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Hier kann sich jeder, der möchte, kurz vorstellen und was über sich, seine Diagnose und/oder Therapie schreiben.
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Killarney
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Registriert: Mo, 29.04.2013 - 13:37
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 4BH links Skoliose: BWS 35°, LWS 43°; Rotation 4° und 12°
Therapie: Physiotherapie, Reha-Sport, Februar/März 2013 Reha in Bad Sobernheim , Erwachsenen-Korsett seit April 2013, Fersenkeil

Hi

Beitrag von Killarney »

Hi,
heute habe ich den Schritt gewagt und mich hier als Mitglied angemeldet. Im Forum gestöbert hatte ich aber bereits vorher immer einmal wieder und muss schon sagen, dass es mir auch als Gast schon immer sehr geholfen hat über die Erfahrungen anderer mit ihrer Skoliose zu lesen. So im Alltag ist man ja doch häufig ziehmlich alleine mit seinen Frage.
Insgesamt ist für mich meine Skoliose immer eher kein Thema gewesen, es sei denn ich wollte ins Schwimmbad oder in die Sauna. Ich habe das Glück, dass meine Skoliose fast 'unsichtbar' ist, so lange ich mich nicht hauteng kleide.
Leider änderte sich das vor etwa einem Jahr als meine gelengtlichen Rückenschmerzen zum dauerhaften Problem wurden.

Entdeckt wurde meine Skoliose mit 15, fast 16 Jahren, bei der absolut unpassendesten Gelegenheit, als es für mich darum ging ein Gesundheitszeugnis für den Beginn meiner Ausbildung anfertigen zu lassen. Zugeben, mir war schon vorher aufgefallen, dass mit meiner Taille irgendetwas nicht stimmen konnte, jedoch fiel dies in Zeiten von Schlabber-Pullis und Baggy-Hosen sonst natürlich auch niemandem auf und mir war es zu unangenehm mit jemand anderem darüber zu sprechen.
Damals blieb es nur bei einer einmaligen Vorstellung beim Orthopäden, der mich mit der Aussage abspeiste: 'Du bist ja fast ausgewachsen, da kann man jetzt nichts mehr machen' und einer einmaligen Verordnung von Krankengymnastik. Ehrlich gesagt war ich auch ganz froh darüber, dass mich niemand mehr damit tangierte. Mein Gesundheitszeugnis habe ich jedenfalls bekommen und für mich war somit damals alles gut.

Trotz gelegentlicher Rückenschmerzen habe ich weiter nie etwas unternommen und sogar intensiv und erfolgreich Leichathletik betrieben. Immer wieder bin ich mit dem Rucksack durch die Welt gereist ... habe also lauter so Dinge getan, von denen mir die Ärzte heute eher abraten.
Jedenfalls wurde ich dann vor 3 Jahren richtig krank - bis heute ist nicht klar, was das damals eigentlich war - und konnte mehrere Wochen keinen Sport treiben, hatte starken Husten ... und irgendwann so extreme Rückenschmerzen das ich damit zum Arzt musste. Seitdem bin ich dann auch aus der Ärzte-Mühle nicht mehr raus gekommen und höre dann so Dinge wie: 'das Sie das jahrelang nicht haben behandeln lassen ...', 'interessante Skoliose ...' , 'bleiben Sie so schön leicht, dann wird das Ihr Rücken schon schaffen ...' alles Aussagen, die mich nicht zufrieden stellen können.
Nach ganz vielen KG-Rezepten und Reha-Sport war ich nun im Februar in Bad Sobernheim zur Reha gewesen. Dagegen hatte ich mich immer mit Händen und Füßen gewehrt, weil mir irgendwie dann doch noch die Krankheitseinsicht gefehlt hat, und die auch über der Zeit der Reha nicht so wirklich einkehren wollte. Außerdem bedeutete es für mich eine riesige Überwindung meinem Arbeitgeber gegenüber einzugestehen, dass ich Probleme mit dem Rücken habe, da dies nicht zu meinem Image und Selbstbild als Vorzeigesportlerin passt. Mein Arbeitgeber war natürlich überrascht, hat mich dann aber sehr gut unterstützt und auch bestärkt jetzt etwas für meinen Rücken zu tun.
Jedenfalls war ich nach der Reha schmerzfrei - immerhin für 3 Wochen - danach war trotz Schroth daheim etc. alles wieder beim Alten und ich schon sehr desillusioniert. Seit einer Woche habe ich nun auch das Korsett, dass mir in der Reha gegen die Schmerzen und die Hypermobilität (wobei ich das eher für eine Neuerfindung von Ärzten halte) verordnet wurde und das mir angeblich auch noch ein paar Grad von der Krümmung nehmen soll. Ich gehe das Ganze wie immer super idealistisch und konsequent an. Im Moment ist es schon noch recht hart mit dem Korsett, aber wenn es wirklich helfen würde, dass wäre schon super.

Insgesamt bin ich schon sehr verwundert, was die Neuaufnahme meiner Skoliosebehandlung, die Schmerzen, Reha und Korsett, so vor allem im letzten Jahr mit mir gemacht haben und an welche Grenzen ich heran geführt wurde. Von der absoluten Negierung des Themas, über das Einweihen zentraler Personen, bin ich mittlerweile bei der Überlegung angekommen, ob ich es nicht doch versuchen sollte einen GdB zu beantragen. Je nach Stimmungslage lege ich mir das selbst als eher positive oder negative Entwicklung aus.
Bisher kann mein Bekanntenkreis mit diesen unverhofften Veränderungen - auch unserer Freizeitgestaltung - ganz gut umgehen. Ich versuche weiterhin alle Aktivitäten mit zu machen, nehme mir aber jetzt hin und wieder auch heraus mich bei so Dingen wie Umzügen und so auf die Verpflegung der HelferInnen zu beschränken. Dies klappt i.d.R. auch so lange ganz gut, wie mir nicht andere im Vorhinein schon Aufgaben abnehmen möchten ;) und wenn ich mich erst einmal an das Korsett gewöhnt habe, dann ist die Skoliose für mich hoffentlich auch wieder kein so großes Thema mehr.

Viele Grüße
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