Hallo,
ich habe mich im Forum angemeldet, nachdem ich in den letzten Wochen viel darin gelesen habe, was mir sehr geholfen hat, eine erste Orientierung zu finden, um mit meinem "neuen" Zustand umzugehen. Meine Skoliose wurde mit etwa 30 Jahren diagnostiziert, damals aber als nicht mehr behandelbar bezeichnet. Mit viel Bewegung, "guter" Körperhaltung und Den-Rest-Aushalten habe ich die nächsten Jahrzehnte gut gelebt. Nun, mit Ende 50, spüre ich wie sich eine Verschlechterung der Krümmung, die (vorwiegend Muskel-) Schmerzen über den ganzen Tag und eine schwindende Beweglichkeit eingeschlichen haben. Ich kann mich dem nicht mehr entgegenstemmen. Der Cobb-Winkel liegt jetzt bei 51°, linkskonvexe thorakolumbal Skoliose. Die Beratung in Bad Salzungen ergab: Korsett oder OP.
Zur Verbesserung der Lebensqualität wurde mir die OP empfohlen, ein Weg, den ich mir überhaupt nicht vorstellen kann.
Nun stehe ich da und suche danach, was meine persönliche Lebensqualität ausmacht und was eine Korsettversorgung für mein künftiges Leben bedeuten wird. Ich habe z.B. einen tollen Beruf und wandere gerne und ausgiebig.
Die Antworten kann ich natürlich nur in mir finden, das Forum macht mich aber für Aspekte aufmerksam, die mir weiterhelfen.
Danke!
Camilla
Camilla stellt sich vor
- Raven
- Profi

- Beiträge: 1530
- Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
- Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Re: Camilla stellt sich vor
Hallo Camilla,
herzlich willkommen
Bei manch einem hilft ein Korsett so gut gegen Schmerzen, dass auch die Tätigkeiten, bei denen das Korsett abgelegt wird, wieder wesentlich besser als vor der Korsettbehandlung möglich sind :yes:
Welchen Beruf übst du aus? Gehören dabei die ganze Zeit Körperhaltungen und Bewegungen dazu, die nicht mit einem Korsett zu vereinbaren wären? Viele solcher Berufe wären auch mit einer Versteifung, insbesondere einer langstreckigen, kaum zu bewältigen.
Falls deine Tendenz doch in Richtung OP gehen wird, findest du etliche Berichte im www.skoliose-op.info. Dort sind auch Berichte von Patienten zu finden, die bei der OP in deinem Alter waren.
Viele Grüße
Raven
herzlich willkommen
Hier im Forum wirst du dazu einiges finden können. Ein Korsett muss nicht zwingend rund um die Uhr, auch nicht zwingend jeden Tag getragen werden. Wandern mit Korsett ist je nach Strecke mühsam bis bei unwegsamem Gelände kaum machbar, aber es spräche nichts dagegen, es dabei nicht zu tragen. Genauso kann ein Korsett auch ausgezogen werden, wenn es Sport wie z.B. Schwimmen, anstrengendere Arbeiten im Haushalt oder auch sehr hohe Sommertemperaturen erforderlich machen. Darauf muss man nicht verzichten, es sollte sich daraus nur keine "Korsettfrei-Routine" entwickelncamilla hat geschrieben:Nun stehe ich da und suche danach, was meine persönliche Lebensqualität ausmacht und was eine Korsettversorgung für mein künftiges Leben bedeuten wird. Ich habe z.B. einen tollen Beruf und wandere gerne und ausgiebig.
Welchen Beruf übst du aus? Gehören dabei die ganze Zeit Körperhaltungen und Bewegungen dazu, die nicht mit einem Korsett zu vereinbaren wären? Viele solcher Berufe wären auch mit einer Versteifung, insbesondere einer langstreckigen, kaum zu bewältigen.
Falls deine Tendenz doch in Richtung OP gehen wird, findest du etliche Berichte im www.skoliose-op.info. Dort sind auch Berichte von Patienten zu finden, die bei der OP in deinem Alter waren.
Viele Grüße
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
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Lady S
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2013: lumbal 64°, thorakal 56°, inzwischen vermutlich deutlich mehr. - Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
- Wohnort: Nähe Stuttgart
Re: Camilla stellt sich vor
Hallo Camilla,

