Diagnose Skoliose

Skoliosen, die als Folge anderer Erkrankungen entstehen (Nerven- und Muskelerkrankungen, Wirbelfehlbildungen usw.)
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Inge S.
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Diagnose: Degenerative Skoliose, dadurch Verschleiß an drei Bandscheiben im Hals-, Brust- und Lendenwirbelbereich
Therapie: Es soll Physiotherapie und Massagen verordnet werden, Spritzen gegen die Schmerzen

Diagnose Skoliose

Beitrag von Inge S. » Mi, 30.01.2019 - 13:21

Hallo, bei mir würde kürzlich eine Skoliose diagnostiziert und zwar nach Jahren mit Rückenschmerzen beim fünften Orthopäden. Ich vermute, dass ich schon sehr lange an Skoliose leide. Ich war mein halbes Leben bei Orthopäden, aber keiner konnte helfen.

Jetzt bin ich zum fünften Arzt gegangen. Er hat als erster meinen kompletten Rücken geröntgt und vermessen. Er hat die Diagnose als heftig bezeichnet und Verschleiß an drei Bandscheiben festgestellt. HWS, BWS und LWS.

Ich bekomme im Moment Spritzen mit Entzündungshemmern und Schmerzmittel. Das tut mir im Moment sehr gut, da ich wenigstens eine Zeit nach den Spritzen endlich mal ohne Schmerzen bin. Es sind jetzt keine heftigen Schmerzen mehr eine Steifheit die mich eingeschränkt.

Meine Frage wäre, ob es eine speziell auf Skoliose abgestimmte Therapie gibt. Mein früherer Therapeut hat das wohl nicht so drauf und von einer Faszienbehandlung wurde mir abgeraten.

Ich hoffe hier auf Anregungen und Erfahrungen von Anderen. Danke

kuddelmuddel123
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Re: Diagnose Skoliose

Beitrag von kuddelmuddel123 » Mi, 30.01.2019 - 21:40

Hallo Inge,

hast Du von Deinem Arzt genauere Informationen zur Skoliose bekommen?
Also wo die Krümmung(en) sind und wie groß der zugehörige Winkel ist?

Die typische Krankengymnastik bei Skoliose sind Übungen nach dem Konzept von Katharina Schroth.
Diese sind relativ komplex, sodass man sie am besten in einer stationären Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen erlernt. Anschließend macht man sie regelmäßig zu Hause (pauschal wird meist 5x 30 Minuten genannt). Gut ist auch, wenn Du eine in dieser Therapie erfahrene Therapeutin vor Ort hast, die dich dann weiter unterstützt und schaut, ob Du es weiter gut machst.
Eine Liste mit Therapeuten kannst Du in beiden Kliniken passend zu Deiner PLZ erfragen. Damit kannst Du dann bei den Therapeuten nachfragen, ob sie Erfahrung mit Deiner Altersklasse haben (die meisten kennen wenn nur junge Patienten).

Nachdem die Beantragung und Genehmigung einer Reha auch ne Zeit dauert, kannst Du jetzt schon ambulant mit diesen Übungen anfangen.

Das Ziel der Übungen ist, die Muskulatur an den Stellen mit der konkaven Krümmung zu kräftigen. Das wird noch durch Atemanweisungen verstärkt.
Die Hoffnung ist dann, dadurch die Schmerzen und Verspannungen zu lindern. Ist auf jedenfall ein Versuch wert.

Ab einer Skoliose mit 50 Grad oder mehr ist es relativ leicht, die Orthopäden zu einer Verordnung mit Krankengymnastikrezepten zu bewegen. Dann wird es nämlich - wenn sie die Rezepte richtig ausstellen - nicht auf ihr Budget angerechnet.

Soviel erstmal von mir heute.
Bitte stell ruhig weitere Fragen - dann kann ich auf das eingehen, was Dich am meisten interessiert.

