Hallo alle zusammen!!

Hier kann sich jeder, der möchte, kurz vorstellen und was über sich, seine Diagnose und/oder Therapie schreiben.
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JaneCooper
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Hallo alle zusammen!!

Beitrag von JaneCooper »

Hallo, ich bin neu in diesem Forum und möchte die Gelegenheit nutzen, um mich hier auf dieser Seite vorzustellen: Also, ich bin inzwischen 40 Jahre alt und habe eine stark verbogene Wirbelsäule. Die Ärzte sprechen dabei von einer Skoliose. Alles fing bereits mit 6 Jahren an. Mit 4 Jahren habe ich mit Ballett angefangen und 2 Jahre lang fleißig getanzt. Mit 6 Jahren musste ich dann zur Einschulungsuntersuchung. Dabei wurde bereits eine starke Verformung der Wirbelsäule festgestellt. Vom Gesundheitsamt habe ich es bis heute schriftlich: Scheuermann'sche Erkrankung. Während der 4 Jahre Grundschulzeit war ich regelmäßig 2 mal wöchentlich zur Krankengymnastik. Was habe ich das damals gehasst. Ich wollte wieder Tanzen gehen, was mir die Ärzte untersagt haben, und musste stattdessen zur Gymnastik gehen. In der 5. Klasse wurde dann erstmals von einer Skoliose gesprochen. Ich bekam dann für ein Jahr ein Gipskorsett und wurde vom Schulsport befreit. Ich sollte damals ursprünglich auch ein Gipsbett bekommen, aber da war mein Vater dagegen. Ich sollte wenigstens Nachts in Ruhe schlafen können. Danach hatte ich keine Lust mehr auf irgendwelche Behandlungen und habe meinen "Dickkopf" durchgesetzt und mit Jazz-Tanz angefangen, mehrmals wöchentlich mit einigen Auftritten. Die Ärzte haben mir davon total abgeraten, die Sprünge und Drehungen wären "Gift" für meine Wirbelsäule, aber das war mir damals echt total egal. Ganze 12 Jahre lang habe ich fleißig trainiert, bis ich, als ich inzwischen 25 Jahre alt war, vor Schmerzen nicht mehr konnte. Die Schmerzen wurden unerträglich. Im Laufe der Jahre hat sich mein Hohlkreuz immer weiter nach vorne geschoben. Seit rund 15 Jahren sehe ich so aus, als wenn ich Hochschwanger wäre und werde auch immer und immer wieder darauf angesprochen (nein, ich bin nicht schwanger und ich plane auch keine Kinder ein). Aber immer, wenn ich neue Menschen kennenlerne, werde ich gefragt, wann es denn jetzt soweit wäre. Vor rund 15 Jahren, kurz bevor ich mit dem Tanzen aufgehört habe, habe ich einen Kasten Wasser angehoben. Dabei hatte ich einen ganz kräftigen Stich in der LWS und konnte tagelang nur mir vorgebeugtem Oberkörper rumlaufen (diese stechenden Schmerzen sind bis heute geblieben!!). Obwohl alle auf mich eingeredet haben, konnte mich keiner davon überzeugen, zu einem Arzt zu gehen. Ich habe mich seitdem total geschont und so gut wie nichts mehr gemacht (sportlich meine ich). Vor rund 5 Jahren habe ich langsam mal wieder mit normaler Gymnastik in einer Frauengruppe angefangen. Bei sämtlichen Übungen hatte ich ganz heftige Rückenschmerzen und habe wieder aufgehört. Ich war in mehreren Gruppen, habe immer wieder wegen der Schmerzen aufgehört und lange Pausen gemacht. Nach und nach schob sich meine BWS dann auch stark nach vorne und ich nahm eine absolute Schonhaltung ein, bei der ich ständig die Schultern deutlich nach vorne gebeugt halte. Ich war in den ganzen Jahren niemals mehr beim Arzt. Im letzten Jahr hatte ich dann, bedingt durch die Schonhaltung, so extrem starke stechende Schmerzen in der rechten Schulter, dass gar nichts mehr ging. Ich konnte vor Schmerzen nicht mehr liegen oder Schlafen und habe nächtelang geweint. Letztes Jahr im Mai bin ich deswegen dann immerhin zum ersten Mal in meinem Leben zur Massage gegangen (das war eine wahnsinnig groß Überwindung für mich), seitdem gehe ich jede Woche dahin (weil es zumindest zeitweise immer hilft, besser als gar nicht). Ich habe das ganz große Glück, dass ich an einen sehr netten, sympathischen Masseur "geraten" bin, zu dem ich schnell Vertrauen gefunden habe. Ich habe ihm beim ersten Mal gesagt, dass ich "unten" eine sehr schmerzhafte Stelle habe. