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 Betreff des Beitrags: BWS-Schmerz lass nach
BeitragVerfasst: Mo, 14.05.2018 - 19:09 
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Hallo zusammen,

ich habe ein wenig im Forum gesucht, aber nichts gefunden, was auf Anhieb auf mein Thema passt. Ich wollte meine Geschichte kurz anreißen in der Hoffnung, dass jemand eine Idee hat, wie ich diese unerträglichen Schmerzen los werde...

Ich bin 31 Jahre (Größe/Gewicht normal) und habe eine Skoliose seit Kindheitstagen. Allerdings wurde diese nie wirklich behandelt. Mit 18 war es in der BWS (linkskonvex) 16° mit Rippenbuckel rechts, in der LWS (rechtskonvex) deutlich weniger mit kleiner Wulst links. Seit ich ca. 20 bin, habe ich immer mal wieder Schmerzen. Diese sind immer rechtsseitig neben der WS ca. in Höhe des Knicks bzw. leicht unterhalb. Für Skoliose wohl typisch. Der Schmerz ist eher drückend und diffus. Allerdings waren die Schmerzen immer in Ordnung. Sie kamen alle paar Wochen oder alle paar Tage mal für einen kurzen Moment. Mit der Zeit sind die Schmerzen aber schleichend schlimmer geworden. Immer mal wieder war ich beim Orthopäden oder bei der KG. Half aber alles nichts, weshalb ich es wieder sein gelassen habe. Die Schmerzen waren oft nervig, aber erträglich. Und dann setzt man sich eben anders hin, etc., sodass man den Schmerz wieder vergisst.

Vor 2 Monaten kam dann aber der große Knall. Nicht nur, dass ich auf einmal Schmerzen nach längerem Gehen links über dem Gesäßmuskel hatte (allerdings eher ziehend, anders als in der BWS), nahmen die Schmerzen in der BWS rechts stark zu. Ich konnte nicht mehr stehen, nicht mehr laufen, nicht mehr sitzen ohne große Schmerzen. Seitdem war ich bei 3 Orthopäden, beim Ostheopathen, bei 2 verschiedenen Physios in manueller Therapie und normaler KG und in 2 Wochen habe ich einen Termin beim Physio für Schroth-KG. Aber es hilft einfach nichts. Das MRT der BWS zeigt keinen Befund (keine Entzündung, Wirbel alle ok, Bandscheiben auch). Alle Ärzte und Physios sagen "Dass sie so lange starke Schmerzen haben, ist sehr ungewöhnlich". Na super, das hilft mir sehr :-/
Die Skoliose hat nach eigenen Messungen in der BWS mittlerweile ca. 20-24° linkskonvex, in der LWS rechtskonvex weniger.

Kurzfristig (für die nächsten Sekunden oder Minuten) hilft:
- auf den Rücken legen (wahrscheinlich entspannt da alles von den Muskeln)
- Oberkörper nach links kippen, bis die Wirbel knacken
- Tennisball zwischen Wand und Schmerzregion im Rücken und dann kräftig drauf rumrollen
- manchmal Wärme

Aber mittelfristig hilft einfach nichts. Mir ist klar, dass ich den Start verpasst habe und meinen Alltag mehr als umkrempeln muss. Vernünftige Haltung, mehr Bewegung, Schroth-Therapie, etc.
Nur da komme ich nicht mal hin. Ich bin langsam wirklich am Ende. Ich kann nicht mehr am Alltag teilnehmen und die einzige Ruhe vor den Schmerzen ist, wenn ich schlafe. Novaminsulfin, Diclo, Tramadol, Etoricoxib, ...nichts hilft die Schmerzen auch nur zu lindern. Das kann doch nicht so bleiben?!

Sind das typische Symptome? Wann wird sowas wieder besser und vor allem wie? Die Ärzte sind ratlos, die Physios sind ratlos und ich auch. Ich hoffe jemand hat eine Idee, wie ich aus dem Teufelskreis raus komme...danke euch :(

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: BWS-Schmerz lass nach
BeitragVerfasst: Mo, 14.05.2018 - 21:13 
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Hallo Marcus,

Zitat:
Die Skoliose hat nach eigenen Messungen in der BWS mittlerweile ca. 20-24° linkskonvex, in der LWS rechtskonvex weniger.

Wie meinst Du das?
Hast Du ein Röntgenbild ausgemessen, was der Orthopäde eigentlich machen sollte?

Bei einem Mann frage ich bei Skoliose grundsätzlich auch nach einem evtl. Rundrücken/Hohlkreuz. Gibt es das?
Ansonsten kann ich nur einen Spezialisten empfehlen:
viewtopic.php?f=25&t=6472
wobei Dr. Wilke in Berlin nach Aussage von einem User bis Oktober leider keine Erwachsenen-Patienten annimmt.
Ein Spezialist für Fehlstellungen der Wirbelsäule kann zumindest aus seinen vielfältigen praktischen Erfahrungen heraus eine Einschätzung darüber geben, inwieweit Deine Beschwerden von der Skoliose kommen könnte.
Zitat:
Kurzfristig (für die nächsten Sekunden oder Minuten) hilft:....

Das ist durchaus typisch, weil es bei Fehlstellungen zu Überlastungen der Strukturen und damit zu Muskelhartspann kommen kann. Der kann durch die unterschiedlichsten Drucktherapien leider nur temporär gebessert werden, weil die Ursache ja weiter bestehen bleibt.
Zitat:
...und in 2 Wochen habe ich einen Termin beim Physio für Schroth-KG.

