(Viel zu lange) Vorstellung von mir :)
Verfasst: Mo, 14.12.2015 - 15:46
Hallo alle!
Ich will mich auch vorstellen!
Eine ganz schnelle Kurzfassung: Ich bin 23, studiere Physik und meine Skoliose ist bekannt seit ich 14 bin. Ich hatte nie ein Korsett oder eine Operation, aber viel Krankengymnastik und war bereits dreimal in Bad Sobernheim. Hoffentlich nächstes Jahr wieder
Wegen der Grade: Diese Woche mache ich ein neues Röntgenbild, vor dem ich auch schon ein wenig Angst habe, aber es sollte sich seit ich 21 war hoffentlich nicht allzu schlimm verschlechtert haben? Damals hatte ich 54°Cobb Hauptkrümmung (weiß nicht mehr welche Wirbel; thorakalumbal jedenfalls) und 33°Cobb Gegenkrümmung lumbal.
Ich schaffe es leider nach mehreren Versuchen nicht, mich mit meiner Krankengeschichte kurz zu fassen. Ich hab das einfach bisher selten so am Stück erzählt, darum sprudelt alles so raus und ich könnte mindestens 10x so viel darüber schreiben. Hab gesehen, dass viele andere viel kürzer geschrieben haben, darum ist es natürlich kein Problem, wenn ihr den Teil mit der Krankengeschichte überspringt!
______________(Krankengeschichte!)______________
Also meine Krankengeschichte ist lang und voller rauf und runter. Die Skoliose wurde mit 14 entdeckt, aber aufgrund eines inkompetenten Orthopäden und der Leichtgläubigkeit, mit der meine Eltern und ich ihm begegneten, hatte ich nie ein Korsett. Ich hatte chronische Schmerzen obwohl ich schließlich doch noch nach Bad Sobernheim gefunden habe (3x bisher) und sehr viele verschiedene Physiotherapeuten hatte (Schroth, Feldenkrais, Spiraldynamik, Kinesiologie). Die Schmerzen waren auch ein Hauptgrund, weswegen ich das Klavierspielen aufgab, obwohl ich dafür übte, Konzertpianistin zu werden. Gott sei Dank hatte ich immer schon viele andere Interessen zusätzlich.
Es folgten dennoch, und aus anderen Gründen, eine Hoffnungslosigkeit und Depression, die ich wohl nur durch meinen Drang zu leben und die Welt zu erforschen durchgestanden habe.
Mit 19 hatte ich eine schwere Lungenembolie, bei der alles sehr knapp war. Ich hatte dadurch nie dieses "Erwachen" und "Ich muss jetzt meine Leben voll ausschöpfen"-Gefühl, das viele nach so einem Erlebnis beschreiben. Eher hatte ich daraufhin dauernd Angst zu sterben.
Besser geworden ist alles sehr schleichend und nachdem sich die äußeren Umstände in meinem Leben geändert haben. Ich zog nach Wien, um Physik zu studieren; fand meinen jetzigen Freund, der mir wieder gute Laune gemacht hat; fand endlich die passende Physiotherapeutin im Skoliose Therapie Zentrum Wien, die mir wieder Hoffnung gab, die Schmerzen doch loszuwerden.
Ich begann zum ersten Mal Sport außerhalb von Krankengymnastik zu machen — früher hatte man mir immer gesagt: du sollst nicht joggen; du sollst nichts machen, wo man springen muss; du sollst dich schonen; du sollst im Turnunterricht nicht mitmachen sondern Krankengymnastik machen; du sollst mit dem Sport aufpassen und überhaupt nur Schwimmen / Klettern und sonst gar nix. Diese Aussagen waren mir dann aus irgendeinem Grund (endlich) egal.
An Sport habe ich bisher Bauchtanz, Pilates, Stretching, Qi Gong, Pole Dance, Body Weight Training und Wing Chun Kung Fu gemacht. Ich wurde meine Hauptschmerzquelle los (kamen jetzt seit 2 Jahren nicht mehr vor!) und schaffte es auch meine Antidepressiva abzusetzen.
Momentan mache ich regelmäßig (zwischen 1x und 3x pro Woche jeweils) Pole Dance und Wing Chun Kung Fu. Seit ein paar Monaten hab ich auch wieder ein Klavier und meine erste Klavierschülerin. Das macht mir sehr viel Freude.
