Hey Freak, wie geht es dir denn heute damit?
Ich muss sagen das mit Stationärer Einweisung ist totaler Quatsch
Aber ja, Korsett zu bekommen kann eine Anpassungsstörung hervorrufen, kann mir gut vorstellen. Denn entscheidend ist nicht allein das Korsett, sondern die Umstände, dein Alter, dein Bewusstsein und dein Empfinden für deinen Körper, deine Identität. Aber auch wie Freunde darauf reagieren, was für Freunde du hast, und auch wie der Alltag bewerkstelligt wird.
Wie gehen deine Eltern damit um? Erinnern sie dich in einer Tour dran? Versuchen sie zu verstecken? Meine haben so Sachen zu mir gesagt wie "wir schämen uns mit dir in die Stadt zu gehen weil dein Rücken so krumm ist" wenn ich mein Korsett nicht anhatte!! Damit wollten sie mir Druck machen, hat aber nich funktioniert, weil das Korsett falsch gebaut war und ich schon wusste warum ich es nich trug. Nur damals war ich zu jung als das meine Eltern mit mir nach Stuttgart (damals das nächste, und dennoch 5 h weg) gefahren wären. Der Druck zu Hause spielt also eine große Rolle. Angst von Eltern und Geschwister, die sich überträgt. etc.
Du hättest dich hier ja nich angemeldet wenn du es nich packen wollen würdest. Du willst ja besser damit umgehen und deine Eltern sind schonmal nicht von der schlimmen Sorte wo die Eltern im Forum angemeldet sind und ständig News posten obwohl das "Kind" bereits 17...du beschäftigst dich selbst damit und du hast die Verantwortung hierzu übernommen.
Als ich mein Erwachsenenkorsett bekommen habe, nach Jahren ohne Therapie, habe ich mich wie folgt darauf vorbereitet (Das kannst du auch jederzeit umstellen)
A) Gib ihm einen positiven Namen. Meines heisst Força, Kraft. Es kann im port. Slang auch "Weitermachen" heißen. Sowas treibt an, positive Assoziationen damit sind wichtig! Mach dir das Korsett zum Freund
B) Wenn es dir zu viel wird zieh es aus. Nutze die Zeit um deinem Körper bewusst etwas Gutes zu tun, zb eincremen, duschen, baden, viel essen ohne dass die Schnallen platzen

Und dann zieh es wieder an. Besser so, als nach ein paar Monaten komplett das Handtuch zu schmeißen!
C) Such dir Leidenschaften im Leben, wie für mich zb schwimmen, reiten, etc.
D) Versuche beschwerliche Bewegungsabläufe zu vermeiden, überfordere dich nicht sondern versuche Abläufe zu erleichtern. ZB einen Hocker zum Schuhe binden, immer eine Ikea Plastiktasche dabei haben um es ausziehen zu können. Ich bin zb noch in der Eingewöhnungsphase und habe gestern gemerkt es mit Bahn und so mitnehmen geht noch nich, ich komme immer total keuchend bei den anderen an und das legt sich auch erst wenn ich es dann ausziehe so nach 30 min. Also lieber Korsett so mitnehmen und anziehen wenn man da ist, dann wieder aus. Suche dir selbst Wege wie es weniger störend is.
E) Schreibe einen Blog in dem du für dich und uns andere Leidgenossen von den kleinen und großen Hürden des Alltags mit deinem Korsett berichtest. So können Freunde und Bekannte auch nachlesen und du musst es ihnen nich immer erklären und du bekommt von uns Unterstützung und positives Feedback und Austausch, was bestärkt. Und wenn du nen Kack Tag drin hast schreib auch das, aber dann:
F) Lerne in dem Korsett zu tanzen, zu springen, Sport zu machen. Am Besten zu Glee Musik oder Pop

Die CCTec sind dafür ja ausgelegt, Fahrrad fahren oder reiten soll man damit jetzt nicht, aber lieber eben nich zu U Bahn tragen wenn man triefend nass ankommt aber zuhause damit rumhüpfen, mti Hund rennen und spazieren gehen damit... ich habe meins erst 4 Tage, meine Anfangsmotivation wird mit Sicherheit schwinden. Aber die is nötig, sog positive Verstärkung. Ich bin aufgerichteter, schmerzfreier. Juhu.
Korsett tragen ist wirklich Kopf und Einstellungssache. Du möchtest ja einen positven Zugang hierzu finden. Dann wirst du den auch finden. Wo ein Wille da ein Weg. Und wenn/falls das Korsett wo zu arg drückt, selbst wenn man es mehrere Stunden an hat, dann vielleicht nochmal ändern lassen.
Wie sieht es nach einem Jahr denn überhaupt damit aus?
LG, Ju