Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

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Killarney
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Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Killarney »

Hi,

dieses Wochenende habe ich Tickets für ein Festival (2 Abende) ganz in der Nähe. Ich war schon länger abends nicht mehr wirklich aus gewesen, da ich aufgrund von Rückenschmerzen etc. eh fast immer als erstes wieder Heim möchte.

Gestern war dann der Tag: Ich hatte mich riesig gefreut, das Wetter war perfekt, ...
Um 18.00Uhr ging es los und ab ca. 20.30 hatte ich üble Rückenschmerzen, trotz Wechsel zwischen gehen, stehen, sitzen, tanzen ... im Verlauf des Abends wurde es natürlich immer schlimmer. Trotzdem habe ich bis zum Schluss durchgehalten, mit dehnen, strecken, ... Spaß hat es leider nicht mehr so viel gemacht.

Heute abend gehe ich trotzdem auf jedenfall wieder hin.

Jetzt meine Frage: Wie macht ihr das? Gibt es irgendwelche Geheimtipps, wie ich ich über so lange Abende hinweg schmerzfrei halten kann? Mein soziales Leben ist mich durchaus wichtig und immer zu Hause bleiben deshalb kiene Option. Medikamente übrigens auch nicht.

Liebe Grüße

Killarney
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Silas
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Silas »

Langfristig gesehen, wäre es eine vielversprechende Möglichkeit, sich in spezielle schmerztherapeutische Behandlung zu begeben. Das bedeutet übrigens nicht nur medikamentöse Schmerztherapie, sondern vieles andere mehr.

Das hilft Dir natürlich jetzt nichts konkret für heute abend...

Hierfür könnte es hilfreich sein, den Rücken vorher mit einer Wärmesalbe, z.B. Finalgon oder ABC, einzureiben - falls Dir Wärme gut tut. Das entspannt und lockert die Muskulatur, zudem lindert Wärme bei vielen Schmerzen.

Manche Menschen empfinden allerdings Kälte als angenehmer, hier könnte eine entsprechende Sportsalbe oder ein Kältespray zum akuten Einsatz hilfreich sein.

Vielleicht ist auch jemand bereit, Dir den Rücken ein wenig zu massieren?

Ansonsten wäre wahrscheinlich der Griff zu einem Schmerzmittel die sinnvollste Maßnahme. Gibt es Gründe, warum Du das ablehnst?

(von Ärzten gab es noch weitere abenteuerliche Vorschläge, die aber tendenziell jugendgefährdend wären :lach: )
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Killarney
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Killarney »

Hallo Silas,

danke für die super Ideen, da hatte ich echt nicht dran gedacht. Die Wärmesalbe werde ich dann gleich mal auftragen und ein Kältespray oder so kann ich für heute abend bestimmt auch noch auftreiben. Jetzt habe ich gleich schon wieder viel mehr Lust auf heute Abend. :top: Fühle mich direkt viel besser gerüstet.

Ich lebe 'straight edge' und habe auch sonst immer wieder seltsame 'Anwandlungen' und 'Prinzipien'. Schmerzmittel zähle ich zu den 'Drogen'. Grundsätzlich versuche ich an dem Gendanken festzuhalten, dass mein Körper ein imenses Wissen hat und mir zeigt, was gut ist, oder was ich lassen sollte und das er keine MIttel von außen braucht. Zugegeben, manchmal komme ich an meine Grenzen.
Außerdem ist mir die Vorstellung zu wieder, dass ich mit noch nicht ganz 28 Jahren Schmerzmittel brauchen könnte um am 'normalen' Leben teilnehmen zu können. Ganz zu schweigen von den Wechselwirkungen von Schmerzmittlen in der Verbindung mit Party Gängern, die nicht straight edge leben.

Liebe Grüße

Killarney
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Silas
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Silas »

Hallo Killarney,

ich finde es toll, dass Du so gesundheitsbewusst lebst - dazu gehört eine Menge Disziplin und Mut, die eigenen Prinzipien zu vertreten.

Was die Medikamente angeht, so versuche ich diese auch auf ein Minimum zu reduzieren. Allerdings muss man da - gerade bei Schmerzen - eine Güterabwägung treffen. Zum einen deshalb, weil Schmerzen einem echt das Leben vermiesen können, zum anderen, weil Schmerzen sich gerne chronifizieren und man dadurch in einen Teufelskreis kommen kann.

