Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Skoliosen, die als Folge anderer Erkrankungen entstehen (Nerven- und Muskelerkrankungen, Wirbelfehlbildungen usw.)
Pirat1988
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

jaa recht hast du Silas und das ist doch wirklich traurig
Genauso traurig finde ich wenn ein arzt in einem Krankenhaus besser arabisch als deutsch kann....

Einen guten Arzt zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Es geht im Gesundheitswesen genauso wie im Handwerk/Industrie nur ums Geld.... und auch das ist echt traurig
nicht die beste Lösung für den Pat wird gesucht sondern die beste Lösung fürs Budget wird gewählt :(
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Silas
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Silas »

Pirat1988 hat geschrieben: Genauso traurig finde ich wenn ein arzt in einem Krankenhaus besser arabisch als deutsch kann....
Ach, hattest Du da auch so eine "prägende" Erfahrung?

Ich kam vor 2 Jahren als Notfall in eine Klinik, war in ziemlich miesem Zustand und die Aufnahmeärztin hatte russische Wurzeln + deutliche Deutschprobleme, hat bei der Anamnese totalen Schwachsinn verstanden, mir daraufhin die falschen Medikamente verordnet und davon dann versehentlich noch die 10-fache Dosis, weil sie eine Null zuviel notiert hatte :rolleyes:

Das Pflegepersonal erklärte sich für nicht zuständig, als ich Medikation und Dosis monierte.
Erst als das ganze die Monitore zum Dauerpiepen ;) veranlasste, hat sich dann der Oberarzt, der glücklicherweise auch der deutschen Sprache mächtig war, um die Sache gekümmert :rolleyes:
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

:flop: :tot:
OMG ja aber das ist leider KH live :(
wie gesagt bin aus dem Bereich und erlebe den Irrsinn jeden Tag mit (bei uns werden jetzt schon Deutschkurse für Ärzte angeboten)
Was dir passiert ist, ist natürlich furchtbar... gut dass die Patienten mitdenken
Manchmal frag ich mich wie lange so was noch gut geht...

Man darf Ärzten nicht zu viel vertrauen und auf jeden Fall alles erst mal hinterfragen und sich eventl eine 2. Meinung einforden
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Bärle »

Guten abend zusammen,

contra zum Gesundheitssystem gibts unter:
(die Adresse ist von meinem Schmerztherapeutl)

www.patient-informiert-sich.de

viele Grüße
Thomas
cogito

Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von cogito »

Nun ja, da gibt es aber Vorschriften!
Patienten von Vertragsärzten (zu denen man als "Kassenpatient" gehen muss) können jedenfalls ziemlich sicher sein, dass ihr Arzt sich fortbildet, denn tut er es nicht, wird ihm schließlich die Kassenzulassung entzogen.

http://www.thieme.de/viamedici/weiterbi ... tml#anker3
cogito

Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von cogito »

Der obige Beitrag von mir war als Kommentar hierzu gedacht:

Silas hat geschrieben:
;) - es gibt wohl keinen anderen als den Arztberuf, in dem die Approbation dann quasi fürs ganze Leben vorhält... Ich kenne Ärzte, die 20-30 Jahre aus dem Beruf raus waren, sich zwischenzeitlich nicht weitergebildet haben und dann in diesem Zustand wieder auf Patienten "losgegangen" sind.

In jedem mittelständischen Industrieunternehmen gibt es eine Qualitätssicherung, werden Zertifizierungen und Mindestnormen verlangt, wenn es um unsere Gesundheit geht, gibt es so etwas leider nicht oder nur in lächerlicher Weise für Krankenhäuser.
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Vogelstrauss »

Silas hat geschrieben:Ja Pirat, da hast Du ebenfalls vollkommen Recht.



