Hallo liebe Leidensgenossen,
ich schreibe diesen Eintrag in der Hoffnung damit vielleicht dem ein oder anderen eine Hilfe sein zu können, der von den vielen erschreckenden Berichten hier genauso betroffen ist wie ich.
Grundlage ist folgende:
Auf dieses Forum gestoßen bin ich eigentlich auf der Suche nach Erfahrungsberichten über Wasserbetten bei Skoliose, und war gelinde gesagt sehr erstaunt dass Leute mit weit weniger schwerer Skoliose als ich (30°) weit mehr Probleme haben können. An und für sich traten Schmerzen bei mir immer nur periodisch auf, und verflüchtigten sich nach ein paar Tagen wieder, oder insbesondere bei zu langem Liegen (mehr als 12 Stunden, bei Krankheit z.B.). Verglichen mit den drei Stunden die hier einige lediglich schlafen können also nicht weiter tragisch.
Durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt war ich jedoch gezwungen zunächst in einem extrem harten, dann in einem extrem weichen Bett, jeweils ohne Lattenrost, zu schlafen. Dies führte dazu dass ich fünf Monate lang keinen einzigen Tag ohne Rückenschmerzen aufwachte. Gleichzeitig war es wegen des Studiums im Ausland nicht möglich Krankengymnastik in angemessener Weise weiter zu führen. Ich konnte also nur die Zähne zusammenbeißen.
Nach meiner Rückkehr in mein eigenes Bett (eigentlich nix besonderes, eine ‚normale’ mittelharte Matratze und vor allem, ein vernünftiger Lattenrost) ging es schon wieder etwas besser, wirklich verschwanden die Schmerzen erst nachdem ich wieder mit Muskelaufbautraining angefangen habe, und zwar konsequent dreimal die Woche mindestens eine Stunde.
Nun mag vielleicht nicht jeder die Zeit dazu haben, aber als ich heute morgen wieder einmal völlig schmerzfrei aufgewacht bin (und das nach fünf Monaten durchgehender Schmerzen außerordentlich zu schätzen gelernt habe) musste ich Euch das einfach mitteilen.
Was mich daran so fasziniert ist die Tatsache dass solange man die Übungen mit der geringstmöglichen vertikalen Belastung für den Rücken wählt (also KEINE Hanteln, besser Klimmzug-Geräte, Brust-, Bauch-, und Rückenmuskeln allgemein) sich vor allem Verspannungsschmerzen gut bekämpfen lassen.
Es dauert ein wenig und setzt wie gesagt Konsequenz voraus, und vor allem am Anfang war es hart, aber es hat sich in jedem Fall gelohnt. Einmal die Woche Krankengymnastik reicht nicht!
Mit besten Grüßen und hoffentlich guter Besserung,
Euer Sebastian
Schmerzfrei nach drei Monaten
- Klaus
- Moderator/in

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- Wohnort: Hannover
Hallo Sebastian,
ich mache seit 20 Jahren Muskelaufbautraining und habe in dieser Zeit eine Menge variiert.
Einmal aufgrund der Muskelforschung, die sich ja ständig weiterentwickelt hat und wo es auch teilweise um Trends gegangen ist.
Zum anderen auch durch Tipps von Physiotherapeuten, die ich trotz des Trainings in den letzten Jahren in Anspruch nehmen musste.
Deswegen kann ich nur bestätigen, dass dieses Training bei Skoliose (bei mir ist es Kyphose) immer einen Teufelskreis in Gang setzen kann. Muskelaufbau --> Muskelspannung --> Muskelverspannung--> Schmerzen.
Deswegen ist es wichtig, die Spannung herauszufinden, die den Muskel noch aufbaut, aber nicht zu Schmerzen führt (abgesehen vom Muskelkater).
Aber
Irgendwann kommt der Punkt, wo sich die Asymmetrie rächt.
Du erreichst nämlich nicht gleichmässig alle Muskeln mit diesen Übungen !
So steht bei mir die Entscheidung für eine REHA an, um Schroth zu lernen.
Das ist die einzige Möglichkeit gezielt auf die muskuläre Dysbalance einzuwirken, die bei solchen Veränderungen der Wirbelsäule vorhanden sind. Trotzdem denke ich, dass es sehr wichtig ist, mit Fitnesstraining weiterzumachen.
Gruss
Klaus
ich mache seit 20 Jahren Muskelaufbautraining und habe in dieser Zeit eine Menge variiert.
Einmal aufgrund der Muskelforschung, die sich ja ständig weiterentwickelt hat und wo es auch teilweise um Trends gegangen ist.
Zum anderen auch durch Tipps von Physiotherapeuten, die ich trotz des Trainings in den letzten Jahren in Anspruch nehmen musste.
Deswegen kann ich nur bestätigen, dass dieses Training bei Skoliose (bei mir ist es Kyphose) immer einen Teufelskreis in Gang setzen kann. Muskelaufbau --> Muskelspannung --> Muskelverspannung--> Schmerzen.
Deswegen ist es wichtig, die Spannung herauszufinden, die den Muskel noch aufbaut, aber nicht zu Schmerzen führt (abgesehen vom Muskelkater).
Aber
Irgendwann kommt der Punkt, wo sich die Asymmetrie rächt.
Du erreichst nämlich nicht gleichmässig alle Muskeln mit diesen Übungen !
So steht bei mir die Entscheidung für eine REHA an, um Schroth zu lernen.
Das ist die einzige Möglichkeit gezielt auf die muskuläre Dysbalance einzuwirken, die bei solchen Veränderungen der Wirbelsäule vorhanden sind. Trotzdem denke ich, dass es sehr wichtig ist, mit Fitnesstraining weiterzumachen.
Gruss
Klaus