Gut ist leider noch nicht alles. Ich habe noch Probleme mit meinen Erinnerungen an die Embolie, weils doch irgendwie traumatisch war, und auch häufig Rückenschmerzen, an denen ich jetzt zu arbeiten versuche.
Nächsten Monat will ich mit Iyengar Yoga beginnen — sagt vielleicht jemandem was, der das Buch „Yoga and Scoliosis“ von Marcia Monroe kennt?
_____________________(Fazit!)_____________________
Aus meiner ganzen Geschichte resultiert, dass ich im letzten (halben?) Jahr zum ersten Mal begonnen habe, meine Skoliose halbwegs zu akzeptieren und als Teil von mir anzuerkennen. Darum hab ich mich auch nicht früher hier angemeldet, obwohl ich auf das Forum bereits mit 16 gestoßen bin.
Ich denke momentan auch viel über folgende Fragen nach:
Wie kann ich „skoliosegerecht“ viel lernen/lesen/rechnen/schreiben, also auch in anderen Positionen als im Sitzen?
Auf welche Art ist es überhaupt für mich körperlich möglich, zu forschen? (Ich denk mir immer: „Stephen Hawking kann das auch!“)
Wie geht man mit chronischen Schmerzen um?
Wo verschwimmt die Grenze zwischen gesund und „behindert“ sein und gibt es überhaupt so etwas wie „Behinderung“ oder ist man einfach nur „anders“?
Wie kann man die gegenüber diesem anders-sein übliche Intoleranz in einer Leistungsgesellschaft umgehen / aufheben?
(Das sollen nun keine Fragen sein, auf die ich mir nach diesem Beitrag hier Antworten erhoffe; ich will nur sagen, dass mich diese Themen beschäftigen.)
____________________________
So ich hoff es war euch nicht zu viel Text! Ich beantworte sehr gerne alle Fragen zu meinen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Therapien und Sportarten, derer da doch viele und vor allem bezüglich Pole Dance / Wing Chun / Stretching / Schmerztherapie / Schroth-Therapie meiner bescheidenen Meinung nach halbwegs fundiert sind
Außerdem freue ich mich natürlich auch auf alle Tipps von euch und sonstigen Antworten
Ganz liebe Grüße!
Veronika
Ich will mich auch vorstellen!
Eine ganz schnelle Kurzfassung: Ich bin 23, studiere Physik und meine Skoliose ist bekannt seit ich 14 bin. Ich hatte nie ein Korsett oder eine Operation, aber viel Krankengymnastik und war bereits dreimal in Bad Sobernheim. Hoffentlich nächstes Jahr wieder
Wegen der Grade: Diese Woche mache ich ein neues Röntgenbild, vor dem ich auch schon ein wenig Angst habe, aber es sollte sich seit ich 21 war hoffentlich nicht allzu schlimm verschlechtert haben? Damals hatte ich 54°Cobb Hauptkrümmung (weiß nicht mehr welche Wirbel; thorakalumbal jedenfalls) und 33°Cobb Gegenkrümmung lumbal.
Ich schaffe es leider nach mehreren Versuchen nicht, mich mit meiner Krankengeschichte kurz zu fassen. Ich hab das einfach bisher selten so am Stück erzählt, darum sprudelt alles so raus und ich könnte mindestens 10x so viel darüber schreiben. Hab gesehen, dass viele andere viel kürzer geschrieben haben, darum ist es natürlich kein Problem, wenn ihr den Teil mit der Krankengeschichte überspringt!
______________(Krankengeschichte!)______________
Also meine Krankengeschichte ist lang und voller rauf und runter. Die Skoliose wurde mit 14 entdeckt, aber aufgrund eines inkompetenten Orthopäden und der Leichtgläubigkeit, mit der meine Eltern und ich ihm begegneten, hatte ich nie ein Korsett. Ich hatte chronische Schmerzen obwohl ich schließlich doch noch nach Bad Sobernheim gefunden habe (3x bisher) und sehr viele verschiedene Physiotherapeuten hatte (Schroth, Feldenkrais, Spiraldynamik, Kinesiologie). Die Schmerzen waren auch ein Hauptgrund, weswegen ich das Klavierspielen aufgab, obwohl ich dafür übte, Konzertpianistin zu werden. Gott sei Dank hatte ich immer schon viele andere Interessen zusätzlich.