In jedem mittelständischen Industrieunternehmen gibt es eine Qualitätssicherung, werden Zertifizierungen und Mindestnormen verlangt, wenn es um unsere Gesundheit geht, gibt es so etwas leider nicht oder nur in lächerlicher Weise für Krankenhäuser.
Ganz so stimmt das nicht-jede Arzt- u. Zahnarztpraxis muß nachweislich ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben, das eine bestimmte DIN EN ISO erfüllt. Viele dieser Systeme orientieren sich sogar an Klinikstandards. Das schließt auch mit ein, das regelmäßige Fortbildungen durchgeführt werden.
Das ist auch gut so, denn früher war es tatsächlich nicht selten der Fall, das da fröhlich praktiziert wurde, auf nicht mehr aktuellem Stand! Und außerdem sieht man ja auch, das wirklich noch viel im Argen liegt, da können diese Qualitätsmanagementsysteme doch nur Verbesserungen bringen. (Nur nicht für die, die den ganzen Papierkram dazu machen müssen! :lach: ) Das ist nämlich echt ätzend... :flop:

Liebe Grüße

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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

das stimmt schon alles was ihr sagt... Trotzdem haben viele Ärzte Wissenslücken. Das ist ja grundsätzlich kein Problem, aber wenn sie es nicht zugeben und einfach mal ins Blaue rein behandeln, entstehen Probleme und Fehler passieren

Dann sollen sie es lieber sagen dass sie sich unsicher sind und einen zu einem Spezialisten überweisen....
Das wäre mir lieber....
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von minimine »

cogito hat geschrieben:Nun ja, da gibt es aber Vorschriften!
Patienten von Vertragsärzten (zu denen man als "Kassenpatient" gehen muss) können jedenfalls ziemlich sicher sein, dass ihr Arzt sich fortbildet, denn tut er es nicht, wird ihm schließlich die Kassenzulassung entzogen.

http://www.thieme.de/viamedici/weiterbi ... tml#anker3
Naja, das gilt vielleicht für niedergelassene Ärzte. Aber in Krankenhäusern ist der Ärztemangel mittlerweile zu einem sehr großen Problem geworden, da wird einfach jeder genommen, der eine Approbation hat, gerade in ländlichen Gegenden, wo sonst keiner hin will!!

Und sonderlich Skoliosespezifisch scheinen diese Fortbildungen ja auch nicht zu sein. :juggle:

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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Silas »

Vogelstrauss hat geschrieben: Ganz so stimmt das nicht-jede Arzt- u. Zahnarztpraxis muß nachweislich ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben, das eine bestimmte DIN EN ISO erfüllt. Viele dieser Systeme orientieren sich sogar an Klinikstandards. Das schließt auch mit ein, das regelmäßige Fortbildungen durchgeführt werden.
Das ist auch gut so, denn früher war es tatsächlich nicht selten der Fall, das da fröhlich praktiziert wurde, auf nicht mehr aktuellem Stand! Und außerdem sieht man ja auch, das wirklich noch viel im Argen liegt, da können diese Qualitätsmanagementsysteme doch nur Verbesserungen bringen. (Nur nicht für die, die den ganzen Papierkram dazu machen müssen! :lach: ) Das ist nämlich echt ätzend... :flop:
Die Qualitätsmanagementsysteme sind einerseits nicht für alle Praxen bindend, eine rein privatärztliche Praxis kommt da gut drum herum, eine einheitliche Regelung gibt es nicht, selbst in von der Ärztekammer (= Zwangsmitgliedschaft) im offiziellen Deutschen Ärzteblatt ausgeschriebenen Maßnahmen steht oft Fortbildungspunkte unter Vorbehalt, war ich bereits auf einigen sehr enttäuschenden Seminaren.

Außerdem sind diese sog. Qualitätsmanagementsysteme eine absolute Lachnummer - jedes Hundespielzeug oder jede Grabsteinmanufaktur muss höhere Anforderungen erfüllen...

