertigerlein ist es eine größere und vieleicht komplizierte Sache. Eventuell mit Osteotomien usw....
Natürlich sollte sie positiv und mitMut Hoffnung und Zuversicht in die OP gehen, die Frage der optimalen Nachsorge soll sie klar am 15.12 an Dr. Hoffmann und an Prof. Halm stellen! wenn alles so gut läuft wie bei Anke, ist die Nachsorge gar kein Problem. Wenn es so laufen würde wie bei Lurchi, dann sitzt man hilflos in der Falle!
Das sollte schon vorher bedacht und alle Zweifel ausgeräumt werden.
Ein klares Konzept der Nachsorge muss her!
Gruß Toni

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 14:11
von Papiertigerlein
Naja, ich will mich eben auf alle Eventualitäten vorbereiten - weil, wenn ich dann irgend etwas habe was ich mir nicht erklären kann bzw. vor Schmerzen am Ende kaum noch krauchen kann (und ich kann euch versichern, ich habe eine sehr hohe Schmerzgrenze - bin z. B. mit Nierenkoliken 6 Wochen brav in die Arbeit gegangen bis man den Stein rausoperiert hat) ... aber wenn es einem schlecht geht weiss man meistens nicht wo einem der Kopf steht und hat keinen Nerv irgend etwas mühselig rauszuwursteln. Deshalb muss ich das zu meiner eigenen Beruhigung vorher geklärt haben. Erst wenn ich alles geklärt habe kann ich beruhigt in den OP gehen - in der Hoffnung, das alles optimal gehen wird.

Das hat nichts mit negativ denken zu tun - das hat was mit Vorsorge zu tun. Wenn ich es nicht brauche ist es ja noch besser!

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 14:45
von Toni
Papiertigerlein hat geschrieben:
Das hat nichts mit negativ denken zu tun - das hat was mit Vorsorge zu tun. Wenn ich es nicht brauche ist es ja noch besser!
Epikur von Samos (Philosoph des Glücks)
"Das Glück gehört den Vorbereiteten!"

Gruß Toni

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 15:16
von as
Hallo,

dann such´ Dir einen gescheiten Arzt, sei es ein gescheiter Hausarzt, einen Schmerzarzt, der sich auch auf Rücken spezialisiert hat oder auch einen guten Orthopäden vor Ort! Klar, daß man den nicht sofort findet, man muß die Ärzte auch ansehen und sich ein Bild davon machen. Meist erkennt man beim 1. Besuch, ob er Ahnung hat oder nicht! Zumindest war es bei mir so.

Auch wenn es bei der Sucherei bei jedem Arzt dann 10 Euro kostet, das dürfte einen dann nicht zurückschrecken. Was ich die letzte Zeit - letztes Jahr an Praxisgebühr liegen lassen habe, darf ich keinem erzählen! Aber es hat sich gelohnt. Nun habe ich einen guten Hausarzt vor Ort, den man innerhalb von 5 Min. mit dem Auto erreichen kann, einen guten Schmerzspezialisten, gut der ist in 30 min. mit dem Auto zu erreichen und Doc. Hoffmann, zu dem fahre ich mit dem Auto 45 min. Aber ich denke, die Fahrzeiten muß man in Kauf nehmen um nicht zu einem Wald- und Wiesendoktor zu geraten!

Wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg bei der Suche!

Anke

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 15:52
von Papiertigerlein
Naja, ich hab ja die Ärzteodysse schon hinter mir - als ich einen Doc gesucht habe für mein Kreuz. Habe in München bestimmt 25 verschiedene Ärzte durch ... und keiner kennt sich im Geringsten aus. Da mache ich mir nicht sooo viele Hoffnungen.

Hausarzt ... ich brauch ja keinen, bin ja nie krank. Aber ich werde mich damit befassen "müssen". Aber erst mal schauen was Prof. Halm mir erzählt und rät.

Ach ja - wir haben kein Auto - nur ein Betriebsauto, dass aber nur in einem bestimmten Umkreis privat fahren darf - von daher ist Leonberg schon nicht mehr drin ...

