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Osteopathie bei CMD?

Verfasst: Mi, 08.11.2006 - 11:21
von Gamma
Hi,

ich knirsche mit den Zähnen und möchte mir eine neue Zahnschiene anfertigen lassen. Es geht vor Allem darum meine noch schönen Zähne nicht weiter abzunutzen. Tinitus habe ich auch mal mehr, mal weniger. Das stört aber eigentlich nicht. Außerdem hab ich natürlich eine deutliche Skoliose (im Hals-Brust-Bereich).

Ich bin einigen Vorschlägen aus anderen Threads zum Thema Tinitus, Zähneknirschen etc. (also CMD) gefolgt. Meine ganzheitlich behandelnde Zahnärztin hat mir empfohlen, zuerst zum Osteopathen zu gehen. Der Bursche sei ganz prima, sämtliche Chirurgen und Ärzte am städtischen Krankenhaus würden sich bei ihm behandeln lassen. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll der Osteopath meinen Kauaparat/Kiefer lockern und in die richtige Stellung bringen. Ich finde allerdings, dass mein Kiefer eine ziemlich normale Stellung hat. Das hat bisher auch noch kein Zahnarzt beanstandet. Außerdem kenne ich die Zahnärztin erst seit Kurzem. Deshalb frage ich mich, ob das wirklich notwendig ist. Hier im Forum wird zur Osteopathie eigentlich nur geraten, wenn man Schmerzen hat. Es tut aber nichts weh. Ist die Osteopathie hier richtig? Und übernimmt eine private Kasse sowas?

Meine alte Schiene hat morgens nach dem Raustun bei den ersten Frühstücksbissen immer starke Schmerzen an den Backenzähnen beim Kauen verursacht. Die gingen dann nach ein paar Minuten weg. Verursacht eine richtig angepasste Schiene auch diese Schmerzen? Meine alte Schiene hat vor vielen Jahren ein noch junger Berufsanfänger gemacht, der nicht ganzheitlich behandelt. Vermessen und angepasst hat der damals eigentlich nicht groß.

Schöne Grüße,
gamma

Verfasst: Mi, 08.11.2006 - 11:41
von Eva
Ich empfehle Dir, einen Physiotherapeuten zu suchen, der die Zusatzausbildung Manuelle Therapie / Kiefergelenk hat. Diese Therapie könnte bei Deinen Beschwerden hilfreich sein und wird auf alle Fälle von allen Krankenkassen (gesetzliche und private) bezahlt.

Gruß Evi

Verfasst: Mo, 12.03.2007 - 19:13
von Gamma
Hallo,

danke Evi, der Osteopath behandelt auch mit manueller Therapie und auch Kieferbeschwerden und vieles Andere. Ob er die Zusatzausbildung hat, weiß ich nicht sicher. Allerdings hat er nur eine einzige Behandlung gemacht. (Die Beihilfe hat das auch bezahlt. Nur die private Kasse hat nur 20-30% der restlichen Kosten der Osteopathie übernommen.)

Danach wurde dann die Schiene angefertigt. Allerdings gab es anschließend bei der Zahnärztin (noch mehr) Probleme. Die Sprechstundenhilfe hatte Termine falsch eingetragen, was für mich nachteilhaft war.

Letztendlich scheint auch die Schiene Murks zu sein. Mit der Schiene sitzen die Schneidezähne meines Unterkiefers ziemlich genau unter denen des Oberkiefers. Von früheren Zahnarztbesuchen weiß ich, dass der Unterkiefer eigentlich ein Stück weiter hinten sitzt - so ist es bei mir ohne Schiene auch der Fall. So wurde mir das vor Jahren beim Zahnarzt, der die erste Schiene gemacht hat, gesagt und ich empfinde das auch als natürlich.

Ein neuer Zahnarzt hat ebenfalls - wie könnte es auch anders sein - festgestellt, dass die neue Schiene wackelt und dass der Unterkiefer mit dieser Schiene in eine unnatürliche Stellung gebracht wird. Der neue Zahnarzt will meine Zähne und den Kiefer noch genauer mit so nem Apparat vermessen und dann ne viel kleinere (und noch teurere) Schiene anfertigen. Ich hatte glaub schon hier im Forum mal davon gelesen. Weiß jemand, was ich für ne Vermessung ich meine bzw. in welchem Beitrag das stand? Weitere osteopathische Behandlungen hält der neue Zahnarzt für unnötig.

Liebe Grüße,
Gamma

Verfasst: Di, 13.03.2007 - 12:56
von Charp
Hallo gamma,

der Zahnarzt will wahrscheinlich eine sog. Funktionsdiagnostik/Funktionsanalyse machen. Da wird dann auch geguckt, wie sich Deine Zähne zueinander bewegen, wenn Du den Unterkiefer verschiebst etc. Leider wird das nicht von der gesetzlichen Kasse übernommen (dieser Hinweis für die Kassenpatienten). Anhand der Ergebnisse der Funktionsdiagnostik kann eine Schiene gefertigt werden, z.B. eine sog. Michiganschiene, die wird auch von einer gesetzlichen Kasse bezahlt. Wie das in Deinem Fall mit Beihilfe etc. aussieht, weiß ich nicht.

Meine Schiene sorgt übrigens dafür, dass mein Unterkiefer sogar etwas nach hinten verlagert wird, das soll meine Kiefergelenke entlasten, weil ich durch mein Zähneknirschen schon ne Arthrose habe :rolleyes:

Ich halte Osteopathie oder cranio-sakrale Therapie bei Zähneknirschen und damit verbundenen Schmerzen im Gesicht/Tinnitus schon für sinnvoll. Mir hat es geholfen.

Die Schiene und diie Osteopathie helfen nur gegen das Symptom Knirschen und die damit verbundenen Folgerscheinungen, wie Schmerzen oder Tinnitus... Was ich aber für wesentlich wichtiger halte: Kaum einer knirscht aufgrund einer Zahnfehlstellung oder "einfach so". Da steckt meist innere Anspannung dahinter. Ich würde versuchen, dagegen was zu unternehmen. Habe ich leider erst recht spät kapiert (s. Kiefergelenkarthrose).

Falls Du noch Fragen hast, immer raus damit. Ich hab hier mal einiges übers Knirschen geschrieben, glaube ich, aber muss jetzt mal los, keine Zeit zum Suchen.

Liebe Grüße,
Charp