Was die Fortbildungspunkte u.ä. angeht, gibt es diese auch für allerlei zwielichtige Dinge.
Ganz abgesehen davon, wird weder überprüft, ob der Arzt während der Fortbildungsmaßnahme wirklich anwesend war, noch ob er das Wissen auch verinnerlicht hat.
Wenn ein Arzt z.B. während der gesamten Maßnahme Kaffee trinken geht oder Zeitung gelesen hat statt zuzuhören, interessiert das niemanden. Es gibt keine Prüfung o.ä., wie es z.B. bei Schroth-Therapeuten nach der Ausbildung / Fortbildung der Fall ist.
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Silas »

minimine hat geschrieben: Naja, das gilt vielleicht für niedergelassene Ärzte. Aber in Krankenhäusern ist der Ärztemangel mittlerweile zu einem sehr großen Problem geworden, da wird einfach jeder genommen, der eine Approbation hat, gerade in ländlichen Gegenden, wo sonst keiner hin will!!
Damit sprichst Du 2 grundlegende Probleme an.

Das Krankenhausarztproblem habe ich schon live erleben müssen. Die regional für mich zuständige Klinik kannte nicht einmal meine Medikation, hatte keine Ahnung von der speziellen Diät, die ich halten musste. Im Nachhinein war das vielleicht mein Glück, da die mich wegen akuter Lebensgefahr zwangsweise da behalten wollten, woraufhin ich das zuständige Vormundschaftsgericht zur Hilfe gerufen habe und selbst der Richter nach kurzer Zeit hinsichtlich der Missstände einsichtig war und per Beschluss angeordnet hat, dass ich freizulassen bin und das Recht habe, frei eine Klinik zu wählen.
minimine hat geschrieben: Und sonderlich Skoliosespezifisch scheinen diese Fortbildungen ja auch nicht zu sein. :juggle:
Das schon gleich gar nicht...

Aber nicht genug damit, wenn ein Augenarzt zu einer Prokktologiefortbildung geht, bekommt er auch die Fortbildungspunkte...
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

Es gibt sowohl im ambulanten als auch im stationären Beriech schwarze Schaafe
aber im stationören Beriech ist es noch schlimmer durch den bestehenden Ärztemangel
Da werden OPs gemacht obwohl die Ursache der Besschwerden ein ausgerenkter Wirbel war..... :(
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Vogelstrauss »

Silas hat geschrieben:
Vogelstrauss hat geschrieben: Ganz so stimmt das nicht-jede Arzt- u. Zahnarztpraxis muß nachweislich ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben, das eine bestimmte DIN EN ISO erfüllt. Viele dieser Systeme orientieren sich sogar an Klinikstandards. Das schließt auch mit ein, das regelmäßige Fortbildungen durchgeführt werden.
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Was die Fortbildungspunkte u.ä. angeht, gibt es diese auch für allerlei zwielichtige Dinge.
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Ich wollte nicht den Eindruck entstehen lassen, das da nichts getan werden muß. Und es stimmt natürlich- privatärztliche Praxen sind daran leider nicht gebunden. Da wäre eine einheitliche Regelung mehr als angebracht!
Für den Bereich aus dem ich komme (ich arbeite im zahnmedizinischen Bereich) kann ich nur sagen, das es sehr wohl einheitliche Vorschriften gibt. Und die Erfüllung derer ist auch keine "Lachnummer"- die Anforderungen sind hoch -auch zu Recht! Viele Fortbildungen sind auch mit abschließender Prüfung. Vielleicht sind wir ja da aber auch nur besonders engagiert...
Den Groll vieler Patienten kann ich durchaus verstehen, auch ich habe schon viele negative Erfahrungen gemacht, gerade was die Skoliose betrifft. Deswegen bin ja auf das Forum gestoßen. Ich bin ebenso der Meinung, das da noch großer Handlungsbedarf besteht. Zumindest sollte jeder Facharzt (Orthopäde!) wissen, wohin er überweisen muß, wenn er selbst nicht Bescheid weiß!

Wie gut das es dieses Forum gibt und wir uns gegenseitig mit unseren Erfahrungen unterstützen können! :ja:

Gruß

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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von sloopy »

Hallo Pirat und alle anderen!

Ihr seid absolut :offtopic:. Ich will versuchen, zum ursprünglichen Thema zurückzukommen und Pirats Fragen zu beantworten.

