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Extremes Hohlkreuz und Skoliose
Verfasst: Di, 16.03.2010 - 23:47
von JaneCooper
Hallo,
heute Vormittag war ich beim Orthopäden (der 4. Orthopäde innerhalb von einem halben Jahr). Dieser Arzt scheint wirklich kompetent zu sein. Er hat mir auch zugehört, ist auf mich eingegangen und alles ohne Vorwürfe (den einzigsten Vorwurf, den er gemacht hat, womit er natürlich Recht hat, ist, dass 15 Jahre lang mit Schmerzen zu warten und sich nur zu schonen viel zu lang und gar nicht gut für den Körper war).
Er hat sich erst in aller Ruhe meine ganze bisherige Krankengeschichte angehört (von Kindheit an, wo ich das Gipskorsett hatte) und hat sich sehr viele Notizen gemacht. Dann hat er sich den MRT-Bericht durchgelesen und die Röntgenaufnahmen vom September angesehen. Dann musste ich mich ausziehen.
Zuerst hat er einen kleinen Beckenschiefstand festgestellt, aber so minimal, dass er daran gar nichts machen würde. Dann hat er vorsichtig mit sanftem Druck meine LWS erst seitlich (kein Problem) und dann mittig abgetastet (dabei zuckte ich wegen der Schmerzen sofort zusammen). Dann musste ich mich auf die Liege liegen und er hat kleine verschiedene Tests mit der Beweglichkeit meiner Beine und Füße durchgeführt. Danach sollte ich verschiedene Stellungen im Sitzen und Stehen einnehmen und ihm sagen, in welchen Situationen ich die meisten Schmerzen habe.
Dann sagte er, seiner Meinung nach kommen bei mir die Schmerzen nicht von der Bandscheibenvorwölbung, sondern von dem extremen Hohlkreuz (seine Worte: das ist aber sehr extrem, sehr ausgeprägt für Ihr Alter - 40 Jahre) und von der Skoliose. Dadurch seien die Wirbel und Bandscheiben sehr abgenutzt, was die Schmerzen verursachen würde. Er sah sich kurz das Korsett an und sagte, das soll ich möglichst oft tragen, weil damit die Haltung deutlich gerader ist. Ich sagte ihm, dass ich während des Tragens ganz starke Schmerzen im Schulterbereich bekomme. Eine optimale Lösung, was den Trage-Rythmus angeht, gibt es dabei leider nicht. Ich solle im Laufe der Zeit selbst herausfinden, was für mich am besten ist.
Ein Rezept für KG wollte er mir nicht geben (ich mache es trotzdem hier im Institut weiter, das Rezept bekomme ich weiterhin von meinem Internisten, ich habe bereits mit ihm darüber gesprochen). Der Orthopäde sagte, das Geld für die KG wäre total herausgeschmissen. Es gibt genügend Fachliteratur (Bücher usw.) wo viele Übungen für die Rückenmuskulatur drinstehen. Und ein- bis zweimal die Woche KG würde eh nicht reichen. Ich soll es täglich etwa 10 bis 15 Minuten lang machen. Das würde dann schon reichen (wenn der "innere Schweinehund" bloß nicht immer so riesen groß wäre, außer meinen beiden festen KG-Terminen in jeder Woche habe ich es zu Hause schon seit Ewigkeiten nicht mehr getan - Schäm...).
Außerdem habe ich von dort noch 2 Termine für Schmerzspritzen bekommen. Diese Spritzen sind wohl allgemein bekannt (ich war vorhin noch bei der KG, meine Physiotherapeutin kannte diese Spritzen von verschiedenen Patienten). Sie werden unter Ultrallschall gezielt gespritzt. Dabei geht wohl der Blutdruck runter (und das bei meinem niedrigen Blutdruck), so hat mir das der Arzt erklärt. Deswegen müsste ich anschließend eine Stunde lang am Tropfer liegen, um den Kreislauf wieder zu stabilisieren.
Es ist eine Gemeinschaftspraxis und dort gibt es nur einen OP-Raum. Diese Spritzen werden grundsätzlich immer um 15.00 Uhr gegeben, direkt nach der Mittagspause. Deswegen musste erstmal nachgesehen werden, an welchem Tag der OP-Raum um 15.00 Uhr frei ist. Der erste Termin war am 12. April, der zweite zwei Wochen später am 26. April.
Der Arzt sagte aber auch nochmals, bei meinem Rücken gibt es absolut keine Gewährleistung für eine dauerhafte Schmerzfreiheit. Alles ist nur vorübergehend und kann auch mit einer falschen Bewegung zunichte gemacht werden. Damit werde ich wohl leben müssen. In dem Zusammenhang bin ich echt froh, dass ich mich für eine Psychotherapie, die morgen beginnt, entschieden habe. Denn allein bei dem Gedanken an diese Spritze unter Ultraschall (das hört sich für mich Laien total gefährlich an) bekomme ich jetzt schon mächtig große Angst und werde etwas nervös!
Grundsätzlich habe ich eigentlich keine Angst vor Spritzen, es kommt jedoch darauf an, wohin man sie bekommt. In den Arm oder in den Po machen sie mir nichts aus. Aber in den Rücken, da habe ich im Laufe der Jahre schon so viel von gehört, was da alles schief laufen kann, wenn dabei ein Nerv getroffen wird. Davor habe ich totale Panik. Ich hatte heute aber wieder so viele stechende Schmerzen in der LWS, die wieder ins rechte Bein gezogen sind (auch davon habe ich dem Arzt berichtet), ich halte es dauerhaft wirklich nicht mehr aus.
