Skoliose OP verschwindet auch die Kielbrust?

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geralid
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Skoliose OP verschwindet auch die Kielbrust?

Beitrag von geralid » Do, 13.09.2018 - 18:44

Im Laufe der Zeit wo meine Skoliose immer schlimmer wurde, habe ich auch eine Kielbrust bekommen. Ist die Brust nach der Skoliose OP (Stangen in die Wirbelsäule) auch wieder wie bei einem normalen Menschen oder steht die weiterhin vor ?

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Raven
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade

Re: Skoliose OP verschwindet auch die Kielbrust?

Beitrag von Raven » Fr, 14.09.2018 - 18:38

Hallo geralid,

die Wirbelsäulen-OP kann zwar die Position von Knochen verändern und dadurch auch einen gewissen Korrektureffekt auf den Brustkorb haben.
Da im Rahmen einer ausgeprägten Skoliose üblicherweise knöcherne Verformungen der Rippen, des Brustkorbs und der Schultern bestehen (d.h.: die Knochen sind nicht nur an eine andere Stelle verschoben, sondern haben eine andere Form angenommen), verschwinden diese nicht automatisch mit einer Aufrichtungs- und Versteifungs-OP der Wirbelsäule. Falls vom Patienten gewünscht und aufgrund der OP-Situation nichts dagegen spricht, kann eine zweite OP, z.B. Kielbrust-Korrektur oder Rippenbuckelresektion, direkt während der versteifenden Wirbelsäulen-OP oder anschließend vorgenommen werden. (Ferner sind solche OPs ohne Wirbelsäulen-OP möglich.)

Das hier sind selbstverständlich nur allgemeine Informationen. Deine konkrete Situation musst du mit deinem behandelnden Orthopäden (bist du bei einem Spezialisten für Skoliose in Behandlung?) klären, auch inwieweit andere Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Korsett) in Frage kommen.
Die Durchführung einer Versteifungs-OP der Wirbelsäule sollte man ferner sehr gut bedenken: Auch wenn sie das Aussehen verbessern kann, ist sie keine "Schönheits-OP": es folgt zwangsläufig, das ist ja Zweck der OP, eine Versteifung der Wirbelsäule (um sie in korrigierter Position zu halten und möglichst eine erneute Verkrümmung zu vermeiden) mit all ihren Konsequenzen wie eingeschränkter Beweglichkeit und einer höheren Wahrscheinlichkeit für frühere Verschleißerscheinungen. Falls bislang das Aussehen als psychisch belastend empfunden wird, sollte man sich ganz genau überlegen, ob nicht die Konsequenzen einer OP (optisches Erscheinungsbild wird nie völlig "normal" da zumindest eine Narbe übrig bleibt, das Besitzen eines Implantats kann als psychisch belastend empfunden werden, je nach vorheriger/gewünschter Aktivität bestimmte Freizeitaktivitäten oder sogar der Beruf nicht mehr ausübbar, inbesondere bei langstreckigen Versteifungen kommt immer wieder in Situationen in denen man seine gesundheitliche Situation erklären muss) auch als belastend empfunden würde.

Wie sieht allgemein bei dir bisher Diagnostik und Behandlung aus? Dazu hast du noch nichts geschrieben; es wäre wichtig zu wissen, um - abgesehen von der Kielbrust - ggf. ungenügende Behandlungen aufzudecken und dich an Spezialisten zu verweisen, sofern du noch nicht bei solchen in Behandlung bist.

Viele Grüße
Raven
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