Wie ich dir schon in deinem Vorstellungsthread geschrieben habe, sind Skoliosespezialisten hier rar gesät. Ich war kürzlich mit meinem Sohn (nicht wegen Skoliose) in Trier bei Dr. Andreas Meyer und hab mich mit ihm über Skoliose unterhalten. Er schien schon Ahnung zu haben, sagte allerdings auch, dass er Patienten im Zweifelsfall und/oder zur Korsett-Therapie gleich nach Bad Sobernheim schickt. In Bernkastel-Kues gibt es ein MVZ, in dem ein fähiger Orthopäde arbeiten soll, der schickt allerdings die Patienten zur Korsett-Therapie nach Gensingen zu Dr. Weiß, ehem. Chefarzt der Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim. Also kannst du dir auch Zeit und Wege sparen und gleich nach Bad Sobernheim fahren, von Wittlich aus bist du dort in max. 1,5 Stunden. Da dort im Oktober ein neuer Oberarzt angefangen hat, der auch die Ambulanz mitbetreut, sollen die Wartezeiten auf Termine in Zukunft kürzer sein. Im Moment scheint die Praxis geschlossen, aber ab Montag, 18.10. sind die lt. Bandansage wieder erreichbar.

Ich kann dir auch nur dringend raten (mit Unterstützung eines von der Reha überzeugten Arztes) eine stationäre Schroth-Intensiv-Reha zu beantragen. Dass eine Reha dir aufgrund deiner Keilwirbel nichts bringt, halte ich für Quatsch! Wenn du Schroth erst mal stationär richtig erlernt hast, brauchs du zu Hause nicht mehr so viele ambulante KG-Termine.

Eine OP halte ich in deinem Fall für absolut unnötig, da du keinerlei Probleme oder Schmerzen hast. Außerdem stehst du mit deinen 50° ja gerade mal am Anfang der OP-Indikation. Als ITler würde ich dazu sagen "never touch a running system".

Lieben Gruß,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

Danke Sloppy
Ich denke ähnlich wegen der OP.... wenn ich mal probleme bekommen sollte kann man die ja immer noch in betracht ziehen

Auch an dich ein Lob... Du/Ihr habt ein tolles Forum erstellt :)

Ich werden mal nach einem termin da nachfragen und da vorstellig werden... Mal sehen was die zu meinem Rücken sagen...

Wie oft bist du denn da in Soberheim zur Untersuchung und wie läuft das mit den Rezepten??

LG pirat
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von sloopy »

Hallo Pirat,

danke für dein Lob, freut mich, dass dir das Forum gefällt!
Pirat1988 hat geschrieben:Ich denke ähnlich wegen der OP.... wenn ich mal probleme bekommen sollte kann man die ja immer noch in betracht ziehen
Genau. Aber prinzipiell sollte eine solche OP gut durchdacht und immer der letzte Schritt sein, wenn nichts anderes mehr geht. Denn so einen schweren Eingriff steckt man nicht mal ebenso weg, niemand kann einem garantieren, dass es einem danach besser geht und an seinem Rücken muss man auch nach einer OP sein Leben lang arbeiten. Mit einer Verkrümmung von 50° im Erwachsenenalter kann man in der Regel gut leben.

Pirat1988 hat geschrieben:Wie oft bist du denn da in Soberheim zur Untersuchung und wie läuft das mit den Rezepten??
Normalerweise reicht es, wenn du als Erwachsener einmal im Jahr bei einem Spezialisten vorstellig wirst, alle fünf Jahre sollte zur Kontrolle eine Wirbelsäulenganzaufnahme erstellt werden. Ich bin zur Zeit öfter dort, weil ich im Juni eine erneute Korsett-(Schmerz-)Therapie begonnen habe. Ein KG Rezept wirst du dort sicher bekommen können. Ich selber gehe selten zu ambulanten Schroth-Therapeuten, da ich seit 19 Jahre schrothe, dieses Jahr meine siebte stationäre Reha gemacht habe und die ambulanten Therapeuten mir nicht allzu viel sagen können.

Lieben Gruß,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

Wow ok
Ähm wie oft hat man denn anspruch auf so eine Reha bzw wie lange dauert ein aufenthalt??

Bringt ein Korsett was wenn man wenig Schmerzen hat und einen Keilwirbel?

