Ratlos- "seltsame" Schmerzen untere LWS

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Charp
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Ratlos- "seltsame" Schmerzen untere LWS

Beitrag von Charp »

Hallo!

Ich habe ein Problem: Ich habe seit ein paar Monaten immer wieder seltsame Rückenschmerzen, die ich überhaupt nicht einordnen kann und ich weiß nicht so recht, was ich dagegen machen kann (vorbeugend natürlich am liebsten). Vielleicht fällt einem/einer von Euch ja etwas dazu ein:

Also, die Schmerzen treten immer dann auf, wenn ich länger gestanden habe (Party, Arbeit) oder länger auch zu lange lag (v.a. auf dem Bauch), manchmal auch nach längerem Rumlaufen.

Es tut im unteren Teil des Rückens weh, bis in den oberen Teil der Pobacken. Der Ischias ist es aber nicht, denke ich. Der Schmerz ist auf beiden Seiten gleich und die schlimmste Stelle ist direkt an der WS, also mittig. Es fühlt sich an, als ob die Muskeln total steif und hart wären in diesem Bereich.

Ich kann in Rückenlage noch die Füße abwechselnd nach unten rausschieben, also das Becken sozusagen „seitlich kippen“, aber nicht vor und zurück. D.h., ich kann in Rückenlage die Beine NICHT zum Bauch ziehen und im Stand nicht das Becken nach vorne rausschieben oder den Po nach hinten strecken. Becken Richtung Nabel/Schambein ziehen geht auch gar nicht. Es ist, als wäre die Beine hinten festgezurrt. Hinsetzen und Aufstehen geht kaum und aus der Rückenlage komme ich nur über den Bauch und dann auf alle viere wieder hoch. Wenn ich auf dem Bauch liege und mit den Unterschenkeln in der Luft "rumrühre", zieht es auch mächtig fies im Po/Hüftbereich. Verstehe das gar nicht. :/

Wärme (Heizkissen) hilft nur schlecht. Muskelrelaxans etwas, aber die Tabletten mag ich natürlich nicht so häufig nehmen. :nein:

Ich hatte früher nie an dieser Stelle solche Schmerzen, das hat erst in diesem Jahr angefangen. Meine Beinrückseiten und andere Muskeln in dem Bereich sind viel besser gedehnt als früher (war immer total verkürzt, habe in und seit BaSa-Reha soviel gedehnt). Zuerst habe ich auf Probleme mit dem ISG getippt (viewtopic.php?p=46465&highlight=#46465), aber ich dachte immer, da kann man die Beine dann nicht mehr so gut nach unten rausschieben? Hat irgend jemand ne Idee, was da los ist? Die Dehnübung von Karlson aus diesem Thread (viewtopic.php?t=5201)habe ich immer brav gemacht (geht aber gar nicht, wenn der Schmerz akut ist).
Hat jemand noch ne Idee??

Liebe Grüße,
Charp
wahrheit

Beitrag von wahrheit »

Klingt nach ISG (Iliosakralgelenke)
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Charp
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Beitrag von Charp »

Aber BEIDE Iliosakrakgelenke?? Sind ISG-Schmerzen nicht eher einseitig? Wie ist das bei Euch?

Okay, wenn es denn nun das ISG ist (ich schätze mal, ich werde doch noch mal zum Arzt), was mach ich nun?
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss das Ding wieder an den richtigen Platz, falls es ausgerenkt/blockiert ist. Also brauche ich nen Chirotherapeuthen oder geht auch ein Manualtherapeut?? [Chiropraktiker/-therapeuten sind mir oft etwas unheimlich, die lassen es bei mir 15x knacken (das geht IMMER) und meinen dann, sie hätten mein Problem gelöst :rolleyes: ]