Viele Grüße, Kuddelmuddel

Inge S.
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Re: Diagnose Skoliose

Beitrag von Inge S. » Do, 31.01.2019 - 08:41

Ich würde gerne hier vor Ort in Mönchengladbach die Therapie ambulant machen. Ich werde mich mal bei der Krankenkasse schlau machen. Mit meinem Orthopäden werde ich auch noch einmal sprechen, ob er das kennt. Deine Antwort bestärkt mich in dem Gefühl, dass das der richtige Weg für mich ist. Die "normale" Physiotherapie hat ja gar nichts gebracht. Ich habe tatsächlich fast ein Jahr jeden Morgen die Übungen zu Hause gemacht. Ich hatte da auch keine Lust zu, aber ich will ja beweglich bleiben. Ich bin 61 und seit letztem Jahr in Rente und jetzt habe ich die Zeit und die Ruhe dazu.

Außerdem habe ich von Freundinnen eine Einladung bekommen, bei ihrem Nordic Walking mitmachen. Ich hoffe daß das gut für meinen Rücken ist.

Danke jedenfalls schon mal für die Antwort.

kuddelmuddel123
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Re: Diagnose Skoliose

Beitrag von kuddelmuddel123 » Do, 31.01.2019 - 22:09

Hallo Inge,

Auf dem Rezept für Krankengymnastik muss nicht explizit "Schroth" dabei stehen. Bei mir steht bisher nur "KG" und Wärme.
Verordnen muss es der Orthopäde. Der Regelfall für Skoliosen bis 49 Grad besteht aus 3x6 Einheiten. Danach ist eine Pause von 12 Wochen Pflicht. Danach kann der Orthopäde neue Rezepte für einen weiteren Regelfall ausstellen.
Es ist nur die Frage, ob er das dann macht - weil ja alle Rezepte auf sein Budget angerechnet werden.

Ich habe selbst nach der Diagnose parallel einen Antrag auf Reha gestellt und mit einer ambulanten Therapie begonnen.
Nach einem halben Jahr war dann die Reha. Da habe ich gemerkt, dass meine Therapeutin zwar die Berechtigung für Schroth hat, jedoch zu wenig Erfahrung hat. Sie hat mir die Übungen so gezeigt, dass sie eher die Krümmung verstärkt hat als dagegen gearbeitet hätten.
Ich bin sehr froh, dass ich die Reha gemacht habe. Erst da habe ich wirklich verstanden, was mit meinem Rücken los ist. Auch die Übungen habe ich dort ganz anders, viel intensiver gelernt als dies ambulant möglich ist. Nach 2 Jahren habe ich dann auf eigene Kosten eine Auffrischungswoche in Bad Salzungen gemacht. Da habe ich dann den Kopf für viel mehr Details gehabt als in der Reha, wo ich noch mit den "basics" beschäftigt war.

Gibt es einen Grund, warum Du nicht an eine Reha denkst?

Viele Grüße, Kuddelmuddel

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Klaus
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Re: Diagnose Skoliose

Beitrag von Klaus » Fr, 01.02.2019 - 10:39

Hallo Inge,
Meine Frage wäre, ob es eine speziell auf Skoliose abgestimmte Therapie gibt.........Ich würde gerne hier vor Ort in Mönchengladbach die Therapie ambulant machen.
Kuddelmuddel hat Dir schon alles zu einer möglichen Therapie gesagt, aber:
Vor jeder Art von Therapie sollte erst einmal eine kompetente konkrete Diagnose bekannt sein. Also die Art der Skoliose (einbogig, zweibogig) und welche Gradzahlen? Nicht einfach nur "Diagnose Skoliose" !

Und eigentlich auch die ärztliche Einschätzung, mit welcher Therapie man am besten vorankommen könnte. Gerade da sind die meisten Ärzte leider inkompetent. Deswegen gibt es die wenigen Spezialisten:
viewtopic.php?f=25&t=6472

Die eigentliche Therapie (sofern sie in Frage kommt) machen zwar die Schroth Therapeuten, aber hier ist sehr viel Erfahrung notwendig. Das ist ambulant leider nicht immer gewährleistet. Deswegen empfehlen wir hier immer eine stationäre Schroth REHA. Inwieweit die auch noch bei Rentnern genehmigt werden, kann ich Dir aktuell nicht sagen.

Gruß
Klaus

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