Hast du schon mal was von einer Behandlung mit Kinesiologie Tape gehört?? oder beschreite ich ganz neue wege??
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von sloopy »

Hallo Pirat,

eine Reha kann man im Normalfall alle vier Jahre machen, wenn dringende medizinische Gründe vorliegen auch früher. Ein Aufenthalt sollte drei bis vier Wochen dauern.

Die Korsettfrage ist sehr individuell. Eine langfristige Aufrichtung wirst du als Erwachsener mit einem Korsett kaum erreichen. Es hilft aber gegen Schmerzen, verbessert die Optik und hilft, einer Progredienz vorzubeugen. Soweit ich weiß, sind Skoliosen mit Keilwirbeln eher schwierig mit Korsett zu korrigieren. Eine Korsett-Therapie ist kein Zuckerschlecken und ich bezweifle, dass man die als Erwachsener konsequent durchhält, wenn man nicht (durch Schmerzen, starke Progredienz o.ä.) dazu genötigt wird.

Von einer Behandlung mit Kinesiologie Tape hab ich schon gehört, hab aber keine eigenen Erfahrungen.

Gruß,
sloopy
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Pirat1988 »

Danke Sloppy
Mir fallen grad keine dummen fragen emhr ein aber wenn sie wieder kommen sag ich bescheid
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Re: Wirbelsäulenfehlbildung und OP bzw KG

Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:Man muss wegen ein und derselben Erkrankung mindestens ein Jahr lang einmal im Quartal beim Arzt gewesen sein. Darüber hinaus noch in eine der folgenden Gruppen fallen...:
Also für diese Chroniker Regelung braucht man nur eine von diesen Bedingungen erfüllen und deshalb kann man als Skoliose/Hyperkyphose Patient mit der ersten Bedingung (regelmässige Arztbesuche) relativ schnell in diese Regelung fallen.
Die Formulierung war wohl auch so gemeint.
Bärle hat geschrieben:mein Hausarzt hat das bei mir hinbekommen, daß ich
chronisch krank eingestuft bin. Mußte mit dem Formblatt
zur Krankenkasse und dann wars geregelt. (Gültigkeit: meine 1 Jahr)
Dazu muß man kein Pflegfall oder so sein.
Wie wir jetzt abgeklärt haben, geht das ja leicht.
Allerdings gilt dieser Antrag bei meiner Techniker Krankenkasse jetzt 3 Jahre, das hat sich ab und zu geändert.
Bärle hat geschrieben:Jedenfalls bekomme ich die Rezepte außerhalb des Regelfalls
und dies müßte dann doch nicht mehr in sein Budget fallen.
Du fällst nach wie vor in das Budget (Richtgrösse) Deines Hausarztes.
Aber wie ich schon gesagt habe, es kommt ganz auf die Anzahl seiner Patienten an und wieviel davon Heilmittel verordnet bekommen. Und inwieweit er gute Begründungen bei einem drohenden Regress hat.

Damit man sich mal ein Bild der Situation machen kann:
Beispiel Richtgrösse 2010 in Sachsen-Anhalt (Kosten in € pro Patient pro Quartal)
Hausarzt 9,26
Orthopäde 40,64
Kosten für normale KG 12,16

in anderen Bundesländern ergibt sich im Zusammenhang das gleiche Bild

Wenn man beim Hausarzt z.Bsp. im Quartal 12 Behandlungen ausserhalb des Regelfalles bekommt, was ca. 1x in der Woche entspricht, so müssen knapp 16 andere Patienten "dafür aufkommen". Die dürfen keinerlei Heilmittel bekommen, was aber im Laufe eines Quartals ein ziemliches Risiko ist. Also wird der Arzt mehr Patienten einbeziehen müssen und somit seine Verordnungspraxis generell stark einschränken.
Beim Orthopäden wären es knapp 4 Patienten, die für einen Patienten keinerlei Heilmittel beanspruchen dürfen.
In dieser Fachrichtung gibt es aber naturgemäss sehr viel mehr Patienten, die einen Heilmittelbedarf haben.

Gruss
Klaus
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