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass er sich ausschließlich um meine Schultern kümmern würde, stattdessen hat er mich direkt an der LWS massiert, allerdings mit sehr leichtem Druck. Er hat sofort gesagt, dass etwas mit der Bandscheibe nicht in Ordnung ist. Von da an hat er mich jede Woche auch dort massiert. Die Schultern hat er im Laufe der Wochen in den Griff bekommen (auch sehr, sehr schmerzhaft, insbesondere die Schulterblätter - zum Schreien!). Er hat mich direkt darauf hingewiesen, dass meine aktive Mitarbeit sehr wichtig bei der Behandlung ist. Im letzten Juni habe ich in dem gleichen Institut (unter seiner Anleitung) mit Wassergymnastik angefangen, das mache ich seitdem jede Woche und es ist inzwischen zu meinem richtigen Hobby geworden, macht mir jetzt echt Spaß. Im September hat er es mit seinem regelmäßigen Druck auf die LWS endlich geschafft und ich bin zu einem Orthopäden gegangen. Der hat jedoch stark verkürzte Bänder als Ursache meiner Schmerzen diagnostiziert und eine kräftige Massage an dieser Stelle zur Dehnung der Bänder verschrieben (und KG zur Dehnung aller Bänder). Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für Schmerzen waren. Ich hätte bei jeder Massage am liebsten laut Schreien können, habe stattdessen die Luft angehalten. Ob ihr es glaubt oder nicht, nach den Massagen habe ich immer mehrere relativ schmerzfreie Tage, aber dann gehen die Beschwerden immer wieder ganz kräftig los. Um eine zweite Meinung einzuholen und weil sich der Orthopäde weigerte, mir ein weiteres Rezept auszustellen (ich musste die gesamte Behandlung aus eigener Tasche zahlen - 280,00 Euro im Monat!), bin ich im November zu einem anderen Orthopäden gegangen. Der sagte bloß, ich sei an den Schmerzen selber Schuld, weil ich eine falsche, eine viel zu krumme Körperhaltung hätte. Deswegen verschrieb er mir ein Stützkorsett, eine Lumbalorthese. Die trage ich jetzt seit November regelmäßig. Wenn ich sie an habe, bin ich zwar im LWS-Bereich deutlich gerader und habe weniger Schmerzen (ganz ohne kenne ich nicht mehr), aber im Schulterbereich bin ich völlig verspannt. Mein ganzer Schulter- und Nackenbereich ist wieder total hart, die Massage nur schwer auszuhalten. Nach den Massagen geht es mir wieder ein paar Tage relativ gut und dann gehen die kräftigen Schmerzen wieder los. Weil ich die Dauerschmerzen langsam aber sicher nicht mehr aushalte, bin ich jetzt zu meinem Hausarzt gegangen. Der hat mich erstmal in die "Röhre", zur MRT-Untersuchung geschickt. Der Radiologe hat gesagt: Eine sehr stark verformte Wirbelsäule (Skoliose), an der untersten Stelle der LWS eine stark ausgeprägte Bandscheibenvorwölbung, die durch die Skoliose, weil die Wirbel zu sehr aufeinander gedrückt sind nicht mehr zurückgehen kann. An der BWS sind 5 Wirbel völlig zusammengedrückt, 4 Bandscheiben existieren gar nicht mehr. Die Wirbel sind total abgenutzt und unförmig, das sind meine Dauerschmerzen im oberen Bereich. Mir wurden jetzt gezielte KG-Übungen, zur Muskellockerung Massage (weil ich immer total verspannt und verkrampft bin), außerdem eine Schmerztherapie (mein Schmerzgedächtnis soll wohl sehr ausgesprägt sein) und eine Psychotherapie empfohlen, um alles jetzt irgendwie verarbeiten zu können. Außerdem soll ich dringend an einer Reha-Maßnahme teilnehmen, um erstmal einen "Grund" in meine Behandlung zu bekommen. Für die Reha wurde mir Bad Sobernheim empfohlen. Nächste Woche muss ich zum Arzt. Wie es dann genau weitergeht, weiß ich leider selber noch nicht. So, das war die Schilderung meines bisherigen Schmerz-Lebens. Sorry, dass die Schilderung so lang geworden ist, aber die Schmerzen bestehen nun mal leider seit vielen Jahren und meine Angst vor Ärzten bzw. vor der Behandlung war leider immer viel zu groß, aber jetzt gehe ich es richtig an. Jane Cooper
Agrimon
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Beitrag von Agrimon »

