AnnKa hat geschrieben:
Und mir persönlcih gefällt jez die in Bad Elster viel viel Besser...
Kann mir jetzt jemand sagen ob es zwischen den beiden Kliniken unterschiede gibt und ob es "eigentlich" egal ist in welche ich gehen würde?!
Ich war bisher nur in Bad Salzungen zur Reha. In Bad Elster war ich nur einige Stunden zu einer Vorführung und Besichtigung. In Bad Sobernheim habi ich einige male geschrothet.
Bad Elster hat mich enttäuscht.
Die jungen Patienten, die dort geübt haben, haben bei der Vorführung der Übungen sich alle synchron bewegt. Die haben alle das SELBE gemacht, obwohl sie in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen in völlig verschiedenen Skoliose-Typen-Gruppen eingeteilt worden wären.
Entspechend "besch***en" sahen dann auch die gezeigten Korrekturen (soweit man dort überhaupt von Korrekturen reden konnte!) aus.
Für einen Schroth-Kenner und selbst überzeugten Schrothianer wie mich war das dort gezeigte etwas balettöse KG aber von echtem, effizienten Intensivschroth a´la Sobi ode auch Salz seemeilenweit entfernt. Die hatten in den Übungsräumen extrem wenig Sprossenwände und überhaupt keine Spiegel. Wie sollte man da z.B. die Selbstkorrektur anhand seiner eigenen Beobachtung lernen? Es fehlten existentielle Schroth-Ausrüstungsgegenstände wie Bänkchen, Rollen usw...
Dafür machten die dort so schwachsinniges und veraltets Zeug wie "Klappsches Kriechen" und ähnliches.
Die Bad Elster-Methode ist ewas, was die dortige langjährige Leiterin der Physiotherapie sich über 30 Jahre selbst als Skoliosen-Therapie zurechtgelegt hat. Sie hatte nie eine Schroth-Ausbildung. Das merkt man auch, wenn man sie mit ihren Patienten beobachtet.
Sie macht es sehr liebevoll und ist auch eine bewundernswerte Persönlichkeit. Aber den guten Schroth-Therpeuten von Bad Sobernheim oder auch den Salzungern meiner Reha kann sie nicht das Wasser reichen!
Wenn sie JEMALS eine Schroth-Ausbildung genossen hätte, dann wäre sie vermutlich eine der besten Schroth-Therapeutinnen geworden. SCHADE.
Wo Bad Elster eindeutig wesentlich besser ist als Sobi und Basa zusammen, ist die Betreuung der Jugendlichen. Die Schule, die Freizeitbetreuung usw... sind sehr liebvoll und absolut vorbildlch.
Ich habe eine Patientin in BaSa kennengelernt, die in Ihrer Jugend 3 mal in Bad Elster war. Über 18 durfte sie nicht mehr nach Bad Elster und musste zu ihrer 4. Reha erstmals in eine ASKLEPIOS Schroth-Klinik und hat dort zum Ersten mal richtigen Schroth lernen dürfen. Sie war total begeistert endlich die effektiven Übungen zu erlernen, die sie schon als 13-Jährige so dringen hätte lernen sollen. Sie war rückblickend total wütend auf Bad Elster und die dortige Physiotherapie. Hat aber von den Aufenthalten und der Stimmung geschwärmt.
Wenn Bad Elster RICHTIGEN Intensiv-SCHROTH machen würde, dann wäre das DIE SPITZEN-Klinik.
Noch ein Nachteil. Nach Bad Elster dürfen keine Erwachsenen.
Mit 18 ist es dort vorbei.
Nachteil für beide Seiten: Die dort übenden Jugendlichen sehen und üben nie zusammen mit erfahrenen und erwachsenen Skoliosen in einer Gruppe.
Ich habe gesehen wie stark motivierend es ist wenn ein 13-Jährige 35°-Skoli zusammen mit einer 45-Jährigen 85° Skoli, Spiegel an Spiegel übt.
Das motiviert zu kämpfen! Anderseits zeigt es aber auch, daß man als "große Skoliose" auch sehr gut sein Leben bewältigen und sogar fröhlich und Lustig sein kann, was auch die Angst nimmt. Diese generationen überspannende "Großfamilie" fehlt in Bad Elster total.
Es fehlt auch ein Netzwerk von ortsnahen Physiotherapeuten, bei denen man die Elster-Methode zuhause weiterüben und kontrollieren lassen könnte wie das bei den Schroth-Therapeuten der Fall ist.
Alles in Allen ist es sehr schade um die Jugendlichen Skoliosen, die das Pech haben nach Bad Elster eingewiesen zu werden und dort zwar optimale meschliche Betreuung dafür aber völlig unzureichende und uneffiziente Physiotherapie erhalten.
Wenn man eine solche Reha macht dann sollte in allererster Linie die Bekämpfung der Skoliose im Vordergrund stehen und nicht ob es eine nette Gegend oder nette Leute sind!
Gruß Toni