meine Arztbesuch in BaSo

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kuddelmuddel123
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meine Arztbesuch in BaSo

Beitrag von kuddelmuddel123 »

Hallo,

ich will meine Erfahrung aus dem ersten Termin mit Herrn Odak im MVZ Sobernheim berichten:

Leider bekam ich als Erwachsene keinen Termin mehr bei Dr. Steffan persönlich, bei dem ich bisher in größeren Abständen war.
Er hatte mir jedoch auf Nachfrage Anfang des Jahres empfohlen nach 3-4 Jahren eine neue Röntgenaufnahme anfertigen zu lassen.
Entsprechend habe ich dann bei Herrn Odak einen Termin vereinbart.

Als ich dort war, hieß es, dass die Rö-Aufnahmen nur noch bei Bedarf und nicht mehr nach Zeitablauf angeraten seien. Das hat mich irritiert, da ich kurz vorher ja noch die Rückmeldung mit Zeitabstand von Dr. Steffan bekommen hatte. Außerdem sei für mich hier kein Termin vorgesehen - müsste erstmal geprüft werden, ob das noch rein passt. Da muss bei der Anmeldung was schief gelaufen sein - ich hatte extra dazu gesagt, dass ich eine Aufnahme möchte und den Zeitbedarf dafür erfragt, um die Zugverbindung passend zu planen (habe je Richtung 6h Zugfahrt).
Nachdem er einmal kurz auf meinen Rücken im Stehen geschaut hat und die Verdrehung gemessen hat, wurden dann die Rö-Bilder angefertigt.
Alles weiter käme dann nach der Aufnahmen.
Nach der Rö-Aufnahme hat Herr Odak darin gesehen, dass der Abstand zwischen zwei Wirbeln abgenommen hat und dass diese Wirbel zur Seite hin Knochenmasse dazu gebildet haben. Dass die Knochenmasse mehr wird und der Spalte zwischen den Wirbel reduziert ist, war auch bei der vorherigen Rö-Aufnahme zu sehen und von Dr. Steffan als nicht dramatisch dargestellt und als Beginn des Zusammenwachsens dieser Wirbel beschrieben worden. Nun hieß es von Herrn Odak, dass das eine kritische Entwicklung sei und eine Kubin-Orthese kam ins Spiel. Leider ohne Info dazu, wann und wie lange sie zu tragen sei - nur dass sie so angepasst werden könnte, dass sie gegen die Verdrehung drückt, die ja um ca. 5 Grad zugenommen hätte. Ich bekam auch keine Info, ob die Orthese die Verengung aufhalten kann oder nur gegen Verspannungen vorbeugend helfen würde - Verspannungen bemerke ich immer mal, wenn ich körperliche Arbeiten in ungünstiger Position ausführe. Ansonsten kenne ich glücklicherweise kein Ziehen oder Schmerzen im Rücken.
Aufgrund des Vergleichs der alten und der neuen Rö-Aufnahme sagte Herr Odak noch, dass der Computer bei der letzten Aufnahme die COBB-Winkel falsch ausgerechnet hätte und in beiden Aufnahmen bei ca. 35 Grad wäre. Zu dem deutlich niedrigeren Kyphosewinkel hat er sich gar nicht geäußert (war vorher grenzwertig zur Hyperkyphose, nun mitten im Normalbereich). Gesehen habe ich es erst auf dem Heimweg aus den mitgegebenen Unterlagen - daher konnte ich ihn nicht darauf ansprechen. Ob ich wegen des Skoliose-Winkels über 30 Grad nun was anders machen sollte, weiß ich nicht - hier besteht ja eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zunahme. Dass sich meine Skoliose erst im Alter über 40 gebildet hat, hat er bezweifelt - ist aber zumindest für die Verdrehung nachweislich so.
Aus der Zunahme der Verdrehung hat er geschlossen, ich hätte wohl in letzter Zeit zu wenig geschrothet - ich wurde aber nicht gefragt, was und wie oft ich etwas mache. Meine Schroth-Übungen mache ich regelmäßig 5x pro Woche - meine Physiotherapeutin bestätigt mir auch die gut gekräftigte Muskulatur. Ich habe mir über die Zeit hinweg alle gemessenen Verdrehungen notiert und muss sagen, dass der niedrigste Wert nur 1x gemessen wurde und alle anderen Werte entweder beim neu gemessenen Wert oder maximal 2 Grad weniger waren (zuletzt vom örtlichen Orthopäden wieder 2 Grad weniger als von Herrn Odak gemessen).
Für diese Information schien Herrn Odak nicht zu interessieren.
Zum Schluss sollte ich auf der Untersuchungsliege eine Übung ausführen, bei der ich ziemliche Schwierigkeiten hatte zu verstehen, was er will, dass ich mache. Normalerweise habe ich keine Probleme, Anweisungen für Übungen umzusetzen. Ich sollte (was ich dann verstanden habe) im Vierfüßlerstand einen Arm waagrecht vorstrecken und die Rückenmuskulatur der gleichen Seite anspannen. Hier habe ich nach seiner Aussage sowohl für rechts als auch für links immer nur die gleiche Seite angespannt. Hier würde mein Hirn die Muskulatur falsch ansteuern und ich müsste es umprogrammieren. Für das Wie meinte er nur, ich solle mit der Physiotherapeutin sprechen. Mir war es komplett neu, dass mein Hirn hier falsch arbeiten soll - ist in der Reha und auch bei meinen bisherigen Terminen bei Dr. Steffan nicht aufgefallen. In Folge habe ich auch mit der Therapeutin gesprochen und mit ihr die Übung mehrfach wiederholt - allerdings konnte sie seine Beobachtung nicht nachvollziehen. Wenn ich rechts anspannen sollte, habe ich es getan und ebenso bei links.
Eine Untersuchung meiner Beweglichkeit, wie ich sie aus früheren Untersuchungen kenne, hat nicht stattgefunden.

