Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

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SM030298
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Bikonvexe Skoliose der BWS und LWS: Rechtskonvexe BWS Skoliose von 91 Grad, Linkskonvexe LWS Skoliose von 80 Grad.
Rippenbuckel von 17 Grad.
Therapie: Versteifung der Wirbelsäule von TH4 bis L3,
Restkrümmung von: BWS: 33,9 Grad, LWS: 33,7 Grad

Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von SM030298 »

Hallo ihr lieben :P

Ich würde gerne mal eure Meinung zu meinem kleinen Problem bezüglich Skoliose Op und das arbeiten als Tiermedizinische Fachangestellte hören.

Erstmal zu meiner Vorgeschichte.
2011 wurde bei mir eine Skoliose festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr ausgeprägt (genaue Gradzahl weiß ich leider nicht mehr). Diese wurde zunächst mit KG Therapiert, was keine Besserung brachte. 2013 habe ich dann zusätzlich zu der KG noch ein Korsett bekommen. Die Gradzahlen betrugen zu diesem Zeitpunkt 53 Grad in der BWS und 40 Grad in der LWS. Da auch dies keine Besserung zeigte, gingen wir im Januar 2015 in die Asklepios Klinik in Hamburg, bei welcher folgende Diagnose gestellt wurde: Idiopathisch kombinierte Skoliose Typ Lenke 3c+ mit einer Verkrümmung der BWS von 91 Grad und einer Verkrümmung der LWS von 80 Grad und einer Ausbildung eines Rippenbuckels von 17 Grad.
Im April 2015 (Im Alter von 15 Jahren) wurde ich dann auch schon Operiert. Hierbei wurde meine Wirbelsäule von TH4 bis L3 versteift.
Nach der Op hatte ich gut 1 Jahr mit Schmerzen zu kämpfen, welche sich dank KG mit der Zeit gegeben haben. Seit dem nurnoch Schmerzen bei Belastung oder langem sitzen. Ich habe aufgrund der OP einen Schwerbehindertenausweis mit 50% bekommen.

Nun zu meinem Problem.
Ich habe eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten begonnen, welche mir auch viel Spaß macht. Meine Aufgaben dort sind unter anderem körperlich anstrengend. Gerade wenn erkrankte Tiere (In meinem Fall momentan Kälber und Ziegen) da sind, welche Aufgerichtet werden müssen oder das Tägliche Wiegen und festhalten von Tieren, welche teils 40kg und mehr wiegen. Zudem Arbeite ich viel in Gebückter Haltung. Beispielsweise beim Flaschenfüttern der Tiere, dem Putzen auf Station oder dem Verräumen von Verbrauchsmaterialien. Viel sitzen kann ich auch nicht, da es meist immer etwas zu tun gibt. Zunächst, während ich auf Kleintierabteilung war, ging es von den Rückenschmerzen auch. Nun bin ich in die Großtierabteilung rotiert und habe seit dem Beschwerden. Die Schmerzen sitzen im Lendenwirbelbereich (Schmerz zieht manchmal bis in das Steißbein) und im Bereich des Rippenbuckels (Stechender Schmerz bei jeder Bewegung der in den Arm ausstrahlt). An sehr anstrengenden Tagen kommen dann noch Schmerzen auf der Kompletten Versteifungsstrecke dazu. Nun war ich aufgrund dieser Beschwerden beim Orthopäden gewesen, welcher mir anriet, mich nach einem geeigneteren Beruf umzuschauen. Natürlich habe ich darüber schon nachgedacht, nachdem die Beschwerden stärker wurden, nur möchte ich gerne eure Meinung zu dem Thema hören.

Momentan mache ich zu Hause KG-Übungen welche mir von der Praxis in welcher in KG gemacht hatte mitgegeben wurde, da ich durch die Arbeit ohnehin schon von 06:20 Uhr bis 18:00 Uhr außerhaus bin und dann keine Nerven mehr habe noch zur Praxis zu fahren, zumal ich auf Bus und Bahn angewiesen bin.
Gibt es sonst noch etwas dass ich machen kann, um die Beschwerden zu lindern?
Und was denkt ihr, in wie fern dieser Beruf bei einer Versteifung der Wirbelsäule sinnvoll ist?
Wie gehe ich vor, sollten die Schmerzen nicht besser werden? Ich bin momentan dabei mich ein wenig nach Alternativen umzuschauen, aber die neuen Ausbildungen beginnen erst im August diesen Jahres und ich mache mir Gedanken, welche Möglichkeiten ich habe/welche Wege ich gehen muss, sollte es bis dahin in meinem jetzigen Beruf körperlich gar nicht mehr gehen. Im Worst Case kann ich ja soweit ich weiß nicht einfach Kündigen, da ich dann eine Sperre vom Arbeitsamt bekomme, sollte ich auf dieses angewiesen sein. Ich habe gelesen ich kann von meinem Orthopäden ein Schreiben bekommen in welchem er anriet den Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu wechseln. Aber wie wahrscheinlich ist es dass er mir aufgrund der Krankheitsgeschichte ein solches Schreiben ausstellt?

