Welche Seite dehnen, welche stärken?

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Patrick85
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Welche Seite dehnen, welche stärken?

Beitrag von Patrick85 » Mi, 27.12.2017 - 18:34

Hi allerseits,

wer kann mir helfen und sagen welche Seite bei mir überdehnt ist und welche verkürzt?
Ich verwechsle das leider irgendwie immer.

Also wenn man mal unterteilt (von hinten) in oben rechts, oben links, unten rechts, unten links.
Was davon muss ich dehnen und was stärken?

Wenn ich Reverse Butterfly oder Latziehen mache, schmerzt die Seite links oben noch mehr als sonst.
Schätze das kommt davon, dass wegen der Asymetrie bei gleichmäßigem Training rechts mehr gestärkt wirkt.
Und genau das überfordert nun die linke obere Seite, sie kann nicht gegensteuern und Folge davon sind mehr Schmerzen.

Hab mal Bilder hochgeladen, meine Krümmung (etwa 15°) hab ich eingezeichnet.
Wäre gut, wenn jemand hierzu was sagen könnte von den Experten. Vielen Dank :)
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Patrick85
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Re: Welche Seite dehnen, welche stärken?

Beitrag von Patrick85 » Mi, 27.12.2017 - 18:42

Nachtrag (1x Röntgen / 1x MRT) - Diagnose lautet lumbale Skoliose mit Auslenkung der BWS
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mick
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bei Gradzahlen große Messabweichungen,
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LL (L4/L5)
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Reha: Aug/Sep 2011 in Bad Sobernheim, Mai/Jun 2016 in Bad Salzungen
Korsett: 2011-2014 Sanomed
seit 2015 CCtec

Re: Welche Seite dehnen, welche stärken?

Beitrag von mick » Mi, 27.12.2017 - 21:53

Hallo Patrick,

man sollte die konkave Seite dehnen und die konvexe Seite stärken. Eine Einteilung mit "oben rechts" etc. ist leider anhand Deines Bilds schwierig: Der rote Strich ist oben rechts falsch eingezeichnet (er müsste ungefähr in der Mitte des Halses enden, s. MRT-Bild, statt rechts an der Schulter) und verfälscht dadurch auch etwas den Verlauf. Leider gibt es kein Röntgen der gesamten WS; es macht eher den Anschein, als wäre es eine C-förmige Skoliose (keine S-förmige). Auch deshalb ist eine Unterteilung in "oben rechts, oben links, unten rechts, unten links" problematisch.

Das Dehnen der konkaven Seite und Stärken der konvexen Seite ist darüber hinaus leider auch insoweit nicht ausreichend, als in der Regel noch eine Verdrehung der Wirbelsäule hinzukommt, also eine weitere Dimension/Ebene. Daher ist nur die Betrachtung der Seitabweichung nach rechts und links (und eine diesbezügliche Dehnung/Stärkung) unvollständig.

Es macht nicht den Eindruck, als würdest Du gezielte Physiotherapie (z.B. nach Schroth) machen. Dort lernt man ein besseres Gefühl für die richtige Korrektur ("Dehnen" durch Hineinatmen/Weitatmen und das sog. "Raffen" an den Stellen, was Du mit "Stärken" umschreibst). Dabei wird auch die Verdrehung mit einbezogen. Idealerweise lernt man das in einer Reha, aber da Du keine so starke Skoliose hast (wenn der Wert von 15° stimmt), könnte es mit einer Bewilligung schwierig werden. Ambulant ist es schwieriger zu erlernen; trotzdem würde ich Dir dazu raten, es zu versuchen, um ein besseres Körpergefühl zu bekommen. Eine Liste mit ausgebildeten Schroth-Therapeuten kann man in den Rehakliniken Bad Sobernheim und Bad Salzungen (dort werden auch die Therapeuten ausgebildet) telefonisch/per Mail erfragen.
Patrick85 hat geschrieben:Wenn ich Reverse Butterfly oder Latziehen mache, schmerzt die Seite links oben noch mehr als sonst.
Schätze das kommt davon, dass wegen der Asymetrie bei gleichmäßigem Training rechts mehr gestärkt wirkt.
Und genau das überfordert nun die linke obere Seite, sie kann nicht gegensteuern und Folge davon sind mehr Schmerzen.
Leider kann ich Deinen Gedankengang nicht so richtig nachvollziehen - wieso meinst Du, dass rechts mehr gestärkt wird? Ist Deine rechte Seite dort schwächer als die linke (was durchaus sein könnte), sodass es für sie anstrengender ist? Aber wieso sollte dann links (also die danach stärkere Seite) überfordert sein und schmerzen? Oder meinst Du, dass rechts schon stärker wäre und noch mehr gestärkt wird, sodass das Ungleichgewicht immer größer wird - dann verstehe ich ehrlich gesagt nicht, dass Du das Training fortführst?
Auch vor diesem Hintergrund würde ich Dir raten, eine gezielte Physiotherapie zu machen; da könntest Du neben der Erlernung eines Gefühls für die Körperhaltung und- korrektur auch einmal nachfragen, ob sie sich erklären können, warum es bei Dir bei diesen Bewegungen schmerzt und was Du ändern kannst. Die meisten hier sind (wie ich) ebenfalls nur Betroffene und können dazu keine kompetente Auskunft geben - erst recht nicht per Ferndiagnose.
Außerdem kannst Du vielleicht einmal einen Trainer im Fitnessstudio ansprechen, ob er sich anschauen kann, wie Du die Bewegung ausführst - vielleicht sieht er nichts (die meisten sind ja keine ausgebildeten Skoliose-Experten), aber vielleicht ist ja auch schon für ihn ein fehlerhafter Bewegungsablauf erkennbar (z.B. eine Hand greift weiter außen als die andere, Du ziehst unbewusst die eine Schulter hoch o.ä.).

Viele Grüße,
mick

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