So, das war das Neueste von mir. Bis bald. Jane
Verfasst: Mi, 17.03.2010 - 10:49
von Klaus
JaneCooper hat geschrieben:heute Vormittag war ich beim Orthopäden (der 4. Orthopäde innerhalb von einem halben Jahr). Dieser Arzt scheint wirklich kompetent zu sein. Er hat mir auch zugehört, ist auf mich eingegangen und alles ohne Vorwürfe (den einzigsten Vorwurf, den er gemacht hat, womit er natürlich Recht hat, ist, dass 15 Jahre lang mit Schmerzen zu warten und sich nur zu schonen viel zu lang und gar nicht gut für den Körper war).
Na ja, entscheidend für die Kompetenz ist die konkrete ausführliche Diagnose und ein optimaler Behandlungsvorschlag.
Was das ist, weiß man ohne spezielle Vorinformation meistens nicht und überlässt alles dem Arzt und merkt , wie Du, dass man da leider in die übliche Ärzteodysee kommt.
Ein extremes Hohlkreuz ist oft mit einem Rundrücken verbunden oder äussert sich spätestens in der HWS durch eine Fehlform, um einen Ausgleich zu schaffen.
Eine Röntgen Aufnahme des
gesamten Rückens von vorn und von der Seite mit Ermittlung der entsprechenden Winkel ist für eine Diagnose unerlässlich.
Hast Du so eine Aufnahme ??
Er sah sich kurz das Korsett an und sagte, das soll ich möglichst oft tragen, weil damit die Haltung deutlich gerader ist. Ich sagte ihm, dass ich während des Tragens ganz starke Schmerzen im Schulterbereich bekomme. Eine optimale Lösung, was den Trage-Rythmus angeht, gibt es dabei leider nicht. Ich solle im Laufe der Zeit selbst herausfinden, was für mich am besten ist.
Die Frage ist, was ist das für ein Korsett und welche konkreten Indikationen liegen dem zugrunde. Die Wirbelsäule ist immer als Gesamtsystem zu betrachten und entsprechend muss auch ein Korsett ausgerichtet sein.
Der Orthopäde sagte, das Geld für die KG wäre total herausgeschmissen. Es gibt genügend Fachliteratur (Bücher usw.) wo viele Übungen für die Rückenmuskulatur drinstehen. Und ein- bis zweimal die Woche KG würde eh nicht reichen. Ich soll es täglich etwa 10 bis 15 Minuten lang machen
Das Prinzip der optimalen Schroth KG ist in der Praxis zeitlich schon so, nur kann man das nicht aus einem Buch lernen, geschweige denn durch irgendwelche Übungen Erfolge erwarten.
In dem Zusammenhang bin ich echt froh, dass ich mich für eine Psychotherapie, die morgen beginnt, entschieden habe.
Ist das im Zusammenhang mit Deiner Rückensituation zu sehen?
Wenn ja, dann gibt eine Schroth REHA auch in dieser Hinsicht durchaus sehr positive Impulse.
Gruss
Klaus
Verfasst: Mi, 17.03.2010 - 12:28
von minimine
Hallo JaneCooper,
Dieser Arzt scheint wirklich kompetent zu sein.
Keine Röntgenbilder? Keine Gradzahlen? Und dazu noch das hier:
Es gibt genügend Fachliteratur (Bücher usw.) wo viele Übungen für die Rückenmuskulatur drinstehen.
Also für mich klingt das alles andere als kompetent!
Wie wäre es denn, wenn du dir mal einen Termin in der Uni-Klinik Essen holst?
LG
Minimine
Verfasst: Do, 18.03.2010 - 00:15
von JaneCooper
Ja, im Prinzip habt ihr wirklich schon recht. "Kompetent" ist wirklich eine "relative" Einschätzung. Nachdem mir aber die letzten beiden Orthopäden, bei denen ich im letzten November und im Januar war, vor den Kopf gesagt haben, an den Schmerzen und am krummen Rücken wäre ich selber schuld, so krumm wie ich sitzen würde, sei das kein Wunder. Setzen Sie sich gerade hin und es geht Ihnen wieder gut.... Im Vergleich zu diesen beiden Ärzten war der gestrige Arzt wirklich wesentlich gründlicher bei der Untersuchung und ist deutlich mehr auf mich und meine Schilderungen und Probleme eingegangen.
Als ich im Januar bei dem Arzt sagte, dass ich bereits seit meiner Kindheit wegen Skoliose in Behandlung gewesen sei, sagte der zu mir, wer hat Ihnen denn diesen Blödsinn erzählt? Ihre Wirbelsäule zeigt zwar eine deutliche Krümmung, aber daran ist nur Ihre krumme Sitzhaltung Schuld...
Mein Korsett für eine geradere Körperhaltung im Bereich der LWS nennt sich übrigens: Lumbalorthese ARTROMAXX LUMBOstar. Wenn ich es an habe, bin ich im LWS-Bereich wirklich deutlich gerader, sowohl im Sitzen als auch im Laufen. Die Schmerzen dort sind dann deutlich weniger (ganz weg sind sie nie mehr). Aber durch die angespannte Haltung damit, sind die Schultern und Schulterblätter wesentlich angespannter, verspannter und tun kräftig weh. Man kann nicht alles haben, entweder oben Schmerzen oder unten...