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 16:47
von gästin
Wenn nach der Op auf einmal starke Schmerzen beim Atmen und Atemnot auftreten, kann es gut sein dass weder der Orthopäde noch der Schmerzspezialist die richtige Anlaufstelle wäre. Das wäre eher ein Fall für die Klinik (Innere Abteilung). Und die wissen sicher nicht, dass während der HZI-Op im Thorakalbereich eine Lunge "stillgelegt" wird. Ich finde es eigentlich unmöglich, dass die operierende Klinik sich nicht selbst um die Nachsorge kümmert, denn nur dort weiß man ganz genau, wie der Operationshergang war und kennt die Symptome der häufigsten Komplikationen.
Aber, wie gesagt, das betrifft nicht eine spezielle Klinik, sondern ist Folge der heutigen Gesundheitspolitik.

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 17:06
von Dalia
as hat geschrieben:Ihr seid immer so negativ!
Das sagst du ausgerechnet Toni und mir? :lach:

Sei vorsichtig mit solchen Pauschalisierungen. ;)
Ich denke halt, wenn man positiv an eine Sache rangeht, dann kommt auch was dabei raus!
Ja, aber es ist NIEMALS eine Garantie, dass es dann auch gut geht. Das haben wir z.B. bei Fine gesehen... Fine war mental hervorragend vorbereitet und nun hat sie eine anscheinend monatelange Reha-Zeit vor sich.

Garantie gibt es allerdings auch bei Neustadt nicht. Aber doch sicher eine höhere als bei einem Hausarzt vor Ort. Und Papiertigerlein muss abwägen, was sie sich finanziell leisten kann und was sie bevorzugt. Nicht mehr und nicht weniger.

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 20:05
von as
Hallo,

ja, das sage gerade ich - weil ich es schon vor der OP so gesehen habe!

Gut, es gibt Fälle, die nicht so optimal gelaufen sind, die wären aber auch in anderen Kliniken mit sicherheit nicht besser gelaufen!

Wenn irgendetwas sein sollte mit Atemnot oder sonstigen Schmerzen die plötzlich auftreten und irgendwie undefinierbar sind, ist natürlich eine bzw. die nächste gute Klinik die beste Anlaufstelle - habe ich aber schon mal geschrieben! Die fragen aber ganz genau nach, was passiert ist und sehen auch die Narbe von der OP! Ich hatte auch immer bei jedem Besuch meinen Bericht von der OP dabei, den man von Neustadt bekommt. Vielleicht hatte ich ja mal wieder Glück mit meiner Klinik hier im Nachbarort!

Oh, ich sehe ich bin der reinste "Glückspilz" - kann ja gar nicht sein, soooo viel Glück auf einmal!!!! :D

Das mit dem Hausarzt habe ich mir auch überlegt gehabt, weil ich eigentlich auch nie krank bin und war. Doch ich habe mich dazu entschieden, falls was nach der OP sein sollte! Außerdem verschrieb er mir die Schmerzmedikamente auf und stellt mir ohne zu "zicken" KG-Rezepte und Rezepte für´s Bewegungsbad (welches ich von Doc. Hoffmann nicht bekommen hätte)! Außerdem ist so auch Doc. Hoffmann entlastet!

Ich denke aber, daß es in München sicher auch sehr kompetente Ärzte gibt. Hier in Stuttgart gibt es diese ja auch! Die Suche ist zwar nervig, aber so lange es Dir gut geht gib die Suche nach DEM Arzt nicht auf. Ich weiß, bei mir war es auch sehr langwierig, auch die Jahre davor. Ich bin auch von einem Orthopäden zum anderen gewandert. Gut, daß DER Arzt nun nicht um die Ecke ist, das müßte auch klar sein.

Trotzdem viel Erfolg und alles Gute!