So, dann muss ich das ganze doch irgendwie stabilisieren und brauche da ein paar Muskeln... Nur Dehnen, wie ich das in der letzten Zeit getan habe, ist ja offenbar nicht das Gelbe vom Ei. Also, wie stabilisiere ich das ISG? Im Fitnesscenter kann ich die meisten Geräte, die für den unteren Rücken sind, wegen meiner thorakolumbalen Skoli nicht benutzen (kriege ich einfach nicht vernünftig hin). Gibts ne Schroth-Übung, die gut fürs ISG ist???
skoli74
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Beitrag von skoli74 »

Hallo Charp,

auch ich habe schon seit Monaten komische Schmerzen in der LWS. Mein Hausarzt hat mir dann KG verschrieben und ich bin zu meiner Schroththerapeuten. Nach 6 Behandlungen war es besser, allerdings nicht ganz weg. Ich hab in den 6 Behandlungen allerdings keine Schroth KG gemacht, sondern die Therapeuten hat eine Kombination aus allen möglichen Fachrichtungen gemacht, je nachdem was bei mir angeschlagen hat. Einige Wochen hat der Erfolg gehalten und seit Ostern sind die Schmerzen wieder da, v.a. nach langem sitzen und stehen. Stehe ich nach langem sitzen auf, so komme ich mir vor, wie eine alte Oma und es dauert eine Weile, bis ich richtig gerade stehen kann.
Falls du oder andere einen guten Tipp habt, was für Übungen man machen kann, dann bin auch ich dankbar.

Gruß
Claudia
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Räkelkönigin
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Beitrag von Räkelkönigin »

Hallo Charp,
das hört sich BEHANDLUNGSBEDÜRFTIG an ! Geh doch mal zu einem GUTEN Orthopäden, denn hier irgendwelche Diagnosen stellen möchte ich nicht. Hört sich aber tatsächlich nach ISG an. Hast Du eine Skoliose und einen tiefsitzenden Bogen??
Von Chiropraktik denke ich das selbe wie Du. Mir scheint Manualtherapie besser geeignet.

Stabilisationsübungen kenne ich aus Bad Sobernheim. Die sind aber schwer schriftlich zu vermitteln :rolleyes: ......
Lass Dir da lieber von einem Physiotherapeuten vor Ort was zeigen.
Gruss
Räkelkönigin :juggle:
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Charp
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Beitrag von Charp »

Hallo,

danke für die Antworten erst mal. Tja, das mit den Orthopäden ist hier etwas schwierig. Mit den meisten habe ichs mir schon versaut ;) Obendrein schreibt hier keiner was auf, meine KG-Rezepte kriege ich von meiner Hausärztin. Zu der gehe ich nachher auch und mal sehen, was die davon hält.

Kann man mit so was auch zum Neurologen?????? Die sind irgendwie netter. :/

Alternativ könnte ich noch zu nem vernünftigen Orthopäden. Aber deshalb bis nach Stuttgart zu Doc Hoffmann??

@Räkelkönigin: Ja, meine Bögen sind sehr tief: Es geht direkt überm Becken los mit einem kleinen Schwung nach links, also, der erste Wirbel, den man auf dem Röbi von vorne sehen kann, ist schon tüchtig abgekippt. Dann kommt mein thorakolumbaler Hauptbogen, der geht nach rechts und hat 47°. Und die obere BWS ist wieder fast schnurgrade. :rolleyes:

Heute morgen beim Anziehen habe ich das Bein komisch angehoben und dann gab es im Becken links hinten ein scharfes, helles Knacken. Tja, jetzt tuts wieder rechts weh. Davor wars ja eher zentral. Kapier das nicht.
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