Weil meine Hauptschmerzen in der LWS sind, wurde die Röntgenaufnahme nur von der LWS bis einschließlich Ansatz der BWS gemacht. Mein Hausarzt hat dann die MRT der LWS und der BWS in Auftrag gegeben, weil die deutliche Verbiegung der BWS nicht zu übersehen ist. Auch meine Physiotherapeutin hat von Anfang an während der KG (laut Rezept für die LWS!) gesagt, dass die Verbiegung der BWS sehr intensiv ist und ich aufpassen müsste, dass nicht eines Tages meine Atmung dadurch eingeschränkt wird. Wir machen regelmäßig Übungen für den ganzen Körper (meine gesamte Muskulatur ist noch ziemlich schlapp, Beine, Arme, Bauch, Rücken,...).
Verfasst: Do, 18.03.2010 - 09:27
von gauklerdavid
Hallo Jane Cooper,
Also der Orthopaede war sicher etwas kompetenter als die letzten und vor allem hat er dich anstaendiger behandelt. In sofern schon ein Fortschritt. Trotzdem denke ich einen ganzaufnahme des Rueckens waere sicher mal angebracht, und auch das bestimmen von Gradzahlen.
Dann sagte er, seiner Meinung nach kommen bei mir die Schmerzen nicht von der Bandscheibenvorwölbung, sondern von dem extremen Hohlkreuz (seine Worte: das ist aber sehr extrem, sehr ausgeprägt für Ihr Alter - 40 Jahre) und von der Skoliose. Dadurch seien die Wirbel und Bandscheiben sehr abgenutzt, was die Schmerzen verursachen würde.
Kann ja auch sein dass beides eine Rolle spielt. Kann auch sein dass eine gewissen genetische Komponente da drin steckt und beides (Verschleiss und Kruemmung) beguenstigt hat. Aber die tatsache dass die LWS schmerzen besser werden wenn die LWS in geradere Haltung ist, kann ein Hinweis darauf sein dass die starke Kruemmung die Schmerzen beguenstigt.
Das mit den Uebungen aus dem Buch lernen ist bei Wirbelsaeulenverkruemmungen wirklich Bullshit. ALso das war keine Kompetente Aussage. Weil a) sind standard Uebungen nicht gemacht fuer Wirbelsaeulenverkruemmung und b) koennen die wenigsten so was aus einem Buch lernen.
Der Arzt sagte aber auch nochmals, bei meinem Rücken gibt es absolut keine Gewährleistung für eine dauerhafte Schmerzfreiheit. Alles ist nur vorübergehend und kann auch mit einer falschen Bewegung zunichte gemacht werden. Damit werde ich wohl leben müssen. In dem Zusammenhang bin ich echt froh, dass ich mich für eine Psychotherapie, die morgen beginnt, entschieden habe. Denn allein bei dem Gedanken an diese Spritze unter Ultraschall (das hört sich für mich Laien total gefährlich an) bekomme ich jetzt schon mächtig große Angst und werde etwas nervös!
Das mit der keinen Gewahrleistung ist vielleicht nicht das was man hoeren moechte, aber er hat sicher in sofern recht als dein Ruecken nicht mehr geheilt werden kann, im sinne dass die Wirbel wieder gerade und die Bandscheiben wieder heil sind etc. Und sensibel wird deine Wirbelsaeule sicher auch bleiben. Aber vielleicht gelingt es dir (was du ja auch schon zum teil durch die Massagen erfahren hast) mit geeigneten Alltagsanpassungen nund Uebeungen und Entspannung die Schmerzen einigermassen in den Grenzen zu halten und die Belastbarkeit zu erhoehen.
Eine Schroth Reha ist, wenn du dafuer ausreichend belastbar bist, auf jeden Fall einen Versuch wert. Grundsaetzlich wuerde ich auf meinen Koerper hoeren und das machen was gut tut.
Psychotherapie ist gut wenn du Therapeut und Therapie zu dir und deiner Situation passt und das richtige macht. (also zum beispiel dir hilft mit den schmerzen gut umzugehen, die richtige belastung waehlen , dich allgmein startker macht...) Musst halt gucken ob das so ist. Gibt auch seltsame Therapeuten die nix taugen.
Wenn das Korsett nur die LWS gerader macht wird die BWS in eine kruemmere haltung gebracht, wenn du die BWS nicht selbst Aufrichten kannst. Das ist ziemlich normal wenn ein Teil der BWS nicht aufrichtbar ist. In der schroth Reha lernst du LWS und BWS gleichzeitig zu korrigieren. In wieweit das gelingt haengt dann davon ab wie krumm und versteigt das bei dir ist,manchmal kann man da aber noch viel machen.
Alles gute
david
Verfasst: Do, 18.03.2010 - 11:12
von Thomas
JaneCooper hat geschrieben:Mein Korsett für eine geradere Körperhaltung im Bereich der LWS nennt sich übrigens: Lumbalorthese ARTROMAXX LUMBOstar. Wenn ich es an habe, bin ich im LWS-Bereich wirklich deutlich gerader, sowohl im Sitzen als auch im Laufen. Die Schmerzen dort sind dann deutlich weniger (ganz weg sind sie nie mehr). Aber durch die angespannte Haltung damit, sind die Schultern und Schulterblätter wesentlich angespannter, verspannter und tun kräftig weh. Man kann nicht alles haben, entweder oben Schmerzen oder unten...
Die LUMBOstar ist ja eher eine Bandage für die Lendenwirbelsäule und weniger ein Korsett. Vielleicht könnte Dir ein richtiges Korsett hier weiterhelfen. Spontan fällt mir da entweder die Kubin-Orthese, die Dr. Steffan in Bad Sobernheim gerne verschreibt, oder ein Rahmouni-Korsett, wie es Dr. Hoffmann in Leonberg bevorzugt, ein.
Mir hat gegen meine Schmerzen ein Rahmouni-Korsett sehr gut geholfen.
