Grüße aus dem Norden - unsere Geschichte
Verfasst: So, 27.11.2016 - 00:27
Hallo,
ich bin neu hier im Forum und Mutter einer 16 jährige Tochter mit Skoliose, die sie seit ihrem 6. Lebensjahr hat. Anfangs lief es richtig gut mit dem Korsett und mit 9 Jahren war sie unter 9° und das Korsett wurde von einem auf den anderen Tag abgesetzt. Damals wusste ich nicht, dass man eigentlich abschult. Die Schroth-Therapie lief weiter, aber man konnte zuschauen, wie sich die Skoliose im 12. Lebensjahr deutlich verschlechterte. Leider begann nun auch die Pubertät und das Tragen des neuen Korsetts wurde zur Belastungsprobe von Tochter und Mutter. Jeder Kontrolltermin bei der Kinderorthopädin und / oder dem Korsettbauer in Lübeck brachte eine Verschlechterung zu Tage, was die Tragedauer nicht unbedingt verbesserte. Es folgte ein Korsett mit Chip, welches noch seltener getragen wurde.
Inzwischen war sie 14 und hatte 45°lumbal /32° thorakal erreicht und es folgte eine Vorstellung in der Schön Klinik Neustadt. Die wollten natürlich sofort operieren, was wir aber ablehnten. Es folgten dann noch ein Korsett von Bauche in Neustadt und nach erneutem Wachstumsschub ein Neues in Bad Sobernheim bei der ersten Reha. Leider korrigierte dieses überhaupt nicht, die Röntgenkontrolle im Korsett erbrachte die schon bekannten 50° bei teilfixierter LWS. Der Frust meiner Tochter war riesengroß.
Zu der Zeit fing ich an hier im Forum zu lesen und Tipps in die Tat umzusetzen. Arzt und Korsettbauer sind nun in Berlin und es lief ein Jahr richtig gut mit deutlicher Verbesserung der Cobb Winkel, insbesondere auch der Rotation und aus der teilfixierten LWS wurde wieder eine flexible LWS. Die Fragedauer von 20 Stunden war kein Problem und zum ersten Mal in den vielen Jahren dachte ich, am Ende wird doch alles gut.
Diesen Sommer war sie wieder in Bad Sobernheim zur Reha mit neuem Korsett und machte direkt im Anschluß ein Berufspraktikum im Tierheim, bei welchem sie das Korsett immer öfter auszog und es am Ende gar nicht mehr mitnahm. Dann war es warm und sie beklagte durchgeschwitzt beim Fahrradfahren in der Schule anzukommen und das Korsetthemd in der Schule zu wechseln sei zu mühsam. Ich könnte noch unzählige Dinge aufzählen, aber zusammengefasst ist sie wohl bei weitem noch nicht durch ihre Pubertät durch. Die Motivation ist im Keller und es belastet uns zu Hause alle sehr, dass sie das Korsett zu wenig trägt. Der Korsettbauer sagt, sie hat noch drei Jahre Zeit und das Ziel ist, sie bei 30° langfristig zu stabilisieren. Das geht aber nur, wenn sie es trägt! Zur Zeit lasse ich sie in Ruhe, gestern hat sie immerhin von alleine Schroth-Übungen an ihrer Sprossenwand gemacht.
Es geht ja immer nur um das Kind, letztlich bleibt man selber dabei ganz schön auf der Strecke und macht sich Vorwürfe, weil man wohl irgend etwas falsch gemacht hat. Ich würde mich daher gerne für das Elternforum freischalten lassen, um mal zu hören, ob es anderen Eltern vielleicht ähnlich geht.
Nik
ich bin neu hier im Forum und Mutter einer 16 jährige Tochter mit Skoliose, die sie seit ihrem 6. Lebensjahr hat. Anfangs lief es richtig gut mit dem Korsett und mit 9 Jahren war sie unter 9° und das Korsett wurde von einem auf den anderen Tag abgesetzt. Damals wusste ich nicht, dass man eigentlich abschult. Die Schroth-Therapie lief weiter, aber man konnte zuschauen, wie sich die Skoliose im 12. Lebensjahr deutlich verschlechterte. Leider begann nun auch die Pubertät und das Tragen des neuen Korsetts wurde zur Belastungsprobe von Tochter und Mutter. Jeder Kontrolltermin bei der Kinderorthopädin und / oder dem Korsettbauer in Lübeck brachte eine Verschlechterung zu Tage, was die Tragedauer nicht unbedingt verbesserte. Es folgte ein Korsett mit Chip, welches noch seltener getragen wurde.
Inzwischen war sie 14 und hatte 45°lumbal /32° thorakal erreicht und es folgte eine Vorstellung in der Schön Klinik Neustadt. Die wollten natürlich sofort operieren, was wir aber ablehnten. Es folgten dann noch ein Korsett von Bauche in Neustadt und nach erneutem Wachstumsschub ein Neues in Bad Sobernheim bei der ersten Reha. Leider korrigierte dieses überhaupt nicht, die Röntgenkontrolle im Korsett erbrachte die schon bekannten 50° bei teilfixierter LWS. Der Frust meiner Tochter war riesengroß.
Zu der Zeit fing ich an hier im Forum zu lesen und Tipps in die Tat umzusetzen. Arzt und Korsettbauer sind nun in Berlin und es lief ein Jahr richtig gut mit deutlicher Verbesserung der Cobb Winkel, insbesondere auch der Rotation und aus der teilfixierten LWS wurde wieder eine flexible LWS. Die Fragedauer von 20 Stunden war kein Problem und zum ersten Mal in den vielen Jahren dachte ich, am Ende wird doch alles gut.
Diesen Sommer war sie wieder in Bad Sobernheim zur Reha mit neuem Korsett und machte direkt im Anschluß ein Berufspraktikum im Tierheim, bei welchem sie das Korsett immer öfter auszog und es am Ende gar nicht mehr mitnahm. Dann war es warm und sie beklagte durchgeschwitzt beim Fahrradfahren in der Schule anzukommen und das Korsetthemd in der Schule zu wechseln sei zu mühsam. Ich könnte noch unzählige Dinge aufzählen, aber zusammengefasst ist sie wohl bei weitem noch nicht durch ihre Pubertät durch. Die Motivation ist im Keller und es belastet uns zu Hause alle sehr, dass sie das Korsett zu wenig trägt. Der Korsettbauer sagt, sie hat noch drei Jahre Zeit und das Ziel ist, sie bei 30° langfristig zu stabilisieren. Das geht aber nur, wenn sie es trägt! Zur Zeit lasse ich sie in Ruhe, gestern hat sie immerhin von alleine Schroth-Übungen an ihrer Sprossenwand gemacht.
Es geht ja immer nur um das Kind, letztlich bleibt man selber dabei ganz schön auf der Strecke und macht sich Vorwürfe, weil man wohl irgend etwas falsch gemacht hat. Ich würde mich daher gerne für das Elternforum freischalten lassen, um mal zu hören, ob es anderen Eltern vielleicht ähnlich geht.
Nik