Schmerzen (auch wenn das in der Gesellschaft leider noch ein anderes standing hat) sind eine Krankheit wie Diabetes oder Bluthochdruck und sie sind ab einer gewissen Stärke behandlungsbedürftig.
Langzeitstudien haben gezeigt, dass neben der starken Beeinträchtigung der Lebensqualität, Schmerzen zu einer Verkürzung der Lebenszeit und zu einer besonderen Anfälligkeit für weitere physische und psychische Erkrankungen führen.

Ich habe lange Zeit auch gedacht, es ohne Medikamente zu schaffen, einfach die Zähne zusammen zu beißen, was mich nicht umbringt, macht mich stark, usw... mit der Folge, dass meine Schmerzen dann so weit fortgeschritten und chronifiziert waren, dass sich die Schmerztherapie schwierig gestaltete. Heute würde ich das rückblickend ganz sicher anders machen.

Das nur als Gedankenanstoß und natürlich ohne das Ausmaß von Schmerzen und Beeinträchtigung Deiner Lebensqualität zu kennen.

Viele Grüße,
Silas
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Killarney »

Hi Silas,

leider haben die Tipps nicht viel geholfen - bin auch jetzt echt früher Heim - voll :flop:

Glaube nicht, dass ich es schaffe mich mit einer Schmerztherapie zu beschäftigen! Dafür fehlt mir sicherlich noch die richtige 'Krankheits-Einsicht'. Kann mich mit dem Sch.... immer noch noch abfinden! Korsett tragen (natürlich nicht zum Festival), beim Umzug die leichteren Katons aussuchen, ... das schaff ich schon, weiter reichts aber dann noch nicht.
Tief drin ist noch der Glaube an ein Wunder: Morgen stehe ich auf und alles ist in Ordnung - oder übermorgen!

Liebe Grüße


Killarney
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Silas »

Oh nee... tut mir echt Leid, dass Du heute wieder so leiden musstest.

Sich mit seiner Krankheit nicht abzufinden, ist durchaus auch positiv, weil das bedeutet, dass man nicht resigniert den Kampf aufgibt.

Ich wünsche Dir, dass Du Dich in die ganze Situation gut einfindest und bald Erfolge verbuchen kannst.
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von rejoy »

andererseits kann es bei einer Krankheit, die nunmal nicht heilbar ist schon hilfreich sein, sie bis zu einem gewissen Grad zu akzeptieren. Es kostet unheimlich Kraft immer gegen etwas anzukämpfen, was man eh nicht los wird.

Ich habe neben der WS-verkrümmung eine chronische Erkrankung, die definitiv nicht heilbar ist und ich habe sehr sehr lange innerlich gegen den Gedanken angekämpft, dass es mich getroffen hat. Später habe ich es dann eher als Befreiung empfunden zu akzeptieren, dass ich das habe. Ich gebe deswegen nicht auf, aber ich versuche auch nicht zwanghaft einen Zustand zu erreichen, den ich eh nie erreichen kann. Bis dahin habe ich die Krankheit schlichtweg verdrängt und mit ihr die Schmerzen die sie macht. Stell dir vor du hast am ganzen Körper blaue Flecken, dann weisst du in etwa, was für Schmerzen ich hatte.

Ich habe auch lange eine kontinuierliche Schmerztherapie abgelehnt. Hab mir genau gedacht wie du. Es kann doch nicht sein, dass ich mit noch nichtmal 20 auf Schmerzmittel angewiesen bin (man könnte es auch abhängig nennen). Weil man sich an einen gewissen Schmerzpegel auch gewöhnen kann ohne ihn bewusst wahrzunehmen, habe ich lange gar nicht gemerkt wie heftig es am Ende war. Das Problem war nur, das ganze schlug mir so aufs gemüht und ich wusste noch nichtmal wieso. Ich war die ganze Zeit down, innerlich wie auch körperlich. Schmerzen zu ertragen saugt unheimlich Energie.

Vor nicht ganz drei Jahren habe ich dann eingelenkt, als mir mein Hausarzt eine Schmerztherapie angeboten hat.
Klar es ist nicht schön mit inzwischen Mitte 20 dauerhaft Opiate zu nehmen. Ich sehe mich aber nicht als Abhängiger. Bei einem Diabetiker würde doch auch keiner sagen, er ist Insulinsüchtig. Chronische Schmerzen sind genauso eine Fehlregulation des Körpers, wie es Diabetes ist und sollte als solche behandelt werden.