Hallo Charp, du hast ja nun den Threat da oben zitiert, den ich angefangen habe, weil ich ähnliche Probleme hatte (habe). Nur der Unterschied war schon, dass bei mir der Schmerz nicht "mittig" war, sondern eher mal rechts-, mal linksseitig. Die von Karlson genannte Dehnübung mache ich heute noch oft. Ich denke ja, dass ich zumindest einmal eine Blockade hatte. Dann war der Schmerz wie ein recht scharfes "Stechen". ISG-Blockaden lassen sich ganz leicht so lösen: man legt sich auf den Rücken und streckt ein Bein in die Luft. Dieses Bein muss ziemlich gerade sein. Man lässt es dann vorsichtig nach innen zu Boden fallen (das rechte Bein also nach links und umgekehrt). Wichtig ist dabei, dass die Schultern aktiv auf den Boden gedrückt bleiben. Wenn man sich mit dem Bein den Boden nähert muss man aufpassen, dass man es nicht zu schnell fallen lässt. Wenn etwas blockiert war, dann knackt es jetzt (meist sehr laut!). Kann sein, dass es kurz danach noch etwas mehr weh tut, aber meistens geht der Schmerz dann schnell wieder weg.
Grüßle, Ula
~ ehemals Ulaschatz ~
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Beitrag von Charp »

Hallo Ula,

okay, danke schön. Ich versuche das mal (aber lieber zuhause, nicht hier bei der Arbeit :) ). Meine bisherigen Verrenkungen hatten leider kein Knacken zur Folge, außer heute morgen, als es ja gar nicht beabsichtigt war...

Tja, meine Hausärztin konnte mir vorhin auch nicht verraten, was da los ist. Also habe ich mich entschlossen, doch mal zum Osteopathen zu gehen, mal schauen, was er dazu sagt (grrr, hab doch gar kein Geld ;( ).

Naja, und zum Orthopäden werd wohl auch, ich versuche mal einen etwas weiter weg, der als "menschlich" geschildert wurde. Das wird mit Sicherheit kein Skoliose-Experte sein, aber er kann mir vielleicht wenigstens verraten, ob es das ISG/die ISGs oder etwas anderes ist.

Ich werde berichten, was der Osteopath erzählt hat!! Bis dahin bin ich für alle Tipps/Hinweise dankbar....

LG,
Charp
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Beitrag von J-Maria »

Charp hat geschrieben: Ich werde berichten, was der Osteopath erzählt hat!! Bis dahin bin ich für alle Tipps/Hinweise dankbar....

LG,
Charp
Kann dir nicht viel weiter helfen, aber vielleicht das: bei manchen Osteopathen kann man die Behandlung mit einem Rezept verrechnen, z. B. 6 x Massage+Fango = 3 x osteopathische Behandlung (oder mehr, je nach dem).

Viel Glück
netkitty
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Beitrag von netkitty »

J-Maria hat geschrieben:bei manchen Osteopathen kann man die Behandlung mit einem Rezept verrechnen, z. B. 6 x Massage+Fango = 3 x osteopathische Behandlung (oder mehr, je nach dem).
Der darf sich aber nicht erwischen lassen, dass ist BETRUG!!!!!!
Wenn der Arzt etwas verordnet, dann MUSS der Therapeut genau das machen was auf dem Rezept steht,
sonst macht er sich strafbar und riskiert seine Kassenzulassung zu verlieren!!!!
Solche zweifelhaften Ratschläge sollten wir hier im Forum nicht geben.

Grüsse
Nicole
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
Samuel Becket[/size]
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Beitrag von J-Maria »

Hallo Nicole!
(schön, dass du wieder da bist)
netkitty hat geschrieben:
J-Maria hat geschrieben:bei manchen Osteopathen kann man die Behandlung mit einem Rezept verrechnen, z. B. 6 x Massage+Fango = 3 x osteopathische Behandlung (oder mehr, je nach dem).
Der darf sich aber nicht erwischen lassen, dass ist BETRUG!!!!!!
Wenn der Arzt etwas verordnet, dann MUSS der Therapeut genau das machen was auf dem Rezept steht,
sonst macht er sich strafbar und riskiert seine Kassenzulassung zu verlieren!!!!
Solche zweifelhaften Ratschläge sollten wir hier im Forum nicht geben.

