Aufenthalt Loreley-Klinik in St.Goar
Verfasst: Sa, 23.01.2010 - 16:55
Hallo zusammen.
Ich bin seit letzten Donnerstag zurück un hier ist wie versprochen mein Bericht:
Mein Aufnahmetag war der 7.1.10. Nachdem ich an der Rezeption im Haupteingang über ein paar Sachen informiert und aufgenommen wurde, schickte man mich auf meine Station. Man zeigte mir mein Zimmer, eine Schwester nahm mich dann nochmal mit und besprach mit mir ein paar Sachen. Dann konnte ich in Ruhe auspacken bis der zuständge Arzt für den Tag mich abholte um die Aufnahmeuntersuchung zu machen. Das war in dem Falle eine Frau und eine der wenigen, die ne forsche, etwas unfreundliche Art hatte. Ansonsten waren alle sehr nett, wenn auch mal in Eile. Es gab jetzt die typische Untersuchung, mit Beschreibung der beschwerden und und und.
Nach der Untersuchung durfte ich als erste Behandlung ein schönes Rosmarinbad nehmen und mich danach den Tag über entspannen und ankommen.
Am nächsten Morgen gab es um 7:30 Uhr Frühstück. Um 7:45 Uhr kam dann die Schwester, während man noch am frühstücken ist, beziehungsweise noch nicht angefangen hatte, und nahm einem But ab. Ist nicht jedermanns Sache zu der Uhrzeit und ohne gefrühstückt zu haben, wie ich an meiner 14-jährigen Zimmergenossin merkte. Die kriegte gleich nen Kreislaufkasper. ^.^
Aber ich bin ja hart im nehmen.
Anschließend nach dem Frühstück brachte man mir meine Therapiekarte. Das ist wie ein Stundenplan, wo die Uhrzeiten meiner Anwendungen drinstehen und der ANwendungsort.
12 Tage bekam ich nun Heizluft (Rotlicht auf den Rücken), Interferenz (Strom durch den Rücken), Rosmarinbäder, Krankengymnastik (dazu gleich mehr) und ab und an als kostenloses Geschenk ein Bewegungsbad.
Heizluft war total angenehm. Hat mir sehr gut getan und das werd ich auch hier zu Hause nun regelmäßig weitermachen.
Die Interferenz war mal gut, mal nicht so. Ist nicht immer deutlich hilfreich und ich denke auch, dass sie nicht jedermanns Sache ist.
Die Rosmarinbäder sind einfach nur toll. Es riecht nach Limonengras und Rosmarin. Die Bäder sind zwischen 36 und 38 Grad warm. Es ist angenehm und wärmt einen durch Mark und Bein auf, aber nicht so schlimm wie Fango, was ja sehr unangenehm sein soll. Wenn einem das Wasser zu kalt oder zu warm ist, kann man jederzeit darum bitten, es individuell anzupassen. Negativ hier ist, dass man da am besten nackt in der Wanne hocken soll und der Raum nur durch einen umherwehenden Vorhang verdeckt ist. Im Grund kann jeder Hans und Franz da reinschauen. Daher hab ich das ganze in Badeanzug gemacht, dann gehts. Da sagt auch keiner was. Abgesehen davon ließ ich mir da eh nichts sagen.
Das Bewegungsbad war ganz gut. Aber eher unnötig. Man hat so eine Schaumstoffnudel bekommen und musste damit so übliche Alt-Leute-Übungen machen. Ganz ehrlich: Für ne 20-jährige langweilig und nicht voranbringend. Bin jedoch ein Mensch, der Wasser liebt und daher hats mir trotzdem Spaß gemacht.
So zur Krankengymnastik: Ich hatte eine fabelhafte Physiotherpeutin und Osteopathin. Sie ist ein Profi auf ihrem Gebiet und hat mir Dinge vor Augen geführt und Kniffe gezeigt, von denen ich noch nie was gehört habe. Einfache Handgriffe, mit denen ich ohne Gewalt und grobes Anwenden Blockaden und sogar Schädelverkantungen locker lösen kann.
Auch als Person ist die Frau wirklich super. Während sie einem da den Nacken lockert und man sich wundert, wo man überall wieder hinschauen kann, erzählt sie was von ihren Kindern oder welche Kalorienbomben sie liebt. Sie wahrt Distanz und bringt doch Freundschaft rüber. Sehr gute Mischung, die einen auch wirklich mal ablenkt von seinen Schmerzen oder Problemen. Denke auch, das ist mit eine Taktik zur Entspannung.
Krankengymnastik hatte ich jeden Tag.