Ich kann mich noch genau an den 1. Tag erinnern, an dem ich durch die Therapie ansatzweise schmerzfrei war. Ich hätte Bäume ausreißen können, wusste gar nicht wohin mit meiner Energie. Manchmal denke ich, wie blöd war ich, das nicht schon früher gemacht zu haben.

Ich kann dir nur Mut machen, da nochmal drüber nachzudenken. Opiate sind ja letztlich auch einem natürlichen körperlichen Stoff des Körpers nachempfunden.Der Körper stellt auch selbst Opiate her oder zumindest Substanzen, die dem sehr ähnlich sind.
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Klaus »

Hallo rejoy,
Vor nicht ganz drei Jahren habe ich dann eingelenkt, als mir mein Hausarzt eine Schmerztherapie angeboten hat.
Klar es ist nicht schön mit inzwischen Mitte 20 dauerhaft Opiate zu nehmen.
Ist es tatsächlich so, dass nur noch Schmerzmittel helfen?

Wie Silas schon geschrieben hat:
Silas hat geschrieben:Langfristig gesehen, wäre es eine vielversprechende Möglichkeit, sich in spezielle schmerztherapeutische Behandlung zu begeben. Das bedeutet übrigens nicht nur medikamentöse Schmerztherapie, sondern vieles andere mehr.
Eine gute Schmerztherapie ist heutzutage durchaus eine komplexe Sache.

Gruß
Klaus
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von rejoy »

Hallo Klaus,

das war jetzt vielleicht etwas missverständlich.
Ich werde natürlich nicht ausschließlich mit Schmerzmitteln behandelt, aber eben auch und ja, ohne Medikamente komme ich nicht aus. Ich finde das aber auch nicht schlimm. Ich vertrage sie gut, habe so gut wie keine Nebenwirkungen. Ich bin seit Beginn der Therapie abgesehen von 1x nachdosieren, auf der gleichen Dosis (musste also nicht permanent erhöhen) und es ist eine Dosis mit der ich alt werden kann. Durch die Therapie will ich vor allem auch alt werden. Das war vorher kein Zustand mehr, den man dauerhaft ertragen will.

Klar es gibt sicher Leute, die das kritisch sehen, aber ich denke dass heutzutage keiner mehr Schmerzen einfach aushalten muss. Warum sollte man die Möglichkeiten dann nicht nutzen. Man kann sagen, ein Mensch mit 24 sollte noch keine Schmerzmittel dauerhaft nehmen. Oder man kann sagen, gerade ein Mensch mit 24, wenn er nunmal chronische Schmerzen hat, sodass dessen Lebensqualität stark eingeschränkt ist, sollte die Möglichkeit haben Schmerzmittel in Anspruch zu nehmen.

So, nun sind wir hier im Threat etwas vom Thema abgeschweift. Falls wir zu diesem Thema weiter diskutieren wollen, sollte es vielleicht von diesem Threat abgespalten werden.
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Klaus »

rejoy hat geschrieben:So, nun sind wir hier im Threat etwas vom Thema abgeschweift. Falls wir zu diesem Thema weiter diskutieren wollen, sollte es vielleicht von diesem Threat abgespalten werden.
Abgeschweift sind wir eigentlich nicht.
Denn eine komplexe/ multimodale Schmerztherapie hat das Ziel die Lebensqualität möglichst weitgehend zu erhalten. Grundvorraussetzung auch für Feste, Feiern, Festivals....Aber ok, das ist wohl selbstverständlich und Zeit für weitere praktische Einzel-Tipps. ;)

Gruß
Klaus
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Re: Tipps für Feste, Feiern, Festivals etc.

Beitrag von Killarney »

Danke für die vielen Infos zur Schmerztherapie. Für mich kommt das aber nicht in Frage, oder zumindest jetzt noch nicht!
Ich trage ja auch erst seit ein paar Monaten ein Schmerzkorsett und vielleicht wird ja hier die WIrkung über die nächsten Momate auch noch stärker. Insgesamt haben meine Schmerzen seitdem sehr an Intensivität verloren, leider noch nicht an Häufigkeit. Für so 'besondere' Aktionen bringt es anscheinend nicht so viel, oder zumindest noch nicht!

Liebe Grüße

Killarney
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