Ich hoffe, es ist ein guter Schroth Therapeut, bei dem eine Verbesserung erreicht werden kann. Besser ist allerdings eine stationäre Schroth REHA, weil die wesentlich intensiver ist und auch von Therapeuten durchgeführt wird, die sehr viel Erfahrungen damit haben.
Damit kann man auch ausloten, wie weit Schmerzen gelindert werden können oder ob man möglicherweise an ein Korsett denken muss.

Gruß
Klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: BWS-Schmerz lass nach
BeitragVerfasst: Di, 15.05.2018 - 08:27 
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Hallo Klaus,

Klaus hat geschrieben:
Hallo Marcus,

Wie meinst Du das?
Hast Du ein Röntgenbild ausgemessen, was der Orthopäde eigentlich machen sollte?


Genau. So wie es hier in dem einen Thread beschrieben ist, habe ich das Röntgenbild ans Fenster gehalten und selbst "gemessen".

Klaus hat geschrieben:
Bei einem Mann frage ich bei Skoliose grundsätzlich auch nach einem evtl. Rundrücken/Hohlkreuz. Gibt es das?


Zwar wurde er nie wirklich bewusst von jemandem diagnostiziert, aber ich habe einen leichten Rundrücken. Spielt das auch eine Rolle?

Klaus hat geschrieben:
Ansonsten kann ich nur einen Spezialisten empfehlen:
viewtopic.php?f=25&t=6472
wobei Dr. Wilke in Berlin nach Aussage von einem User bis Oktober leider keine Erwachsenen-Patienten annimmt.


Ich habe am 18.9. einen Termin.
Persönlich denke ich aber, dass es aufgrund der jahrelangen Schmerzen, die immer mehr wurden, schon Sinn macht, dass sie von der Skoliose kommen. Zumindest die jetzigen Symptome sprechen auch irgendwie dafür, dass es im Stehen/Sitzen/Laufen schlimmer wird.
Aber was hilft denn, außer Schroth und tägliche Spritzen, gegen diese dauerhaften Schmerzen? Gibt es keine Schmerzmittel, die einen zumindest aus dieser Schmerzspirale ausbrechen lassen? Ich nehme ja jetzt dauerhaft eine Schonhaltung ein, was nicht förderlich sein kann und denke mir, dass ich sicher nicht der einzige mit dem Problem bin bzw. war.

Eine Reha würde ich wohl anstreben, wenn die KG nach Schroth erfolglos bleibt und die Schmerzen nicht besser werden. Allerdings habe ich gelesen, dass das von Antragsstellung bis zum Termin im Reha-Zentrum 6 Monate dauern kann. Ist das richtig?

Viele Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: BWS-Schmerz lass nach
BeitragVerfasst: Di, 15.05.2018 - 14:10 
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Hallo Marcus,

Zitat:
Zwar wurde er nie wirklich bewusst von jemandem diagnostiziert, aber ich habe einen leichten Rundrücken. Spielt das auch eine Rolle

Ja natürlich.
Deswegen sollte auch eine sagittale (seitlich gesehene) Röntgenaufnahme Deiner gesamten Wirbelsäule gemacht werden, um auch ein evtl. Hohlkreuz (Hyperlordose) zu erfassen. Dann sollten die entsprechenden Winkel ermittelt werden, denn ein "leichter" Rundrücken (Hyperkyphose) sagt nichts aus.
Orientierungswerte für eine normale Situation:
BWS Kyphose 25-40 Grad
LWS Lordose 35-55 Grad
Deine selbstgemessene Skoliose von ca. 20 Grad kann man von der Gradzahl her noch als relativ geringe Skoliose bezeichnen. Sie kommt als typische Begleitung bei Hyperkyphose/Hyperlordose häufig vor, die dann das eigentliche Hauptproblem sein können.
Zitat:
Ich habe am 18.9. einen Termin.

Bei Dr. Wilke? Wenn ja, hat sich die Situation dort wohl etwas entspannt.
Zitat:
Aber was hilft denn, außer Schroth und tägliche Spritzen, gegen diese dauerhaften Schmerzen?

Wie schon gesagt, Du solltest abwarten, was Schroth bringt. Am besten in Form einer REHA, sofern das eine Behandlungsoption seitens Dr. Wilke sein sollte. Und es gibt auch die Möglichkeit mit einem Korsett, was bei Erwachsenen häufig auch als erfolgreiches "Schmerzmittel" eingesetzt wird.
Zitat:
Gibt es keine Schmerzmittel, die einen zumindest aus dieser Schmerzspirale ausbrechen lassen?

Das ist ein spezielles Thema für einen Schmerztherapeuten, insbesondere wenn es um das Löschen des Schmerzgedächtnis geht. Aber ohne gleichzeitige gezielte Therapie der festgestellten Fehlstellungen macht das keinen Sinn
Zitat:
Allerdings habe ich gelesen, dass das von Antragsstellung bis zum Termin im Reha-Zentrum 6 Monate dauern kann. Ist das richtig?
Also zwischen Antragstellung und REHA Antritt dürfen höchstens 6 Monate liegen, meistens ist aber viel weniger. Insbesondere wenn die Krankenkasse der Kostenträger sein sollte.

Gruß
Klaus


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