Ich danke euch im Vorraus :ja:
Und Liebe Grüße!
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Raven
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Raven »

Hallo SM,

kurz zu mir: bin Th3-L5 versteift (also etwas länger als du) und arbeite in einem technischen Büroberuf. Die von dir genannten Tätigkeiten könnte ich keinesfalls beruflich ausüben, die Schmerzen verwundern mich nicht (muss ich doch einmal etwas länger ähnliche Körperhaltungen einnehmen, stellen sich genau solche wie von dir beschrieben ein). Zum Vergleich: Bei leichteren körperlichen Anforderungen - Büroberuf mit wechselnd stehen und sitzen, normale Haushaltstätigkeiten, leichte Gartenarbeit, wandern - bin ich frei von Schmerzen und sonstigen Beschwerden.
SM030298 hat geschrieben: So, 10.01.2021 - 19:31 Ich habe eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten begonnen, welche mir auch viel Spaß macht. Meine Aufgaben dort sind unter anderem körperlich anstrengend. Gerade wenn erkrankte Tiere (In meinem Fall momentan Kälber und Ziegen) da sind, welche Aufgerichtet werden müssen oder das Tägliche Wiegen und festhalten von Tieren, welche teils 40kg und mehr wiegen. Zudem Arbeite ich viel in Gebückter Haltung. Beispielsweise beim Flaschenfüttern der Tiere, dem Putzen auf Station oder dem Verräumen von Verbrauchsmaterialien. Viel sitzen kann ich auch nicht, da es meist immer etwas zu tun gibt. Zunächst, während ich auf Kleintierabteilung war, ging es von den Rückenschmerzen auch. Nun bin ich in die Großtierabteilung rotiert und habe seit dem Beschwerden. Die Schmerzen sitzen im Lendenwirbelbereich (Schmerz zieht manchmal bis in das Steißbein) und im Bereich des Rippenbuckels (Stechender Schmerz bei jeder Bewegung der in den Arm ausstrahlt). An sehr anstrengenden Tagen kommen dann noch Schmerzen auf der Kompletten Versteifungsstrecke dazu. Nun war ich aufgrund dieser Beschwerden beim Orthopäden gewesen, welcher mir anriet, mich nach einem geeigneteren Beruf umzuschauen. Natürlich habe ich darüber schon nachgedacht, nachdem die Beschwerden stärker wurden, nur möchte ich gerne eure Meinung zu dem Thema hören.
Wie gesagt, das könnte ich keinesfalls beruflich leisten.
Da ich mit deinem Beruf und ähnlichen Berufsfelder nicht vertraut bin: Gäbe es ähnliche Berufe mit geringerem körperlichem Anspruch?
Zum Vergleich: Ich interessierte (und interessiere) mich für technische Berufe, bemerkte aber bereits in Praktika, dass ich die körperlichen Anforderungen an z.B. Mechantroniker, Elektroniker, Elektriker... nicht durchhalte. Kaufmännische Büroberufe sah ich nur als Notlösung, hätte ich gar nicht gerne gemacht. Mit etwas Suche fand ich dann einen Beruf, der nicht zu belastend ist, aber meinen technischen Interessen entspricht.
Gibt es sonst noch etwas dass ich machen kann, um die Beschwerden zu lindern?
Und was denkt ihr, in wie fern dieser Beruf bei einer Versteifung der Wirbelsäule sinnvoll ist?
Diese Körperhaltungen sind meiner Meinung (und Erfahrung) nach keinesfalls mit einer langstreckigen Versteifung durchführbar, und das merkst du schon selbst. Lindern wirst du die Beschwerden wohl nur durch eine ergonomischere Arbeitsweise können. Dass dein Beruf nicht komplett ergonomisch durchführbar ist, ist mir klar. Wichtiger wäre es deshalb zu wissen:
- Inwieweit kann die Ausbildung angepasst werden?
- Welche Tätigkeiten nach Ausbildungsende sind realistisch? Tierärzte ohne Großtierabteilungen (wohl eher in Städten), Spezialtierärzte, Tierpflegestationen?
Ich würde ich durchaus dazu raten, Menschen ausfindig zu machen, die diese Ausbildung bereits absolviert haben - können sie in belastungsärmeren Tätigkeiten arbeiten?
Zudem würde ich mich in dem Fall nach einem inhaltlich ähnlichen (sofern dir der Beruf eigentlich Spaß machen würde), aber körperlich weniger belastenden Beruf umsehen.