Gruß Thomas
Verfasst: Fr, 19.03.2010 - 12:00
von Klaus
JaneCooper hat geschrieben:Im Vergleich zu diesen beiden Ärzten war der gestrige Arzt wirklich wesentlich gründlicher bei der Untersuchung und ist deutlich mehr auf mich und meine Schilderungen und Probleme eingegangen.
Man muss wissen, dass die meisten Orthopäden bezüglich Skoliose/Hyperkyphose nicht kompetent genug sind.
Und für die meisten Patienten ist es erst mal der erste grosse Schritt, diese Tatsache zu verstehen. Es wird wirklich sehr viel Zeit verloren, weil man auch erst mal nicht weiß, worauf es ankommt. Und soviele Ärzte können sich doch nicht irren...der war sehr nett...der hat sich viel Zeit genommen....usw.
Gruss
Klaus
Verfasst: Fr, 19.03.2010 - 21:42
von JaneCooper
Hat einer von euch schon Erfahrungen mit Schmerz-Spritzen in den Rücken gemacht, die unter Ultraschall gesetzt werden? Dafür habe ich ja beim Orthopäden 2 Termine bekommen (Mitte und Ende April). Wie mir gesagt wurde, wird es einem dabei meistens schlecht und der Kreislauf sackt ab (ich habe eh einen sehr niedrigen Blutdruck, immer schon gehabt). Deswegen soll ich für das ganze eine Stunde einplanen, weil ich nach dieser Spritze für eine Stunde an den Tropfer gelegt werde, um den Kreislauf wieder zu stabilisieren.
Heute war ich bei meinem Hausarzt, bei dem ich die "ganzen Fäden" zusammen laufen lasse, was meine Facharzttermine angeht. Ich habe mit ihm über diese Spritzen gesprochen. Er wusste sofort, was ich meine. Er sagte sofort, ich solle dabei nicht an ganz normale Spritzen denken. Diese hat eine sehr, sehr lange Nadel. Damit geht man, halt unter Ultraschall, bis zwischen die Wirbel (wo der stechende Dauerschmerz wohl herkommt). Das hört sich für mich echt alles total "Gemeingefährlich" an.
Hat einer von euch schon Erfahrungen mit so etwas gemacht? Wie habt ihr diese Spritze verkraftet? Habt ihr vorher eine Betäubung bekommen? Ich habe jetzt schon die totale Panik davor. Auch wenn alle (die keine Ahnung davon haben) sagen, mach dich nicht bekloppt, lass erst mal alles auf dich zukommen. Ich kann meine Gedanken und meine Ängste halt nicht völlig abstellen.
Verfasst: So, 21.03.2010 - 12:33
von minimine
Hallo JaneCooper,
Hat einer von euch schon Erfahrungen mit Schmerz-Spritzen in den Rücken gemacht, die unter Ultraschall gesetzt werden?
ich habe vor ein paar Wochen Spritzen vom Orthpäden bekommen, allerdings nicht unter Ultraschall, weiß also nicht, ob das sowas ähnliches ist.
Ich musste danach noch einige Zeit in der Praxis bleiben und mein Puls wurde mit so einem Gerät während dieser Zeit gemessen. Eine dieser Spritzen ging bei mir ganz schön auf den Kreislauf und ich war danach total zittrig. Es ist also auf jeden Fall besser, wenn du dich zu den Terminen begleiten lässt und nicht selbst mit dem Auto fährst.
Bei mir wurde ein Gemisch aus Cortison und irgendein Schmerzmittel gespritzt und die Nachwirkungen (leider nicht ganz die Befreiung der Schmerzen) habe ich noch so 1-2 Tage danach gespürt. Z.B. war ich etwas depressiv und gereizt.
Wünsche dir viel Erfolg.
LG
Minimine
Verfasst: So, 21.03.2010 - 16:00
von JaneCooper
Hallo Minimine, hallo an alle,
zunächst danke ich dir für deine Offenheit. So eine Reaktion, bzw. so eine ähnliche Reaktion hat mir der Arzt auch schon beschrieben. Deswegen anschließend der Tropfer. So etwas ähnliches werde ich wohl auch bekommen.
Ich weiß, es ist ein ganz großer Fehler, aber ich mache mich jetzt schon total "bekloppt". Ich bin leider ein Mensch, der sich, wenn ich spätere Termine habe, vor denen ich Angst habe, total in diese Angst reinsteigert. Ich kann vorher nicht mehr oder nur ganz schlecht abschalten und habe vorher auch regelrechte Albträume von der bevorstehenden Situation.
Vor meiner aller ersten Massage letztes Jahr im Mai, über die ich in der Rubrik "Mitglieder stellen sich vor" berichte, hatte ich auch totale Albträume. Ich habe immer wieder von der Massage, von dem Druck auf den Rücken geträumt, von den Schmerzen und bin dann mit einem kleinen Aufschrei wach geworden. Inzwischen kann ich mir mein Leben ohne diese regelmäßige Massage gar nicht mehr vorstellen, auch wenn es stellenweise immer noch sehr weh tut, es tut trotzdem sehr gut, entspannt und lockert total, danach geht es mir immer wesentlich besser, zum Teil richtig gut. Darauf möchte ich jetzt wirklich nicht mehr verzichten. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich diese Überwindung hatte und es durchgezogen habe (eigentlich mehr oder weniger nicht "freiwillig", sondern weil hier alle auf mich eingeredet haben, dass ich mir endlich helfen lassen soll, und das war halt mein erster Schritt). Und ohne diesen ersten Schritt, wären die weiteren Schritte (Wassergymnastik, Arzt, KG) bei mir garantiert nicht gekommen.
