Hallo alle zusammen!!
Verfasst: Mo, 15.03.2010 - 00:48
Hallo, ich bin neu in diesem Forum und möchte die Gelegenheit nutzen, um mich hier auf dieser Seite vorzustellen: Also, ich bin inzwischen 40 Jahre alt und habe eine stark verbogene Wirbelsäule. Die Ärzte sprechen dabei von einer Skoliose. Alles fing bereits mit 6 Jahren an. Mit 4 Jahren habe ich mit Ballett angefangen und 2 Jahre lang fleißig getanzt. Mit 6 Jahren musste ich dann zur Einschulungsuntersuchung. Dabei wurde bereits eine starke Verformung der Wirbelsäule festgestellt. Vom Gesundheitsamt habe ich es bis heute schriftlich: Scheuermann'sche Erkrankung. Während der 4 Jahre Grundschulzeit war ich regelmäßig 2 mal wöchentlich zur Krankengymnastik. Was habe ich das damals gehasst. Ich wollte wieder Tanzen gehen, was mir die Ärzte untersagt haben, und musste stattdessen zur Gymnastik gehen. In der 5. Klasse wurde dann erstmals von einer Skoliose gesprochen. Ich bekam dann für ein Jahr ein Gipskorsett und wurde vom Schulsport befreit. Ich sollte damals ursprünglich auch ein Gipsbett bekommen, aber da war mein Vater dagegen. Ich sollte wenigstens Nachts in Ruhe schlafen können. Danach hatte ich keine Lust mehr auf irgendwelche Behandlungen und habe meinen "Dickkopf" durchgesetzt und mit Jazz-Tanz angefangen, mehrmals wöchentlich mit einigen Auftritten. Die Ärzte haben mir davon total abgeraten, die Sprünge und Drehungen wären "Gift" für meine Wirbelsäule, aber das war mir damals echt total egal. Ganze 12 Jahre lang habe ich fleißig trainiert, bis ich, als ich inzwischen 25 Jahre alt war, vor Schmerzen nicht mehr konnte. Die Schmerzen wurden unerträglich. Im Laufe der Jahre hat sich mein Hohlkreuz immer weiter nach vorne geschoben. Seit rund 15 Jahren sehe ich so aus, als wenn ich Hochschwanger wäre und werde auch immer und immer wieder darauf angesprochen (nein, ich bin nicht schwanger und ich plane auch keine Kinder ein). Aber immer, wenn ich neue Menschen kennenlerne, werde ich gefragt, wann es denn jetzt soweit wäre. Vor rund 15 Jahren, kurz bevor ich mit dem Tanzen aufgehört habe, habe ich einen Kasten Wasser angehoben. Dabei hatte ich einen ganz kräftigen Stich in der LWS und konnte tagelang nur mir vorgebeugtem Oberkörper rumlaufen (diese stechenden Schmerzen sind bis heute geblieben!!). Obwohl alle auf mich eingeredet haben, konnte mich keiner davon überzeugen, zu einem Arzt zu gehen. Ich habe mich seitdem total geschont und so gut wie nichts mehr gemacht (sportlich meine ich). Vor rund 5 Jahren habe ich langsam mal wieder mit normaler Gymnastik in einer Frauengruppe angefangen. Bei sämtlichen Übungen hatte ich ganz heftige Rückenschmerzen und habe wieder aufgehört. Ich war in mehreren Gruppen, habe immer wieder wegen der Schmerzen aufgehört und lange Pausen gemacht. Nach und nach schob sich meine BWS dann auch stark nach vorne und ich nahm eine absolute Schonhaltung ein, bei der ich ständig die Schultern deutlich nach vorne gebeugt halte. Ich war in den ganzen Jahren niemals mehr beim Arzt. Im letzten Jahr hatte ich dann, bedingt durch die Schonhaltung, so extrem starke stechende Schmerzen in der rechten Schulter, dass gar nichts mehr ging. Ich konnte vor Schmerzen nicht mehr liegen oder Schlafen und habe nächtelang geweint. Letztes Jahr im Mai bin ich deswegen dann immerhin zum ersten Mal in meinem Leben zur Massage gegangen (das war eine wahnsinnig groß Überwindung für mich), seitdem gehe ich jede Woche dahin (weil es zumindest zeitweise immer hilft, besser als gar nicht). Ich habe das ganz große Glück, dass ich an einen sehr netten, sympathischen Masseur "geraten" bin, zu dem ich schnell Vertrauen gefunden habe. Ich habe ihm beim ersten Mal gesagt, dass ich "unten" eine sehr schmerzhafte Stelle habe. