Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

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jester02
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Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von jester02 » So, 14.10.2018 - 16:15

Hallo zusammen,

ich informiere mich jetzt schön etwas länger für eine Krankenhauszusatzversicherung
und bin mir etwas wie mit den Gesundheitsfragen am besten umzugehen ist.

Bin Mitte 30 und habe gesundheitlich soweit keine Probleme,
allerdings wurde bei mir als Kind mal eine leichte Skoliose diagnostiziert die aber heute keine Behandlung benötigt.
Das letzte mal war ich vor ca. 4 Jahren beim Orthopäden um mich allgemein mal durchchecken zu lassen.
Im Ergebnis war alles ok und er meinte nur ich solle weiterhin etwas den Rücken tranieren.

Mein eigentliches Problem, ich habe bei Versicherern telefonisch "anonym" angefragt
wie man dies bewerten würde und es gab immer recht pauschale Antworten.
Überall wird hier auch bei einer leichten Skoliose <10 Grad ein Leistungsausschluss für den Bereich
Rücken bzw. der Wirbelsäule vereinbart oder was etwas besser klang bei einem Versicherer alles in kausalem Zusammenhang mit der Skoliose.
Auf meine Frage wie man dies denn dann Abgrenzen würde gab es die Antwort das müsste man dann im Zweifel mit Gutachtern oder rechtlich klären.

Insgesamt also sehr pauschal und wenn mal etwas andere im Bereich Rücken sein sollte
wird dies dann nicht abgedeckt oder dann vorerst mit Gutachtern zu klären, das sind keine guten Vorraussetzungen
um im Leistungsfall die Versicherung in Anspruch zu nehmen...

Jetzt stellt sich die Frage, ist es kritisch den Rücken / Wirbelsäule auszuschließen?
Ich denke da dies alles sehr komplexe Bereich sind wäre es wichtig dies nicht auzuschließen und schon garnicht pauschal?

Alternativ wäre es ggf. das Risiko Wert dies garnicht erst anzugeben?
Hier stellt sich natürlich die Frage in wie weit dies irgendwann heraus kommen könnte,
der letzte Besuch beim Ortopäden ist schon 4 Jahre her, zudem sollte es sonst nirgendwo dokumentiert sein?

Generell lese hier oft von 3 Jahren bzw. innerhalb von 10 Jahren in denen es mit dem Versicherer Probleme geben kann
und danach ist es quasi unantastbar?!

Insgesamt sind sind die Berichte die man so findet doch recht unterschiedlich zu dem Thema,
wie wäre eure Einschätzung oder Tipps bzw. wie habt ihr die gehandhabt? Ggf. habt ihr Erfahrung mit Versicherern
die in dem Zusammenhang nicht so pauschal sind?

Vielen Dank und Grüße

kuddelmuddel123
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Re: Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von kuddelmuddel123 » So, 14.10.2018 - 21:11

Hallo Jester,

generell sollte man bei Versicherungen die Gesundheitsfragen korrekt beantworten und eher zu viel als zu wenig angeben, sonst kann daraus im Leistungsfall ein Problem entstehen. Das gilt übrigens auch, wenn Du ein medizinisches Problem nicht angegeben hast, um das es im konkreten Leistungsfall gar nicht geht. Nennt sich dann Obliegenheitsverletzung und stellt der Versicherer ggfs. von der Leistung frei (d.h. muss nicht zahlen).
Ich habe vor Abschluss meiner Krankenzusatzversicherung mit den Gesundheitsfragen im Blick nochmal genau überlegt, bei welchem Arzt ich wegen was im gefragten Zeitraum war, ggfs. dort nochmal gefragt und das auch angegeben. Bei mir könnte sich irgendwann nur die Frage stellen, ob der Versicherer mir glaubt, dass ich die Diagnose Skoliose erst mit 48 tatsächlich bekommen habe oder ob ich sie vorher verschwiegen habe. Da bisher nichts stationäres war, ist es noch offen.
Die Fragen gehen in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum aus. Also z.B. waren Sie in den letzten 5 Jahren ...
Hier ist die Frage, ob du die Fragen wahrheitsgemäß beantworten kannst, wenn Du z.B. noch 1 Jahr mit der Abschluss der Versicherung wartest. Oder Du fragst beim Orthopäden nochmal nach, was denn genau gesprochen / notiert wurde.
Kennst Du denn Deine Krümmung? Liegt sie unter 10 Grad? Dann wäre es ja gemäß Definition gar keine Skoliose.

Wenn Du den Rücken pauschal ausschließen lässt, dann ist schon ein weites Feld ausgeschlossen. Dann ist die Frage, ob es sich insgesamt noch lohnt.

Viele Grüße, Kuddelmuddel

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Klaus
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Re: Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von Klaus » Mo, 15.10.2018 - 09:46

Hallo jester,
allerdings wurde bei mir als Kind mal eine leichte Skoliose diagnostiziert die aber heute keine Behandlung benötigt.
Das letzte mal war ich vor ca. 4 Jahren beim Orthopäden um mich allgemein mal durchchecken zu lassen.
Im Ergebnis war alles ok und er meinte nur ich solle weiterhin etwas den Rücken tranieren.
Bei solchen Aussagen werde ich in diesem Forum hellhörig, wenn es um eine Diagnose bzw. Beurteilung des Rückens geht.
Wie Kuddelmuddel schon sagte, ist eine Skoliose eigentlich erst ab > 10 Grad definiert. Wenn eine Versicherung auch bei < 10 Grad einen Leistungsausschluss für den Bereich Rücken bzw. der Wirbelsäule vereinbart, spricht das für sich.
Bei einem Mann mit "leichter Skoliose" sollte neben der aktuellen Gradzahl auch die Möglichkeit eines Rundrückens/Hohlkreuzes mit entsprechender Gradzahl abgeklärt werden. Die Aussage, den Rücken weiterhin zu trainieren macht mich stutzig.