Wie ich schon in der anderen Rubrik erwähnt habe, habe ich zwischenzeitlich sogar mit einer Psychotherapie begonnen. Letzte Woche war die erste kleine Sitzung (halbe Stunde), diese Woche geht es richtig los, dann dauert jede Sitzung etwa eine Stunde. Die Ärztin bat mich, zunächst eine Art Lebenslauf von mir zu Schreiben. Einen Allgemeinen (schulische und berufliche Laufbahn) und einen speziell was meinen Rücken angeht. Darin soll ich nicht nur Daten und Fakten erwähnen, sondern insbesondere meine Gefühle, Ängste und Sorgen beschreiben, weshalb ich mich so lange nicht behandeln ließ und lieber die Schmerzen in Kauf genommen habe, weshalb ich inzwischen so eine große Angst vor Ärzten (insbesondere vor Orthopäden bzw. deren Untersuchung und Behandlung) entwickelt habe. Mit diesen Berichten will mich die Ärztin zum einen besser kennenlernen, zum anderen soll ich mich dadurch mit meinen Ängsten auseinander setzen. Ihr seht, ich versuche wirklich alles, damit mir geholfen wird!!
Wenn es euch interessieren sollte, wie es mit meiner KG läuft (ich möchte nicht alles doppelt Schreiben müssen), dann geht mal auf die Seite von den Physiotherapeuten,
www.physiotherapie.de, auf dieser Seite schreibe ich mir seit Januar ebenfalls unter diesem Namen mit mehreren Physiotherapeuten und einem Masseur, zum Teil auch als "PN", private Nachrichten (unter Therapiemethoden, bezüglich meines Stützkorsetts). Dort wurden mir schon einige gute Tips und Hinweise gegeben und dort schreibe schreibe ich immer alles zu meinem "Zustand" rein.
So, gleich werde ich noch an meinem "Lebenslauf" für die Psychotherapie weiterschreiben. Man glaubt ja gar nicht, wie viele zusätzliche Erinnerungen beim Schreiben wieder wach werden. Wie ihr seht, im Moment habe ich gar nicht die Chance abzuschalten und an was anderes zu denken. Auch wenn ich mit meinen Freundinnen zusammen bin, nach der ersten Frage, wie geht es, dreht sich das weitere Gespräch dann meist um meinen Rücken. Die Adresse von meiner Psychotherapeutin habe ich ja auch von meiner Freundin bekommen, die dort selber in Behandlung ist.
So, bis bald, ich werde mich auf jeden Fall wieder hier bei euch melden (oder auch mal wieder einen aktuellen Bericht bei den Physiotherapeuten schreiben).
Jane Cooper
Verfasst: Di, 23.03.2010 - 02:07
von JaneCooper
Hallo alle zusammen,
ich wollte mich nur mal kurz wieder melden. Im Moment geht es mir nicht ganz so gut. Körperlich und seelisch. Die Massage am letzten Samstag war im großen und ganzen nicht ganz so schlimm, ich habe wieder die ganze Zeit über sehr intensiv mit meinem Masseur geredet und mich dadurch total gut abgelenkt. Allerdings stehe ich seelisch im Moment total neben mir, denke nur noch an meinen Rücken. Ich kann überhaupt nicht mehr abschalten. Auch das Gespräch während der Massage ging ausschließlich um dieses Thema. Mein Masseur hat das auch gemerkt und hat schon zu mir gesagt, ich soll mal versuchen, mich nicht ganz so da reinzusteigern und mich mal abzulenken, um auf andere Gedanken zu kommen. Schön wäre es. Ich schaffe es im Moment leider nicht.
Zum einen bekomme ich das Thema mit der Spritze in den Rücken nicht aus dem Kopf. Vorhin war ich bei der Wassergymnastik und habe dort mit den anderen darüber gesprochen (dabei musste ich ständig aufpassen, dass mir nicht aufs Neue die Tränen kommen). Die anderen kannten diese Spritze zum Teil auch, haben sie selber z. B. in einem CT bekommen. Eine sagte zu mir, schon alleine wegen der Aufregung dabei sei ihr Kreislauf so zusammen geklappt, dass sie auch an den Tropfer musste. Ich solle mir vorher keinesfalls die Spritze angucken, das ist keine normale.
Außerdem saß ich das ganze Wochenende über hier am Computer. Ich hatte ja die "kleine Hausaufgabe" für die Psychotherapie, eine Art Lebenslauf und meine Rückengeschichte aufzuschreiben. Aber nicht nur mit Daten und Fakten, sondern insbesondere mit meinen Gefühlen, Ängsten und Gedanken. Daran habe ich die letzten Tage geschrieben. Für den Lebenslauf sind es 7 Seiten geworden, für den Rücken 14. Dabei sind sehr viele Erinnerungen an früher wieder wachgeworden, als ich die ersten kräftigen Schmerzen bekam und ich mich vor lauter Angst nicht zum Arzt getraut habe. Ich habe mir damals immer eingeredet, dass ist mein Schicksal, ich habe halt Skoliose, diese Schmerzen gehören nunmal dazu, da muss ich jetzt durch. Beim Schreiben sind mir immer und immer wieder die Tränen gelaufen. Wegen dieser Schreiberei konnte die Schulter-Massage dieses Mal leider auch nicht lange anhalten, insbesondere bei meiner krummen Körperhaltung, so wie ich immer davor sitze. Aber heute Abend, nach der Wassergymnastik, geht es meinen Schultern wieder ganz gut.