Es folgten dennoch, und aus anderen Gründen, eine Hoffnungslosigkeit und Depression, die ich wohl nur durch meinen Drang zu leben und die Welt zu erforschen durchgestanden habe.
Mit 19 hatte ich eine schwere Lungenembolie, bei der alles sehr knapp war. Ich hatte dadurch nie dieses "Erwachen" und "Ich muss jetzt meine Leben voll ausschöpfen"-Gefühl, das viele nach so einem Erlebnis beschreiben. Eher hatte ich daraufhin dauernd Angst zu sterben.
Besser geworden ist alles sehr schleichend und nachdem sich die äußeren Umstände in meinem Leben geändert haben. Ich zog nach Wien, um Physik zu studieren; fand meinen jetzigen Freund, der mir wieder gute Laune gemacht hat; fand endlich die passende Physiotherapeutin im Skoliose Therapie Zentrum Wien, die mir wieder Hoffnung gab, die Schmerzen doch loszuwerden.
Ich begann zum ersten Mal Sport außerhalb von Krankengymnastik zu machen — früher hatte man mir immer gesagt: du sollst nicht joggen; du sollst nichts machen, wo man springen muss; du sollst dich schonen; du sollst im Turnunterricht nicht mitmachen sondern Krankengymnastik machen; du sollst mit dem Sport aufpassen und überhaupt nur Schwimmen / Klettern und sonst gar nix. Diese Aussagen waren mir dann aus irgendeinem Grund (endlich) egal.
An Sport habe ich bisher Bauchtanz, Pilates, Stretching, Qi Gong, Pole Dance, Body Weight Training und Wing Chun Kung Fu gemacht. Ich wurde meine Hauptschmerzquelle los (kamen jetzt seit 2 Jahren nicht mehr vor!) und schaffte es auch meine Antidepressiva abzusetzen.
Momentan mache ich regelmäßig (zwischen 1x und 3x pro Woche jeweils) Pole Dance und Wing Chun Kung Fu. Seit ein paar Monaten hab ich auch wieder ein Klavier und meine erste Klavierschülerin. Das macht mir sehr viel Freude.
Gut ist leider noch nicht alles. Ich habe noch Probleme mit meinen Erinnerungen an die Embolie, weils doch irgendwie traumatisch war, und auch häufig Rückenschmerzen, an denen ich jetzt zu arbeiten versuche.
Nächsten Monat will ich mit Iyengar Yoga beginnen — sagt vielleicht jemandem was, der das Buch „Yoga and Scoliosis“ von Marcia Monroe kennt?
_____________________(Fazit!)_____________________
Aus meiner ganzen Geschichte resultiert, dass ich im letzten (halben?) Jahr zum ersten Mal begonnen habe, meine Skoliose halbwegs zu akzeptieren und als Teil von mir anzuerkennen. Darum hab ich mich auch nicht früher hier angemeldet, obwohl ich auf das Forum bereits mit 16 gestoßen bin.
Ich denke momentan auch viel über folgende Fragen nach:
Wie kann ich „skoliosegerecht“ viel lernen/lesen/rechnen/schreiben, also auch in anderen Positionen als im Sitzen?
Auf welche Art ist es überhaupt für mich körperlich möglich, zu forschen? (Ich denk mir immer: „Stephen Hawking kann das auch!“)
Wie geht man mit chronischen Schmerzen um?
Wo verschwimmt die Grenze zwischen gesund und „behindert“ sein und gibt es überhaupt so etwas wie „Behinderung“ oder ist man einfach nur „anders“?
Wie kann man die gegenüber diesem anders-sein übliche Intoleranz in einer Leistungsgesellschaft umgehen / aufheben?
(Das sollen nun keine Fragen sein, auf die ich mir nach diesem Beitrag hier Antworten erhoffe; ich will nur sagen, dass mich diese Themen beschäftigen.)
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So ich hoff es war euch nicht zu viel Text! Ich beantworte sehr gerne alle Fragen zu meinen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Therapien und Sportarten, derer da doch viele und vor allem bezüglich Pole Dance / Wing Chun / Stretching / Schmerztherapie / Schroth-Therapie meiner bescheidenen Meinung nach halbwegs fundiert sind
Außerdem freue ich mich natürlich auch auf alle Tipps von euch und sonstigen Antworten
Ganz liebe Grüße!
Veronika