in der Vorstellungsrubrik soll ja eigentlich nicht diskutiert werden; deshalb nur die kurze Frage:
eine Reha wurde in Salzungen nicht empfohlen
Für mich war das eine Offenbarung (und ich war bei meiner ersten Reha dort auch schon 50).
Grüsse, Lady S

in der Vorstellungsrubrik soll ja eigentlich nicht diskutiert werden; deshalb nur die kurze Frage:
eine Reha wurde in Salzungen nicht empfohlen
Für mich war das eine Offenbarung (und ich war bei meiner ersten Reha dort auch schon 50).
Grüsse, Lady S
- Lego66
- Profi

- Beiträge: 1043
- Registriert: Sa, 16.11.2013 - 18:55
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Atypischer, thorakolumbaler Scheuermann
Flachrücken, weitg. fixiert
BS-Vorfälle HWS u. LWS
Osteochondrose
Retrolysthese
multiple Blockaden - Therapie: MT, KG, Osteo.
1.Korsett 5/12, Rahmouni
2.Kors. 8/13, Rahmouni
3.Kors. 12/14, mit Halsteil
4.Kors. 3/16, 2-Schaliges Rahmouni mit Halsteil
Re: Camilla stellt sich vor
Hallo Camilla,
auch von mir ein herzliches Willkommen!
Am Anfang ist es im Korsett wegen der Atmung noch unvorstellbar, aber ich bin vor Kurzem wieder mit Korsett im Harz (Berge!) 14 km gewandert. Mit meinen Teeny-Mädels (fit) und meinem Mann (noch fitter). Meine Hüfte hat zwar danach protestiert, aber für den Rücken war das kein Problem. Da war es früher ohne Korsett viel anstrengender, weil ich sofort starke Schmerzen hatte, wenn wir mal langsamer wurden oder gar stehen geblieben sind.
In meinem Fall hat das Korsett die Lebensqualität deutlich verbessert, obwohl ich es für eine gute Schmerzreduzierung mindestens 21 Stunden am Tag tragen muss. Und ich kann dir Herrn Rahmouni und Dr. Hoffmann in Stuttgart nur wärmstens empfehlen, selbst wenn du eine längere Anreise in Kauf nehmen musst. Als älteres Semester, so wie wir, ist man dort in den besten Händen.
Also: Nur Mut! Ein Korsett kann man ausziehen, eine OP ist nicht rückgängig zu machen!
Alles Gute,
Gaby
auch von mir ein herzliches Willkommen!
Am Anfang ist es im Korsett wegen der Atmung noch unvorstellbar, aber ich bin vor Kurzem wieder mit Korsett im Harz (Berge!) 14 km gewandert. Mit meinen Teeny-Mädels (fit) und meinem Mann (noch fitter). Meine Hüfte hat zwar danach protestiert, aber für den Rücken war das kein Problem. Da war es früher ohne Korsett viel anstrengender, weil ich sofort starke Schmerzen hatte, wenn wir mal langsamer wurden oder gar stehen geblieben sind.
In meinem Fall hat das Korsett die Lebensqualität deutlich verbessert, obwohl ich es für eine gute Schmerzreduzierung mindestens 21 Stunden am Tag tragen muss. Und ich kann dir Herrn Rahmouni und Dr. Hoffmann in Stuttgart nur wärmstens empfehlen, selbst wenn du eine längere Anreise in Kauf nehmen musst. Als älteres Semester, so wie wir, ist man dort in den besten Händen.
Also: Nur Mut! Ein Korsett kann man ausziehen, eine OP ist nicht rückgängig zu machen!
Alles Gute,
Gaby