Gruß
Klaus

jester02
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Re: Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von jester02 » Mi, 17.10.2018 - 14:39

Vielen Dank schonmal für Eure Rückmeldungen!
Klaus hat geschrieben:
allerdings wurde bei mir als Kind mal eine leichte Skoliose diagnostiziert die aber heute keine Behandlung benötigt.
Das letzte mal war ich vor ca. 4 Jahren beim Orthopäden um mich allgemein mal durchchecken zu lassen.
Im Ergebnis war alles ok und er meinte nur ich solle weiterhin etwas den Rücken tranieren.
Bei solchen Aussagen werde ich in diesem Forum hellhörig, wenn es um eine Diagnose bzw. Beurteilung des Rückens geht.
Wie Kuddelmuddel schon sagte, ist eine Skoliose eigentlich erst ab > 10 Grad definiert. Wenn eine Versicherung auch bei < 10 Grad einen Leistungsausschluss für den Bereich Rücken bzw. der Wirbelsäule vereinbart, spricht das für sich.
Bei einem Mann mit "leichter Skoliose" sollte neben der aktuellen Gradzahl auch die Möglichkeit eines Rundrückens/Hohlkreuzes mit entsprechender Gradzahl abgeklärt werden. Die Aussage, den Rücken weiterhin zu trainieren macht mich stutzig.
Vielleicht habe ich da auch etwas falsch in Erinnerung, werde ich aber auf jedenfall nochmal mit meinem Orthopäden abstimmen.
Das mit den unter 10 Cobb war mir nicht bewusst, wenn ich es richtig nachgelesen habe ist die Definition dann wohl so das es bis zu 10° Cobb eine skoliotische Fehlhaltungen ist,
nicht behandlungsbedürftig.
Und Beginnende Skoliosen ab 10 bis 20° Cobb behandelt werden. Bedeutet dies aber auch bis zu 10 ist es keine Skoliose?
Bezüglich der letzten ärtlichen Empfehlung war es so das mit "Rücken tranieren" gemeint war diesen durch angemessenes Rückentraining zu stärken
und die schwächere Seite die einen leichten Hügel aufweist damit zu stabilisieren bzw. auszugleichen.

Bezüglich dem Leistungsausschluss war ich auch erstaunt, weil sehr pauschal und leider bislang bei 4 Versicherern mit denen ich in Kontakt war.

Viele Grüße!

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Re: Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von Klaus » Mi, 17.10.2018 - 17:34

Hallo jester,
das es bis zu 10° Cobb eine skoliotische Fehlhaltungen ist,
nicht behandlungsbedürftig.
Richtig.
Und Beginnende Skoliosen ab 10 bis 20° Cobb behandelt werden.
Die konservative Behandlung hat ganz individuell unterschiedlich nach oben keine Begrenzung der Gradzahl.
Es ist nur so, dass bis 20 Grad (manche sprechen auch von 30 Grad) mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Verschlechterung der Situation mit dem Alter auftreten wird. Nur muss man sich dabei immer die Gesamt-Situation ansehen.
Bedeutet dies aber auch bis zu 10 ist es keine Skoliose?
Du beantwotest Dir die Frage selber, es ist eine nicht behandlungsbedürftige skoliotische Fehlhaltung.
Bezüglich der letzten ärtlichen Empfehlung war es so das mit "Rücken tranieren" gemeint war diesen durch angemessenes Rückentraining zu stärken
und die schwächere Seite die einen leichten Hügel aufweist damit zu stabilisieren bzw. auszugleichen.
Also ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass < 10 Grad optisch solche Auswirkung hat. Da können evtl. andere mehr dazu sagen.
Ohne eine konkrete richtig gemessene Gradzahl kommt man hier nicht weiter, wenn man an Behandlung denkt. Die Versicherung akzeptiert scheinbar nicht die geringste Gradzahl, sodass Du dieses Thema vermutlich vergessen kannst.

Nochmal, es gibt keine Anzeichen für Rundrücken oder Hohlkreuz?

Gruß
Klaus

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Re: Krankenhauszusatzversicherung mit Skoliose

Beitrag von minimine » Do, 18.10.2018 - 21:03

Hallo jester,

ich würde eine der Versicherungen nehmen, die nur Skoliose bzw. die Wirbelsäule ausschließen. Auf keinen Fall alles, was kausal mit Skoliose in Verbindung gebracht wird.

Sollte deine Skoliose sehr gering sein, ist die Wahrscheinlichkeit, wegen dieser jemals ins Krankenhaus zu müssen, gleich null.
Selbst wenn diese doch stärker und behandlungsbedürftig sein sollte (du solltest dies nach Abschluss der Versicherung mal untersuchen lassen), muss sie ja nicht gleich operiert werden. Und sollte dieses Szenario doch eintreten, musst du halt in diesem Fall ohne Chefarzt und Ein-Bett-Zimmer auskommen. Mehr passiert da ja nicht. Die allgemeinen Kosten trägt ja nach wie vor die gesetzliche Krankenversicherung.

LG minimine
LG
Minimine

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