Viele Grüße
Raven
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Sven23
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Sven23 »

Hallo Sm,
auch wenn ich nicht operiert bin sind mir deine Problematiken bei der Arbeitshaltung sehr logisch und nachvollziehbar. Diese Belastung wirst du langfristig nicht ohne Schmerzen aushalten können. Aber wie wäre es als Tier medizinische Fachangestellte dich aufgrund der Problematik in die Kleintier Abteilung (Arbeit in Laboren, Haustierpraxis, speziellen Aquarien, Terrarienbereichen im Handel, Forschung an der Uni) ich denke da kommen viele Dinge in Frage. Ein Schreiben wegen der Sperre von einem Orthopäden bekommst du meiner Meinung ohne Probleme. Ich würde aber in Kontakt mit dem Arbeitsamt, offen und ehrlich treten welche Möglichkeiten es gibt die Ausbildung abzuschließen auch mit Handicap. Es gibt (ich bin vom Grundberuf Sozialarbeiter da er bin ich mit relativ sicher!) Ausbildung s begleitende Hilfen damit du die Ausbildung beenden kannst und gemeinsam mit dir Möglichkeiten zu erarbeiten was du beruflich langfristig umsetzen kannst. Arbeitsämter, Integrationsfachdienste haben ein echtes Interesse daran das du beruflich gut einmündest, ggf. Schwerbehinderung beantragen, wende dich an Beratungsstellen! Es gibt wirklich genügend Möglichkeiten gemeinsam mit den Ämtern für dich einen guten beruflichen Weg zu finden!

Viele grüße Sven
SM030298
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von SM030298 »

Hallo lieber Sven,
Ich danke dir vielmals für deine Antworten!
Mit meinem Chef hatte ich bereits über das Thema Ausbildung rein auf Kleintier gesprochen, leider sagte mir dieser dass die Ausbildung nur im Rahmen der damals Ausgeschriebenen Stelle, sprich Rotation durch Kleintier und Großtierpraxen im 3 Monats-Rythmus möglich ist, da laut ihm nur so gewährleistet wäre dass man ALLES in dem Beruf erlernt. Diese Antwort war für mich allerdings keine Überraschung geswegen, da der Chef damals bei beginn der Ausbildung bereits in die Runde sagte dass Verkürzungen der Ausbildungen unter keinen Umständen möglich sei. Ich denke da ist meine einzige Möglichkeit in einer kleinen Praxis, welche nur Kleintiere behandelt, durchzustarten.
Beim Arbeitsamt habe ich mich bereits gemeldet, bezüglich der Momentanen Situation. Einfach um jemanden im Ernstfall im Hintergrund zu haben.

Schwerbehinderung habe ich übrigens kurz nach der Op beantragt gehabt und diese wurde mir auch unbefristet mit 50% gewährt 😊
Sven23
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Sven23 »

Hallo Sm,
ok , hast du schon mal mit dem Arbeitsamt gesprochen, vielleicht können die (als amtliche Stelle vielleicht etwas einfacher als als Privatperson) ggf. eine Ausnahmeregelung mit deinem Chef abzusprechen oder dich bei einem Wechsel (wenn es Schmerz technisch dort gar nicht geht) zu unterstützen bzw. dir eine entsprechend für dich günstigeren Ausbildungsplatz zu suchen. Das du weniger Rennerei hast und von amtlicher Seite geht das meist schneller. Wie Akt bist du wenn ich fragen darf? M8glicherweise kannst du auch noch übers Jugendamt eine Hilfe beantragen die dich bei den formalen Wegen unterstützt und das mit einleitet...z.B. Im Rahmen der Hilfen für junge Volljährige...

Viele Grüße Sven
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von SM030298 »

Ich bin 20 Jahre alt, im Februar werde ich 21.
In wiefern das Amt mir da hilft wäre natürlich interessant, momentan warte ich noch auf eine Rückmeldung.

Bis zu welchem Alter bekommt man denn die Hilfe für junge volljährige, weißt du da was?

Liebe Grüße
Sven23
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Sven23 »

Hallo Sm,
definitiv bis 21 Lj handschriftlicher Antrag müsste genügen, ich würde mal zu Jugendamt...auch das Arbeitsamt löchern, (es gibt für jugnge Volljährige extra Abteilungen mit entsprechender Beratung oder zur Familienberatungsstelle oder Sozialberatung von der AWO oder Caritas in Anspruch nehmen. Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung besuchen und dein Anliegen vortragen.