Meine LWS spüre ich jetzt aber ständig. Mal nur ganz leicht, mal sehr heftig stechend. Seitdem ich weiß, dass das Korsett nicht das richtige für mich ist, habe ich es gar nicht mehr angehabt. Immerhin können so meine Schulterschmerzen auch nicht mehr so extrem schlimm werden. Einerseits versuche ich manchmal, mich extrem vorsichtig und ganz bewusst zu bewegen. Andererseits will ich mir aber auch nicht mein ganzes restliches Leben nur noch von meinem Rücken "diktieren" lassen und bücke mich manchmal z. B. absichtlich einfach so nach unten, ohne dafür extra in die Knie zu gehen. Und wenn dabei im Rücken dann nichts schmerzmäßiges passiert, denke ich mir, siehst du, es geht doch, du kannst also doch normal weiterleben.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein Gefühlschaos zur Zeit in meinem Kopf tobt. Ich hoffe, dass mir die Psychotherapie, die morgen Nachmittag beginnt, dabei etwas helfen kann, wieder alles in Reih und Glied zu bekommen.
Ich werde mich wieder melden, Jane Cooper.
Verfasst: Mi, 24.03.2010 - 02:18
von JaneCooper
Hallo alle zusammen,
erstmal wollte ich euch sagen, wie schön ich es finde, so ein Forum gefunden zu haben, wo man sich wirklich mal "ausquatschen" kann und das Gefühl hat, von den anderen wirklich verstanden zu werden. Ich werde hier wohl des Öfteren Schreiben, um meine Situation besser verarbeiten zu können:
Heute hatte ich meine erste richtige Therapie-Einheit bei der Psychotherapie. O Gott, ich hätte nie gedacht, dass das so hart wird. Wir haben dabei sehr viel über meine Kindheit und Jugend gesprochen, als es ja schon mit meinem Rücken losging, aber ich es nicht wirklich wahrhaben wollte, es ignoriert habe und auf meine eigene Art und Weise weitergelebt habe. Wenn mir dafür jemand die "Schuld" gibt, dann stimmt das auch im Prinzip. Hätte ich immer etwas für meine Muskulatur gemacht, dann wäre es heute bei weitem nicht so weit ausgeprägt. Aber meine Ärztin, die Psychotherapeutin, sagt, dass ich mit meinen früheren Entscheidungen klarkommen muss und mir nicht selber die Schuld dafür geben darf. Passiert ist passiert. Ich solle im Jetzt und Hier leben, stolz darauf sein, dass ich es jetzt in Angriff nehme und auf jeden kleinen Teilerfolg (egal ob bei Wassergymnastik, bei Krankengymnastik oder auch bei der Massage, wenn es Stellenweise nicht mehr ganz so weh tut) Stolz sein soll, egal wie klein dieser Erfolg auch sein soll. Das Gespräch war total aufwühlend und mir sind immer und immer wieder die Tränen gelaufen. Mir war es zwar zum Teil schon peinlich, aber sie sagte, ich solle meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Wenn ich es alles noch länger unterdrücke, wird es in meinem Kopf nie besser werden.
Dass die Therapie an sich schon etwas gewirkt hat, das habe ich jetzt schon gemerkt, zumindest im Schulterbereich. Wenn ich daran denke, was ich vor einem Jahr um genau diese Zeit noch für wahnsinnige stechende Schmerzen hatte... Da hat wohl alles zusammen geholfen (Massagen, Wassergymnastik und KG). Nachdem am Samstag die Massage echt gut war und ich am Wochenende so fleißig den Bericht geschrieben habe, tat mir die Schulter ja wieder ziemlich weh und ich hatte schon Befürchtungen, ich müsste diese Schmerzen bis zum nächsten Samstag, bis zur nächsten Massage aushalten. Gestern war ich wieder zur Wassergymnastik, heute ging es wieder. Heute Abend war ich bei der KG, wo wir heute nur Übungen für den Arm- und Schulterbereich gemacht haben (Übungen im Sitzen, wobei auf eine gerade Rückenhaltung geachtet wurde!). Dabei hat meine Physiotherapeutin noch betont, dass das Übungen waren, die ich vor ein paar Monaten (mangels Kraft) noch gar nicht ausführen konnte. Damit hat sie mir auch wieder zusätzlichen Mut gemacht. Ich kann es jetzt selber nicht glauben, aber im Moment ist meine Schulter echt Schmerzfrei. Damit habe ich echt nicht gerechnet. Ein Zeichen dafür, dass die gesamte Therapie jetzt doch anfängt anzuschlagen. Das macht mir schon Mut damit weiterzumachen!!
Die Psychotherapeutin hat mich auch auf die Schmerztherapie angesprochen, die ich ja eigentlich auch geplant hatte (mir wurde schon mehrmals gesagt, dass mein Schmerzgedächtnis sehr ausgeprägt sein soll). Aber davon raten mir die Ärzte im Moment ab. Sowohl mein Hausarzt (Internist) als auch meine Psychotherapeutin. Ich habe ja jetzt eine 5 Tage Woche, noch einen weiteren Termin, das wird im Moment zu viel für mich. Beide Ärzte glauben, dass ich das seelisch nicht verkraften würde. Montags Wassergymnastik, Dienstags KG, (im Moment noch Dienstags vor der KG die Psychotherapie, ab April dann erst Donnerstags) Donnerstags Psychotherapie, Freitags KG und Samstags Massagen. Und gelegentlich kommt noch ein Arzttermin, im April ja 2 mal Montags die Spritzen hinzu. Ich solle mir nicht zuviel zumuten, das würde ich nicht packen. Deswegen werde ich damit auch noch was warten.