Mit diesen bedrohlichen Aussagen und unklarem weiteren Vorgehen habe ich die Praxis dann verlassen.

Erst durch ein längeres Gespräch mit / Untersuchung durch meine Physiotherapeutin, der gemeinsamen Betrachtung der Rö-Bilder habe ich für mich einen Weg gefunden, mit diesem Arzttermin umzugehen. Eine schriftliche Rückfrage zu der Orthese bei Dr. Steffan habe ich versucht - half leider nix, weil er dazu einen aktuellen Befund zum Rö-Bild bräuchte. Das klingt für mich so, als ob wenig zu dem Termin notiert worden wäre.

VG, Kuddelmuddel
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Klaus
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Re: meine Arztbesuch in BaSo

Beitrag von Klaus »

Hallo Kuddelmuddel,

Du hast Dich ja schon anderer Stelle in der Rubrik Skoliose "Zusammenwachsen von Wirbeln" dazu geäussert.
und von Dr. Steffan als nicht dramatisch dargestellt und als Beginn des Zusammenwachsens dieser Wirbel beschrieben worden. Nun hieß es von Herrn Odak, dass das eine kritische Entwicklung sei und eine Kubin-Orthese kam ins Spiel.
Nimmt man Deine Aussage aus dem anderen Thread dazu:
.....Dr. Steffan...und gemeint, dass in ca. 15 Jahren (also so ca. zum Rentenbeginn) die Wirbel zusammenwachsen würden. Seine Darstellung ist mir nicht als etwas in Erinnerung, das es unbedingt zu verhindern gilt. Mehr "ist halt so" und als Maßnahme des Körpers gegen den Gleitwirbel.
stehen hier offenbar zwei entgegengesetzte Meinungen und entsprechende Behandlung gegenüber. Natürlich nur unter Voraussetzung, dass in den 3-4 Jahren nichts ungewöhnliches passiert ist.

Ob es nun Knochenspangen, wie bei mir, oder zusammengewachsene Wirbel sind, die eine weitere Verschlimmerung aufhalten können, erscheint mir sehr plausibel. Es sei denn, es sind 2 Wirbel, die entscheidend für eine Korrektur-Möglichkeit sein könnten.
Erst durch ein längeres Gespräch mit / Untersuchung durch meine Physiotherapeutin, der gemeinsamen Betrachtung der Rö-Bilder habe ich für mich einen Weg gefunden, mit diesem Arzttermin umzugehen. Eine schriftliche Rückfrage zu der Orthese bei Dr. Steffan habe ich versucht - half leider nix,....
Dazu habe ich im anderen Thread angemerkt, dass nun eine schriftliche Anfrage an Deinen aktuell behandelnden Dr. Odak mit den konkreten Fragen zu seiner vorgesehenen Behandlung der nächste Schritt sein sollte. Er muss Dir das ja konkret erkären können.
Schliesslich gibt es noch die Möglichkeit mit der 3. Meinung bei einem anderen Spezialisten. Bislang lehnst Du das ja ab.

Gruß
Klaus
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