Hallo Jane,

erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum. Deine Geschichte hört sich ja recht interessant an. So wie dir geht es vielen so, du bist nicht die einzige die eine Ärzteodysee hinter sich hat. Kannst du bitte in deinem Text ein paar Absätze mit einfügen? Dann liest es sich leichter.

Gruß Agrimon
bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und noch Interesse für andere Dinge hat

Meine Skoliose-Geschichte: Meine Skoliose
minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo JaneCooper,

herzlich Willkommen hier im :forum:

Was ich nicht so ganz verstanden habe, ist, ob nun die Skoliose oder der Morbus Scheuermann (Rundrücken und Hohlkreuz?) dein Hauptproblem ist, oder beides? Hat man dir nie eine Gradzahl genannt bzw. wurde schonmal eine Ganzwirbelsäulenaufnahme gemacht?

Eine Reha in Bad Sobernheim wäre sicherlich empfehlenswert, denn reine Massagen zielen eigentlich nur darauf ab, Symptome zu lindern, gehen aber nicht die Ursache dafür an.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß hier und freue mich auf deine Berichte. Wenn du Fragen hast, dann einfach in der entsprechenden Rubrik stellen. ;D

LG
Minimine

PS: Es wäre besser, wenn du beim Schreiben einige Absätze machst, dann liest es sich einfacher :)
LG
Minimine

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JaneCooper
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Beitrag von JaneCooper »

Hallo,

danke dür eure Antworten.

Sorry, auf Absätze habe ich nicht geachtet. Ich verspreche mich zu bessern!!

Nein, meine Wirbelsäule wurde bisher noch nie vermessen. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem vernünftigen Arzt (Orthopäden oder Chirurgen), der sich wirklich mal ernsthaft um mich kümmert und mich nicht mit den Worten nach Hause schickt: Selber Schuld, setzen Sie sich gerade hin und alles ist in Ordnung und Sie haben keine Schmerzen mehr... Schön wärs. Aber vom Geradesitzen wird meine Wirbelsäule ganz bestimmt nicht mehr gerade und die Bandscheiben werden sich auch nicht mehr erneuern.

Ich finde es sehr, sehr schön, dass ich diese Seite gefunden habe, wo ich anscheinend verstanden werde, "Gleichgesinnte" treffen kann und einen Erfahrungsaustausch haben haben. Nach den bisherigen Arztterminen (der Text oben war die "Kurzform", in Wahrheit war ich bei noch wesentlich mehr Ärzten) habe ich mich wie eine Simulantin gefühlt und mir langsam wirklich selbst die Schuld dafür gegeben.

Ich bin froh, dass ich an meinen Masseur geraten bin, dem ich wirklich sehr viel zu verdanken habe, der mir von Woche zu Woche neuen Mut macht und mir immer wieder das Gefühl gibt an mich zu glauben und weiterzumachen. Auch wenn seine Massagen keine Dauerlösung sind, es tut mir immer sehr, sehr gut dort. Zum einen, weil ich vorher 15 Minuten Heißluft bekomme (Wärme auf der LWS entspannt und lockert total, sogar Abends nehme ich mir eine Wärmflasche in den Rücken), und die Massage selber. Zum einen die aufbauenden Gespräche mit ihm (wie gesagt, ohne ihn würde ich weder Wassergymnastik machen noch wäre ich beim Arzt gewesen), und die Massage selber. Ich bin danach zum Teil 4 - 5 Tage lang fast Schmerzfrei gewesen. Ein absolut herrliches, befreiendes Gefühl.

Ich werde auf jeden Fall mit allem weitermachen. Ich will in Kürze allerdings auch mit einer Psychotherapie beginnen. Durch diese ganze Situation bin ich mächtig depressiv geworden. Ich kann das alleine nicht verarbeiten. Ich hatte gedacht, ein paar Mal KG, ein paar Massagen und die Schmerzen wären im Griff. Mit so einer harten, dauerhaften Diagnose hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich habe diese Diagnose vor etwa 1 1/2 Wochen nach der MRT bekommen. Seitdem bin ich seelisch ein "Häufchen Elend". Meine Freundinnen versuchen schon ständig, mich irgendwie abzulenken. Deswegen will ich mir jetzt professionelle Hilfe holen.

Bis bald, ich werde auf dieser Seite "aktiv" bleiben!!

JaneCooper
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Schnecke007
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Beitrag von Schnecke007 »

Hallo Jane,

herzlich willkommen im Forum! :flower:

Gruß, Schnecke
JaneCooper
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Beitrag von JaneCooper »

Ich habe euch doch davon erzählt, dass ich in der letzten Woche zur MRT-Untersuchung war. Heute habe ich von meinem Hausarzt (der mich zur MRT überwiesen hatte) den Befund bekommen. Er lautet:

1. Osteochondrose L5/S1 mit flacher medio-bilateraler Protrusion. Keine Bandscheibenabflachung. Keine Neuroforamenstenosierung. Mäßige Spondylarthrosen.

2. Unauffällige Darstellung der übrigen lumbalen Segmente ohne Nachweis einer signifikanten Protrusion oder Prolabierung.

3. Ausgeprägtes Defizit der lumbosakralen Rückenstrecker.

4. Regelrechte Weite des Spinalkanals. Orthotoper Conus medullaris.

5. Keine Wirbelkörperhöhenminderung, keine Intervertebralraumverschmälerung. Hyperlordose.

So, morgen will ich als "Notfall" zu einem Orthopäden gehen und mir dieses "Fachchinesisch" übersetzen lassen. Ich werde mich danach wieder melden.

JaneCooper
minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo JaneCooper,

es wäre besser, wenn du für deine Berichterstattung und die möglicherweise daraus entstehende Diskussion einen neuen Thread in einer anderen Rubrik eröffnest, da du hier in der Vorstellungsrubrik schreibst. :)

Wünsche dir viel Erfolg beim Orthopäden.

LG
Minimie
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Minimine

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Clawi

Beitrag von Clawi »

Hallo Jane,

herzlich Willkommen & viel Spaß =)
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