Hier hat sie immer erst meine Muskulatur geockert und mir meine Blockaden gelöst, OHNE brutales einrecken. Der Hammer.
Dann ging sie mit mir in den Fitnessraum und zeigte mir, welche Übungen ich wie machen kann und sollte.
Das sind keine Übungen, wo ich am Boden liege und mir alles bei wehtut und auch keine, nach denen ich total ausgepowert bin. Es sind Muskelaufbau und - straffungstrainingseinheiten. Dazu brauche ich Geräte.
Das ist nicht weiter schlimm, denn wir haben ein MC Fit in unserer Stadt und 17 Euro mon. ist ein Klacks für einen starken und gesünderen Rücken.
Gut, aber nun zu mir und meiner Problematik:
Ich hatte euch ja über vielfache Schmerzen und Beschwerden berichtet...
Vergesst sie! Die meisten sind um 75% gelindert und einige Beschwerden sind weg. Komplett.
Ich habe nun auch den Grund für meine Probleme. Wie ich schon annahm, war es nicht die Skoliose, sondern ich bin dazu auch noch hypermobil. im gesamten Skelettbereich.
Für die, die es nicht wissen: Hypermobil heißt überbeweglich, heißt in meinem Falle, dass ich übergelenkig bin. Das darf man jetzt nicht mit einem Schlangenmenschen vergleichen. Ein Schlangenmen sch verbiegt sich, ohne, dass was passiert, aber meine Beweglichkeit ist mir durch Fehlen der nötigen Muskulatur, zum Verhängnis geworden. Ständig renken sich Gelenke aus, Rippen, Wirbel, weil die Muskulatur sie nicht in Form hält. Da ich auch viele Gelenke automatisch überstrecke, bekam ich schnell Schmerzen.
Man hat mir ein halbes Jahr gegeben, dann müsste das mit regelmäßigem Fitnessstudiotraining stark gebessert oder weg sein.
Hypermobil sind viele Leute. Das geht auch nicht weg. Es ist an sich nichts schlimmes. WENN man eine gute Muskulatur hat.
So, aber nochmal zum KKH:
Man hatte da auch ein psychologisches Gespräch am Anfang und nach Bedarf durfte man auch weitere ausmachen. Die Psychologin war wie die meisten Leute dort, außerordentlich sympathisch. Es wurde in dem gespräch gefragt, wie es mir geht, was meine Wünsche an den Aufenhalt da sind, meine Erwartungen, meine Hoffnungen. Dann wurde ich zu meinem sozialen Umfeld befragt. Wie ich lebe, was ich vorhabe in Zukunft und sowas. Außerdem bot sie mir an, über jegliche Probleme oder Bedenken zu reden, die mir während des Aufenthalts aufkommen oder die ich vielleicht auch mitbringe in die Behandlung. Hatte da aber keinen weiteren Bedarf. Ich ließ mir nochmal einen Termin zum Ende des Aufenthalts geben für ein Abschlussgespräch und psychologisches Fazit.
Ansonsten noch zum essen.
Naja, es waren gute Gerichte. Kartoffeln waren meist sehr durch, Gemüse und Obst aus Dosen und Tiefkühler, aber satt ist man schon geworden. Es hat auch soweit geschmeckt. Würde der Nahrung im ganzen wohl ne 4 geben. Also ausreichend.
Gut, ein abschließendes Fazit und ein Vergleich über den Aufenthalt:
Ihr wisst ja, wie verzweifelt ich war, als ich mich bei euch anmeldete. Mir tat alles weh, jeden Tag und eigentlich war alles blöd. Ich sah keinen Weg, wie ich das selbst ändern sollte, wusste nicht warum mir alles wehtat und jeder Versuch, den Teufelskreis zu brechen, brachte nur Schmerzen und Ärger.
Ich ging in das KKH mit und ohne Hoffnung, wenn ihr versteht, wie ich das meine. Ich kam da hin, war übermüdet, hatte wochenlang nicht mehr richtig geschlafen, war dauererschöpft, ausgelaugt und hatte grundsätzlich Schmerzen. Immer. Irgendwo immer...
So ging ich da hin...
Raus komme ich als 20-jährige, ausgeruht, aufgetankt mit Motivation, Kraft, mit einem Drittel der Schmerzen von vorher, ohne Schlafstörungen und endlich ohne Schmerzen im Kreuz, wenn ich gehe und stehe.
Ich war gestern 10 Stunden in der Stadt, davon habe ich 2 Stunden im Fitnessstudio trainiert. Ich kam nach Hause und hatte keine Schmerzen.
