Servus meiteinand

Hier kann sich jeder, der möchte, kurz vorstellen und was über sich, seine Diagnose und/oder Therapie schreiben.
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bayer
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Servus meiteinand

Beitrag von bayer »

Hallo an alle,

nachdem es bei mir jetzt ernst wird (im positiven Sinne) und ich schon länger mitlese aber nicht aktiv war möchte ich mich kurz vorstellen.

Ich heiße Michael bin 33 und komme aus dem gelobten bayerischen Land :D

Bereits mit 17 Jahren hat einer meiner Freunde bei mir einen "Buckel" festgestellt, und das ganze nicht sehr zaghaft :eek: . Darauf hin bin ich zum Wald und Wiesen Orthopäden der mir Scheuermann diagnostiziert hat. ca. 15x KG und 10 Reizstrom, das wars. Danach ist alles etwas sagen wir mal eingeschlafen.

Mich hat es bis vor kurzem eigentlich nicht so gestört und hatte auch keine Schmerzen etc. nur merke ich in den letzten zwei Jahren eine subjektive Verschlechterung, das heißt, mein Rundrücken wurde immer ausgeprägter und ich kann nicht mehr lange sitzen oder stehen ohne schmerzen zu bekommen.

Die aufgetretenen Probleme haben mich dazu bewogen einen Termin bei Dr. Hofmann in Leonberg auszumachen. Dieser hat mir dann mal ne ordnetliche Gradzahl diagnostiziert: 89° Kyphose. Ach du sch... dachte ich mir.

Im anschließenden Gespräch hat er mir die zwei möglichen Therapiemöglichkeiten: Korsett oder OP vorgestellt. Er riet mir zur OP, weil seiner Meinung nach Korsett zu heftig und langwierig wäre. Er meinte aberer ich müsse das selbst entscheiden. Also das war erst mal ein Schock. OP, Verdammt.

Ich muss noch dazusagen das ich selbst im Krankenhaus arbeite und mich daher ein wenig auskenne. (ja ich weiß, der Schuster hat die schlechtetesten Schuhe)

Also erstmal nach Hause gefahren. Habe gleich noch einen Termin bei Prof. Halms bekommen. Nach näherer Überlegung habe ich mich dann für die OP entschlossen. Hört sich einfach zu gut an. 2 Wochen Krankenhaus und dann gerade sein? Zu verlockend das ganze...

Nach drei Wochen reiflicher Überlegung bin ich mir da jetzt doch nicht mehr so sicher ob es die richtige Entscheidung ist. Meine Bedenken hinsichtlich der Folgekomplikationen werden immer größer. Auch meine Frau (ebenfalls Krankenschwester) und eine gute Bekannte (Osteopathin) --> den Originalton gebe ich hier jetzt nicht weiter, raten mir dringendst ab.

Ich denke ich werde es zuerst konservativ versuchen . Evtl. Schroth Reha wenn möglich, Korsett und viel Üben, üben, üben.... Tja da muss ich jetzt durch.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Restfeiertag und einen konstruktiven Gedankenaustausch. Vielleicht hat der eine oder andere ein paar Tipps oder kann mir über seine eigenen Erfahrungen bzgl. Korsett berichten.

Bis dahin....
Zebrastreifen
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von Zebrastreifen »

Huhu,

arbeitest du auch in der Pflege? Ich habe in einem Pferdestall gemistet und habe mich weiter in meinen Buckel reingearbeitet. Da hilft viel Schroth und dehnen der Partien. In meinen Augen, wenn man schon eine Neigung hat bzw. schon ein Rundrücken hat kann man den durch Arbeit sehr verstärken und mangelnde Bewegung verstärken.

Ich trage kein Korsettt, ist nicht mein Ding, also daher keine Erfahrung aber hier im Forum schwirren derzeit einige Kyphosen mit Korsetts rum :P.
Gegen eine OP habe ich mich aus verschiedenen Gründen etschieden. Und ja, es ist schon ein schöner Gedanke mit geradem Rücken heimzukommen, nur kann viel passieren, auch in den Jahren danach was mich sehr abschreckt. Auch ein Grund, teilweise nicht nur im Bereich Rücken habe ich oft den Eindruck, wenn etwas schief läuft (mehr Schmerzen danach oder andere Folgen) kommen die Ärzte noch mehr an ihre Grenzen und damit wird guter Rat teuer...

Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, bei konventioneller Therapie gib dir Zeit und habe Geduld :). Such dir einen guten Schroth-Therapeuten und mach eine Reha.

Woher aus Bayern bist du?
bayer
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von bayer »

Ja, ich arbeite in der Pflege. Mich schreckt ab das mir das selbe Prozedere bzw. die selbe Krankheitskarierre passiert wie manch einem Patienten von mir.

Es gibt ja auch leider noch keine Langzeitberichte. Was ist nach zwanzig Jahren? Oder in 40?

Komme aus der nähe von Donauwörth.

Gruss
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Dalia
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von Dalia »

Hallo bayer, herzlich willkommen in unserem Forum. :)

Ja, bei konservativer Therapie wäre die Kombination aus Korsett und ambulantem Schroth denkbar. Zwar gibt es keine Langzeitberichte. Dennoch sollten wir so realistisch sein, dass wir eine genetische Disposition für Wirbelsäulenverkrümmungen haben und eine künstlich herbeigeführte Verbesserung lebenslang pflegen müssen. Es ist realistisch zu hoffen, dass nach einer Zeitlang konsequenter Therapie die Tragedauer und die Intensität der Krankengymnastik reduziert werden kann, ohne dass es zu einer erneuten Verschlechterung kommt. Wenn du aber alle Maßnahmen stoppst und dann jahrelang nichts mehr tust, musst du davon ausgehen, dass du früher oder später die alten Werte wieder erreichst. Ich möchte da nichts beschönigen, aber es muss realistischerweise davon ausgegangen werden.