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass er sich ausschließlich um meine Schultern kümmern würde, stattdessen hat er mich direkt an der LWS massiert, allerdings mit sehr leichtem Druck. Er hat sofort gesagt, dass etwas mit der Bandscheibe nicht in Ordnung ist. Von da an hat er mich jede Woche auch dort massiert. Die Schultern hat er im Laufe der Wochen in den Griff bekommen (auch sehr, sehr schmerzhaft, insbesondere die Schulterblätter - zum Schreien!). Er hat mich direkt darauf hingewiesen, dass meine aktive Mitarbeit sehr wichtig bei der Behandlung ist. Im letzten Juni habe ich in dem gleichen Institut (unter seiner Anleitung) mit Wassergymnastik angefangen, das mache ich seitdem jede Woche und es ist inzwischen zu meinem richtigen Hobby geworden, macht mir jetzt echt Spaß. Im September hat er es mit seinem regelmäßigen Druck auf die LWS endlich geschafft und ich bin zu einem Orthopäden gegangen. Der hat jedoch stark verkürzte Bänder als Ursache meiner Schmerzen diagnostiziert und eine kräftige Massage an dieser Stelle zur Dehnung der Bänder verschrieben (und KG zur Dehnung aller Bänder). Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für Schmerzen waren. Ich hätte bei jeder Massage am liebsten laut Schreien können, habe stattdessen die Luft angehalten. Ob ihr es glaubt oder nicht, nach den Massagen habe ich immer mehrere relativ schmerzfreie Tage, aber dann gehen die Beschwerden immer wieder ganz kräftig los. Um eine zweite Meinung einzuholen und weil sich der Orthopäde weigerte, mir ein weiteres Rezept auszustellen (ich musste die gesamte Behandlung aus eigener Tasche zahlen - 280,00 Euro im Monat!), bin ich im November zu einem anderen Orthopäden gegangen. Der sagte bloß, ich sei an den Schmerzen selber Schuld, weil ich eine falsche, eine viel zu krumme Körperhaltung hätte. Deswegen verschrieb er mir ein Stützkorsett, eine Lumbalorthese. Die trage ich jetzt seit November regelmäßig. Wenn ich sie an habe, bin ich zwar im LWS-Bereich deutlich gerader und habe weniger Schmerzen (ganz ohne kenne ich nicht mehr), aber im Schulterbereich bin ich völlig verspannt. Mein ganzer Schulter- und Nackenbereich ist wieder total hart, die Massage nur schwer auszuhalten. Nach den Massagen geht es mir wieder ein paar Tage relativ gut und dann gehen die kräftigen Schmerzen wieder los. Weil ich die Dauerschmerzen langsam aber sicher nicht mehr aushalte, bin ich jetzt zu meinem Hausarzt gegangen. Der hat mich erstmal in die "Röhre", zur MRT-Untersuchung geschickt. Der Radiologe hat gesagt: Eine sehr stark verformte Wirbelsäule (Skoliose), an der untersten Stelle der LWS eine stark ausgeprägte Bandscheibenvorwölbung, die durch die Skoliose, weil die Wirbel zu sehr aufeinander gedrückt sind nicht mehr zurückgehen kann. An der BWS sind 5 Wirbel völlig zusammengedrückt, 4 Bandscheiben existieren gar nicht mehr. Die Wirbel sind total abgenutzt und unförmig, das sind meine Dauerschmerzen im oberen Bereich. Mir wurden jetzt gezielte KG-Übungen, zur Muskellockerung Massage (weil ich immer total verspannt und verkrampft bin), außerdem eine Schmerztherapie (mein Schmerzgedächtnis soll wohl sehr ausgesprägt sein) und eine Psychotherapie empfohlen, um alles jetzt irgendwie verarbeiten zu können. Außerdem soll ich dringend an einer Reha-Maßnahme teilnehmen, um erstmal einen "Grund" in meine Behandlung zu bekommen. Für die Reha wurde mir Bad Sobernheim empfohlen. Nächste Woche muss ich zum Arzt. Wie es dann genau weitergeht, weiß ich leider selber noch nicht. So, das war die Schilderung meines bisherigen Schmerz-Lebens. Sorry, dass die Schilderung so lang geworden ist, aber die Schmerzen bestehen nun mal leider seit vielen Jahren und meine Angst vor Ärzten bzw. vor der Behandlung war leider immer viel zu groß, aber jetzt gehe ich es richtig an. Jane Cooper