KEINE! Wisst ihr wie das ist, wenn man jahrelang daran gewöhnt war, dass einem immer was wehtat und dann tut dir nichts weh und du kannst dich bewegen, wie du es solltest in deinem Alter? es ist fantastisch!
So, Ärzte können keine Wunder bewirken und trotzdem kam ich aus der Klinik und war wieder ein Mensch. Ich kann euch erklären warum und es wird dann auch plausibel.
Schmerzen -> schlechte Laune, Erschöpfung und Ermüdung, Fehlhaltung, Depressionen.
Umgekehrt führen aber diese Dinge über lang oder kurz auch zu Schmerzen.
Was ich damit meine ist, dass ich denke, dass mir das KKH vor alle psychisch was gebracht hat.
Es fühlte sich leichter an, gegen meine Probleme zu arbeiten, weil ich durch die Leute, die mich täglich behandelten und durch meine supertolle Physiotherapeutin einee Truppe hatte, in der jeder sich ein Stückchen von dem Päckchen, das ich mit mir rumtrug, genommen hat und es für mich abgearbeitet hat. Man hat mir Schmerzen genommen, Mut und Motivation gegeben, Schlaf, Entspannung und man hat mir Sorgen genommen.
Psychologisch war der Aufenthalt sehr sehr wichtig für mich. Und das wurde mir erst später bewusst.
Ich denke viele meiner Schmerzen haben sich verschlimmert und verankert durch meine Sorgen und durch die schwere meines "Päckchens".
Also Leute, ich kann euch die Klinik nur empfehlen.
Wenn ihr noch Fragen habt, fragt gerne. Ich fands ganz super.
Aber ich muss euch auch sagen, dass mein großer Genesungserfolg eine Ausnahme ist und sicherlich damit zu tun hat, dass die Psyche bei mir da eine größere Rolle spielte, als ich vorher wusste.
Normalerweise ist es so, dass ihr da schon eine Besserung spüren könnt und auch, dass euch die Anwendungen gut tun. Doch meist ist es besonders durch das anfängiche Training so, dass ihr vielleicht das Gefühl habt, ihr habt mehr Schmerzen am Anfang.
Es ist keine Wunderklinik!!
Informiert euch am besten über die Klinik und redet mit eurem Arzt, wenn ihr es für sinnvoll haltet.
Für mich hat es einfach komplett gepasst, aber da war ich sicherlich eine Ausnahme.
Liebe Grüße und alles Gute
Cioco
Ich bin seit letzten Donnerstag zurück un hier ist wie versprochen mein Bericht:
Mein Aufnahmetag war der 7.1.10. Nachdem ich an der Rezeption im Haupteingang über ein paar Sachen informiert und aufgenommen wurde, schickte man mich auf meine Station. Man zeigte mir mein Zimmer, eine Schwester nahm mich dann nochmal mit und besprach mit mir ein paar Sachen. Dann konnte ich in Ruhe auspacken bis der zuständge Arzt für den Tag mich abholte um die Aufnahmeuntersuchung zu machen. Das war in dem Falle eine Frau und eine der wenigen, die ne forsche, etwas unfreundliche Art hatte. Ansonsten waren alle sehr nett, wenn auch mal in Eile. Es gab jetzt die typische Untersuchung, mit Beschreibung der beschwerden und und und.
Nach der Untersuchung durfte ich als erste Behandlung ein schönes Rosmarinbad nehmen und mich danach den Tag über entspannen und ankommen.
Am nächsten Morgen gab es um 7:30 Uhr Frühstück. Um 7:45 Uhr kam dann die Schwester, während man noch am frühstücken ist, beziehungsweise noch nicht angefangen hatte, und nahm einem But ab. Ist nicht jedermanns Sache zu der Uhrzeit und ohne gefrühstückt zu haben, wie ich an meiner 14-jährigen Zimmergenossin merkte. Die kriegte gleich nen Kreislaufkasper. ^.^
Aber ich bin ja hart im nehmen.
Anschließend nach dem Frühstück brachte man mir meine Therapiekarte. Das ist wie ein Stundenplan, wo die Uhrzeiten meiner Anwendungen drinstehen und der ANwendungsort.
12 Tage bekam ich nun Heizluft (Rotlicht auf den Rücken), Interferenz (Strom durch den Rücken), Rosmarinbäder, Krankengymnastik (dazu gleich mehr) und ab und an als kostenloses Geschenk ein Bewegungsbad.
Heizluft war total angenehm. Hat mir sehr gut getan und das werd ich auch hier zu Hause nun regelmäßig weitermachen.
Die Interferenz war mal gut, mal nicht so. Ist nicht immer deutlich hilfreich und ich denke auch, dass sie nicht jedermanns Sache ist.