So, ich werde mich wieder melden, wie es bei mir weitergeht. Viele Grüße an alle in diesem Forum!! Jane
Verfasst: Mi, 24.03.2010 - 14:15
von minimine
Hallo Jane,
ist denn bei dir irgendwas geplant, was dich mal in Richtung einer spezifischen Skoliose- und Hohlkreuz-Therapie bringt? Hast du dir Gedanken darüber gemacht, einen Spezialisten aufzusuchen und dir mal eine konkrete Diagnose einzuholen?
Selbst wenn dir deine Therapien gut tun, sind sie ja nicht dafür geeignet die Ursache, also die Skoliose oder das Hohlkreuz anzugehen.
LG
Minimine
Verfasst: Mi, 24.03.2010 - 16:23
von JaneCooper
Für eine gezielte Behandlung ist eine Reha geplant. Dafür wurde mir (auf einer anderen Internetseite) Bad Sobernheim empfohlen. Diesen Reha-Antrag werde ich wohl über meinen Hausarzt (Internist) laufen lassen. Er weiß schon Bescheid und hat dem zugestimmt.
Allerdings bin ich im Moment noch nicht so weit. Diesen Antrag werden wir deswegen sehr wahrscheinlich im Sommer ungefähr stellen. Zum einen körperlich. Laut Ärzten (Orthopäden, die mir ja KG empfehlen) soll ich in erster Linie Übungen machen, die die Rückenmuskulatur kräftigen. Das habe ich so auch meiner Physiotherapeutin weitergegeben. Aber die meisten Übungen beziehen zum Teil die Arme oder auch die Beine mit ein (für einen geraden Rücken). Und da fängt mein Problem leider auch schon an. Durch meine Jahrelange Schonzeit ist mein gesamter Körper geschwächt. Sämtliche Übungen, bei denen die Arme oder Beine hinzukommen, schaffe ich noch nicht. Zum Beispiel das Thema auf dem Rücken liegend, Beine anziehen und die "Brücke" machen. Zum einen fehlt mir die Kraft, die Brücke überhaupt zu halten und zum anderen habe ich über 3 1/2 Monate gebraucht, um in dieser Stellung die Beine abwechselnd anzuheben (auf der Stelle zu laufen). Das klappt jetzt endlich, langsam aber sicher. Auch in den Armen fehlt noch jegliche Kraft, dafür machen wir regelmäßig Übungen mit den 1-KG-Hanteln oder mit einer Stange.
Meine Physiotherapeutin, die mich jetzt ja auch schon einige Monate kennt, hat mir von einer direkten Reha-Maßnahme deswegen vorerst abgeraten. Zunächst wollen wir jetzt "versuchen", die Kraft in Armen und Beinen zu steigern. Sie sagte zu mir (sie kennt mich inzwischen auch von meinem Charakter her ziemlich gut, ich bin immer sehr still und zurückhaltend), dass ich zur Zeit in so einer Reha "untergehen" würde. Die Gruppenübungen sind auf den Rücken spezialisiert. Wenn ich durch meine gesamte Schwäche dabei nicht mitkomme, gehe ich in der Gruppe "unter" (ich bin ja schon in Psychotherapie, um mich besser in den Griff zu kriegen und es besser zu verarbeiten). Damit hat sie auf jeden Fall recht. Das sehe ich ja immer schon Montags bei der Wassergymnastik. Obwohl ich das seit fast einem Jahr mache, schaffe ich es bis heute so gut wie gar nicht, die Nudel unter Wasser zu kriegen, höchstens ein kleines Stückchen (das ist mir jedes Mal peinlich und ich versuche, mich in der Gruppe etwas zu "verstecken" und dabei nicht aufzufallen). Ich werde deswegen erst noch hier ein bisschen "Arbeiten", bevor ich die Reha antreten werde und mich dann gezielt behandeln lassen werde.
Aber ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und weiter daran arbeiten!!
Jane
Verfasst: So, 28.03.2010 - 03:33
von JaneCooper
Hallo alle zusammen,
inzwischen geht es mir etwas besser. Ich habe das Gefühl, dass die gesamte Therapie langsam aber sicher doch anzuschlagen scheint. Das ist so ein Punkt, den die Psychotherapeutin mir als erstes beigebracht hat: Man darf nicht alles in allem sehen und keine "Wunderheilung" bzw. komplette Schmerzfreiheit von heute auf morgen erwarten (so wie ich es in meinem "innersten" gemacht habe). Dann steht man vor einem riesen großen Berg und kommt keinen Schritt mehr weiter. Daran geht man seelisch wirklich dann zugrunde und wird depressiv wenn es nicht weiter geht.
Bei der KG habe ich in der letzten Zeit kleine Teilerfolge erzielt, manche Übungen, die ich vorher gar nicht oder nur sehr mühsam geschafft habe, die klappen langsam, zwar noch nicht perfekt, aber immerhin! Meinen Schultern, wo ich über viele Jahre von der Schonhaltung sehr starke stechende Schmerzen hatte, geht es deutlich besser. Bis auf ein kleines Ziehen, wenn ich sehr lange vor dem Computer saß, merke ich im Moment nichts mehr. Und dieses Ziehen bekomme ich immer schnell in den Griff.
Heute Mittag war ich auch mal wieder bei der Massage und auch das klappt immer besser. Der Druckschmerz tut bei weitem nicht mehr so weh wie früher. Sonst habe ich immer vor Schmerzen des Öfteren die Luft angehalten, um den Schmerz besser aushalten zu können bzw. deswegen nicht aufzuschreien. Heute musste ich nur ein einziges Mal kurz die Zähne zusammen beißen, ansonsten konnte ich mich die ganze Zeit über locker und angenehm mit meinem Masseur unterhalten (was mich natürlich auch etwas von den Schmerzen ablenkt - und generell "stehe" ich eh auf "Smalltalk" dabei

...).