Anke

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 20:34
von Dalia
as hat geschrieben:ja, das sage gerade ich - weil ich es schon vor der OP so gesehen habe!
Dieser Kommentar, der anscheinend an mich gerichtet sein sollte, passt überhaupt nicht zu dem, was ich geschrieben habe. :rolleyes:
as hat geschrieben:Oh, ich sehe ich bin der reinste "Glückspilz" - kann ja gar nicht sein, soooo viel Glück auf einmal!!!! :D
Über dich habe ich gar nichts geschrieben. Es geht hier auch nicht um dich, sondern um Papiertigerlein. ;)

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 20:53
von gästin
@as: Lies dir mal die Geschichte von Jasmin im Skoliose-Op-Forum (Archiv) durch. Sie ist zum Wochenende hin entlassen worden, ohne Kurzbericht und Medikamente, und wurde dann mit Schmerzen als Notfall ins heimatliche Krankenhaus eingewiesen. Dort war man mit ihrem Fall hoffnungslos überfordert.
OK, das war letztes Jahr, und sicher passiert so etwas selten, aber ich finde, man darf nicht zu blauäugig in so eine schwere Op hineingehen.

Verfasst: Di, 25.10.2005 - 21:04
von Papiertigerlein
Die dumme Sache ist die, dass sich hier die Orthopäden nicht mit Skoliose-OP`s auskennen. Auch die Unikliniken nicht. Die haben "so was" mal in der Ausbildung gesehen ... und verabschieden mich mit "Gute Besserung". Und ich kann nicht mehr suchen wenn es mir gut geht - denn gut geht es mir schon lange nicht mehr, d. h. ich krieche schon fast auf dem Zahnfleisch ... und mein AG würde sich bedanken wenn ich während der ARbeitszeit ständig von einem Arzt zum anderen rennen würde.

Aber dann werd ich mir mal einen Hausarzt suchen und mit dem sprechen ob er das machen würde ... wenn aber was mit Atemnot sein sollte, da sehe ich schwarz ...

Danke für eure Mühe! Wenn ich mich entschließe, dann muss alles vorher geklärt sein, nicht das ich dann sitze wie auf dem Schleudersitz (bin eh ein Sicherheitsfanatiker). Und wenn ich alles für mir einfallende Eventualitäten geklärt habe dann kann ich beruhigt und optimistisch in den OP-Saal rollen. Wenn nichts geklärt ist dann weiss ich auch nicht - aber ich würde wahrscheinlich noch mehr Schiss haben als ohnehin schon. Und das muss ja nicht sein.

Ach ja - habe in Harlaching (Spezialklinik) nachgefragt - die meinten, damit würden sie sich nicht auskennen. Nachfrage in Bogenhausen (Spezialklinik) - sie könnten ja mal gucken - aber sie haben keine solchen Fälle. Nachfrage an der Uniklinik Großhadern - da wussten sie gar nichts.
Also so viel zum "In München wird es ja wohl einen Arzt geben!" Ich meine, das klingt so als wenn ich nicht suchen würde - aber ich suche jetzt seit 13 Jahren intensiv. Und wenn es in jeder Großstadt kompetente Ärzte gäbe würden nicht so viele Leute nach Leonberg und schließlich nach Neustadt "pilgern". Sorry, solche Aussagen machen mich echt sauer .. weil ich suche mir wirklich den Wolf. Und das kann ich nur nach der ARbeit machen - und welcher Orthopäde hat schon viele Termine nach 17.30 Uhr?

Verfasst: Fr, 16.12.2005 - 11:22
von anteilnehmende Beobachter

Verfasst: Fr, 16.12.2005 - 22:33
von Silas
Hallo Papiertigerlein,

bei dem Bereich und der angewandten Technik, die Du im OP-Forum beschrieben hast, sind Komplikation sehr unwahrscheinlich.

Auf jeden Fall solltest Du bis November einen guten Kontakt zu einem Hausarzt aufbauen, der bereit ist, Dir unters BTM fallende Medikamente zu verordnen.

In Harlaching kannst Du eine Ganzwirbelsäulenaufnahme anfertigen lassen (nähere Infos könnte Dir Forumsmitglied Silviale geben), die Du dann zur Beurteilung nach Neustadt schicken kannst.

Sollten wider Erwarten Komplikation auftreten (die meisten spielen sich eher im Thoraxbereich ab, der bei Dir ja gar nicht angetastet wird), wäre allerdings Neustadt erste Adresse, z. B. Flug München-Hamburg. Ansonsten eben Vogtareuth, die ebenfalls sehr erfahren mit Skoliose-OPs sind - nur keiner beseitigt gerne den Mist an dem ein anderer richtig verdient hat.

Viele Grüße
Silas