Die Rosmarinbäder sind einfach nur toll. Es riecht nach Limonengras und Rosmarin. Die Bäder sind zwischen 36 und 38 Grad warm. Es ist angenehm und wärmt einen durch Mark und Bein auf, aber nicht so schlimm wie Fango, was ja sehr unangenehm sein soll. Wenn einem das Wasser zu kalt oder zu warm ist, kann man jederzeit darum bitten, es individuell anzupassen. Negativ hier ist, dass man da am besten nackt in der Wanne hocken soll und der Raum nur durch einen umherwehenden Vorhang verdeckt ist. Im Grund kann jeder Hans und Franz da reinschauen. Daher hab ich das ganze in Badeanzug gemacht, dann gehts. Da sagt auch keiner was. Abgesehen davon ließ ich mir da eh nichts sagen.
Das Bewegungsbad war ganz gut. Aber eher unnötig. Man hat so eine Schaumstoffnudel bekommen und musste damit so übliche Alt-Leute-Übungen machen. Ganz ehrlich: Für ne 20-jährige langweilig und nicht voranbringend. Bin jedoch ein Mensch, der Wasser liebt und daher hats mir trotzdem Spaß gemacht.
So zur Krankengymnastik: Ich hatte eine fabelhafte Physiotherpeutin und Osteopathin. Sie ist ein Profi auf ihrem Gebiet und hat mir Dinge vor Augen geführt und Kniffe gezeigt, von denen ich noch nie was gehört habe. Einfache Handgriffe, mit denen ich ohne Gewalt und grobes Anwenden Blockaden und sogar Schädelverkantungen locker lösen kann.
Auch als Person ist die Frau wirklich super. Während sie einem da den Nacken lockert und man sich wundert, wo man überall wieder hinschauen kann, erzählt sie was von ihren Kindern oder welche Kalorienbomben sie liebt. Sie wahrt Distanz und bringt doch Freundschaft rüber. Sehr gute Mischung, die einen auch wirklich mal ablenkt von seinen Schmerzen oder Problemen. Denke auch, das ist mit eine Taktik zur Entspannung.
Krankengymnastik hatte ich jeden Tag.
Hier hat sie immer erst meine Muskulatur geockert und mir meine Blockaden gelöst, OHNE brutales einrecken. Der Hammer.
Dann ging sie mit mir in den Fitnessraum und zeigte mir, welche Übungen ich wie machen kann und sollte.
Das sind keine Übungen, wo ich am Boden liege und mir alles bei wehtut und auch keine, nach denen ich total ausgepowert bin. Es sind Muskelaufbau und - straffungstrainingseinheiten. Dazu brauche ich Geräte.
Das ist nicht weiter schlimm, denn wir haben ein MC Fit in unserer Stadt und 17 Euro mon. ist ein Klacks für einen starken und gesünderen Rücken.
Gut, aber nun zu mir und meiner Problematik:
Ich hatte euch ja über vielfache Schmerzen und Beschwerden berichtet...
Vergesst sie! Die meisten sind um 75% gelindert und einige Beschwerden sind weg. Komplett.
Ich habe nun auch den Grund für meine Probleme. Wie ich schon annahm, war es nicht die Skoliose, sondern ich bin dazu auch noch hypermobil. im gesamten Skelettbereich.
Für die, die es nicht wissen: Hypermobil heißt überbeweglich, heißt in meinem Falle, dass ich übergelenkig bin. Das darf man jetzt nicht mit einem Schlangenmenschen vergleichen. Ein Schlangenmen sch verbiegt sich, ohne, dass was passiert, aber meine Beweglichkeit ist mir durch Fehlen der nötigen Muskulatur, zum Verhängnis geworden. Ständig renken sich Gelenke aus, Rippen, Wirbel, weil die Muskulatur sie nicht in Form hält. Da ich auch viele Gelenke automatisch überstrecke, bekam ich schnell Schmerzen.
Man hat mir ein halbes Jahr gegeben, dann müsste das mit regelmäßigem Fitnessstudiotraining stark gebessert oder weg sein.
Hypermobil sind viele Leute. Das geht auch nicht weg. Es ist an sich nichts schlimmes. WENN man eine gute Muskulatur hat.