Insofern wäre eine OP die sicherere Methode im Hinblick auf langfristige Korrekturwirkung. Andererseits kann es zu OP-Material-Ermüdung kommen und es KÖNNTE irgendwann wieder eine OP notwendig werden. Dazu kannst du dich ja parallel im Skoliose-OP-Forum informieren. Die OP läuft dir nicht davon, informiere dich in Ruhe. Bitte nicht bei Krankenschwestern und Osteopathen, die keine Spezialisten für sowas sind, sondern bei dafür spezialisierten Ärzten, Orthopäden und selbstbetroffenen Menschen, die sich konservativ behandeln und/oder operieren ließen.

Ich habe mich dazu entschieden, mein Korsett nachts zu tragen, bis ich den Löffel abgebe bzw. solange ich in der Lage bin, es mir anzuziehen und es regelmäßig warten zu lassen. Leider habe ich die Korsetttherapie zuletzt vernachlässigt (d.h. Korsett nicht mehr warten lassen) und tatsächlich kam es zu einer kleinen Verschlechterung. Allerdings hatte ich zwischendurch eine kleine Verbesserung, die jetzt eben weg ist. Ich gehe davon aus, dass ich die Verbesserung mir wieder zurückholen kann. Du kannst dazu ja die letzten Postings in meinem Thread (siehe Signatur) lesen.

Allerdings, das muss ich auch betonen, sind Kyphosen besser zu behandeln wie Skoliosen und ich habe eine sehr starre, schwer zu behandelnde Skoliose.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
tani1230
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1. Röntgen im Korsett 08.05.14 Kyphose 77 °,

1. Röntgen ohne Korsett 12.02.15 Kyphose 71°
Therapie: 1. Rahmouni-Korsett seit 25.03.14,
2. Rahmouni-Korsett seit 17.06.15
1.Cctec Korsett seit 29.04.16
Wechsel zurück zu Rahmouni: 06.07.16,
Seit Dezember 2016 BSV in der HWS
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von tani1230 »

Hi,

Tja ich bin eine der Kyphose-Korsettträgern. Ich habe dieses Jahr im Februar von Dr. Hoffmann die Diagnose Kyphose 91°erhalten und war geschockt, daß ich mich an der Wirbelsäule operieren lassen soll :eek:
Da mir die Risiken zu groß sind, habe ich mich für eine Korsetttherapie entschieden. Das trage ich nun seit 25.03.14.
Ich habe mich zwischenzeitlich gut an das Korsett gewöhnt, auch wenn es manchmal nicht ganz einfach und nervig ist :rolleyes:
Da beim Kontrollröntgen im Korsett die Kyphose nur noch bei 64° war und man sieht, daß die Wirbel wieder auseinander gehen, bin ich auf dem richtigen Weg!!!!!!! :ja:
Eine Nachbarin meiner Cousine hat vor ca 10 Jahren ihre Kyphose operieren lassen und ist wohl super zufrieden. Aber letztendlich muß jeder selbst entscheiden, ob er sich zu einer Op durchringen kann. Was danach ist, weiß vor der Op eben keiner................
Bin gespannt für was Du Dich entscheidest.
Meine Schwester hat übrigens Ende Juni auch wegen ihrer starken Kyphose einen Termin bei Dr. Hoffmann und Rahmouni. D.h. wieder eine Korsettträgerin mehr!
Liebe Grüße Tanja(aus dem Schwabenländle)
bayer
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von bayer »

Ja, ich denke ich werde auch zum Korsettträger :/

Das ging ja vom ersten Termin bis zum korsett ziemlich flott? oder ?

Wer hat da erfahrungen?
tani1230
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von tani1230 »

Hi bayer,

ich hatte meinen Termin bei Dr. Hoffmann am 18.02.14 und habe das Korsett am 25.03.14 abgeholt. Die Praxis Dr. Hoffmann hat das Rezept zu Rahmouni geschickt, ohne daß ich nochmals kommen mußte. Rahmouni hat dann den Kostenvoranschlag zu meiner Krankenkasse (BKK) geschickt und die hat es dann innerhalb 3 Tagen genehmigt. Allerdings war ich kurz vorher bei der BKK und habe schon mal nachgefragt, wie das ist mit Korsett genehmigen ist.
Hast Du schon ein Rezept für ein Korsett?

Liebe Grüße Tanja
bayer
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von bayer »

Nein, habe ich noch nicht. Werde ich gleich am Montag in angriff nehmen. Wie gesagt ich war eigtl. zuerst für die OP.
tani1230
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von tani1230 »

Hi bayer,

es ist aber auch eine sehr schwierige Entscheidung. Klingt verlockend nach einer OP wieder gerade zu sein. An den "schlechten Tagen" mit Korsett denke ich manchmal auch, ob eine OP nicht doch besser gewesen wäre :/
Hoffen wir mal, daß wir die richtige Entscheidung getroffen haben ;D
Liebe Grüße Tanja
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von Dalia »

bayer hat geschrieben:Das ging ja vom ersten Termin bis zum korsett ziemlich flott? oder ?

Wer hat da erfahrungen?
Ich bekomme demnächst ein neues Korsett. Zwischen Gipstermin und Abholtermin liegt nur eine Woche. Aber ich habe auch schon mal drei Wochen gewartet. In nicht eiligen Fällen können es auch schon mal bis zu vier Wochen werden.
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Re: Servus meiteinand

Beitrag von Paramite »

Servus,

wie ist es denn bei Dir nun weiter gegangen :versteck:
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