Grüsse
Nicole
:stumm:


Richtig!!!
Deshalb sollte man es hier NIE ZUSAMMEN mit einem Namen erwähnen.

Es ist aber ein Tipp, was vielen, die es sich sonst keinen Osteopathen leisten können, weiter hilft.
Es wird noch einige Zeit dauern, bei unserem „fast perfekten“ KK-System, bis die osteopathische Behandlung in die normale KK-Leistung aufgenommen wird.
netkitty
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Beitrag von netkitty »

J-Maria hat geschrieben:Deshalb sollte man es hier NIE ZUSAMMEN mit einem Namen erwähnen.
So war das nicht gemeint, wenn Osteopatie keine Kassenleistung ist, dann ist das nun mal so und mit Tricks Kommen wir auch nicht weiter.

Grüsse
Nicole
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Try again. Fail again.
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Beitrag von Charp »

Guten Morgen,

da bin ich wieder...

Gestern abend war ich beim Osteopathen. Ne "Diagnose" habe ich da auch nicht bekommen. ;) Aber mit der Unterstützung eines Orthopäden, den er kennt, wird erst mal für ein neues MRT gesorgt, da der Ostopath mein altes von 1999 (da war ich knapp 19) nicht so witzig fand :( , v.a. meine eingequetschten Bandscheiben und die eine (L4/L5), die damals schon irgendwie zwischen Protrusion und Prolaps hing.

Das ist ja schon mal was (neues MRT). Einrenken ließ sich an meinen ISGs nix, glaube ich. Nach dem MRT sehen wir weiter. Da bei mir ja einiges im argen ist (u.a. noch diese Kieferproblematik), muss das noch mal besprochen werden. Gekostet hat mich diese Vorbesprechung (etwa 50-60 min) mit Untersuchung erst mal nix.

Dann war ich heute morgen noch bei meiner Schroth-Therapeutin zur KG. Die hat sich das ganze auch angeguckt (mittlerweile sind die Schmerzen auch fast weg, eine knappe Woche reicht ja auch!). Sie meinte, zu ISG wurde das nicht so recht passen. Ihre Theorie: Ich bin hypermobil in der LWS und instabil (ob da ein Gleitwirbel sein könnte??) und habe irgendwas angestellt, so dass die Muskeln sich sozusagen als "Schutz" verkrampft haben. Finde ich gar nicht so doof. War ja auch alles knallhart am WE.

Ich habe noch was gefunden:

Der Musculus piriformis entspringt in der kleinen Beckenhöhle an der vorderen Fläche des Kreuzbeins. Er setzt an der Spitze des großen Rollhügels am Oberschenkel an und wird durch Nervenäste aus dem Hüftgelenk-Gebiet versorgt. Der untere Gesäßnerv, der Ischiasnerv und der Hüftlochnerv verlaufen zusammen mit der unteren Gesäß-Schlagader und der unteren Gesäßvene unterhalb des Musculus piriformis (Abb.112 ).

Typisch für das Piriformis-Syndrom ist ein Schweregefühl und dumpfer Schmerz in der Mitte des Gesäßes. Der Schmerz kann entlang des Ischias-Nerven in das Bein ausstrahlen, verbunden mit Bewegungs-Einschränkungen, z. B. Schmerzen beim Treppensteigen und Schwierigkeiten, die Hüfte nach außen zu drehen. Das Gesäß fühlt sich kalt an. Der Schmerz wird sowohl an regnerischen Tagen als auch nach Belastung stärker. Des weiteren verschlimmert sich der Schmerz, wenn der Patient hustet oder während der Stuhlentleerung infolge des intraabdominellen Drucks. Die Palpation auf dem M. piriformis ist schmerzhaft und der Muskel ist verhärtet


Was haltet ihr davon?? Ich will jetzt nicht detailliert auf meinen Stuhlgang eingehen, aber es passt schon :D

LG,
Charp
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