Ich würde da über all mal drin rumrühren und dich nicht abwimmeln lassen. Für Jugendliche in deinem Alter und mit entsprechender Behinderung gibt es mit Sicherheit Möglichkeiten deine berufliche Einmündung vernünftig zu gestalten und dich zu unterstützen.

Sven
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1980 Entfernung des Stabes.
vor OP BWS 105°,nach OP BWS 90°, LWS 30°
Therapie: keine, austherapiert

Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Malve »

Hallo Sm,

schau mal, ob dieser Beruf für dich wirklich langfristig leistbar ist. Viele körperliche Arbeiten fallen auch in einer Kleintierpraxis an. Konntest du die Arbeit dort ohne Probleme verrichten? auch langfristig?
Wie ist das bei dem Berufsbild, was wird in den Prüfungen erwartet? Kannst du da einen Bereich wirklich ganz ausklammern?
Macht es einen Sinn, einen Beruf zu erlernen und viel Zeit und Mühe zu investieren, wenn du ihn nicht wirklich ausüben kannst? Wie ist das später bei der Stellensuche, gibt es da genug Stellen? Willst du immer eine Sonderrolle in deinem Beruf haben? Andere Mitschüler haben nicht immer Verständnis, Lehrer auch nicht, kannst du das durchhalten?
Ich kann nur viele Fragen stellen, du musst für dich selbst schauen. Ich kann auch vieles nicht machen, kenne daher diese Fragen.
Gibt es einen ähnlichen Beruf, der mit weniger körperlicher Belastung verbunden ist, der dir auch Spaß machen könnte?
Es lohnt sich, in alle Richtungen zu schauen, lass dich beraten. Frag auch mal, welche Hilfen du bei deiner Behinderung bekommen kannst.

Gruß
Elisabeth
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Raven
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Raven »

Hallo Elisabeth,

ich kann dir auf jeden Fall zustimmen, auch aus meiner Erfahrung mit der Suche nach einem passenden Beruf :ja:
Insbesondere die "Sonderrolle" (aus diesem Grund nahm ich auch von Berufen Abstand, die ich durchaus interessant fand, aber bei denen absehbar war, dass ich die Ausbildung nur mit Mühe schaffen würde und hinterher wirklich eine berufliche Nische gefunden werden müsste) und die ähnlichen, aber belastungsärmeren Berufe (genau das war meine Lösung, und so wurde es in meinem Fall Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (keine körperliche Arbeit, am Schreibtisch, oft flexible Arbeitszeiten, Homeoffice möglich sodass es auch gut mit Zeiten für Physiotherapie etc. zu vereinbaren ist) statt Automatisierungstechniker (körperliche Arbeit fast immer mit dabei, wenig Flexibilität)).

Viele Grüße
Raven
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von SM030298 »

Malve hat geschrieben: Mo, 11.01.2021 - 16:33 Hallo Sm,

schau mal, ob dieser Beruf für dich wirklich langfristig leistbar ist. Viele körperliche Arbeiten fallen auch in einer Kleintierpraxis an. Konntest du die Arbeit dort ohne Probleme verrichten? auch langfristig?
Wie ist das bei dem Berufsbild, was wird in den Prüfungen erwartet? Kannst du da einen Bereich wirklich ganz ausklammern?
Macht es einen Sinn, einen Beruf zu erlernen und viel Zeit und Mühe zu investieren, wenn du ihn nicht wirklich ausüben kannst? Wie ist das später bei der Stellensuche, gibt es da genug Stellen? Willst du immer eine Sonderrolle in deinem Beruf haben? Andere Mitschüler haben nicht immer Verständnis, Lehrer auch nicht, kannst du das durchhalten?
Ich kann nur viele Fragen stellen, du musst für dich selbst schauen. Ich kann auch vieles nicht machen, kenne daher diese Fragen.
Gibt es einen ähnlichen Beruf, der mit weniger körperlicher Belastung verbunden ist, der dir auch Spaß machen könnte?
Es lohnt sich, in alle Richtungen zu schauen, lass dich beraten. Frag auch mal, welche Hilfen du bei deiner Behinderung bekommen kannst.