So, aber nochmal zum KKH:
Man hatte da auch ein psychologisches Gespräch am Anfang und nach Bedarf durfte man auch weitere ausmachen. Die Psychologin war wie die meisten Leute dort, außerordentlich sympathisch. Es wurde in dem gespräch gefragt, wie es mir geht, was meine Wünsche an den Aufenhalt da sind, meine Erwartungen, meine Hoffnungen. Dann wurde ich zu meinem sozialen Umfeld befragt. Wie ich lebe, was ich vorhabe in Zukunft und sowas. Außerdem bot sie mir an, über jegliche Probleme oder Bedenken zu reden, die mir während des Aufenthalts aufkommen oder die ich vielleicht auch mitbringe in die Behandlung. Hatte da aber keinen weiteren Bedarf. Ich ließ mir nochmal einen Termin zum Ende des Aufenthalts geben für ein Abschlussgespräch und psychologisches Fazit.
Ansonsten noch zum essen.
Naja, es waren gute Gerichte. Kartoffeln waren meist sehr durch, Gemüse und Obst aus Dosen und Tiefkühler, aber satt ist man schon geworden. Es hat auch soweit geschmeckt. Würde der Nahrung im ganzen wohl ne 4 geben. Also ausreichend.
Gut, ein abschließendes Fazit und ein Vergleich über den Aufenthalt:
Ihr wisst ja, wie verzweifelt ich war, als ich mich bei euch anmeldete. Mir tat alles weh, jeden Tag und eigentlich war alles blöd. Ich sah keinen Weg, wie ich das selbst ändern sollte, wusste nicht warum mir alles wehtat und jeder Versuch, den Teufelskreis zu brechen, brachte nur Schmerzen und Ärger.
Ich ging in das KKH mit und ohne Hoffnung, wenn ihr versteht, wie ich das meine. Ich kam da hin, war übermüdet, hatte wochenlang nicht mehr richtig geschlafen, war dauererschöpft, ausgelaugt und hatte grundsätzlich Schmerzen. Immer. Irgendwo immer...
So ging ich da hin...
Raus komme ich als 20-jährige, ausgeruht, aufgetankt mit Motivation, Kraft, mit einem Drittel der Schmerzen von vorher, ohne Schlafstörungen und endlich ohne Schmerzen im Kreuz, wenn ich gehe und stehe.
Ich war gestern 10 Stunden in der Stadt, davon habe ich 2 Stunden im Fitnessstudio trainiert. Ich kam nach Hause und hatte keine Schmerzen.
KEINE! Wisst ihr wie das ist, wenn man jahrelang daran gewöhnt war, dass einem immer was wehtat und dann tut dir nichts weh und du kannst dich bewegen, wie du es solltest in deinem Alter? es ist fantastisch!
So, Ärzte können keine Wunder bewirken und trotzdem kam ich aus der Klinik und war wieder ein Mensch. Ich kann euch erklären warum und es wird dann auch plausibel.
Schmerzen -> schlechte Laune, Erschöpfung und Ermüdung, Fehlhaltung, Depressionen.
Umgekehrt führen aber diese Dinge über lang oder kurz auch zu Schmerzen.
Was ich damit meine ist, dass ich denke, dass mir das KKH vor alle psychisch was gebracht hat.
Es fühlte sich leichter an, gegen meine Probleme zu arbeiten, weil ich durch die Leute, die mich täglich behandelten und durch meine supertolle Physiotherapeutin einee Truppe hatte, in der jeder sich ein Stückchen von dem Päckchen, das ich mit mir rumtrug, genommen hat und es für mich abgearbeitet hat. Man hat mir Schmerzen genommen, Mut und Motivation gegeben, Schlaf, Entspannung und man hat mir Sorgen genommen.
Psychologisch war der Aufenthalt sehr sehr wichtig für mich. Und das wurde mir erst später bewusst.
Ich denke viele meiner Schmerzen haben sich verschlimmert und verankert durch meine Sorgen und durch die schwere meines "Päckchens".
Also Leute, ich kann euch die Klinik nur empfehlen.
Wenn ihr noch Fragen habt, fragt gerne. Ich fands ganz super.
Aber ich muss euch auch sagen, dass mein großer Genesungserfolg eine Ausnahme ist und sicherlich damit zu tun hat, dass die Psyche bei mir da eine größere Rolle spielte, als ich vorher wusste.
Normalerweise ist es so, dass ihr da schon eine Besserung spüren könnt und auch, dass euch die Anwendungen gut tun. Doch meist ist es besonders durch das anfängiche Training so, dass ihr vielleicht das Gefühl habt, ihr habt mehr Schmerzen am Anfang.
Es ist keine Wunderklinik!!
Informiert euch am besten über die Klinik und redet mit eurem Arzt, wenn ihr es für sinnvoll haltet.
Für mich hat es einfach komplett gepasst, aber da war ich sicherlich eine Ausnahme.
Liebe Grüße und alles Gute
Cioco