Und Psychisch geht es mir langsam aber sicher auch etwas besser. Ich habe hier mehrere Menschen, die mich Woche für Woche immer wieder sehr gut aufbauen und mobilisieren, mit der ganzen Therapie weiterzumachen, auch wenn die Schritte, die Teilerfolge auch noch so klein sind... (Psychotherapeutin, Physiotherapeutin, Masseur und Freundinnen)!
Ich werde mich wieder melden.
Bis bald, Jane Cooper
Verfasst: So, 28.03.2010 - 15:04
von gauklerdavid
Hallo Jane Cooper,
das freut mich wirklich dass du Fortschritte machst auf den verschiedenen Ebenen. (Mit den Schmerzen und auch Psychisch). Ich finde es gut dass du auf beiden Ebenen was machst und du auch einen gute sozialen Rueckhalt hast. Im Enddeffekt geht es ja um Lebensqualitaet und da ist ja auch die Psyche wichtig. (mal abgesehen davon dass man wenn es einem emotional gut geht ja auch viel bessser mit etwaigen Schmerzen unmgehen kann UND dass der Koerper wahrscheinlich auch besser heilt wenn man nicht dauergestresst ist und sich wohl fuehlt).
Es klingt so also ob das fuer dich wirklich ein guter weg ist, wenn du dich koerperlich und seelisch weiter staekst und dann die Reha dann im laufe der Zeit antrittst.
Verfasst: Di, 13.04.2010 - 09:55
von JaneCooper
Hallo,
die erste "Hölle" habe ich hinter mir. Ja, die erste Spritze gestern war für mich wirklich die Hölle! Es war noch viel schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Mein Kreislauf ist völlig zusammengebrochen.
Ich muss zugeben, dass ich "etwas" Angst vor Spritzen habe. In den Arm, das macht mir nichts. Aber seitdem ich die Akupunktur im letzten September in den Rücken bekommen habe (auch eine Nadel direkt in Höhe der LWS, wo ich gerade so schmerzempfindlich bin), habe ich vor der Spritze genau an dieser Stelle eine ziemlich große Angst gehabt (was leider auch begründet war...!).
Schon zu Beginn, als ich auf dem Bauch lag und der Arzt den unteren Rücken mit kräftigem Druck abgetastet hat, da gingen die Schmerzen so richtig los. Erst hat er das Ultraschallgerät eingestellt. Nicht so eines, wie man es von Bauchuntersuchungen her kennt, mit Gel usw., sondern wie eine Art große Lampe (die aus war), die über meinen Rücken gedreht wurde (etwa einen halben Meter über mir). Damit hat er zuvor die genaue Stelle fixiert.
Bei der Massage hatte ich schon des Öfteren das Glück, dass mein Masseur nicht die richtige Stelle getroffen hat, sondern knapp daneben. Das tut zwar dann auch schon weh, ist aber besser auszuhalten. Der Arzt hat gestern dank des Ultraschallgerätes einen absoluten Volltreffer auf die schmerzhafte Stelle gelandet. Ich habe laut aufgeschrien, wollte (im Reflex) dem Schmerz entkommen und bin total ins Hohlkreuz gegangen, wobei mein Po natürlich nach oben ging (meine Hände habe ich krampfhaft am Kissen festgehalten, um nicht dazwischen zu funken).
Der Arzt sagte sofort, dass ich bloß nicht ins Hohlkreuz fallen dürfe und hat meinen Po mit sanftem Druck wieder runtergedrückt. Nach seinem zweiten kräftigen Druck hat sich dieses Spielchen wiederholt... Danach sagte er, dass er jetzt mit der Spritze kommt und ich dabei keinesfalls ins Hohlkreuz fallen dürfe. Die Spritze tat fast genauso weh wie sein Druck (und wie damals die Akupunkturnadel). Ich habe wieder aufgeschrien und fast die ganze Zeit leise gewimmert. Die Hände habe ich so fest es ging in das Kissen gekrallt (und bin nicht ins Hohlkreuz gegangen). Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Nach und nach wurde es mir schwindelig und etwas schwarz vor Augen.
Als es überstanden war, konnte ich nicht mehr Aufstehen. Mir war es völlig schwindelig und etwas Schlecht. Als ich mit der Hilfe von Arzt und Assistentin endlich stand, sind meine Beine weggesackt, völlig kraftlos. Ein Mitarbeiter kam sofort mit einem Rollstuhl und damit wurde ich in den Nebenraum gefahren. Dort musste ich mich erstmal ein paar Minuten hinlegen. Dann wurde mir eine Infusion gelegt (hochdosiertes Vitamin B). Der Tropf dauerte ca. 30 Minuten, anschließend lag ich noch etwa 15 Minuten dort, bis sich mein Kreislauf immer besser stabilisiert hat.
Danach musste ich nochmals zum Arzt rein. Er fragte, ob ich jetzt nach der Spritze noch Schmerzen hätte. Und wie!! (Jetzt zur Zeit habe ich auch noch stechende Schmerzen.) Ich sagte zu ihm, dass ich nach wie vor einen kräftigen Druckschmerz habe. Das hat er sofort in seinen Unterlagen notiert. Er sagte, er war überrascht, wie extrem schmerzempfindlich ich an dieser Stelle bin. Mit so einer heftigen Reaktion hatte er wohl nicht gerechnet.
Jetzt habe ich noch mehr Angst vor der 2. Spritze am 26.04. (in der Spritze ist übrigens ein Schmerzmittel und etwas Cortison).
Ich werde mich wieder melden.
JaneCooper