Gruß
Elisabeth
Hallo liebe Elisabeth, Das stimmt, auch auf der Kleintierstation fallen körperlich viele Arbeiten an. Die Arbeit dort hat zwar weniger Probleme nach sich gezogen, das liegt aber womöglich auch daran, dass zu der Zeit wenige Patienten da waren und somit oft mal die Möglichkeit bestand dort mal zu sitzen und die Arbeiten langsamer als normal durchzuführen. An stressigeren Tagen hatte ich auch dort Schmerzen.
Soweit ich weiß kann bei der Prüfung alles dran kommen. Von Vorbereitung in einem Behandlungsraum bis hin zur Mithilfe bei einer Untersuchung an Hund,Katze, Pferd, Kuh etc. Das Thema wird wohl zusammen von den Prüfern und dem Chef in einem Bereich ausgewählt, in dem sie sehen dass der Azubi viel Wissen hat.
Ob das ganze in meinem Fall einen Sinn hat so viel Zeit und Mühe in diese Ausbildung zu stecken, war auch meine Frage. Ich denke langfristig gesehen macht es wenig Sinn.
Direkt ähnliche Berufe mit weniger körperlicher Belastung fallen mir jetzt so nicht ein, außer man geht vielleicht Richtung Labor aber das ist garnicht meins.
Ich schaue aber auch schon seit einiger Zeit nach Alternativen und denke, in einem Bürojob könnte ich mich gut zurechtfinden.

Gruß

I
Malve
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Diagnose: kongenitale Skoliose Block- und Keilwirbel BWS
1.OP 1972 Versteifung BWS mit Harringtondistraktionstab,
1980 Entfernung des Stabes.
vor OP BWS 105°,nach OP BWS 90°, LWS 30°
Therapie: keine, austherapiert

Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Malve »

Hallo Sm,

dann lass dich gut beraten. Du kannst auch mal im Internet nach Anlaufstellen suchen, gib einfach mal Ausbildung Schwerbehinderung ein. Arbeitsamt, Integrationsamt, Beratungsstellen... Du kannst dir Hilfe holen. Das fängt meiner Meinung nach schon bei der Suche, bei der Bewerbung an. Dann ist die Frage der Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Schau auch, was du gut kannst, nicht kannst, was du brauchst. Ärzte haben oft klare Vorstellungen (Vorgaben?), was man bei welcher Behinderung machen kann, was nicht. Bei mir passt das leider so überhaupt nicht! Da ist deine eigene Kompetenz gefragt....

Gruß
Elisabeth
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von SM030298 »

Hallo ihr lieben!
Ich hatte heute noch einmal einen Termin bei meinem Orthopäden bezüglich des Schreibens welches ich in meiner Fragenstellung erwähnte.
Nun bin ich mir nicht sicher ob dies das richtige Schreiben ist, im Internet findet man nur Infos dass einen Attest vom Arzt benötigt wird, welchen man im Falle einer Kündigung vorlegen soll, um keine Sperre für das ALG zu bekommen. Leider konnte ich nirgends rausfinden was genau drin stehen soll.

Ganz oben auf dem Brief steht erstmal: Attest zur Vorlage... Arbeitsamts Arzt...
Im großen und ganzen steht einmal die Diagnose drauf (Chronische Rückenschmerzbehinderung bei ideopathischer S-förmiger Skoliose und Z.n. langstreckiger Spondylodese 2015 mit verbleibender Restdeformität der WS und beschwerden unter Hebe-Trage- und Vorbeugungsbelastung sowie von Zwangshaltung)
Dann dieser Text:
Es empfiehlt sich die Förderung einer beruflichen Weiterbildung in einem Bereich mit wenig außgeprägter Hebe-, Trage-, und Vorbeugebelastung ohne Zwangshaltung ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne schwere hebe trage Belastung, mit wechselnder Tätigkeit sitzend, stehend und gehend um eine langfristige berufliche Arbeitsfähigkeit zu sichern.

Zudem sagte der Orthopäde mir ich soll mich bei dem Arbeitsamt wegen einem Amtsarzttermin melden. Nur ist meine Frage, rufe ich da beim Arbeitsamt direkt an oder bei dem Amtsarzt selber?

Liebe Grüße
Malve
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Re: Skoliose OP und Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte

Beitrag von Malve »

Hallo Sm,

du musst dich mit diesem Attest zum Arbeitsamt gehen. Die geben es dann weiter. Einen direkten Termin beim Amtsarzt kannst du nicht machen. Das ganze dauert aber eine Weile... Frag auch nach 2-3 Wochen nach, ob sie dir schon einen Termin sagen können. Lass dich da auch von anderer Seite beraten. Ich denke, es macht auch beim Arbeitsamt einen guten Eindruck, wenn du bereits weitere Schritte unternimmst. Das Arbeitsamt wird dich jetzt nicht dazu beraten, die warten erst das Schreiben vom Amtsarzt ab. Sie dürfen nicht.

Gruß
Elisabeth
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